Longevity: Diese drei einfachen Gewohnheiten verlängern das Leben

Muskeltraining, ausgewogene Ernährung und regelmäßiger Schlaf sind die Hauptfaktoren, die die Lebensdauer signifikant verlängern können.

Longevity Gewohnheiten

Drei einfach Gewohnheiten können die Lebensdauer positiv beeinflussen: Krafttraining, Ernährung und Schlaf. © Vecteezy

In einer Zeit, in der der Markt für Nahrungsergänzungsmittel weiter wächst und einen weltweiten Umsatz von rund 170 Milliarden Dollar (ca. 158 Mrd. Euro) erreicht, fand vor wenigen Wochen in Singapur eine wegweisende unabhängige akademische Konferenz statt. Dabei versammelten sich führende Altersforscher, um die Wirksamkeit verschiedener Nahrungsergänzungsmittel zur Förderung der Langlebigkeit zu diskutieren. Den Experten zufolge gibt es aber viel wirkungsvollere Gewohnheiten im Longevity-Bereich. Drei Dinge tragen erheblich zu einem längeren und gesünderem Leben bei: Krafttraining, Ernährung und Schlaf.

Trotz der Beliebtheit von Longevity-Nahrungsergänzungsmitteln ist laut Businessinsider die wissenschaftliche Grundlage für viele dieser Produkte noch dünn. Es sind erst wenige unabhängige, placebo-kontrollierte Studien im Gange, die ihre Effektivität bestätigen könnten.

Die Konferenzteilnehmer kamen zu dem Schluss, dass es derzeit keine universelle Empfehlung für Nahrungsergänzungsmittel gibt, die für jeden älteren Menschen gleichermaßen geeignet sind, um geistig rege und körperlich fit zu bleiben. Stattdessen rückten drei alltägliche Gewohnheiten in den Fokus, die nachweislich einen erheblich größeren Einfluss auf die Lebensdauer (Longevity) haben: regelmäßiges Muskeltraining, eine strategische Ernährung und ausreichend qualitativ hochwertiger Schlaf.

Bewegung als Fundament für Langlebigkeit

Dr. Andrea Maier, eine führende Forscherin im Bereich gesundes Altern und Nahrungsergänzungsmittel an der National University of Singapore, hebt hervor: „Ich würde sagen, Bewegung ist am wichtigsten. Körperliche Aktivität ist einfach super gut für Ihr Leben.“

Maier empfiehlt insbesondere Widerstandstraining, das nicht nur die Muskeln stärkt, sondern auch die Knochenmasse verbessert und so Verletzungen vorbeugt sowie den gefährlichen Effekten des muskulären Abbaus im Alter entgegenwirkt. Dieses kann im Fitnessstudio mit Gewichten oder zuhause mit Körpergewichtsübungen und Widerstandsbändern praktiziert werden.

Generell ist jede Art von Bewegung hilfreich. Eine kürzlich im „British Journal of Sports Medicine“ veröffentlichte Studie untersuchte über 72.000 Erwachsene, die Fitness-Tracker trugen. Die Forscher stellten fest, dass bereits mehr als 2.200 Schritte pro Tag mit einer geringeren Sterblichkeit und weniger Herz-Kreislauf-Problemen verbunden waren, über 9.000 Schritte pro Tag sind jedoch noch vorteilhafter.

Übrigens: Eine Studie besagt, dass die Dauer der Bewegung bei Frauen und Männern unterschiedliche Ergebnisse liefert. So müssen sich Frauen weniger körperlich betätigen, um denselben Effekt auf die Lebenserwartung zu haben wie Männer. Mehr dazu in unserem Artikel.

Ernährung als präventive Medizin

Eine weitere Säule der Langlebigkeit ist die Ernährung. Wir sollten unsere Nahrung wie ein Medikament betrachten: gezielt und in den richtigen Mengen. Langzeitstudien zeigen, dass Menschen, die besonders alt werden, häufig eine Diät aus Bohnen, Vollkornprodukten wie Quinoa oder Hafer sowie viel Obst und Gemüse bevorzugen. Diese Lebensmittel enthalten natürliche Verbindungen, die unseren Körper dabei unterstützen, auch im Alter gut zu funktionieren. Der einfache Tausch von Fleischmahlzeiten gegen Bohnengerichte oder der Konsum von Nüssen kann bereits einen positiven Effekt haben.

Schlaf als Regenerationsquelle

Der dritte kritische Bereich ist der Schlaf. Forschungen deuten darauf hin, dass regelmäßiger, qualitativ hochwertiger Schlaf essentiell für die Langlebigkeit ist. Idealerweise sollte man etwa sieben bis acht Stunden pro Nacht schlafen und erfrischt aufwachen. Noch wichtiger ist jedoch ein konsistenter Schlafrhythmus. Während des Schlafens werden im Gehirn Erinnerungen verarbeitet, es wird von Giftstoffen gereinigt und der Körper repariert sich selbst, was alles zur Langlebigkeit beiträgt.

Diese Erkenntnisse der Longevity-Forschung machen deutlich, dass ein langes und gesundes Leben weniger durch die Einnahme von Pillen, sondern durch bewusste Entscheidungen und Gewohnheiten im Alltag gefördert wird. Die Forschung legt nahe, dass wir unser Wohlbefinden durch aktive Lebensgestaltung, durchdachte Ernährung und regenerierenden Schlaf deutlich verbessern können.

Was du dir merken solltest:

  • Stärkung von Muskeln und Knochen durch Widerstandstraining wie Gewichtheben oder Körpergewichtsübungen fördert die Langlebigkeit und beugt Alterserscheinungen vor.
  • Eine ausgewogene Ernährung mit hohem Anteil an Bohnen, Vollkörnern und frischem Obst und Gemüse unterstützt die körperliche Funktion im Alter und kann die Lebensdauer erhöhen.
  • Konsequenter, erholsamer Schlaf, idealerweise sieben bis acht Stunden pro Nacht, unterstützt die Gehirn- und Körperregeneration und ist essentiell für ein langes, gesundes Leben.

Übrigens: Es werden viele Longevity-Tipps beworben. Ein Arzt klärt auf, was wirklich hilft und wovon man lieber die Finger lassen sollte. Mehr dazu erfährst du in unserem Artikel.

Bild: © Vecteezy

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