Schuldenkrise der USA: Droht der Dollar-Kollaps?

Die USA stehen vor immensen Schulden von fast 35 Billionen US-Dollar, während innovative Vorschläge und die De-Dollarisierung die Finanzlandschaft verändern.

US-Dollar

Die US-Staatsschulden betragen 35 Billionen US-Dollar. © Unsplash

Die Verschuldung der USA erreicht bedrohliche Ausmaße: Laut Telepolis belaufen sich die US-Staatsschulden mittlerweile auf fast 35 Billionen US-Dollar. Dies entspricht 120 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Vor allem Schwellenländer suchen daher nach Alternativen zum US-Dollar als globale Leitwährung. Jan Krikke, ein Journalist, betont in der Asia Times, dass die wachsende US-Staatsverschuldung den US-Dollar begünstigt, jedoch auch in den Vereinigten Staaten selbst Folgen hat.

US-Schulden und Krypto-Initiativen

Die Zinszahlungen der USA stellen bereits den größten Haushaltsposten dar und übersteigen sogar die Verteidigungsausgaben. Dies stellt für Washington eine zunehmende Herausforderung dar. Anfang Juni 2024 schlug Paul Ryan, der ehemalige Sprecher des US-Repräsentantenhauses, vor, dass die US-Regierung Stablecoins (mit Vermögenswerten unterlegte Kryptowährungen) als Zahlungsmittel für US-Schatzpapiere akzeptieren soll. Dies würde die Nachfrage nach US-Schuldtiteln erhöhen und das Risiko eines Zahlungsausfalls verringern, so Ryan.

Nur zwei Wochen später brachte der US-Kongressabgeordnete Matt Gaetz einen Gesetzesentwurf ein, der es US-Bürgern erlauben würde, ihre Einkommensteuer in Bitcoin zu zahlen. Diese radikalen Ideen zeigen, wie dringend Lösungen für das zunehmende Schuldenproblem der USA gesucht werden.

Bitcoin und die Geschichte der Kryptowährungen

Bitcoin, die erste Peer-to-Peer-Kryptowährung, schuf 2008 eine Person oder Gruppe unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto. Ziel war es, ein neues, von Regierungen unabhängiges Finanzsystem zu etablieren. Die erste kommerzielle Bitcoin-Transaktion fand 2010 statt, als 10.000 BTC für zwei Pizzen transferiert wurden. Dieses Ereignis ging als „Bitcoin Pizza Day“ in die Geschichte ein. Seitdem stieg der Wert von Bitcoin von fast Null im Jahr 2009 auf einen Höchststand von 75.830 US-Dollar Anfang 2024.

Ironie der goldbasierten Kryptowährung

Die Entstehung goldgestützter Kryptowährungen zeigt eine ironische Wendung, da die finanziellen Probleme, die Bitcoin lösen sollte, teilweise durch die Abkehr der USA vom Goldstandard 1971 ausgelöst wurden. Die Bindung des US-Dollars an das Gold im Rahmen des Bretton-Woods-Abkommens sorgte zuvor für finanzielle Disziplin, doch die Aufhebung führte zu einem rapiden Anstieg der US-Verschuldung.

Übrigens: Bretton-Woods-System ist eine Bezeichnung für das nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Kraft getretene internationale Währungssystem fester Wechselkurse, bei dem sich die Vereinigten Staaten von Amerika (USA) verpflichteten, ihre Währung jederzeit in Gold umzutauschen. Die Vereinbarungen von Bretton Woods (Ortschaft in den USA) beinhalteten auch die Einrichtung des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank (Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung).

Die Weltbank wurde 1945 auf Grundlage der Beschlüsse der internationalen Finanz- und Währungskonferenz von Bretton Woods gegründet und hat ihren Sitz in Washington, D.C. (189 Mitgliedsländer im Jahr 2020). Diese Institutionen bildeten die währungs- und finanzpolitische Grundlage für den wirtschaftlichen Aufschwung nach dem Zweiten Weltkrieg. Dem Bretton-Woods-System schlossen sich laut bpb, mit Ausnahme des Ostblocks, nach und nach fast alle Staaten der Welt an.

1973 wurde das Bretton-Woods-System außer Kraft gesetzt, nachdem die USA die Goldeinlösepflicht aufgekündigt hatten, und die Wechselkurse wurden freigegeben.

Der Petrodollar und seine Folgen

Die Vereinbarung von 1974, Öl nur noch in US-Dollar zu verkaufen, festigte die Rolle des US-Dollars als Weltreservewährung. Dies führte zu einer stetig steigenden Nachfrage nach dem US-Dollar. Doch das Blatt wendet sich, da die BRICS-Staaten (die größten Schwellenländer Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika sowie Ägypten, Äthiopien, der Iran und die Vereinigten Arabischen Emirate) ein neues Finanzsystem mit einer eigenen Handelswährung entwickeln, die teilweise durch Gold, Öl und andere Rohstoffe gedeckt sein könnte.

Herausforderungen und Chancen

Die USA stehen vor der Herausforderung, ihre Abhängigkeit von ausländischen Produzenten zu reduzieren und eine Reindustrialisierung einzuleiten. Die Akzeptanz von Kryptowährungen im Finanzsystem könnte zur Lösung beitragen, birgt aber auch Risiken wie Steuerhinterziehung und die Begünstigung krimineller Aktivitäten. Der Makroökonom Luke Gromen sieht drei schmerzhafte Optionen für die USA:

  • Kürzungen im Verteidigungshaushalt und bei den Sozialausgaben
  • ein partieller Zahlungsausfall
  • eine Inflationierung der Schulden

Zukunft des US-Dollar

Die De-Dollarisierung scheint unausweichlich. Die Zukunft des internationalen Finanzsystems könnte stark von digitalen Währungen und einer neuen BRICS-Währung geprägt sein. Die USA müssen sich auf diese Veränderungen vorbereiten und eine Strategie in Bezug auf ihre Währung US-Dollar entwickeln, um ihre wirtschaftliche und soziale Neuordnung zu planen, so Krikke.

Was du dir merken solltest:

  • Die Staatsschulden in den USA haben bedrohliche Ausmaße erreicht, belaufen sich auf fast 35 Billionen US-Dollar und entsprechen 120 Prozent des BIP, was insbesondere Schwellenländer dazu bewegt, nach Alternativen zum US-Dollar als globale Leitwährung zu suchen.
  • Um die Schuldenproblematik zu bewältigen, wurden innovative Vorschläge wie die Akzeptanz von Stablecoins für US-Schatzpapiere und die Möglichkeit der Zahlung der Einkommensteuer in Bitcoin gemacht, was die Dringlichkeit der Suche nach Lösungen verdeutlicht.
  • Die USA stehen vor erheblichen Herausforderungen, darunter die Reduktion der Abhängigkeit von ausländischen Produzenten und die Integration von Kryptowährungen, während sich die internationale Finanzlandschaft durch digitale Währungen und die De-Dollarisierung wandelt.

Bild: © Unsplash

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