Unterwasser-Drohne mit Wasserstoff schafft 2.000 km am Stück – und kann 16 Tage abtauchen
Unterwasser-Drohne mit Wasserstoff legt 2.023 km zurück, bleibt 385 Stunden unter Wasser und liefert Daten aus realistischen Offshore-Einsätzen.
Die Unterwasserdrohne mit Wasserstoffantrieb blieb 16 Tage unter Wasser. © Cellula Robotics
Pipelines, Stromkabel und Messstationen liegen tief unter Wasser – doch jede Kontrolle auf See kostet Zeit, Geld und hängt vom Wetter ab. Eine mit Wasserstoff betriebene Unterwasser-Drohne hat in einem Testlauf nun 2.023 Kilometer ohne Auftauchen geschafft.
Nach Angaben des kanadischen Herstellers Cellula Robotics blieb das Fahrzeug vollständig unter Wasser. Entscheidend ist dabei nicht nur die Distanz: Die Route war ein regelrechter Zick-Zack-Kurs und ähnelte damit eher echten Einsätzen auf See.
Unterwasser-Drohne mit Wasserstoff hält überraschend lange durch
Die Leistungsdaten sind für Offshore-Betreiber interessant: 2.023 Kilometer Strecke und 385 Stunden Dauerbetrieb. Das entspricht mehr als 16 Tagen ohne Bergung oder Neustart.
Die Route führte nicht einfach geradeaus. Die Drohne absolvierte mehr als 4.000 Kurven und Manöver. Jede Richtungsänderung erhöht den Energiebedarf. Deshalb sagt der Test mehr über den praktischen Einsatz auf See aus als eine reine Geradeausfahrt.
Wasserstoff-Antrieb setzt neue Maßstäbe
Im Inneren arbeitet eine Brennstoffzelle, entwickelt gemeinsam mit Infinity Fuel Cell and Hydrogen. Sie erzeugt kontinuierlich Strom aus Wasserstoff. Anders als Batterien muss das System nicht regelmäßig aufgeladen werden.
Während des Betriebs entsteht Wasser als Nebenprodukt. Das macht den Antrieb vergleichsweise emissionsarm. Für lange Missionen ist das ein Vorteil, weil keine zusätzlichen Eingriffe nötig sind.
„Die Bedeutung dieses Ergebnisses liegt nicht nur in der zurückgelegten Strecke, sondern darin, dass sie vollständig unter Wasser in einem realistischen Einsatzprofil erreicht wurde“, sagt Neil Manning, CEO von Cellula Robotics.
Weniger Bergungen sparen Zeit, Geld und Risiko
Auf See zählt vor allem Effizienz. Jede Bergung einer Drohne kostet Zeit und bindet Personal. Schiffe müssen anrücken, Geräte aufnehmen und neu aussetzen. Das kann bei schlechtem Wetter schnell zum Problem werden.
Lange Einsätze verändern diese Abläufe spürbar:
- Weniger Unterbrechungen während einer Mission
- Geringerer Einsatz von Begleitschiffen
- Bessere Nutzung kurzer Wetterfenster
- Stabilere Planung bei Offshore-Projekten
Das reduziert Kosten und erhöht die Zuverlässigkeit im Betrieb.
Unterwasser-Drohne mit Wasserstoff macht komplexe Einsätze planbarer
Auch aus Sicht der Technikpartner hat die Demonstration Gewicht. „Dieses Ergebnis zeigt, welche Möglichkeiten Wasserstoff-Brennstoffzellen in realen Unterwassereinsätzen bieten“, sagt William Smith, Chef von Infinity Fuel Cell and Hydrogen.
Die Kombination aus autonomer Steuerung und neuer Energieversorgung macht die Technik besonders dort interessant, wo kontinuierliche Daten wichtig sind, etwa bei Umweltmessungen oder Infrastrukturkontrollen.
Zum Vergleich:
- Klassische batteriebetriebene Systeme müssen deutlich häufiger auftauchen
- Lange Missionen erfordern meist zusätzliche Schiffe
- Komplexe Routen erhöhen den Energiebedarf spürbar
Die jetzt gezeigte Leistung verschiebt diese Grenzen deutlich. Eine Strecke von über 2.000 Kilometern unter realen Bedingungen gilt in der Branche als wichtiger Schritt hin zu dauerhaft einsetzbaren Unterwasser-Systemen.
Kurz zusammengefasst:
- Eine Unterwasser-Drohne von Cellula Robotics legte mit Wasserstoff-Antrieb 2.023 Kilometer in 385 Stunden zurück und blieb dabei mehr als 16 Tage komplett unter Wasser, ohne aufzutauchen oder neu gestartet zu werden.
- Statt einer einfachen Geradeausfahrt absolvierte sie über 4.000 Kurven und Manöver, was den Test besonders praxisnah macht.
- Die Brennstoffzelle spart im Vergleich zu klassischen Batteriesystemen Bergungen, Schiffeinsatz und Kosten, verbessert die Planung bei Offshore-Projekten und macht lange, zuverlässige Einsätze deutlich einfacher.
Übrigens: Während Unterwasser-Drohnen für lange Einsätze unter der Meeresoberfläche immer wichtiger werden, toben auch an Grönlands Gletschern entscheidende Prozesse tief unter Wasser. Dort drücken kalbungsbedingte Unterwasserwellen warmes Tiefenwasser an die Eiswand und beschleunigen so das Schmelzen von unten – mehr dazu in unserem Artikel.
Bild: © Cellula Robotics
