Bauboom und Wasserentnahme – Bodenabsenkung bedroht Metropolen in China

Eine Studie zeigt, dass fast die Hälfte der urbanen Gebiete Chinas jährlich signifikant absinkt, was Millionen bedroht.

Shanghai

Der Bauboom und aber auch die Entnahme von Grundwasser führen dazu, dass Chinas Städte sinken – mit gefährlichen Folgen. © Wikimedia

Eine jüngst im Fachmagazin „Science“ veröffentlichte Studie offenbart eine beunruhigende Entwicklung in Chinas urbanen Zentren: Fast die Hälfte aller städtischen Gebiete des Landes sinkt jährlich um mehr als drei Millimeter ab. Unter der Leitung von Zurui Ao von der South China Normal University haben Forscher Satellitendaten von 82 Großstädten zwischen 2015 und 2022 analysiert, um die Bodenbewegungen zu erfassen und die Tragweite des Phänomens der Bodenabsenkung zu bewerten.

Drastische Absenkungen mit schwerwiegenden Folgen

Die Ergebnisse dieser umfassenden Untersuchung sind besorgniserregend: 16 Prozent der analysierten Gebiete erleben eine jährliche Absenkung von mehr als zehn Millimetern. Das bedeutet, dass rund ein Drittel der Stadtbevölkerung Chinas – etwa 270 Millionen Menschen – auf zunehmend instabilem Grund lebt. Die langfristigen Prognosen sind noch düsterer, da vorausgesagt wird, dass zwischen 22 Prozent und 26 Prozent des chinesischen Küstenlandes bis 2120 unter das Niveau des Meeresspiegels sinken könnten. Die daraus resultierenden Überschwemmungen könnten verheerend sein und ganze Ortschaften bedrohen.

Ursachen der Bodenabsenkung

Die Ursachen der Bodenabsenkung, auch als Land Subsidence bekannt, sind vielfältig und größtenteils menschengemacht. Hauptverantwortlich sind die intensive Entnahme von Grundwasser für landwirtschaftliche und industrielle Zwecke sowie das immense Gewicht massiver städtischer Bebauungen, die den Untergrund zusätzlich belasten. „Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit, die Schutzmaßnahmen zu verstärken und die Grundwasserentnahme streng zu kontrollieren“, so das Forschungsteam. Ohne gezielte Interventionen könnten die Folgen für die betroffenen Städte und ihre Bewohner katastrophal sein.

Globale Herausforderungen und lokale Lösungsansätze

Der Vergleich mit anderen Teilen der Welt zeigt, dass das Problem der Bodenabsenkung nicht einzigartig für China ist. Städte wie Venedig in Italien und Mexiko-Stadt in Mexiko kämpfen seit Jahrzehnten mit ähnlichen Herausforderungen. In japanischen Städten wie Tokio und Osaka, die dasselbe Problem haben, hat man bereits Lösungen gefunden. Dort wurden erfolgreiche Strategien zur Wasserwirtschaft und Bodenstabilisierung implementiert, die auch für chinesische Metropolen als Vorbild dienen könnten.

Die Notwendigkeit proaktiver Maßnahmen

Die Studie betont die Notwendigkeit einer langfristigen Überwachung und eines nachhaltigeren Managements der Wasserressourcen. Nur durch eine Kombination aus strenger Regulierung der Grundwasserentnahme, fortschrittlichen Technologien zur Überwachung der Bodenbewegungen und einer umfassenden städtischen Planung können die Risiken minimiert und die Sicherheit der urbanen Bevölkerung gewährleistet werden.

Dringender Weckruf zur Bekämpfung der Bodenabsenkung

Diese detaillierte Analyse der Bodenabsenkung in China ist ein dringender Weckruf für Politiker, Stadtplaner und die Zivilgesellschaft. Es ist entscheidend, dass jetzt gehandelt wird, um zukünftige Katastrophen zu verhindern und die Lebensbedingungen für Hunderte Millionen Menschen zu sichern. Die Ergebnisse der Studie fordern eine sofortige und entschlossene Reaktion, um die fortschreitende Bodenabsenkung zu bekämpfen und ihre potenziell verheerenden Auswirkungen abzumildern.

Was du dir merken solltest:

  • Bodenabsenkung in China: Fast die Hälfte der städtischen Gebiete Chinas sinkt jährlich um über drei Millimeter, betroffen sind 270 Millionen Menschen.
  • Ursachen und Risiken: Intensive Grundwasserentnahme und schwere Bebauung sind Hauptursachen für das Absinken, das besonders in Küstenregionen zu Überschwemmungen führen kann.
  • Maßnahmen gefordert: Forscher fordern verstärkte Schutzmaßnahmen und nachhaltiges Wassermanagement, um zukünftige Schäden und Gefahren zu vermindern.

Bild: © Bureau36 via Wikimedia unter CC4-Lizenz

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