„Genau im Zeitplan!“: USA und China liefern sich Wettlauf zum Mond

Die USA konkurrieren mit China darum, eine dauerhafte Präsenz am Südpol des Mondes aufzubauen.

USA China Mond

NASA-Chef Bill Nelson betonte, dass die USA trotz Chinas Raumfahrterfolgen weiterhin auf Kurs seien, eine dauerhafte Präsenz auf dem Mond zu etablieren (Archivbild). © Wikimedia

Die USA befinden sich in einem engen Wettlauf mit China, um Menschen auf den Mond zu bringen. NASA-Chef Bill Nelson erklärte, dass die USA trotz Chinas Erfolgen in der Raumfahrt auf Kurs sind, um genau das innerhalb weniger Jahre zu erreichen.

China landete kürzlich zum vierten Mal ein unbemanntes Raumfahrzeug auf dem Mond. Dieses Mal holten sie Proben von der Rückseite des Mondes. Nelson zeigte sich beeindruckt von Chinas Erfolgen und gratulierte dem Land. „Ich betone, dass wir uns in einem Wettlauf mit den Chinesen befinden und dass sie sehr gut sind“, sagte er in einem Interview mit der Washington Post. „Besonders in den letzten zehn Jahren hatten sie viel Erfolg. Sie sagen normalerweise, was sie meinen, und setzen es auch um.“

Chinas Erfolge und NASAs Plan

Trotz Chinas vielen Erfolgen, einschließlich einer bemannten Raumstation im niedrigen Erdorbit und der Landung eines Rovers auf dem Mars im Jahr 2021, behauptet Nelson, dass die USA auf dem Weg sind, Astronauten vor ihrem Hauptkonkurrenten auf die Mondoberfläche zurückzubringen. Die NASA plant, eine dauerhafte Präsenz am Südpol des Mondes aufzubauen.

Im nächsten Jahr (2025) sollen vier Astronauten um den Mond fliegen. Ende 2025 will die NASA dann Menschen auf dessen Oberfläche landen, das erste Mal seit den Apollo-Missionen 1972. „Ich denke, wir liegen genau im Zeitplan“, sagte Nelson. Dieser Zeitplan verzögerte sich jedoch aufgrund technischer Herausforderungen, die mit der Leistungsfähigkeit des Hitzeschilds der Orion-Kapsel zu tun hatten.

Technische Herausforderungen und Sicherheitsbedenken

Ein Testflug der Orion-Kapsel im Jahr 2022 zeigte, dass der Hitzeschild in mehr als 100 Stellen anders als erwartet abgenutzt wurde. In einigen Bereichen schien es, als seien Stücke herausgerissen worden, was kraterähnliche Narben hinterließ. „Sollte dasselbe Problem bei zukünftigen Artemis-Missionen auftreten, könnten wir das Fahrzeug oder die Besatzung verlieren“, so ein Bericht des NASA-Generaldirektors.

Der Plan der NASA, Menschen zurück auf die Mondoberfläche zu bringen, ist komplex. Die Orion-Kapsel bringt die Astronauten in den Mondorbit, während ein separates Raumfahrzeug, das SpaceX Starship, sie zur Mondoberfläche und zurück transportiert. SpaceX führte kürzlich den vierten Testflug des massiven Starships durch, die größte und leistungsstärkste Rakete, die je gebaut wurde.

Bedeutung von SpaceX und internationale Spannungen

Nelson erklärte, dass der Erfolg von SpaceX beim letzten Starship-Flug ein guter Indikator für die Fähigkeit der NASA sei, vor China auf dem Mond zu landen. Elon Musks Unternehmen müsse jedoch noch zeigen, dass das Raumfahrzeug in der Erdumlaufbahn betankt werden, Menschen sicher transportieren und sanft auf dem Mond landen könne.

Sowohl die USA als auch China planen, Lager am Südpol des Mondes aufzubauen. Dort gibt es Wasser in Form von Eis in permanent beschatteten Kratern. Wasser ist nicht nur lebenswichtig, sondern seine Bestandteile, Sauerstoff und Wasserstoff, können auch als Raketentreibstoff genutzt werden.

Koexistenz im Weltraum und Bedrohungen

Trotz des Wettbewerbs zwischen den USA und China müssen beide Länder einen Weg finden, auf und um den Mond zu koexistieren, sagte Nelson. Beide Raumfahrtprogramme seien auch durch Bedrohungen im Weltraum verbunden. US-Beamte erklärten, dass Russland eine Atomwaffe entwickle, die in der Erdumlaufbahn eingesetzt werden könnte, um Satelliten zu zerstören und wichtige US-Infrastrukturen zu lähmen. Russland bestreitet diese Absicht.

Nelson betont, dass alle Nationen mit Vermögenswerten im Weltraum, insbesondere China, die Augen offenhalten sollten. „Alle Nationen sollten besorgt sein, dass Russland möglicherweise beabsichtigt, eine Atombombe im Orbit zu platzieren“, sagte er. „Dies könnte eine Bedrohung für alle Satelliten darstellen, die von Ländern und Unternehmen weltweit betrieben werden.“

Was du dir merken solltest:

  • Die USA und China befinden sich in einem Wettlauf um die erste bemannte Landung auf dem Mond seit den Apollo-Missionen, wobei beide Nationen ehrgeizige Pläne für eine dauerhafte Präsenz am Südpol des Mondes haben, wo es Wasser in Form von Eis gibt.
  • Die NASA plant, bis Ende 2025 Astronauten auf den Mond zu bringen, steht jedoch vor technischen Herausforderungen, wie die Abnutzung des Hitzeschilds der Orion-Kapsel, die bei zukünftigen Artemis-Missionen die Sicherheit gefährden könnten.
  • Trotz des Wettbewerbs müssen die USA und China Wege finden, im Weltraum zu koexistieren, da Bedrohungen wie die mögliche Entwicklung von Weltraumwaffen durch Russland alle Raumfahrtnationen betreffen könnten.

Bild: © Patricia Moore via Wikimedia unter Public domain

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