Diese fünf Risikofaktoren verkürzen das Leben

Mehrere Risikofaktoren lassen unsere Lebenszeit schrumpfen. Wer sie vermeidet, lebt deutlich länger.

Diese fünf Risikofaktoren verkürzen die Lebenserwartung

Wer mit 50 nicht raucht, gewinnt als Frau über fünf gesunde Jahre ohne Herzprobleme. © Unsplash

Mehr Lebensjahre, weniger Krankheiten – das klingt wie ein Wunschtraum. Doch genau das kann möglich sein, wenn bestimmte Gesundheitsrisiken vermieden oder kontrolliert werden. Eine große Studie mit über zwei Millionen Menschen zeigt jetzt, wie stark die Lebenserwartung steigt, wenn man auf fünf zentrale Risikofaktoren achtet. Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) hat die Untersuchung gemeinsam mit Forschern aus der ganzen Welt durchgeführt.

Entscheidend sind: ein normaler Blutdruck, gesunde Cholesterinwerte, kein Diabetes, ein gesundes Gewicht – und vor allem: nicht rauchen. Wer mit 50 Jahren alle fünf Risiken meidet, wird deutlich älter und bleibt länger gesund.

Fünf Gesundheitsrisiken senken die Lebenserwartung stark

Die Forscher des UKE fanden heraus, dass Frauen ohne diese fünf Risikofaktoren im Schnitt über 13 Jahre länger ohne Herz-Kreislauf-Erkrankung leben. Sie sterben sogar 14,5 Jahre später als Frauen mit allen fünf Risiken. Bei Männern beträgt der Unterschied rund 11 Jahre – sowohl bei der Lebenserwartung als auch bei der Zeit ohne schwere Erkrankung.

Mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind Krankheiten wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder chronische Herzschwäche gemeint. Sie gehören zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland. Der Einfluss von Lebensstil und Risikofaktoren ist dabei größer als viele denken.

UKE zeigt: Wer nicht raucht, lebt deutlich länger gesund

Besonders deutlich wurde das beim Thema Rauchen. Frauen, die mit 50 Jahren nicht rauchen, leben im Schnitt 5,5 Jahre länger ohne Herz-Kreislauf-Erkrankung als Raucherinnen. Bei Männern beträgt dieser Vorsprung 4,8 Jahre. Auch Übergewicht, Bluthochdruck und hohe Cholesterinwerte verkürzen das Leben – einzeln betrachtet, aber vor allem in Kombination.

Bluthochdruck bedeutet, dass das Herz ständig gegen einen erhöhten Widerstand anpumpen muss. Das schädigt langfristig Gefäße und Organe. Hohe Cholesterinwerte führen dazu, dass sich Ablagerungen in den Blutgefäßen bilden, was Herzinfarkte begünstigt.

Auch später noch lohnt sich eine Änderung des Lebensstils

Ein wichtiges Ergebnis der UKE-Studie: Auch wer erst mit Mitte 50 beginnt, etwas zu ändern, kann noch profitieren. Wer zum Beispiel mit dem Rauchen aufhört oder seinen Blutdruck senkt, lebt länger und bleibt länger gesund – selbst wenn vorher bereits Risiken bestanden.

Blutdruck normalisieren bringt besonders viele gesunde Jahre

„Von allen fünf Risikofaktoren ist die Kontrolle des Blutdrucks mit den meisten zusätzlichen gesunden Lebensjahren verknüpft“, erklärt Prof. Dr. Stefan Blankenberg, Ärztlicher Direktor des Herz- und Gefäßzentrums am UKE. Es lohnt sich also besonders, den Blutdruck regelmäßig kontrollieren und behandeln zu lassen.

Um solche Effekte zu messen, werteten die Wissenschaftler die Daten von mehr als zwei Millionen Menschen aus 39 Ländern aus. Die Ergebnisse präsentierte das UKE auf einem internationalen Kardiologiekongress. Gleichzeitig erschien die Studie im renommierten Fachmagazin New England Journal of Medicine.

Laut dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf erklären die fünf untersuchten Risikofaktoren zusammen etwa die Hälfte aller Herz-Kreislauf-Erkrankungen weltweit. Wer also aktiv gegen sie vorgeht, hat gute Chancen auf ein längeres Leben – und auf mehr gesunde Jahre ohne schwere Krankheiten.

Kurz zusammengefasst:

  • Fünf Risikofaktoren – Rauchen, Bluthochdruck, Diabetes, Über- oder Untergewicht und hohe Cholesterinwerte – verkürzen die Lebenserwartung deutlich.
  • Wer diese Risiken mit 50 Jahren vermeidet, lebt im Schnitt über zehn Jahre länger und bleibt länger frei von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
  • Auch spätere Verhaltensänderungen, vor allem bei Blutdruck und Rauchen, bringen spürbar mehr gesunde Lebensjahre.

Bild: © Unsplash

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