Finanzkrise bei Flugtaxi-Herstellern: Lilium und Volocopter suchen Rettung

Die deutschen Flugtaxi-Startups Volocopter und Lilium stehen trotz Milliardeninvestitionen vor ernsten finanziellen Herausforderungen.

Flugtaxi Lilium

Trotz der Herausforderungen hält Lilium weiterhin am Plan fest, Ende des Jahres seinen ersten Flug durchzuführen. Landungen in New York sind dann sicherlich nur eine Frage der Zeit. © Lilium

In Deutschland kämpfen die Flugtaxi-Hersteller Volocopter und Lilium ums finanzielle Überleben, trotz massiver Investitionen in den vergangenen Jahren. Diese Start-ups haben Milliarden in die Entwicklung innovativer Fluggeräte investiert, stehen jedoch kurz vor wichtigen Meilensteinen vor ernsten Finanzierungsherausforderungen.

Volocopter sieht sich aktuell mit einer drohenden finanziellen Krise konfrontiert. Trotz der Aussicht, als einer der ersten westlichen Hersteller die vollständige Zulassung der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) zu erhalten, lehnten sowohl Baden-Württemberg als auch Bayern die Gewährung staatlicher Bürgschaften ab. Ein Gutachten der Beratungsgesellschaft PWC bewertete Volocopter als Hochrisiko-Investment, was die Zurückhaltung der Bundesländer erklären könnte.

Fehlende staatliche Unterstützung

Währenddessen steht auch Lilium, ein weiterer süddeutscher Flugtaxi-Entwickler, vor ähnlichen finanziellen Schwierigkeiten. Das Unternehmen, das erhebliche Summen für die Entwicklung seines Lilium-Jets ausgegeben hat, hofft auf Staatshilfen, um die Zeit bis zur kommerziellen Zulassung zu überbrücken. Beide Firmen haben bisher keine signifikanten Umsätze erzielt.

Deutschlands zögerliche Haltung bei riskanten Tech-Investitionen

In Deutschland wird die Zurückhaltung gegenüber risikoreichen Technologieinvestitionen kritisiert, berichtet ZDF heute. Volocopter-Chef Dirk Hoke betonte die Schwierigkeit, lokale Unterstützung für risikobehaftete Unternehmungen zu finden. „Man will Arbeitsplätze haben, aber kein Risiko eingehen.“

Im Gegensatz dazu wird in China und den USA die Entwicklung elektrischer Flugtechnologien massiv staatlich gefördert. Dies gibt dortigen Unternehmen einen erheblichen Vorteil und setzt deutsche Start-ups unter Druck.

„Um zu globalen Tech-Champions zu werden, brauchen Start-ups ausreichend Wagniskapital. Deutschland ist im internationalen Vergleich nach wie vor schwächer als vergleichbare europäische Standorte aufgestellt“, sagt Verena Pausder, Vorsitzende des Start-up-Verbands gegenüber ZDF heute.

Volocopter sucht Investoren, Hoffnung für Lilium

Volocopter erwägt indessen die Suche nach ausländischen Partnern und Investoren, sollte die nationale Unterstützung weiter ausbleiben.

Für Lilium besteht jedoch noch ein Hoffnungsschimmer. Die staatliche Förderbank KfW prüft aktuell, ob das Geschäftsmodell des Unternehmens tragfähig ist, was entscheidend dafür sein könnte, ob Bayern eine Finanzspritze von 100 Millionen Euro gewährt.

Lilium nähert sich Deal mit Frankreich

Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, befindet sich Lilium in fortgeschrittenen Gesprächen mit der französischen Regierung, die in den kommenden Wochen abgeschlossen werden sollen. Im Raum steht eine Produktionsstätte für die Endmontage der Fluggeräte in Frankreich. Paris würde in dem Fall mit Subventionen und Bürgschaften einspringen.

US-Investor sichert Lilium mit dringender Finanzspritze

Laut Informationen der Zeitung WELT hat Lilium nun eine dringende finanzielle Unterstützung arrangiert. Der US-Hedgefonds Yorkville Advisors hat sich bereiterklärt, Lilium-Aktien im Wert von bis zu 150 Millionen Dollar zu erwerben. Diese Kapitaleinspritzung soll nach Bedarf erfolgen und steht bis Mai 2027 zur Verfügung, wobei der genaue Zeitpunkt der Nutzung noch ungewiss ist.

Was du dir merken solltest:

  • Trotz umfangreicher Investitionen in Milliardenhöhe stehen die deutschen Flugtaxi-Start-ups Volocopter und Lilium vor erheblichen finanziellen Herausforderungen und suchen dringend nach Unterstützung, um ihre innovativen Projekte weiterführen zu können.
  • Während Volocopter aufgrund fehlender staatlicher Bürgschaften und einem negativen Gutachten über seine finanzielle Zukunft in Bedrängnis gerät, könnte Lilium durch die Überprüfung des Geschäftsmodells durch die KfW und mögliche staatliche Hilfen aus Bayern noch eine Überlebenschance haben.
  • Beide Unternehmen sehen sich mit einer kritischen Lage konfrontiert, die zeigt, wie schwer es deutsche High-Tech-Start-ups haben, sich gegen die massive staatliche Förderung in Ländern wie China und den USA durchzusetzen, und sie erwägen daher die Suche nach internationalen Investoren oder staatlichen Unterstützungen.

Bild: © Lilium

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