Durch erwärmte Ozeane: Pazifische Lachse erobern die Arktis

Erhöhte Meerestemperaturen ermöglichen es pazifischen Lachsen, zunehmend in die kanadische Arktis vorzudringen.

Pazifische Lachse

Die Zunahme der Lachsvorkommen ist eine Folge des Klimawandels. © Vecteezy

Eine aktuelle Studie hat eine faszinierende Entwicklung in der Arktis aufgedeckt: Pazifische Lachse, die in diesen eisigen Gewässern selten waren, dringen vermehrt in die kanadische Arktis vor. Diese Verschiebung wird mit den wärmeren Meerestemperaturen in Verbindung gebracht, was darauf hinweist, dass der Klimawandel neue Wege für diese Fische eröffnet.

Anstieg der Lachsvorkommen

Pazifische Lachse wurden bisher nicht häufig in der Arktis und deren Zuflüssen gesichtet. In den letzten Jahren hatten lokale Fischer jedoch gelegentlich über das erhöhte Fangen von Lachsen berichtet. Besonders bei den Subsistenzfischern seien die Zunahmen bemerkenswert, was auf erhebliche ökologische Veränderungen hinweist. Diese Veränderungen deuteten darauf hin, dass die Pazifischen Lachse nicht nur anpassungsfähig sind, sondern auch in früher als zu rau geltenden Umgebungen gedeihen können, was das lokale marine Ökosystem potenziell verändert.

Mechanismen der Migration

Forschungsteams von Fisheries and Oceans Canada und der University of Alaska Fairbanks haben in Zusammenarbeit mit lokalen Gemeinschaften in der westlichen kanadischen Arktis herausgefunden, dass der Anstieg der Lachszahlen mit einer Reihe warmer, eisfreier Perioden im Arktischen Ozean nördlich von Alaska zusammenhängt. Laut earth.com zeigt die Studie einen zweistufigen Mechanismus, der diese Migration ermöglicht. Zunächst locken warme Bedingungen im späten Frühling in der Tschuktschensee die Lachse nordwärts. Wenn diese Bedingungen bis in den Sommer in der Beaufortsee andauern, setzen die Lachse ihre Reise in kanadische Gewässer fort.

Durch den Vergleich von Daten der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) mit lokalen Lachsfangraten seit dem Jahr 2000 wurde diese Korrelation bestätigt, was eine klare Verbindung zwischen Lachsreichtum und günstigen Ozeanbedingungen aufzeigt. Professor Curry Cunningham bemerkte: „Beide Tore müssen offen sein, was an sich schon faszinierend ist. Wenn sie nicht übereinstimmen und kein eisfreies Wasser haben, biegen die Lachse nicht ab.“

Zusammenarbeit mit indigenen Gemeinschaften

Das Arctic Salmon Program, eine Zusammenarbeit mit indigenen Gemeinschaften, verfolgt seit über zwei Jahrzehnten diese unerwarteten Lachsauftritte. Subsistenzjäger, die auf Arten abzielen, die in arktischen Gewässern heimisch sind, haben Lachsfang außerhalb ihres typischen Verbreitungsgebiets dokumentiert und wertvolle Einblicke in das sich verändernde arktische Ökosystem geliefert. Die Wissenschaftlerin Karen Dunmall erklärte die Bedeutung dieser Erkenntnisse: „Es hilft wirklich, Fragen der Gemeindemitglieder zu beantworten, die sich Sorgen über Veränderungen in der Biodiversität und ihre Auswirkungen auf die Nahrungsversorgung ihrer Familien machen.“

Die Forschung informiert nicht nur die lokalen Gemeinschaften, sondern trägt auch zu einem besseren Verständnis bei, wie sich Arten an schnell verändernde Klimabedingungen anpassen. Frankie Dillon, ein indigener Fischer, berichtete über seine Überraschung, als er 2010 in Nord-Yukon seinen ersten Lachs sah. „Ich musste nachfragen: ‚Was für ein Fisch war das?’“ erinnerte sich Dillon. Vor diesem Ereignis hat er Lachse nur im Fernsehen gesehen, was die Seltenheit solcher Sichtungen in der Region unterstreicht.

Zukünftige Entwicklungen

Es gibt Klimamodelle, die vorhersagen, dass die Bedingungen, die diese nordwärts gerichtete Migration der Lachse durch die Tschuktschensee und die Beaufortsee ermöglichen, bis in die 2040er Jahre häufiger werden. Damit sind die Ergebnisse der Studie nicht nur ein lokales Phänomen, sondern ein Zeichen für breitere ökologische Veränderungen, die die gesamte Region betreffen.

Diese Veränderungen sind nicht auf Kanada beschränkt; Lachse tauchen auch vor der Küste Alaskas auf, was auf eine regionale Auswirkung hinweist. Joe Langan, ein Postdoktorand, der die Forschung mit leitete, betonte diese breitere Perspektive: „Es ist nicht so, dass all diese Fische Alaska überspringen und nach Kanada gehen. Einige dieser Lachse landen auch an Alaskas Nordküste.“

Was du dir merken solltest:

  • Eine aktuelle Studie zeigt, dass pazifische Lachse zunehmend in die kanadische Arktis vordringen, was auf wärmere Meerestemperaturen und den Klimawandel zurückzuführen ist.
  • Die Migration der Lachse wird durch warme, eisfreie Perioden in der Tschuktschensee und der Beaufortsee ermöglicht, wie Daten der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) bestätigen.
  • Die Zusammenarbeit mit indigenen Gemeinschaften, die unerwartete Lachsauftritte dokumentieren, liefert wichtige Erkenntnisse über die Anpassung von Arten an den Klimawandel und deren Auswirkungen auf lokale Ökosysteme.

Bild: © Vecteezy

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