Klimawandel: Risiko für neurologische Erkrankungen steigt

Steigende Temperaturen durch den Klimawandel erhöhen die Gesundheitsrisiken für Menschen mit neurologischen Erkrankungen.

Klimawandel neurologische Erkrankungen

Der Klimawandel lässt die Temperaturen steigen. Das hat auch Einfluss auf Menschen mit neurologischen Erkrankungen. © Pexels

Der Klimawandel stellt eine ernsthafte Bedrohung für die öffentliche Gesundheit dar, was auch neurologische Erkrankungen betrifft. Eine Studie von Dr. Sanjay Sisodiya, die im „The Lancet Neurology“ veröffentlicht wurde, weist darauf hin, dass Veränderungen im Klima, insbesondere die Zunahme von Hitzewellen, eine direkte Gefahr für diese Patientengruppe darstellen.

Temperaturextreme können die Symptome von Krankheiten wie Multiple Sklerose, Epilepsie, Parkinson und Demenz verschlimmern. Personen, die an diesen Krankheiten leiden, können bereits unter normalen Umständen Schwierigkeiten haben, ihre Körpertemperatur zu regulieren. Extreme Hitze verschärft diese Probleme zusätzlich.

Hitzebedingte Gesundheitsrisiken

Im Hitzerekord-Sommer 2023 starben laut einer in „Nature Medicine“ veröffentlichten Studie fast 62.000 Menschen in Europa an den Folgen der Hitze. Besonders betroffen sind Menschen mit neurologischen Erkrankungen. Ihre Fähigkeit, die Körpertemperatur zu regulieren, ist oft durch die Krankheit oder die Medikamente, die sie nehmen müssen, eingeschränkt. Dr. Sisodiya betont, dass bei steigenden Temperaturen diese Patienten nicht nur ihre eigene Körpertemperatur schlechter regulieren können, sondern oft auch nicht in der Lage sind, die Gefahren zu erkennen, die von der Hitze ausgehen. Außerdem nimmt bei Menschen mit zunehmendem Alter aufgrund der Fähigkeit zu schwitzen auch diese Schutzfunktion des Körpers zur Temperaturregulierung ab.

Schutzmaßnahmen sind essentiell

Sowohl Betroffene als auch ihre Betreuer sollten über die Risiken informiert sein und präventive Maßnahmen ergreifen. Dr. Andrew Dhawan von der Cleveland Clinic weist in Next Avenue darauf hin, dass Gesundheitssysteme auch unter extremen Bedingungen funktionstüchtig bleiben müssen, um die kontinuierliche Versorgung sicherzustellen. Patienten und Betreuer müssten sich besonders darauf konzentrieren, genügend Flüssigkeit aufzunehmen, direkte Sonneneinstrahlung zu meiden und für ausreichende Kühlung in Innenräumen zu sorgen.

Klimapolitik und Gesundheit

Deshalb ist eine nachhaltige Klimapolitik für die Gesundheit neurologischer Patienten so wichtig. Die Reduzierung der Verbrennung fossiler Brennstoffe, welche sowohl zur globalen Erwärmung als auch zur Luftverschmutzung beiträgt, könnte signifikante gesundheitliche Vorteile haben. Feinstaubpartikel, die durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe entstehen, werden stark mit dem Auftreten neurodegenerativer Krankheiten wie Demenz und Parkinson sowie mit einem erhöhten Risiko für Schlaganfälle in Verbindung gebracht. Dr. Larry Junck, emeritierter Professor für Neurologie an der University of Michigan Medical School, argumentiert, dass fast jeder Mensch weltweit einer gewissen Menge an Feinstaub ausgesetzt ist, was das Risiko für diese schweren Erkrankungen erhöht.

Zusammenhänge besser verstehen lernen

Die Bedeutung von weiterführender Forschung und Bildung in diesem Bereich kann nicht genug betont werden. Durch ein besseres Verständnis der Zusammenhänge zwischen Klimawandel und dem Risiko für neurologische Erkrankungen können gezieltere Schutzmaßnahmen und Therapien entwickelt werden. Gesundheitsexperten, Politiker und die breite Öffentlichkeit müssen zusammenarbeiten, um die Herausforderungen, die der Klimawandel mit sich bringt, effektiv zu bewältigen.

Was du dir merken solltest:

  • Der Klimawandel verschärft gesundheitliche Risiken für neurologische Erkrankungen. Die extreme Hitze kann die Fähigkeit des Körpers, die Temperatur zu regulieren, beeinträchtigen und so Symptome verschlimmern.
  • Hitzewellen, die durch den Klimawandel häufiger und intensiver werden, stellen eine besondere Bedrohung für diese Patientengruppe dar. Diese sind oft nicht in der Lage, die Hitze wahrzunehmen oder darauf angemessen zu reagieren.
  • Es ist wichtig, präventive Maßnahmen zu ergreifen, wie ausreichende Hydratation, Vermeidung direkter Sonneneinstrahlung und Kühlung der Wohnräume, um die Gesundheit und Sicherheit von Personen mit neurologischen Erkrankungen zu schützen.

Bild: © Pexels

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