Über 1.000 Tote bei Hadsch: Hitze fordert hohen Tribut

Beim diesjährigen Hadsch in Saudi-Arabien sind über 1.000 Pilger durch extreme Hitze und fehlenden Schutz ums Leben gekommen.

Hadsch Tote

Temperaturen bis zu 51,8 Grad Celsius wurden um die Große Moschee in Mekka beim diesjährigen Hadsch gemessen. © Unsplash

Während des diesjährigen Hadsch in Saudi-Arabien gab es unter den Pilgern aufgrund extremer Temperaturen mehr als 1.000 Tote. Dies teilt die Nachrichtenagentur AFP mit. Besonders betroffen waren die nicht offiziell registrierten Gläubigen, die mehr als die Hälfte der Opfer ausmachten. Viele von ihnen stammten aus Ägypten. Ein arabischer Diplomat berichtet, es seien 658 ägyptische Pilger verstorben, von denen 630 nicht offiziell registriert gewesen seien.

Temperaturen bis zu 51,8 Grad Celsius wurden gemessen, besonders um die Große Moschee in Mekka. Diese Hitze stellte eine ernsthafte Gefahr für die Teilnehmer dar, insbesondere für diejenigen ohne Zugang zu den von den Behörden bereitgestellten gekühlten Räumen. Offizielle Zahlen besagen, dass insgesamt 1,8 Millionen Pilger teilnahmen, darunter 1,6 Millionen aus dem Ausland.

Gefahr durch extreme Hitze

Die nicht offiziell registrierten Pilger waren der Hitze ungeschützt ausgesetzt. Sie hatten aufgrund fehlender Lizenzen keinen Zugang zu den kühlenden Einrichtungen. Laut Aussagen eines arabischen Diplomaten hatten diese Pilger bereits Sicherheitsmaßnahmen erdulden müssen und waren besonders erschöpft. „Die Menschen waren müde, nachdem sie vor dem Arafat-Tag von Sicherheitskräften vertrieben worden waren. Sie waren erschöpft“, erklärte der Diplomat. Am Arafat-Tag selbst stiegen die Temperaturen weiter an, was viele Stunden unter freiem Himmel zu einer lebensbedrohlichen Situation machte.

Internationale Betroffenheit

Neben Ägypten berichteten auch Länder wie Malaysia, Pakistan, Indien, Jordanien, der Iran, Irak, Tunesien, Indonesien und Senegal von Todesfällen. In vielen Fällen blieben die genauen Todesursachen ungenannt. Vermutlich trug die Hitze in Verbindung mit Vorerkrankungen wie Bluthochdruck zu den Todesfällen bei.

Die saudischen Behörden hatten im Vorfeld hunderttausende unregistrierte Pilger aus Mekka verwiesen. Trotzdem nahmen viele von ihnen am Hadsch teil, was ihre Risiken erhöhte. Die Behörden haben sich zu den Todesfällen durch die hohen Temperaturen nicht geäußert, jedoch wurden am Sonntag allein mehr als 2.700 Fälle von hitzebedingter Erschöpfung registriert.

Klimawandel verschärft Bedingungen

Eine saudi-arabische Studie aus dem Mai dieses Jahres weist darauf hin, dass sich die Bedingungen während des Hadsch aufgrund des Klimawandels zunehmend verschärfen. Die Durchschnittstemperatur steige demnach jedes Jahrzehnt um 0,4 Grad. Dies könnte zukünftige Pilgerfahrten noch gefährlicher machen.

Der Hadsch, eine der fünf Säulen des Islam, verlangt von jedem gesunden Muslim, der es sich leisten kann, mindestens einmal im Leben an dieser religiösen Pflicht teilzunehmen. Die Pilgerreise wird durch den islamischen Kalender bestimmt und fällt oft in die heißeste Zeit des Jahres.

Vorbeugende Maßnahmen gefordert

Angesichts der steigenden Temperaturen und der zunehmenden Anzahl von Pilgern, die ohne offizielle Registrierung teilnehmen, werden Rufe nach verstärkten Sicherheits- und Schutzmaßnahmen laut. Experten fordern mehr Zugänge zu medizinischer Versorgung und bessere Kühlungsmöglichkeiten, um zukünftige Tragödien zu verhindern.

Was du dir merken solltest:

  • Während des Hadsch in Saudi-Arabien gab es über 1.000 Tote, hauptsächlich aufgrund extremer Hitze. Die Temperaturen erreichten bis zu 51,8 Grad Celsius. Dies betraf besonders nicht offiziell registrierte Pilger, die keinen Zugang zu kühlenden Schutzräumen hatten.
  • Insgesamt nahmen 1,8 Millionen Gläubige am Hadsch teil, von denen viele aus Ländern wie Ägypten, Malaysia und Pakistan stammten, wobei die hohe Hitze vor allem ältere und gesundheitlich vorbelastete Pilger gefährdete.
  • Die steigenden Temperaturen während des Hadsch, verschärft durch den Klimawandel, erfordern dringende Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit und medizinischen Versorgung der Pilger, um zukünftige Tragödien zu verhindern.

Bild: © Unsplash

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