Studie: Saubere Luft in China führt zu Klimawandel in Nordamerika

Eine Studie verbindet Chinas saubere Luft mit unerwarteten Temperaturanstiegen in Nordamerika und gravierenden Klimaänderungen.

saubere Luft China

Weniger Aerosole in der Luft in China führen zu einem Temperaturanstieg in Nordamerika. © Wikimedia

In den letzten zehn Jahren kam es entlang der Küste von Alaska bis Kalifornien zu einem plötzlichen Anstieg der Meerestemperaturen. Dies geht aus einer Studie hervor, die kürzlich in der Fachzeitschrift „Proceedings of the National Academy of Sciences“ veröffentlicht wurde. Die Studie, geleitet von Professor Zheng Xiaotong von der Ocean University of China, befasst sich mit den weitreichenden Klimaeffekten der rapide gesunkenen Aerosolemissionen in China. Forscher gehen davon aus, dass saubere Luft in China negative Folgen für das Klima in Nordamerika hatte. Sie stellten fest, dass die Reduzierung der Aerosole zu einer der wärmsten Phasen im nordöstlichen Pazifik seit Beginn der Aufzeichnungen geführt hat.

Der Einfluss von Aerosolen auf das Klima

Aerosole, kleine Partikel oder Tröpfchen in der Luft, können Sonnenstrahlung reflektieren und dadurch die Erde kühlen. Ihre Reduzierung in China hat jedoch zu einer unerwarteten Erwärmung in Nordamerika beigetragen. „Die Meeresoberflächentemperatur entlang der Küste von Alaska bis Kalifornien hat sich in den letzten zehn Jahren plötzlich erwärmt“, erklärt Zheng laut der South China Morning Post. Diese Beobachtungen veranlassten die Wissenschaftler zu der Hypothese, dass menschliche Faktoren wie die Aerosolreduktion zu diesen Veränderungen beitragen könnten.

Klimamodelle enthüllen drastisch steigende Temperaturen

Das Forscherteam setzte verschiedene Klimamodelle ein, um die Auswirkungen der Aerosolreduktion in China zu analysieren. Einige Modelle spiegelten einen Rückgang der Emissionen wider, während andere ein Plateau simulierten. Die Ergebnisse zeigten, dass der Rückgang der Aerosolemissionen mit einer Zunahme der durchschnittlichen Erwärmung im Nordostpazifik einherging.

In einer speziellen Simulation, bei der nur die Aerosole verändert und die Treibhausgase auf vorindustriellem Niveau gehalten wurden, beobachtete das Team bis etwa 2007 eine kontinuierliche Abkühlung der Meerestemperaturen im Nordostpazifik. Anschließend setzte eine rasche Erwärmung ein, die den reduzierten Emissionen folgte.

Asiatische Wärme verstärkt Aleutentief markant

Dieser Temperaturanstieg resultierte aus einer lokalen Erwärmung an der Küste Asiens, die das sogenannte Aleutentief verstärkte und südwärts verschob. Diese atmosphärische Anomalie schwächte die Oberflächenwinde ab und verringerte die Verdunstungskühlung, was zu einem Anstieg der Meerestemperaturen führte. Zheng erklärte, dass die früheren, durch Industrialisierung bedingten Emissionserhöhungen in China die Erwärmung im Nordostpazifik in der Vergangenheit deutlich verlangsamt hätten.

Extreme Wetterereignisse und ihre Kosten

Von 2013 bis 2016 erlebte Kalifornien eine der schwersten Dürreperioden seiner Geschichte, die erhebliche landwirtschaftliche Schäden verursachte. Diese und ähnliche extreme Wetterereignisse werden in der Studie mit den sogenannten „warmen Blobs“ in Verbindung gebracht. Das sind langanhaltende Erwärmungsereignisse im Nordostpazifik. Laut den Forschern könnte die verringerte Aerosolemission und damit saubere Luft in China eine Rolle bei der Entstehung dieser Phänomene gespielt haben, da sie atmosphärische Anomalien über ihre Ursprungsregion hinaus auslöste.

Was du dir merken solltest:

  • Die Reduzierung von Aerosolemissionen in China hat zu einem signifikanten Anstieg der Meerestemperaturen entlang der Küste von Alaska bis Kalifornien geführt.
  • Diese Temperaturerhöhungen haben zu verstärkten klimatischen Phänomenen geführt, darunter langanhaltende Erwärmungsereignisse, die als „warme Blobs“ bekannt sind.
  • Die Ergebnisse zeigen, dass lokale Umweltveränderungen in einem Teil der Welt erhebliche Auswirkungen auf das Wetter und Klima in weit entfernten Regionen haben können.

Bild: © NOAASatellites via Wikimedia unter Public Domain

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