Forscher entwickeln biologisch abbaubares Plastik: Kein Mikroplastik mehr dank Algen

Forscher entwickeln Algen-basierten Kunststoff, der in weniger als sieben Monaten biologisch abbaubar ist und kein Mikroplastik hinterlässt.

Mikroplastik

Problem Mikroplastik: Ein Algen-basierter Kunststoff ist binnen sieben Monaten biologisch abbaubar und hinterlässt kaum Rückstände. © Wikimedia

Mikroplastik verschmutzt nicht nur die Umwelt, sondern gelangt auch in die Nahrungskette. Es wurde in vielen Tierarten und sogar im menschlichen Körper nachgewiesen. Eine Möglichkeit, die Plastikmüll-Krise abzumildern, ist die Einführung von Kunststoffen, die biologisch abbaubar sind, wenn sie in die natürliche Umgebung gelangen. Wissenschaftler der University of California San Diego (UC San Diego) wollen genau diesen Prozess mit Hilfe von Algen in Gang gesetzt haben. Dies meldet abc NEWS.

Die neuen Pflanzen-basierten Polymere biodegradieren in weniger als sieben Monaten, selbst auf Mikroplastik-Ebene. Zum Vergleich, konventionelles Mikroplastik braucht zwischen 100 und 1000 Jahre, um vollständig abgebaut zu werden. Die Forschungsergebnisse wurden in Nature’s Scientific Reports veröffentlicht.

Bedeutende Forschungsergebnisse

„Als wir diese algenbasierten Polymere vor etwa sechs Jahren zum ersten Mal entwickelten, war es immer unser Ziel, dass sie vollständig biologisch abbaubar sind“, sagte Robert Pomeroy, Professor für Chemie und Biochemie an der UC San Diego und Mitgründer von Algenesis.

Die Forscher haben Proben ihres Plastiks zu feinen Mikroplastik-Partikeln gemahlen und in Kompost platziert.

Signifikante Ergebnisse nach 200 Tagen

Nach 90 Tagen wurden nur noch 32 Prozent der Algen-basierten Partikel wiedergefunden, nach 200 Tagen nur noch 3 Prozent. Das bedeutet, dass 97 Prozent des Algen-basierten Mikroplastik vollständig abgebaut wurde.

Diese Ergebnisse wurden laut Technology Networks durch Gaschromatographie-Massenspektrometrie (GC-MS) bestätigt. Mit dieser Methode konnte die Anwesenheit der Monomereinheiten, aus denen der Algen-basierte Kunststoff besteht, nachgewiesen werden. Das ist der Beweis, dass das Polymer effektiv in seine Ausgangsstoffe zurückgeführt wurde. Scanning-Elektronenmikroskop-(SEM)-Bilder haben zudem gezeigt, dass Mikroorganismen die biologisch abbaubaren Mikroplastik-Partikel während des Kompostierungsprozesses kolonisieren würden.

Ein Schritt in Richtung umweltfreundlicher Kunststoffe

„Wir fangen gerade erst an, die Auswirkungen von Mikroplastik zu verstehen. Wir haben nur an der Oberfläche gekratzt, um die Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit zu durchdringen“, sagte Michael Burkart, Professor für Chemie und Biochemie an der UC San Diego und Mitgründer von Algenesis.

Während die Forschung zu den gesundheitlichen Auswirkungen von Mikroplastik und verschiedenen Wegen zur Eindämmung von Mikroplastik voranschreite, sei wenig über die Auswirkungen auf die Umwelt und die Nahrungskette bekannt.

Positive Zukunftsaussichten

„Als wir mit dieser Arbeit begannen, wurde uns gesagt, dass dies unmöglich sei“, sagte Burkart. „Jetzt sehen wir eine andere Realität. Es gibt noch viel zu tun, aber wir wollen den Menschen Hoffnung geben. Es ist möglich.“

Was du dir merken solltest:

  • Wissenschaftler der UC San Diego haben einen Algen-basierten Kunststoff entwickelt, der in weniger als sieben Monaten biologisch abbaubar ist und kein Mikroplastik hinterlässt.
  • Der Abbauprozess wurde durch verschiedene Methoden bestätigt, darunter Gaschromatographie-Massenspektrometrie (GC-MS) und Scanning-Elektronenmikroskopie (SEM).
  • Die Forschungsergebnisse zeigen, dass 97 Prozent des Algen-basierten Mikroplastik nach 200 Tagen vollständig abgebaut ist, während konventionelles Mikroplastik 100 bis 1000 Jahre benötigt.

Bild: © European Union, 2024 (Audiovisual Service) via Wikimedia unter CC4-Lizenz

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