Weniger Falten, klarer Kopf – Was Forscher nach Meditation im Haar fanden

Transzendentale Meditation verändert Körper und Geist: Gene altern langsamer, Cortisol sinkt – und das zeigt sich sogar in Haarproben.

Wie Transzendentale Meditation das Altern messbar verlangsamt

Meditation wirkt bis in die Zellen: Wer jahrzehntelang meditiert, hat jünger aktive Gene und deutlich weniger Stresshormone im Körper. © Pexels

Weniger Falten, klarere Gedanken, mehr Gelassenheit – wer träumt nicht davon, dem Älterwerden etwas entgegenzusetzen? Eine neue Studie macht Hoffnung: Menschen, die über Jahre hinweg Transzendentale Meditation praktizieren, altern messbar langsamer – und reagieren weniger empfindlich auf Stress.

Transzendentale Meditation (TM) ist eine Technik, bei der man zweimal täglich für etwa 15 bis 20 Minuten ruhig dasitzt, die Augen schließt und innerlich ein lautloses Mantra wiederholt. Anders als viele Achtsamkeitsübungen zielt TM nicht auf Konzentration oder Beobachtung ab, sondern auf ein tiefes Zur-Ruhe-Kommen des Geistes.

Studie vergleicht präzise nach Alter und Erfahrung

Für die Untersuchung wurden vier Gruppen miteinander verglichen: junge TM-Praktizierende mit zwölf Jahren Erfahrung, ältere mit rund 40 Jahren täglicher Praxis – sowie jeweils gleichaltrige Vergleichsgruppen ohne Meditation. Das Alter der Teilnehmer lag zwischen 20 und 72 Jahren.

Gemessen wurde mit Genanalysen, EEG-Aufzeichnungen und Haarproben. Menschen mit schweren Erkrankungen oder unregelmäßiger Meditationspraxis wurden ausgeschlossen, um Verzerrungen zu vermeiden.

Transzendentale Meditation – Gene zeigen bei Meditierenden ein jüngeres Profil

Der Körper sendet Signale, lange bevor Falten sichtbar werden. In der Studie analysierten Forscher aus Siegen, den USA und der Maharishi International University unter anderem 15 Gene, die mit Entzündungen, Energiehaushalt und Alterung in Verbindung stehen.

Bei älteren Meditierenden war die Aktivität von sieben dieser Gene deutlich reduziert – im Vergleich zu Menschen gleichen Alters, die nicht meditierten. Diese Veränderung wird als Hinweis auf eine geringere Stressbelastung und einen verlangsamten Alterungsprozess gewertet.

Stressreaktionen dämpfen sich messbar ab

Nicht nur auf molekularer Ebene gab es Unterschiede. Auch im Hormonprofil der Teilnehmer zeigten sich klare Spuren. In Haarproben untersuchten die Wissenschaftler Cortisol – das wichtigste Stresshormon – sowie sein inaktives Derivat Cortison.

Bei beiden TM-Gruppen, sowohl den Jüngeren als auch den Älteren, war der Cortisolspiegel niedriger als bei den Kontrollpersonen. Das Verhältnis zwischen aktivem und inaktivem Hormon fiel bei Meditierenden deutlich günstiger aus.

Meditation hält das Gehirn fit

Auch die geistige Leistungsfähigkeit wurde untersucht – mit Hilfe von EEG-Messungen. Besonders im Fokus: die sogenannte „Brain Integration Scale“. Sie bewertet unter anderem Reaktionszeit, Aufmerksamkeit und die Kohärenz der Hirnaktivität.

Ergebnis: Ältere TM-Praktizierende schnitten fast so gut ab wie junge Menschen ohne Meditationserfahrung. Auch ihre Reaktionszeiten bei kognitiven Aufgaben waren kürzer – ein Hinweis darauf, dass ihr Gehirn trotz Alter effizient arbeitet.

Gene wie mit 20: Ältere Meditierende zeigen typische Genmuster von deutlich Jüngeren – ein möglicher Hinweis auf verlangsamte Alterung. © Maharishi International University

Langjährige Praxis verändert Körper und Geist

„Diese Studie liefert Belege dafür, dass die langfristige Praxis von TM-Technologien ein breites Spektrum an gesundheitlichen Vorteilen auf molekularer Ebene hat“, sagt Supaya Wenuganen von der Maharishi International University, einer der Hauptautoren.

Er verweist auf die Verbindung zwischen den Veränderungen im Genprofil, den EEG-Werten und dem reduzierten Cortisolspiegel. Diese Kombination lasse auf eine bessere Stressverarbeitung und langsamere biologische Alterung schließen.

Meditation beeinflusst das innere Gleichgewicht

Cortisol spielt eine Schlüsselrolle im Stresssystem. Bleibt der Spiegel dauerhaft hoch, steigt das Risiko für Bluthochdruck, Schlafstörungen oder Erschöpfung. Ein stabileres Gleichgewicht wie bei TM-Praktizierenden könnte also langfristig vor diesen Folgen schützen.

Kenneth Walton, Mitautor der Studie, erklärt: „Die geringere Aktivität altersbezogener Gene und der niedrigere Haar-Cortisolspiegel in den TM-Gruppen erweitern frühere Erkenntnisse über die positiven Wirkungen dieser Praxis.“

Tägliche Auszeit wirkt tief – und messbar

Die Studie liefert keine schnellen Versprechen, aber überzeugende Hinweise: Wer regelmäßig Transzendentale Meditation praktiziert, könnte damit nicht nur entspannter durchs Leben gehen, sondern dem Alter auch messbar gelassener begegnen.

Zehn bis zwanzig Minuten, morgens und abends, ein stilles Mantra im Kopf – mehr braucht es laut der Forscher nicht. Doch die Wirkung scheint tief zu reichen: bis in die Gene, die Hormone und die Art, wie unser Gehirn arbeitet.

Kurz zusammengefasst:

  • Langjährige Transzendentale Meditation verändert biologische Prozesse: Gene altern langsamer, und Stressmarker wie Cortisol sinken messbar.
  • EEG-Messungen zeigen: Meditierende behalten im Alter eine bessere geistige Leistungsfähigkeit als Nicht-Meditierende.
  • Die positiven Effekte zeigen sich im Blut, im Gehirn – und sogar in den Haaren der Meditierenden.

Übrigens: Nicht nur Meditation kann das Altern verlangsamen – auch Reisen wirkt überraschend stark auf Körper und Geist. Wie Urlaub den Stoffwechsel ankurbelt, die Selbstheilung fördert und sogar die Entropie im Körper senken kann, erklärt unser Artikel.

Bild: © Pexels

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