US-Umfrage zeigt breite Zustimmung zur NATO – und einen tiefen Riss bei Trumps Republikanern

In den USA unterstützt eine Mehrheit die NATO: Rund 60 Prozent halten die Mitgliedschaft für wichtig. Die Republikaner sind stark gespalten.

US-Präsident Donald Trump und Nato-Generalsekretär Mark Rutte in Davos im Januar 2026, als auch das heikle Grönland-Thema zur Sprache kam. © Wikimedia

US-Präsident Donald Trump und Nato-Generalsekretär Mark Rutte in Davos im Januar 2026, als auch das heikle Grönland-Thema zur Sprache kam. © Wikimedia

Donald Trump stellt die NATO wieder offen infrage. Nach einem Treffen mit Generalsekretär Mark Rutte legte er auf Truth Social nach und warf dem Bündnis Versagen vor und drohte mit einem Austritt der USA. Ausgerechnet jetzt zeigt eine neue Umfrage: Eine Mehrheit der Amerikaner hält die NATO weiter für wichtig – doch innerhalb Trumps Republikanischer Partei verläuft ein deutlicher Riss.

61 Prozent der Befragten bewerten die Mitgliedschaft der USA in der NATO als wichtig, 52 Prozent sehen Vorteile für die Sicherheit des Landes. Damit bleibt die Zustimmung insgesamt stabil. Bei den Republikanern gehen die Ansichten jedoch deutlich weiter auseinander.

Die Zahlen stammen vom Annenberg Public Policy Center der University of Pennsylvania. Befragt wurden 1.330 Erwachsene zwischen Mitte Februar und Ende März 2026. Auffällig sind vor allem die Unterschiede zwischen den politischen Lagern und innerhalb der Republikanischen Partei.

Mehrheit in den USA bewertet NATO weiterhin positiv

Ganz geschlossen ist dieser Rückhalt allerdings nicht. 21 Prozent halten die NATO-Mitgliedschaft der USA für wenig oder gar nicht wichtig, 18 Prozent sind unentschlossen. Beim Sicherheitsnutzen zeigt sich ein ähnliches Bild: 26 Prozent sehen kaum oder keinen Vorteil, 22 Prozent legen sich nicht fest.

Auch das allgemeine Bild des Bündnisses bleibt gemischt. 38 Prozent äußern eine positive Meinung zur NATO, 18 Prozent eine negative. Ein großer Teil der Befragten bleibt auch hier zurückhaltend.

„Eine Mehrheit der Amerikaner sagt, dass die Vereinigten Staaten Mitglied der NATO bleiben sollten und dass die US-Sicherheit von der NATO-Mitgliedschaft profitiert“, sagt der Politikwissenschaftler Matthew Levendusky von der University of Pennsylvania.

Demokraten stehen geschlossen hinter dem Bündnis

Zwischen Demokraten und Republikanern zeigen sich deutliche Unterschiede. Unter den Demokraten halten 79 Prozent die NATO-Mitgliedschaft der USA für wichtig, 68 Prozent sehen darin einen Vorteil für die Sicherheit des Landes. 55 Prozent bewerten das Bündnis insgesamt positiv.

Bei den Republikanern fallen die Werte deutlich niedriger aus. 44 Prozent halten die Mitgliedschaft für wichtig, 34 Prozent erkennen Sicherheitsvorteile. Nur 21 Prozent äußern sich insgesamt positiv zur NATO.

Die Abstände zwischen beiden Lagern betragen damit teils mehr als 30 Prozentpunkte. Die Haltung zur NATO ist in den USA längst auch zu einer parteipolitischen Frage geworden.

NATO-Thema spaltet Republikaner deutlich

Besonders deutlich wird der Riss innerhalb der Partei beim Blick auf das MAGA-Lager. Trumps Anhänger bewerten die NATO erheblich kritischer als andere Republikaner.

  • Nur 28 Prozent halten die Mitgliedschaft für wichtig
  • Nur 22 Prozent sehen Sicherheitsvorteile
  • 56 Prozent erkennen kaum oder keinen Nutzen
  • Nur 6 Prozent bewerten die NATO positiv

„Was wir sehen, ist nicht nur eine parteipolitische Spaltung in der Außenpolitik – die Daten deuten auch auf eine Zersplitterung innerhalb der republikanischen Koalition hin“, erklärt Shawn Patterson Jr., Analyst an der University of Pennsylvania.

Außenpolitik wird unterschiedlich eingeschätzt

Bei militärischen Einsätzen gehen die Meinungen ebenfalls auseinander. Insgesamt sagen 42 Prozent der Befragten, solche Einsätze verschlechtern die Lage in den betroffenen Ländern, während nur 20 Prozent Verbesserungen erwarten.

Besonders deutlich werden die Unterschiede beim Blick auf die politischen Lager: Unter den Demokraten sehen 66 Prozent militärische Einsätze kritisch und rechnen eher mit negativen Folgen, während unter Republikanern 39 Prozent davon ausgehen, dass sich die Situation dadurch verbessert.

Die Einschätzung militärischer Einsätze verläuft ähnlich wie die Haltung zur NATO. Wer sie eher positiv bewertet, sieht auch das Bündnis häufiger als nützlich an.

Kurz zusammengefasst:

  • In den USA hält eine Mehrheit von 61 Prozent die NATO-Mitgliedschaft für wichtig, und 52 Prozent sehen darin einen Sicherheitsvorteil.
  • Zwischen Demokraten und Republikanern bestehen große Unterschiede, wobei Demokraten die NATO deutlich stärker unterstützen.
  • Innerhalb der Republikanischen Partei zeigt sich ein tiefer Bruch, weil Trump-Anhänger das Bündnis deutlich kritischer bewerten als andere Parteimitglieder.

Übrigens: Eine deutsche Meinungsumfrage kommt zu dem Ergebnis, dass Vertrauen in die Politik vor allem dort schwindet, wo sich Menschen ausgeschlossen fühlen. Wie stark dieses Gefühl politische Einstellungen verändert und welche Gruppen besonders betroffen sind, erfahren Sie in unserem Artikel.

Bild: © The White House via Wikimedia unter Public Domain

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