Energieexplosion im Universum: Magnetar sprengt alle Rekorde

Die gigantische Eruption eines Magnetars bringt Astronomen zum Staunen: In nur einem Zehntel einer Sekunde wurde so viel Energie freigesetzt, wie unsere Sonne in rund 10.000 Jahren ausstrahlt.

Magnetar

Die gigantische Eruption eines Magnetars setzte in einem Zehntel einer Sekunde so viel Energie frei, wie unsere Sonne in rund 10.000 Jahren. © Wikimedia

In einer kürzlich in der Fachzeitschrift Nature veröffentlichten Studie, über die Reuters berichtet, wurde eine gigantische Eruption von einem Magnetar in der Galaxie Messier 82, auch bekannt als M82, beobachtet, wie Forscher des italienischen Nationalen Instituts für Astrophysik (INAF) dokumentierten. Diese Eruption, die in nur einem Zehntel einer Sekunde die Energiemenge freisetzte, die unsere Sonne über etwa 10.000 Jahre ausstrahlt, stellt den am weitesten entfernten bekannten Vorfall dieser Art dar.

Wissenschaftliche Durchbrüche

Magnetare, eine Klasse von Neutronensternen mit extrem starken Magnetfeldern, sind bekannt für ihre gelegentlichen gigantischen Eruptionen – eine der stärksten nicht-zerstörerischen Energieentladungen im Kosmos. Die Beobachtung einer solchen Eruption ist jedoch eine Seltenheit. Bislang wurden nur zwei solcher Ereignisse in unserer eigenen Milchstraße und ein weiteres in der benachbarten Großen Magellanschen Wolke nachgewiesen.

M82, die 12 Millionen Lichtjahre entfernte „Zigarrengalaxie“ im Sternbild Großer Bär, wurde nun Zeuge eines dieser seltenen kosmischen Ereignisse. Ein Lichtjahr entspricht dabei einer Strecke von 9,5 Billionen Kilometern. Trotz der enormen Entfernung konnten die Forscher um Sandro Mereghetti und Michela Rigoselli den Flare am 15. November 2023 mit dem Integral-Weltraumobservatorium der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) erfassen.

Energiereiche Kosmische Ereignisse

Magnetare zeichnen sich im Vergleich zu anderen Neutronensternen durch ein magnetisches Feld aus, das 1.000 bis 10.000 Mal stärker ist als das gewöhnlicher Neutronensterne und eine Billion Mal das der Sonne übersteigt. Diese starken Magnetfelder sind verantwortlich für die gewaltigen Energieausbrüche, die von diesen Sternen ausgehen. Laut Rigoselli entstehen die Flares durch eine Rekonfiguration und Rekonnektion des magnetischen Feldes des Magnetars.

Die enorme Energiemenge und die Tatsache, dass Magnetare die dichtesten und kompaktesten astrophysikalischen Objekte sind, unterstreichen das Extrem dieser Himmelskörper. Ihre Dichte entspricht der von Atomkernen, und sie entstehen aus der Explosion und dem Kollaps von Sternen mit acht bis 25 Sonnenmassen.

M82 – ein Sternentstehungsparadies

M82, als „Starburst-Galaxie“ bekannt, hat eine weitaus höhere Sternentstehungsrate als unsere Milchstraße. Diese hohe Aktivität spielt eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Neutronensternen. Das Auftreten einer Magnetar-Eruption in einer solch aktiven Galaxie unterstützt die Hypothese, dass Magnetare aus den Überresten junger, massereicher Sterne hervorgehen.

Dieser bemerkenswerte Fund erweitert unser Verständnis über die Vorgänge in extremen kosmischen Umgebungen und unterstreicht die Fähigkeit moderner Observatorien, selbst die entferntesten und energiereichsten Phänomene im Universum zu erfassen.

Was du dir merken solltest:

  • Ein Magnetar ist ein extrem dichter und kompakter Neutronenstern, der durch seine außergewöhnlich starken Magnetfelder gigantische Energieausbrüche, sogenannte Eruptionen, auslösen kann, die zu den energiereichsten, nicht-zerstörerischen Phänomenen im Universum zählen.
  • Eine kürzlich entdeckte gigantische Eruption aus der Galaxie Messier 82, die 12 Millionen Lichtjahre entfernt liegt, setzte in nur einem Zehntel einer Sekunde so viel Energie frei, wie die Sonne in etwa 10.000 Jahren emittiert.
  • Die Seltenheit dieser Eruptionen und ihre Fähigkeit, aus so großer Entfernung beobachtet zu werden, unterstreichen die fortgeschrittene Technologie moderner Weltraumobservatorien und erweitern unser Verständnis über die extremen Bedingungen im Universum.

Bild: © NASA’s Goddard Space Flight Center via Wikimedia

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