Umstrittenes Geoengineering: Salzkristalle sollen Erderwärmung stoppen

In der Bucht von San Francisco hat ein bahnbrechendes Experiment zur Bekämpfung der globalen Erwärmung begonnen.

Bild: © Jonathan Borba via Unsplash

Das Geoengineering-Verfahren Solar Radiation Management (SRM) zielt darauf ab, die Erde abzukühlen. © Unsplash

Auf einem ausgemusterten Flugzeugträger nahe Alameda erforschen Wissenschaftler im Rahmen des Projekts „Coastal Atmospheric Aerosol Research and Engagement“ (CAARE), ob die gezielte Reflexion von Sonnenstrahlen über Salzkristalle die globale Erderwärmung effektiv verlangsamen kann. Dieses Verfahren ist Teil des sogenannten Solar Radiation Managements (SRM)eine Form von Geoengineering, das darauf abzielt, die Sonneneinstrahlung auf die Erde zu reduzieren und somit das Klima zu stabilisieren.

Solar Radiation Management

Tausende mikroskopisch kleine Meersalzpartikel werden von der USS Hornet Sea aus in die Atmosphäre geschossen, um Wolken dichter zu machen und so mehr Sonnenlicht ins Weltall zu reflektieren. Ziel ist es, die Menge der Sonnenstrahlen, die die Erde erreichen, zu verringern und so die globale Erderwärmung abzuschwächen.

Die Technologie ist kontrovers. Bereits in der Vergangenheit wurde ein ähnliches Experiment in Schweden aufgrund von Protesten der indigenen Bevölkerung gestoppt. Kritiker befürchten, dass Geoengineering unbekannte Auswirkungen auf Wettermuster und Ökosysteme haben könnte, besonders in der Landwirtschaft und Fischerei. Frank Biermann, Professor für Globale Nachhaltigkeitspolitik an der Universität Utrecht und Gegner des Geoengineerings, betont laut FOCUS online: „Mit Blick auf Solar Geoengineering nimmt der weltweite Widerstand zu.“ Mehr als 500 Wissenschaftler und 2000 zivilgesellschaftliche Organisationen fordern bereits ein internationales Verbot dieser Technologie.

Globale Reaktionen

Die Debatte erreichte einen Höhepunkt bei der UN-Umweltversammlung im Februar, wo die afrikanische Staatengruppe offiziell ein Verbot von Solar Geoengineering forderte. Dieser Schritt verdeutlicht die zunehmende Besorgnis über die potenziellen Risiken, die mit diesen Technologien verbunden sind.

Weitere Methoden und Perspektiven

Neben SRM gibt es verschiedene andere Geoengineering-Methoden. Darunter sind auch die stratosphärische Aerosol Injektion (SAI), die Verdünnung von Zirruswolken, Marine Cloud Brightening (MCB), der Albedo-Effekt und Sonnensegel. Jede dieser Methoden versucht auf unterschiedliche Weise, die Sonneneinstrahlung zu reduzieren oder zu reflektieren:

Stratosphärische Aerosol Injektion (SAI): Aerosole, oft Schwefelpartikel, werden in die Stratosphäre gesprüht, um Sonnenlicht zu reflektieren; das Verfahren ist komplex und wird auf Risiken hin überprüft.

Verdünnen von Zirruswolken: Diese Methode verdünnt hohe Eiswolken, um mehr Strahlung zurück ins All zu reflektieren; sie ist noch wenig erforscht und birgt Risiken einer zu starken Strahlungsdurchlässigkeit.

Marine Cloud Brightening (MCB): Schiffe sprühen Meerwasser-Tröpfchen in Wolken, um diese aufzuhellen und mehr Sonnenstrahlen ins All zu reflektieren; die Auswirkungen auf Wassersysteme und Niederschlag sind ungewiss.

Albedo-Effekt: Erdoberflächen, wie Dächer und Straßen, werden aufgehellt, um Sonnenlicht zu reflektieren; lokal umgesetzt, aber global wegen hoher Kosten und Aufwand nicht praktikabel.

Sonnensegel: Sonnensegel im All sollen Sonnenlicht reflektieren oder Energie erzeugen; aktuell als futuristisch und technisch nicht realisierbar betrachtet.

Das Experiment in San Francisco soll planmäßig bis Ende Mai fortgeführt werden, mit dem Ziel, die Anwendbarkeit von SRM auf größere Skalen zu prüfen. Die Ergebnisse könnten entscheidend dafür sein, ob solche Technologien in Zukunft eine Rolle im Kampf gegen den Klimawandel spielen werden.

Was du dir merken solltest:

  • In der Bucht von San Francisco läuft ein Experiment, um mittels Salzkristallen, die Sonnenstrahlen reflektieren, die globale Erderwärmung zu verlangsamen. Ein Verfahren, das unter dem Begriff Solar Radiation Management (SRM) bekannt ist.
  • Das Projekt „Coastal Atmospheric Aerosol Research and Engagement“ (CAARE) stößt auf Kritik. Geoengineering könnte negative Auswirkungen auf Wettermuster und Ökosysteme haben. Das führt zu wachsendem internationalen Widerstand und Forderungen nach einem Verbot dieser Technologie.
  • Neben SRM werden auch andere Geoengineering-Methoden wie stratosphärische Aerosol-Injektion, Marine Cloud Brightening und der Albedo-Effekt erforscht. Diese zielen alle darauf ab, die globale Erwärmung durch Reflexion von Sonnenstrahlen zu mindern. Das San-Francisco-Experiment wird bis Ende Mai weitergeführt, um seine großflächige Anwendbarkeit zu testen.

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