Hautausschlag nach dem Urlaub: Diese Parasiten können dahinterstecken

Hautausschlag nach dem Urlaub kann auf Hakenwürmer, Fliegenlarven oder Leishmanien hinweisen. Diese Warnzeichen sollten Reisende kennen.

Ein Jucken am Arm kann ein harmloser Mückenstich sein – doch nach einer Reise können auch Hakenwurmlarven, Fliegenlarven oder Sandmücken-Parasiten dahinterstecken.© Pexels

Ein Jucken am Arm kann ein harmloser Mückenstich sein – doch nach einer Reise können auch Hakenwurmlarven, Fliegenlarven oder Sandmücken-Parasiten dahinterstecken.© Pexels

Der Urlaub ist vorbei, und kaum ist man zu Hause, breiten sich Hautausschlag oder juckende Bläschen aus. Dahinter können harmlose Insektenstiche stecken, aber auch unerwünschte Souvenirs aus Südeuropa, den Tropen oder Subtropen: Dazu gehören Larven von Hakenwürmern oder Fliegen sowie einzellige Parasiten, die Sandmücken übertragen. Manche Hautveränderungen treten womöglich erst Wochen nach der Rückkehr auf. Die Verbindung zur Reise bleibt deshalb oft lange unbemerkt.

Die Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG) nennt drei typische Reisedermatosen: Larva migrans, Myiasis und kutane Leishmaniasis. In Deutschland kommen sie selten vor. Derartige Hautkrankheiten zählen laut DDG nach Durchfall und Fieber zu den häufigsten gesundheitlichen Reiseproblemen.

Hakenwurmlarven wandern sichtbar durch die Haut

Bei der Larva migrans handelt es sich um die Larven von Hakenwürmern, die in die Haut eindringen. Zunächst entsteht ein kleines Knötchen. Danach zieht sich ein gewundener Gang durch die oberste Hautschicht. Die Linie wächst langsam weiter und juckt oft heftig. Kratzen kann zusätzliche bakterielle Infektionen auslösen.

Die Larven stammen meist aus dem Kot infizierter Hunde oder Katzen. Menschen stecken sich vor allem an verunreinigten Stränden an. Häufig reicht Barfußlaufen oder direkter Kontakt mit trockenem Sand. Der Mensch dient dem Parasiten jedoch nur als Fehlwirt. Nach einigen Wochen stirbt die Larve meist ab. Behandelt wird mit Wurmmitteln wie Ivermectin. „Auch wenn einige dieser Infektionen von allein wieder verschwinden, sind sie in keiner Weise harmlos oder zu bagatellisieren“, warnt DDG-Vorstandsmitglied Esther von Stebut.

Als Schutz gegen einen Befall der Larva migrans empfiehlt die DDG:

  • Keine Strände besuchen, die von Tierkot verunreinigt sind
  • Nicht barfuß laufen, sondern Sandalen mit festen Sohlen tragen
  • Nicht direkt auf den Sand legen. Minimum ist ein Handtuch, besser eine Strandliege oder Matratze
  • Für die Kleinen: Sandburgen besser im feuchten Sand am Meeressaum (nahe der Flutlinie) bauen

Fliegenlarven verursachen Juckreiz und offene Wunden

Eine zweite mögliche Ursache ist Myiasis. Dabei legen Fliegen ihre Eier auf Kleidung, Gegenständen oder direkt auf der Haut ab. Manche Arten nutzen kleine Mücken als Transportmittel. Aus den Eiern schlüpfen Larven. Sie bohren sich in die Haut und verursachen eine geschwürartige Stelle.

Betroffene berichten über starken Juckreiz, Schmerzen oder Sekret aus einer kleinen Öffnung. Teilweise ragen weiße Larvenstücke aus der Wunde. Manche Menschen spüren auch Bewegungen unter der Haut. Ärzte entfernen die Larve mechanisch. Ein luftdichter Verband kann vorher ihre Sauerstoffzufuhr unterbrechen und die Entfernung erleichtern. Manchmal muss die Öffnung unter örtlicher Betäubung erweitert werden.

