Tourismuswut: Barcelona will Ferienwohnungen bis 2029 abschaffen

Der Bürgermeister von Barcelona plant, bis Ende 2028 alle Ferienwohnungen zu verbieten, um so mehr Wohnraum für Einheimische zu schaffen.

Barcelona Ferienwohnungen

In Spanien wächst der Unmut gegen Massentourismus, Barcelona zieht daraus Konsequenzen. © Unsplash

Der Bürgermeister von Barcelona, Jaume Collboni, plant bis Ende 2028, die Vermietung von Ferienwohnungen komplett einzustellen.

In der Stadt Barcelona wird es ab 2029 keine Ferienwohnungen mehr geben, wie wir sie heute kennen.

Jaume Collboni

Laut Tagesschau spricht Collboni von 10.000 Wohnungen, die derzeit für kurzfristige Aufenthalte an Touristen vermietet werden. Diese den lokalen Bewohnern zur Verfügung zu stellen, komme dem Bau von 10.000 Mietwohnungen gleich. Die sozialistische Wohnungsbauministerin Isabel Rodriguez unterstützt die Entscheidung der Stadtverwaltung. Auf X betonte sie, „alle Anstrengungen zu unternehmen, um den Zugang zu bezahlbarem Wohnraum zu gewährleisten.“

Preisanstieg setzt Bewohner unter Druck

In den letzten zehn Jahren sind die Mieten in Barcelona um nahezu 70 Prozent gestiegen, die Kaufpreise um etwa 40 Prozent. Laut Collboni würden zudem rund 6.000 Wohnungen illegal vermietet. Die Stadtverwaltung sieht sich daher gezwungen, mit einem Dekret einzugreifen. Bereits bestehende Lizenzen sollen nach ihrem Ablauf nicht erneuert werden. Diese Maßnahme, so der Bürgermeister, markiere einen Wendepunkt, auch wenn die Wohnungsnot dadurch nicht über Nacht verschwinden werde.

Widerstand aus Wirtschaft und Politik

Die Tourismusbranche und Teile der Opposition stehen den Plänen kritisch gegenüber. Der Verband für Touristenwohnungen, Apartur, befürchtet, dass die Maßnahmen „zu Armut und Arbeitslosigkeit“ führen würden. Selbst eine offizielle Abschaffung von Ferienwohnungen, so Apartur, verhindere nicht, dass Wohnungen an Touristen vermietet werden. Das Geschäft würde nur illegal weitergeführt werden. Die Opposition kritisiert, die Maßnahme verschärfe die Wohnungsnot eher, als dass sie diese löse.

Zunehmend Proteste gegen Massentourismus

Der Unmut gegenüber dem Massentourismus wächst: In Touristenhochburgen wie Barcelona, Mallorca oder auf den Kanaren gab es deswegen zuletzt größere Proteste. Diese richteten sich unter anderem gegen die gestiegenen Lebenshaltungskosten und die erhöhte Umweltbelastung, die mit der hohen Zahl an Touristen einhergehen.

Was du dir merken solltest:

  • Bis Ende 2028 plant Barcelona, alle Vermietungen von Ferienwohnungen zu stoppen, um die lokalen Wohnraumangebote zu erhöhen und 10.000 Wohnungen zurückzugewinnen, die bisher Touristen kurzfristig zur Verfügung stehen.
  • Wegen des starken Anstiegs der Mieten und Kaufpreise sowie illegaler Vermietungspraktiken sieht sich die Stadtverwaltung gezwungen, durch ein Dekret bestehende Lizenzen für Ferienwohnungen nicht zu erneuern, um die Wohnungsnot zu bekämpfen.
  • Widerstand gegen die Pläne kommt sowohl aus der Wirtschaft, die Armut und Arbeitslosigkeit befürchtet, als auch aus der Politik, die eine Verschärfung der Wohnungsnot kritisiert, während öffentliche Proteste gegen den Massentourismus immer weiter zunehmen.

Bild: © Unsplash

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