Hohe Baukosten stoppen Eigenheimträume in deutschen Metropolen

Die Neubauten von Eigenheimen in Deutschland nehmen stark ab. Hohe Baukosten und Urbanisierung fördern die Nachfrage nach energieeffizienten Mehrfamilienhäusern.

Eigenheime

In deutschen Großstädten wie Berlin könnte es bald kaum noch Neubauprojekte für Eigenheime geben. © Unsplash

Eine Untersuchung von Deutsche Bank Research zeigt, dass es in deutschen Großstädten bald kaum noch Neubauvorhaben für Eigenheime geben wird. Der Platzmangel und die stark gestiegenen Kosten machen das eigene Haus für viele unerschwinglich.

Eigenheime sind in der Regel Häuser mit maximal zwei Wohnungen, die die Eigentümer selbst bewohnen. Etwa 80 Prozent der Eigenheime sind Einfamilienhäuser.

Massiver Einbruch

Der Neubau von Eigenheimen in Deutschland bricht stark ein. In den 1970er Jahren stellten Bauunternehmen jährlich etwa 250.000 Eigenheime fertig. Bis zur Wiedervereinigung sank dieser Wert auf unter 150.000. Danach erlebten die neuen Bundesländer einen kräftigen Aufholeffekt. Mitte der 1990er Jahre bauten Bauunternehmen wieder fast 250.000 Eigenheime pro Jahr.

1971-2023, Neue Bundesländer und Berlin: Baufertigstellungen von Eigenheimen. © Statistisches Bundesamt, Deutsche Bank Research
1971-2023, Neue Bundesländer und Berlin: Baufertigstellungen von Eigenheimen. © Statistisches Bundesamt, Deutsche Bank Research

Doch es folgte ein massiver Einbruch. 2009 erreichten die Neubauzahlen mit nur noch 84.000 Einheiten einen Tiefpunkt. Trotz einer Erholung bis 2022 stellten Bauunternehmen nie mehr als 110.000 Eigenheime jährlich fertig. In den Jahren 2022 und 2023 führten hohe Baukosten und das Heizungsgesetz zu einem weiteren Rückgang. Bauunternehmen stellten weniger als 100.000 Einheiten pro Jahr fertig.

1971-2023, Deutschland: Baufertigstellungen von Eigenheimen. © Statistisches Bundesamt, Deutsche Bank Research
1971-2023, Deutschland: Baufertigstellungen von Eigenheimen. © Statistisches Bundesamt, Deutsche Bank Research

Hohe Baukosten und Urbanisierung

Bauunternehmen beantragten deutlich weniger Baugenehmigungen für Eigenheime. Die Zahl sank um etwa 60 Prozent gegenüber 2021. In den kommenden Jahren dürfte der Neubau weiter kräftig zurückgehen. Die Urbanisierung treibt den strukturellen Rückgang voran. Städte und Metropolregionen bieten attraktivere Arbeitsmärkte als ländliche Gebiete.

2003, 2013 & 2023, Wohnbaugenehmigungen in Bundesländern: Einfamilienhäuser. © Statistisches Bundesamt, Deutsche Bank Research
2003, 2013 & 2023, Wohnbaugenehmigungen in Bundesländern: Einfamilienhäuser. © Statistisches Bundesamt, Deutsche Bank Research

In Städten finden Menschen kürzere Wege und bessere medizinische Versorgung vor. Es gibt ein großes kulturelles Angebot. Die Wanderungen erfolgen deshalb dauerhaft in Richtung Metropolregionen. Dadurch ballt sich die Wohnraumnachfrage auf engem Raum. Bauland und Wohnraum werden knapp und teuer. Preise und Mieten steigen. Die Menschen bevorzugen zudem kleine Wohnungen gegenüber großen Häusern.

Hohe Energie- und Materialpreise machen Eigenheime für viele Haushalte unerschwinglich. Auch der Fach- und Arbeitskräftemangel verschärft die Situation. Die Baukosten sind insgesamt stark gestiegen. Diese Entwicklung wird sich laut SPIEGEL Online in der Zukunft fortsetzen.

Klimafreundlichere Lösungen

Mehrfamilienhäuser punkten bei der Energiebilanz: Neben dem geringeren Platz- und Materialbedarf verbrauchen Wohnungen in großen Mehrfamilienhäusern nur halb so viel Energie wie solche in Zweifamilienhäusern. In Einfamilienhäusern liegt der Energiebedarf und damit auch der CO2-Ausstoß sogar beim Zweieinhalbfachen.

Was du dir merken solltest:

  • Die Deutsche Bank Research prognostiziert, dass es aufgrund von Platzmangel und gestiegenen Baukosten in deutschen Großstädten bald kaum noch Neubauprojekte für Eigenheime geben wird.
  • Die Neubauzahlen für Eigenheime sind seit den 1970er Jahren drastisch zurückgegangen, von etwa 250.000 Einheiten pro Jahr auf weniger als 100.000 in den letzten Jahren, wobei hohe Baukosten und das Heizungsgesetz den Rückgang weiter verschärft haben.
  • Hohe Energie- und Materialkosten sowie Urbanisierung führen zu einer Verlagerung hin zu kleineren Wohnungen in Mehrfamilienhäusern, die energieeffizienter sind und einen geringeren CO2-Ausstoß verursachen.

Bild: © Unsplash

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