PISA-Studie untersucht kreatives Denken: Hier sind Deutschlands Schüler nur Mittelmaß

Die PISA-Studie 2022 bewertet erstmalig kreatives Denken: Deutsche Schüler erreichen dabei nur das Mittelfeld.

PISA-Studie kreatives Denken

Deutsche Schüler schnitten in der PISA-Studie nur mittelmäßig ab. © Midjourney

Kreatives Denken ist entscheidend, wenn es darum geht, Probleme zu lösen, Hürden zu überwinden und innovative Lösungsansätze zu entwickeln, besonders in Situationen, in denen reines Faktenwissen an seine Grenzen stößt. Dieser Fähigkeit widmete sich die PISA-Studie 2022 erstmals intensiv, indem sie kreatives Denken von 15-jährigen Schülern untersuchte.

Dabei wurde festgestellt, dass rund 78 Prozent der deutschen Schülerinnen und Schüler grundlegende Kompetenzen im kreativen Denken aufweisen. Das entspricht genau dem OECD-Durchschnitt. 27 Prozent der Schüler in Deutschland erreichen besonders starke Leistungen in diesem Bereich. Diese Fähigkeiten sind unerlässlich, um zukünftige Herausforderungen erfolgreich meistern zu können.

Insgesamt schnitt Deutschland mit 33 Punkten durchschnittlich ab. Damit steht die Bundesrepublik auf einer Stufe mit Frankreich, Tschechien und den Niederlanden. Die Untersuchung fand in 64 Ländern der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) statt.

Singapur an der Spitze, Deutschland im Mittelfeld

Die Spitzenposition in dieser Bewertung nimmt Singapur mit beeindruckenden 41 Punkten ein, gefolgt von Südkorea und Kanada. Am anderen Ende der Skala finden sich Albanien, die Philippinen und Usbekistan, die jeweils weniger als 15 Punkte erreichten.

Deutsche Schüler kämpfen bei Vielfalt von Lösungen

In spezifischen Bereichen der Ideenentwicklung zeigen deutsche Schülerinnen und Schüler überdurchschnittliche Fähigkeiten. Sie sind zwar gut in der Entwicklung und Verbesserung kreativer Ideen, wo sie andere OECD-Länder übertreffen. Allerdings tun sie sich schwerer bei Aufgaben, die verschiedene Möglichkeiten und mehrere Lösungswege erfordern, wie es in der offiziellen Stellungnahme des Bundesbildungsministeriums heißt.

Diese Schwäche im Bereich der vielfältigen Ideenentwicklung steht im Kontrast zu ihren Leistungen im visuellen Ausdruck, wo sie ebenfalls besser als der OECD-Durchschnitt abschneiden. In den Bereichen schriftlicher Ausdruck, naturwissenschaftliches und soziales Problemlösen entsprechen ihre Ergebnisse hingegen dem internationalen Mittelwert und zeigen keine signifikanten Abweichungen.

Wie wurde kreatives Denken gemessen?

Das kreative Denken, eine Schlüsselkompetenz für zukünftige Herausforderungen, wurde durch spezifische Aufgaben in den Bereichen naturwissenschaftliches und soziales Problemlösen sowie visueller und schriftlicher Ausdruck evaluiert. Die Schülerinnen und Schüler wurden aufgefordert, mehrere Ideen zu einem Thema zu entwickeln oder eine bestehende Idee wesentlich zu verbessern.

Die Bedeutung von Kreativität im Bildungskontext

Dr. Jennifer Diedrich, stellvertretende Leiterin des PISA National Center in München, hebt in der Tagesschau hervor, wie wichtig es ist, kreatives Denken zu fördern. „Es ist für alle wichtig, dass man sich nicht nur auf eine richtige Lösung fokussiert, sondern auch bereit ist, Alternativen zu sehen,“ erklärt sie und betont die Relevanz dieser Fähigkeit für lebenslanges Lernen. Kreatives Denken wird als entscheidende Kompetenz für die Bewältigung zukünftiger gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Herausforderungen gesehen.

Differenzen in der Leistung zwischen Geschlechtern und Disziplinen

Interessanterweise schnitten Mädchen in der PISA-Studie besser ab als Jungen, insbesondere bei wissenschaftlichen Problemlösungsaufgaben. Zudem zeigte sich, dass Schüler, die hohe Punktzahlen im kreativen Denken erreichten, oft auch in Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften überdurchschnittlich gute Ergebnisse erzielten.

Was du dir merken solltest:

  • Die PISA-Studie 2022 hat erstmals die Fähigkeit für kreatives Denken von 15-jährigen Schülern untersucht. Dabei stellte man fest, dass deutsche Schüler mit 33 Punkten im internationalen Mittelfeld liegen, gleichauf mit Ländern wie Frankreich und Tschechien.
  • Kreatives Denken umfasst die Fähigkeit, neue Lösungen zu entwickeln und bestehende Ideen zu verbessern. Das ist besonders in Situationen wichtig, in denen herkömmliches Wissen nicht ausreicht.
  • Obwohl deutsche Schüler im visuellen Ausdruck über dem OECD-Durchschnitt liegen, zeigen sie Schwächen bei Aufgaben, die vielfältige Ideen und multiple Lösungsansätze erfordern.

Bild: © Midjourney

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