Genug vom endlosen Scrollen: Gen Z wendet sich Klapphandys zu

Die Generation Z wechselt zu Klapphandys, um digitalem Stress zu entkommen und echte Erlebnisse wiederzuentdecken.

Klapphandys

Die guten alten Klapphandys sollen von der mentalen Belastung des ständigen Online-Seins befreien. © Vecteezy

In einer Welt, die zunehmend von digitaler Technologie dominiert wird, entscheidet sich eine wachsende Zahl junger Menschen in den Vereinigten Staaten für einen radikalen Schritt: den Tausch ihres allgegenwärtigen Smartphones gegen ein klassisches Klapphandy.

Diese Bewegung, die besonders bei der Generation Z zu beobachten ist, könnte möglicherweise auch nach Deutschland überschwappen. Einem Bericht der New York Post zufolge ist dieser Trend nicht nur eine Reaktion auf die zunehmenden Restriktionen im Umgang mit digitalen Medien, sondern auch ein Versuch, den mentalen Belastungen des ständigen Online-Seins zu entfliehen.

Handyverbote und Medieneinschränkungen: Schutz der Jugend im Fokus

In den USA greifen Schulbezirke immer öfter zu Handyverboten während der Unterrichtszeit, und Politiker wie Ron DeSantis setzen sich für Einschränkungen des Zugangs zu sozialen Medien für Kinder unter 14 Jahren ein. Der Sozialpsychologe Jonathan Haidt adressiert in seinem im März erschienenen Buch „The Anxious Generation: How the Great Rewiring of Childhood Is Causing an Epidemic of Mental Illness“ die psychischen Folgen der digitalen Vernetzung für Kinder und Jugendliche, ein Thema, das in der Gesellschaft auf großes Interesse stößt.

Es sind jedoch die Jugendlichen selbst, die in dieser Debatte eine aktive Rolle übernehmen. Statt sich passiv den Umständen zu fügen, entscheiden sich immer mehr junge Menschen für den bewussten Verzicht auf Smartphones. Stattdessen wählen sie sogenannte „Dumb Phones“, einfache Mobiltelefone ohne Smart-Funktionen, um ihrer mentalen Gesundheit willen und um sich zeitlich von den Fesseln der sozialen Medien zu befreien.

Gen Z kehrt Smartphones den Rücken: Zurück zum Klapphandy

Die New York Post sprach mit vier Vertretern der Generation Z, die diesen Schritt gewagt haben. Sammy, eine 19-jährige Studentin, erlebte ihre Smartphone-Nutzung oder wie sie selbst sagte, „endloses Scrollen“ als Sucht, die ihre Lebensqualität merklich senkte. Durch den Wechsel zu einem Klapphandy fand sie einen Weg, im Alltag präsenter zu sein und die Momente ohne digitale Ablenkung zu genießen.

„Ich habe das Gefühl, dass das iPhone meine Kindheit irgendwie verkürzt hat“, sagt die 20-jährige Alena Vandaele. Sie sieht in ihrem Klapphandy nicht nur ein Werkzeug zur Steigerung der Lebensqualität, sondern auch ein modisches Statement, das an die frühen 2000er Jahre erinnert.

Aicha Yoda, 25, nutzte die Gelegenheit des Ramadan, um für einen Monat auf ein Klapphandy umzusteigen und die sozialen Medien zu meiden, eine Erfahrung, die sie als befreiend empfand. „Du kannst einfach den Netzstecker ziehen, und plötzlich existieren für dich alle Zwänge der sozialen Medien einfach nicht mehr.“

Andrew Kim, 22, sehnte sich nach einem Leben, das weniger von Technologie und mehr von echten Erlebnissen bestimmt wird. Sein Klapphandy ermöglichte ihm eine Rückkehr zu seinen Hobbys und Interessen. „Mein Klapphandy hat mir geholfen, mich nicht mehr so sehr zu vergleichen. Es war das präsenteste Gefühl, das ich je gefühlt habe“, gestand Andrew der NY Post.

Freiheit bringt auch Einschränkungen mit sich

Die Entscheidung für ein Klapphandy kommt nicht ohne Herausforderungen. Die Generation Z, die in eine Welt hineingeboren wurde, in der Smartphones nahezu unverzichtbar sind, sieht sich plötzlich mit praktischen Problemen konfrontiert – wie etwa der Navigation ohne Google Maps. Trotz dieser Hindernisse ist der Trend ein klares Zeichen für das wachsende Bedürfnis junger Menschen, Kontrolle über ihre Zeit und ihre mentale Gesundheit zurückzugewinnen.

Was du dir merken solltest:

  • Gen Z entkommt dem Digitalstress: Jugendliche wechseln zu Klapphandys, um den mentalen Druck digitaler Dauerpräsenz zu reduzieren.
  • Eigeninitiative für mentale Gesundheit: Angesichts restriktiver Medienpolitik und wachsender psychischer Belastungen suchen Gen Z’ler aktiv nach Wegen, um digitalem Stress zu entfliehen.
  • Klapphandys als Mode- und Lebensstatement: Der Wechsel zu simpleren Handys spiegelt nicht nur den Wunsch nach mentaler Entlastung wider, sondern wird auch als modisches Statement und Rückkehr zu authentischeren Erlebnissen verstanden.

Bild: © Vecteezy

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