Neues Geheimnis unter Gizeh entdeckt: Archäologen stoßen auf unbekannte Struktur

Entdeckung bei den Pyramiden: Forscher finden eine geheimnisvolle, L-förmige Struktur unter dem westlichen Friedhof in Gizeh.

Gizeh

Forscher haben bei den Pyramiden von Gizeh eine mysteriöse, unterirdische Struktur ausfindig gemacht. © Unsplash

Ausgerechnet bei den weltberühmten Pyramiden von Gizeh hat ein internationales Forschungsteam etwas aufgedeckt, was bislang unter dem Wüstensand verborgen lag: Eine seltsame Struktur, die bis weit unter die Erdoberfläche reicht und Teil von etwas größerem sein könnte.  

Das Team – bestehend aus Forschern der Higashi Nippon International University, der Tohoku University und dem National Research Institute of Astronomy and Geophysics – führte eine umfassende geophysikalische Untersuchung auf dem westlichen Friedhof in Gizeh, Ägypten, durch. Die Studienergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Archaeological Prospection“ veröffentlicht.

Zum Einsatz kamen modernste Technologien wie das Bodenradar (GPR) und die elektrische Widerstandstomographie (ERT). Damit können die Forscher die Mysterien unter der Oberfläche erforschen, ohne vorher langwierig graben zu müssen. Das GPR sendet elektromagnetische Wellen aus, um Unterschiede im Untergrund zu erkennen. Die ERT hingegen leitet elektrische Ströme durch den Boden, um Widerstandsunterschiede zu messen. Diese Techniken helfen nicht nur dabei, unbekannte Objekte zu lokalisieren, sondern auch die exakten Positionen und Ausmaße bereits bekannter archäologischer Stätten zu bestimmen

Innovative Technik deckt verborgene Strukturen auf

Was viele nicht wissen dürften: Im Schatten der großen Pyramiden befinden sich auch viele kleinere Gräber, Mastabas genannt. An einer Stelle, die heute verdächtig leer aussieht, entdeckte das Team unter der Erde eine L-förmige Struktur, die etwa 10 Meter mal 10 Meter groß ist und bis zu zwei Meter tief reicht. Unter dieser Schicht befindet sich eine noch tiefere Struktur, die etwa fünf bis zehn Meter unter der Erdoberfläche liegt. Diese tieferen Anomalien könnten auf größere, bisher unentdeckte archäologische Strukturen hinweisen, deren genaue Beschaffenheit und Material jedoch noch unklar bleibt.

Darstellung des westlichen Friedhofs in Gizeh, der rote Kasten markiert den Fundort der neuen Struktur (Quelle)

Natürlichen Ursprungs scheinen diese Strukturen auf jeden Fall nicht zu sein: Motoyuki Sato, Professor im Zentrum für Nordostasiatische Studien an der Tohoku University in Japan und Autor der Studie, erklärte gegenüber dem Magazin „Live Science“, dass die Form dafür zu „scharf“ sei. Die L-förmige Struktur scheint nach Fertigstellung des Baus mit Sand aufgefüllt worden zu sein, die darunterliegende Struktur könnte auch Hohlräume beinhalten. Allerdings ließ sich das mit den verwendeten Methoden nicht endgültig feststellen.

Modernste Technik im Einsatz

Die erste Phase der Untersuchungen begann im Oktober 2021 und wurde im April 2022 fortgesetzt. In dieser Zeit konnten die Forscher bereits wichtige Erkenntnisse über die großen Strukturen des Gebiets gewinnen. Eine genauere und detailliertere Untersuchung erfolgte zwischen August 2022 und Januar 2023 unter Einsatz des „Real-Time Kinematic Global Navigation Satellite System“ (RTK-GNSS). Diese Technologie ermöglichte es den Archäologen, die Positionierung der Messinstrumente auf den Zentimeter genau zu bestimmen und dadurch präzisere Daten zu erheben.

Der westliche Friedhof in Gizeh ist bekannt als letzte Ruhestätte von Mitgliedern der königlichen Familie und hochrangigen Beamten des alten Ägyptens. Die Lage des Untersuchungsgebietes befindet sich südlich der bekannten Mastaba G4000. Die Tatsache, dass es bisher keine oberirdischen Strukturen in diesem Bereich gibt, machen die Entdeckungen besonders spannend.

Was du dir merken solltest:

  • Ein internationales Team setzte modernste Technologien wie Bodenradar (GPR) und elektrische Widerstandstomographie (ERT) ein. Unter dem westlichen Friedhof in Gizeh haben sie eine unbekannte, L-förmige Struktur entdeckt. Diese liegt bis zu zehn Meter unter der Erde.
  • Die Forschungen, die zwischen 2021 und 2023 stattfanden, zeigten tieferliegende Anomalien, die auf größere, bisher unbekannte archäologische Strukturen hinweisen könnten.
  • Die präzisen Untersuchungen ermöglichten es den Archäologen, die genaue Lage und Tiefe der entdeckten Strukturen zu bestimmen. Das könnte neue Einblicke in die historische Bedeutung des westlichen Friedhofs in Gizeh liefern.

Übrigens: Ägypten kann auch mit sensationellen Bauwerken der Neuzeit glänzen. 50 km von Kairo entfernt, das aus allen Nähten platzt, wird eine neue Hauptstadt gebaut. Darin steht auch der höchste Turm Afrikas. Mehr dazu erfährst du in unserem Artikel.

Bild: © Unsplash

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