Zum Schutz empfiehlt die DDG:

  • Insektenschutz (Repellentien) verwenden mit Wirkstoffen wie DEET oder Icaridin
  • unter imprägnierten Moskitonetzen schlafen
  • Kleidung nicht zum Trocknen im Freien aufhängen
  • eventuelle Wunden sauber halten und gut mit Verbänden abdecken
  • vor der Reise prüfen, ob der Tetanusschutz noch wirksam ist

Ein schmerzloses Geschwür kann Leishmaniasis sein

Anders verläuft die kutane Leishmaniasis. Sandmücken übertragen dabei den Parasiten Leishmania. Sandmücken sind nur etwa zwei Millimeter groß und vor allem nachts aktiv. Infektionen mit Leismaniasis treten in Teilen Südamerikas, Afrikas, Asiens und des Nahen Ostens auf. Aber auch aus dem Mittelmeerraum und von Mallorca kehren zunehmend Infizierte zurück.

Wochen oder Monate nach dem Stich bildet sich eine klar begrenzte Pustel. Daraus kann ein schmerzloses Geschwür entstehen. Häufig sitzen solche Wunden im Gesicht, an Armen oder Beinen. Die Stellen können über Monate bestehen bleiben und Narben hinterlassen. Bei geschwächtem Immunsystem kann sich der Erreger jedoch über Lymphe oder Blut ausbreiten. Selten befällt er Schleimhäute oder innere Organe. Dann kann die sogenannte viszerale Leishmaniose sogar lebensgefährlich werden.

Für die Diagnose entnehmen Ärzte Gewebe und untersuchen es unter anderem per PCR. Die Therapie richtet sich nach der Leishmania-Art und dem Gesundheitszustand. Möglich sind örtliche Behandlungen oder Medikamente, die im ganzen Körper wirken.

Gegen Sandmücken helfen:

  • das Tragen langärmeliger Kleidung
  • bei geschlossenem Fenster schlafen und die Nutzung der Klimaanlage, falls vorhanden
  • das Schlafen unter engmaschigen, speziell imprägnierten Tropennetzen
  • Hotelzimmer in höheren Etagen. Sie reduzieren das Risiko einer Infektion, weil die Mücken eher bodennah unterwegs sind.

Diese vier Regeln senken das Risiko einer Übertragung

Silke Hofmann vom Helios Universitätsklinikum Wuppertal rät zu einer reisemedizinischen Beratung sechs bis acht Wochen vor Fernreisen. „Die meisten schwerwiegenden Gesundheitsprobleme bei Reisen in die Tropen kann man verhindern, wenn man vier Dinge beachtet.“

Die Regeln lauten:

  • Schutzimpfungen
  • Mückenschutz
  • Malariaprophylaxe
  • konsequente Hygiene einhalten

Treten nach einer Reise ungewöhnliche Hautveränderungen auf, hilft der genaue Reiseverlauf bei der Diagnose. Dazu gehören Aufenthaltsort, Zeitpunkt, Tierkontakt und mögliche Mückenstiche. Besonders auffällig sind wandernde Linien, anhaltender starker Juckreiz, spürbare Bewegungen oder Wunden, die über Wochen nicht abheilen.

Kurz zusammengefasst:

  • Ein Hautausschlag nach dem Urlaub kann durch Hakenwurmlarven, Fliegenlarven oder Leishmanien entstehen und manchmal erst Wochen nach der Reise auffallen.
  • Typische Warnzeichen sind stark juckende Hautgänge, Bläschen, offene Wunden, spürbare Bewegungen unter der Haut oder Geschwüre, die nur langsam heilen.
  • Maßnahmen wie feste Schuhe am Strand, Moskitonetze, lange Kleidung und Repellentien senken das Risiko von Übertragungen; ungewöhnliche Hautveränderungen sollten zeitnah ärztlich abgeklärt werden.

Übrigens: Auch Malaria gehört zu den Urlaubsmitbringseln, auf die man gerne verzichtet. Leider ist diese Krankheit aktuell durch Resistenzen des Erregers und durch den Klimawandel wieder auf dem Vormarsch. KI hilft Forschern nun dabei, die wechselnden Proteinvarianten des Erregers besser zu entschlüsseln – mehr dazu in unserem Artikel.

Bild: © Pexels

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