Deutsche sehen eher schwarz und fürchten Jobverlust durch KI

In Deutschland herrscht große Angst vor Arbeitsplatzverlust durch KI. Eine aktuelle Studie zeigt, wie unterschiedlich die Wahrnehmung und Akzeptanz von KI-Technologien weltweit sind.

Arbeitsplatz KI

In Deutschland ist die Angst vor Arbeitsplatzverlust durch KI am höchsten. © Vecteezy

Die Anwendung von künstlicher Intelligenz (KI) in der Arbeitswelt nimmt weltweit zu. Mit ihr steigt auch die Zufriedenheit, aber ebenso die Sorge, dass diese Technologie den eigenen Arbeitsplatz bedrohen könnte. Besonders in Deutschland fürchten sich die Menschen vor Arbeitsplatzverlust durch KI.

In einer aktuellen Studie der Boston Consulting Group (BCG) mit dem Titel „AI at Work“ befragte man rund 13.000 Führungskräfte, Manager und Mitarbeiter im Kundenbereich aus 15 Ländern zu ihrem Umgang mit KI. Die Studie zeigt, dass Menschen, die KI besser kennenlernen, sich zunehmend damit anfreunden, zumindest in der direkten Anwendung. Der Anteil derjenigen, die mit dem Einsatz von KI am Arbeitsplatz zufrieden sind, stieg im Vergleich zum Vorjahr um 16 Prozentpunkte von 26 auf 42 Prozent. Diese Tendenz zeigt sich besonders bei denjenigen, die KI regelmäßig nutzen. Unter ihnen haben nur 15 Prozent Vorbehalte gegenüber der Technologie, im Vergleich zu 29 Prozent bei den Nicht-Nutzern.

Führungskräfte weltweit sehen in der KI eine umfassende Unterstützung und wollen mit ihrer Hilfe Unternehmen umgestalten. Laut dem manager magazin sind Menschen in Indien (54 Prozent) und anderen Ländern des globalen Südens besonders aufgeschlossen. In Brasilien stehen 52 Prozent und in Nigeria 50 Prozent der Befragten der KI positiv gegenüber. Entsprechend gering ist dort auch die Angst vor der Technologie. In Indien liegt diese bei nur 13 Prozent.

Furcht vor Arbeitsplatzverlust

In Deutschland zeigt sich ein anderes Bild. Hier sind nur 40 Prozent der Befragten mit dem Einsatz von KI zufrieden, gleichauf mit Frankreich. Die Furcht vor der neuen Technologie liegt in Deutschland bei 16 Prozent, etwas niedriger als in Frankreich (17 Prozent).

Im globalen Süden ist Vertrauen in KI am höchsten. © Studie der Boston Consulting Group „AI at Work“
Im globalen Süden ist das Vertrauen in KI am höchsten. © Studie der Boston Consulting Group „AI at Work

Trotz dieser Zufriedenheit überwiegt die Angst vor Jobverlust. 59 Prozent der deutschen Befragten glauben, dass KI ihren Arbeitsplatz in den nächsten zehn Jahren eliminieren könnte – der höchste Wert unter allen befragten Ländern.

Diese Furcht betrifft nicht nur Deutschland. Auch in anderen europäischen Ländern wie Spanien (57 Prozent) und den Niederlanden (54 Prozent) sorgen sich die Menschen. Im Vergleich dazu teilen in den USA nur 27 Prozent der Befragten diese Ansicht.

Die Studie der Boston Consulting Group zeigt auch, dass die Befragten weltweit die Zeitersparnis als größten Vorteil von KI sehen. 84 Prozent nennen dies als Hauptvorteil, gefolgt von höherer Produktivität, Effizienz, Qualitätssteigerung und mehr Kapazitäten für strategische oder andere Themen. 58 Prozent derjenigen, die KI bei ihrer Arbeit anwenden, berichten, dass sie wöchentlich fünf Stunden oder mehr sparen.

Was du dir merken solltest:

  • Die Anwendung von KI in der Arbeitswelt nimmt weltweit zu, wobei die Zufriedenheit mit dieser Technologie steigt, jedoch auch die Sorge um Arbeitsplatzverlust, besonders in Deutschland.
  • Eine Studie der Boston Consulting Group zeigt, dass Menschen, die KI regelmäßig nutzen, zufriedener und weniger besorgt sind als Nicht-Nutzer. Vorteile von KI wie Zeitersparnis und Effizienz waren die größten genannten Vorteile der Befragten.
  • Trotz der positiven Einstellung gegenüber KI in vielen Ländern des globalen Südens, ist die Angst vor Arbeitsplatzverlust in Deutschland und anderen europäischen Ländern besonders hoch, was die Unterschiede in der Akzeptanz und Wahrnehmung von KI-Technologien verdeutlicht.

Übrigens: Mira Murati, CTO bei OpenAI, prognostiziert, dass KI bis 2026 „Intelligenz auf Doktorandenniveau“ erreichen und viele Jobs gefährden könnte. Mehr dazu erfährst du in unserem Artikel.

Bild: © Vecteezy

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