Wer morgens frühstückt, ernährt sich den ganzen Tag über gesünder

Eine US-Studie legt nahe: Jugendliche nehmen mit Frühstück mehr wichtige Nährstoffe auf und essen später weniger Süßes.

Ein Frühstück am Morgen kann bei Jugendlichen bis zum Abend nachwirken: In einer US-Studie aßen sie nährstoffreicher und griffen seltener zu Süßigkeiten.

Ein Frühstück am Morgen kann bei Jugendlichen bis zum Abend nachwirken: In einer US-Studie aßen sie nährstoffreicher und griffen seltener zu Süßigkeiten. © Unsplash

Viele Jugendliche lassen morgens das Frühstück aus – und essen danach offenbar ungesünder. Eine aktuelle US-Studie legt nahe: Wer frühstückt, nimmt mehr wichtige Nährstoffe auf und greift im Tagesverlauf seltener zu Süßigkeiten.

An der Untersuchung nahmen 128 Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 14 und 21 Jahren teil. Sie ließen das Frühstück gewöhnlich an mindestens sechs Tagen pro Woche aus. Die Ergebnisse werden auf der Jahrestagung NUTRITION 2026 der American Society for Nutrition vorgestellt.

Gesundes Frühstück für Jugendliche liefert mehr Nährstoffe

Die Teilnehmer wurden zufällig in drei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe erhielt morgens eine Mahlzeit mit etwa 15 Gramm Protein. Die zweite Gruppe bekam dagegen ein eiweißreiches Frühstück mit rund 30 Gramm Protein. Die dritte Gruppe frühstückte weiterhin nicht.

Die Jugendlichen in den Frühstücksgruppen nahmen über den gesamten Tag mehr Ballaststoffe, Eisen, Zink und Cholin auf. Zugleich unterschied sich die tägliche Kalorienmenge zwischen den Gruppen kaum. Wer morgens aß, nahm insgesamt also nicht mehr Energie zu sich.

Frühstück bremst den Griff zu Süßigkeiten

Auch die Auswahl der Lebensmittel veränderte sich. Beide Frühstücksgruppen aßen im Tagesverlauf weniger Desserts, Süßigkeiten und Bonbons als die Gruppe ohne Frühstück. Außerdem nahm die Gruppe mit dem eiweißreicheren Frühstück weniger zugesetzten Zucker auf.

Ballaststoffe unterstützen unter anderem die Verdauung. Eisen braucht der Körper für den Sauerstofftransport im Blut, während Zink an zahlreichen Stoffwechselvorgängen beteiligt ist. Cholin spielt außerdem für den Fettstoffwechsel und die Funktion von Nervenzellen eine Rolle.

Mehr Protein verstärkt einzelne Effekte

Die Gruppe mit 30 Gramm Protein nahm mehr Eiweiß, Eisen und Cholin auf als die Gruppe mit 15 Gramm. Ein höherer Proteingehalt brachte damit bei einigen Nährstoffen zusätzliche Vorteile.

„Unsere Ergebnisse sprechen dafür, dass ein Frühstück, besonders mit viel Protein, die Nährstoffaufnahme und die Qualität der Ernährung bei älteren Jugendlichen verbessern kann“, erklärt Emma Rose Brown von der University of Texas, Austin.

Forscher bereiten mehr als 18.000 Mahlzeiten vor

Damit die Mahlzeiten vergleichbar blieben, bereitete das Forschungsteam mehr als 18.000 Frühstücke vor. Auf dem Speiseplan standen in den USA übliche Gerichte wie Eierspeisen, gefüllte Teigfladen und Smoothies. Der Proteingehalt war dabei für jede Gruppe festgelegt.

Zu Beginn sowie nach drei und sechs Monaten erhielten die Teilnehmer Kühlboxen mit den vorbereiteten Lebensmitteln. Sie konnten die Mahlzeiten zu Hause essen, während das Forschungsteam die Mengen über das Gewicht der Boxen kontrollierte. Zusätzlich gaben die Jugendlichen an, was sie innerhalb von 24 Stunden gegessen und getrunken hatten.

Jugendliche halten sich ungewöhnlich genau an den Plan

Mehr als 90 Prozent der bereitgestellten Mahlzeiten wurden gegessen. Dadurch konnte das Team die Nahrungsaufnahme über mehrere Monate vergleichsweise genau erfassen.

Brown bezeichnete die Untersuchung als eine der größten und längsten streng kontrollierten Frühstücksstudien mit Jugendlichen. Zugleich verwies sie auf die bislang dünne Datenlage. „Obwohl die meisten Amerikaner das Frühstück für die wichtigste Mahlzeit des Tages halten, gibt es nicht viele Belege für diese Annahme“, sagt sie.

Ergebnisse gelten noch als vorläufig

Die Aussagen gelten zunächst nur für Jugendliche und junge Erwachsene, die zuvor fast immer auf das Frühstück verzichtet hatten. Ob regelmäßige Frühstücker ähnlich stark profitieren, wurde dagegen nicht untersucht.

Hinzu kommt: Die Ergebnisse wurden bislang nur für eine Tagung ausgewählt. Eine Begutachtung für ein wissenschaftliches Fachjournal hat noch nicht stattgefunden. Deshalb gelten die Befunde weiterhin als vorläufig.

Auch die Art des Frühstücks lässt sich nicht beliebig übertragen. Die Teilnehmer erhielten vorbereitete Mahlzeiten mit einem festgelegten Proteinanteil. Ein süßes Gebäck oder ein stark gezuckertes Frühstück wurde dagegen nicht getestet.

Die Untersuchung wurde von den US-amerikanischen National Institutes of Health finanziert. Als Nächstes soll geprüft werden, wie Protein am Morgen Hunger, Appetit und Gedanken an Essen beeinflusst.

Kurz zusammengefasst:

  • Eine US-Studie mit 128 Jugendlichen und jungen Erwachsenen legt nahe: Frühstück verbessert die Nährstoffaufnahme über den ganzen Tag.
  • Wer morgens aß, nahm mehr Ballaststoffe, Eisen, Zink und Cholin auf und griff später seltener zu Süßigkeiten.
  • Besonders eiweißreiche Mahlzeiten brachten zusätzliche Vorteile, die Ergebnisse gelten bis zur Fachprüfung jedoch als vorläufig.

Übrigens: Ob Frühstück oder Lebensmittelpreise – die Qualität der Ernährung kann Kinder weit über den Tag hinaus prägen. Werden nährstoffreiche Produkte zu teuer, drohen Wachstumsstörungen und späteres Übergewicht. Mehr dazu in unserem Artikel.

Bild: © Unsplash

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