Mehr als nur Schattenspender: Bäume verbessern auch unsere psychische Gesundheit

Bäume senken Umgebungstemperaturen und fördern die psychische Gesundheit in Städten, indem sie Stress und Depressionen verringern.

Bäume

In großen Städten bleibt oft kaum Platz für Bäume: Dabei werden sie gerade dort dringend gebraucht. © Vecteezy

Eine letzte Botschaft zum ausklingenden Mental Health Awareness Month: Bäume helfen nicht nur dabei, die Umgebungstemperaturen zu senken, sondern fördern auch das seelische Wohlbefinden.

Christopher Drescher ist Associate Professor im Department of Psychiatry and Health Behavior am Medical College of Georgia in Augusta. Er erklärt gegenüber dem Athens Banner-Herald: „Die Natur bietet eine großartige Möglichkeit, sich draußen körperlich zu betätigen und kann einen positiven mentalen Nutzen haben, wenn die Aktivität in einer natürlichen Umgebung stattfindet.“

Positive Effekte von Grünflächen

Das emotionale, psychologische und soziale Wohlbefinden einer Person lässt sich schon durch einfache Verhaltensweisen verbessern. Dazu gehören unter anderem eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf und regelmäßige körperliche Bewegung. Besonders wichtig sei es jedoch, Zeit in der Natur zu verbringen und sich hin und wieder auch von der Technologie zu lösen. „Das Abschalten von Technologie kann mentale Gesundheitsvorteile haben“, so Drescher. Ganz alltägliche Aktivitäten wie Essen oder Kochen können kurzfristige positive Effekte auf die psychische Gesundheit mit sich bringen, wenn man sie in die Natur verlegt.

Laut der Arbor Day Foundation reicht allein schon das Wohnen innerhalb von 100 Metern Entfernung zu einem Baum, um die Depressionsraten zu senken. Stadtbewohner mit ausreichendem Zugang zu Grünflächen hätten 31 Prozent weniger psychischen Stress. Jede weitere Erhöhung des Grünflächenanteils um ein Prozent führe zu einem entsprechenden Rückgang des Stressniveaus. Kinder, die in der Nähe von Grünflächen leben, hätten zudem ein geringeres Risiko, im Erwachsenenalter psychische Probleme zu entwickeln.

Bäume als natürlicher Kühlmechanismus

Noch dazu sind Bäume natürliche Klimaanlagen: „Ein Baum kann die Umgebungstemperatur um bis zu 10 Grad senken,“ sagt Lauren Marshall, Senior Manager für Programm-Innovation bei der Arbor Day Foundation. Zudem wies sie darauf hin, dass urbane Hitze das größte Sterblichkeitsereignis unter Naturkatastrophen darstelle. Bäume stellen eine kostengünstige, leicht skalierbare und sehr brauchbare Methode dar, um die Temperaturen innerhalb von Städten zu senken und so die Sterblichkeitsraten in den am stärksten von urbaner Hitze betroffenen Stadtvierteln zu verringern.

Deshalb sagen wir oft: ‚Die Zeit für Bäume ist jetzt,‘ weil wir mit all diesen verschiedenen Stressfaktoren in unserer Welt konfrontiert sind, bei denen Bäume Teil der Lösung sein können.

Laut Experten leben etwa 80 Prozent der US-Bevölkerung in städtischen Gebieten, die besonderen Klimarisiken ausgesetzt seien. Ihr Stadtbild ist von Asphalt, Gebäuden und dichter Infrastruktur geprägt, die allesamt Wärme speichern und anfällig für Überschwemmungen durch Regenwasserabfluss sind. Diese städtischen Umgebungen verstärken die Risiken extremer Hitze und starker Regenfälle, die durch den Klimawandel immer wahrscheinlicher werden. Bäume können da Abhilfe schaffen, indem sie das Regenwasser filtern und die Luft reinigen. Letzteres führe Marshall zufolge zusätzlich zu einer Reduzierung von Asthmaraten.

Was du dir merken solltest:

  • Bäume senken die Umgebungstemperatur um bis zu 10 Grad und verbessern das seelische Wohlbefinden, indem sie Stress und Depressionsraten verringern.
  • Der Zugang zu Grünflächen reduziert bei Stadtbewohnern den psychischen Stress um 31 Prozent und senkt langfristig das Risiko psychischer Probleme bei Kindern.
  • Bäume helfen besonders in städtischen Gebieten, extreme Hitze zu mindern und die Luftqualität zu verbessern.

Übrigens: Während Bäume in der eigenen Umgebung helfen, die Lebensqualität zu verbessern, kann jeder Mensch auch selbst dafür sorgen, ein gesundes, langes und erfülltes Leben zu führen. Dieser Trend nennt sich Longevity und hat viele Anhänger. Ein Arzt erklärt in unserem Artikel, welche Tipps wirklich etwas bringen und wovon man lieber die Finger lassen sollte.

Bild: © Vecteezy

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