Deutsche laut Umfrage mit ihrer Wohnsituation zufrieden – Schere zwischen Alt und Jung

Eine Umfrage zeigt: Die Mehrheit ist zufrieden mit ihrer Wohnsituation, allerdings junge, einkommensschwache Mieter weniger. 67 Prozent halten die Miete für angemessen, aber nur 74 Prozent planen Wohneigentum.

Umfrage Wohnsituation

Laut einer Umfrage ist die Mehrheit zufrieden mit ihrer Wohnsituation. © Vecteezy

Eine aktuelle Umfrage des „RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND)“ zeigt, dass die überwiegende Mehrheit der deutschen Bürgerinnen und Bürger mit ihrer aktuellen Wohnsituation zufrieden ist. Genauer gesagt, gaben 47 Prozent an, sehr zufrieden zu sein, während weitere 43 Prozent angaben, zufrieden zu sein.

Besonders interessant ist jedoch, dass diese Zufriedenheit nicht gleichmäßig verteilt ist. Demnach sind es eher die jüngeren Altersgruppen sowie Personen mit geringeren Einkommen, die weniger zufrieden mit ihrer aktuellen Wohnsituation sind. Auch unter den Mietern ist die Zufriedenheit tendenziell geringer als unter den Eigentümern.

Mietpreise und Wohneigentum

Ein weiterer wichtiger Aspekt, der in der Umfrage beleuchtet wurde, betrifft die Mietpreise und die Absichten bezüglich des Wohneigentums. Interessanterweise halten 67 Prozent der Mieter ihre derzeitige Miete für angemessen. Dennoch haben 74 Prozent von ihnen keine Pläne, in Zukunft Wohneigentum zu erwerben. Nur vier Prozent planen, ein Haus zu bauen, während 13 Prozent den Hauskauf erwägen. Weitere 7 Prozent beabsichtigen den Erwerb einer Wohnung.

Präferenzen bei Wohnort und Arbeitsweg

Ein weiteres Ergebnis der Umfrage zur Wohnsituation betrifft die Präferenzen der Bürgerinnen und Bürger in Bezug auf ihren Wohnort und ihren Arbeitsweg. Dabei zeigt sich, dass etwa ein Viertel der Befragten am liebsten in kleinen Gemeinden mit bis zu 5.000 Einwohnern leben würde. Auch der Arbeitsweg spielt eine wichtige Rolle: Fast die Hälfte der Befragten (49 Prozent) gibt an, dass sie maximal eine Entfernung von 20 Kilometern zur Arbeitsstätte akzeptieren würden. Dabei zeigen sich Unterschiede zwischen West- und Ostdeutschland sowie zwischen Bewohnern kleinerer Kommunen und Großstädtern.

Deutschland ein Land der Mieter

Deutschland ist das Mieterland Nummer 1 in der EU. Über die Hälfte der Bevölkerung (53,5 Prozent) lebte laut dem Statistischen Bundesamt hierzulande im Jahr 2022 zur Miete. Das war der höchste Wert in der EU. Deutlich niedriger lagen die Anteile zum Beispiel in Frankreich (36,6 Prozent), Spanien (24,0 Prozent) oder Polen (12,8 Prozent). Den niedrigsten Anteil in der EU verzeichnete Rumänien. Dort lebten nur 5,2 Prozent der Bevölkerung zur Miete.

Quelle: Statistisches Bundesamt

Warum gibt es in Deutschland so viele Mieter?

Deutschland hat die historisch niedrige Zinsphase hinter sich, aber die Zahl der Mieter in Deutschland ist unverändert. Warum ist das so? Hier ein paar Gründe laut „Anlegen in Immobilien“ von finanzen.net.

  1. Historische Gründe für hohe Mietquoten in Deutschland: Nach dem Zweiten Weltkrieg war Deutschland stark zerstört, was zu einem akuten Bedarf an Wohnraum führte. Der Staat reagierte, indem er schnell und kostengünstig Mietwohnungen baute, um den Menschen Unterkunft zu bieten. In der ehemaligen DDR war der Erwerb von Immobilien stark eingeschränkt, während Mietwohnungen vom Staat stark subventioniert wurden. Diese historischen Umstände haben dazu beigetragen, dass die Mehrheit der Deutschen bis heute zur Miete wohnt.
  2. Hohe Immobilienkosten und Druck auf Mietwohnungen in Großstädten: In Städten wie Hamburg, Berlin oder München sind die Immobilienpreise besonders hoch, was den Druck auf Mietwohnungen erhöht. Ein Großteil der Bevölkerung lebt hier zur Miete, da der Erwerb einer eigenen Immobilie oft finanziell nicht realisierbar ist. Der starke Zustrom von Einwanderern und Studenten sowie andere demografische Entwicklungen haben die Mietpreise zusätzlich in die Höhe getrieben.
  3. Herausforderungen beim Immobilienkauf in Deutschland: Der Kauf einer Immobilie in Deutschland ist mit hohen Kosten verbunden, darunter hohe Kaufnebenkosten wie Notar- und Maklergebühren sowie die Grunderwerbsteuer, die bis zu 14 Prozent des Kaufpreises ausmachen kann. Im Vergleich zu anderen Ländern gibt es in Deutschland keine steuerlichen Anreize für den Immobilienerwerb, was die Attraktivität des Eigenheimbesitzes verringert. Zusätzlich erschweren die strengen Kreditrichtlinien den Zugang zu Finanzierungen für Menschen mit wenig Eigenkapital.
  4. Kapitalmangel als größte Hürde für den Immobilienkauf: Um eine Immobilie zu erwerben, ist ein erhebliches Eigenkapital erforderlich, oft mindestens 25 bis 30 Prozent des Immobilienpreises. Dies stellt eine hohe Hürde für Gering- und Normalverdiener dar, die es schwierig macht, den Traum vom Eigenheim zu verwirklichen. Eine Umfrage im Auftrag der Postbank zeigt, dass insbesondere jüngere Menschen den Wunsch nach einem Eigenheim haben, aber aufgrund finanzieller Einschränkungen nicht in der Lage sind, ihn zu realisieren.

Was du dir merken solltest:

  • Eine Umfrage zeigt, dass die Mehrheit der Deutschen zufrieden mit ihrer Wohnsituation ist.
  • Besonders jüngere Altersgruppen und Mieter sind jedoch weniger zufrieden.
  • Die meisten Mieter halten ihre Miete für angemessen, planen aber nicht, Wohneigentum zu erwerben.

Bild: © Wikimedia

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