Neues Schlachtfeld für Großmächte: Wer kontrolliert den Mond im nächsten Jahrzehnt?

Der Wettlauf zum Mond intensiviert sich, während Nationen und Unternehmen strategische und wirtschaftliche Interessen auf dem Erdtrabanten verfolgen.

NASA Orion Mond

2022 startete das neue Orion-Raumschiff der NASA erstmals zum Mond, allerdings noch unbemannt. Im nächsten Jahr ist eine bemannte Mission geplant. © Wikimedia

Ein halbes Jahrhundert nach den ersten Mondlandungen erlebt der Wettlauf zum Mond eine neue Ära. Angetrieben von wissenschaftlichem Ehrgeiz und geopolitischer Rivalität, streben Nationen und private Unternehmen wieder zum Mond. Der österreichische „Standard“ berichtet von einer Dynamik, die weit über das historische Apollo-Programm hinausgeht.

Neue Akteure im Mondrennen

Seit der letzten bemannten Mondmission 1972 hat sich die Raumfahrttechnologie erheblich weiterentwickelt. Die USA und China planen, bis in die 2030er Jahre dauerhafte Stationen auf dem Mond zu errichten. Dabei geht es nicht nur um Forschung, sondern zunehmend um die Nutzung von Ressourcen. Beide Länder arbeiten an Projekten, um ihre Präsenz im All zu festigen, wobei sie strategische Partnerschaften mit anderen Nationen suchen.

Strategische Interessen der Mondforschung

Die geopolitische Dimension der Mondforschung wird besonders in den Ambitionen der Großmächte deutlich. Laut dem „Standard“ hat der Lunar Gateway, ein Projekt der NASA in Zusammenarbeit mit der ESA und anderen Weltraumagenturen, das Ziel, ein Basiscamp für zukünftige Mondmissionen zu bieten. China hingegen baut mit Unterstützung Russlands an der International Lunar Research Station (ILRS), die ebenfalls dauerhafte Bewohnbarkeit anstrebt.

Privatfirmen drängen zum Mond

Nicht nur nationale Agenturen, auch private Firmen machen mit beim Wettlauf zum Mond. Die jüngsten Mondlandungen beinhalten kommerzielle Projekte, die von Unternehmen wie Intuitive Machines durchgeführt werden, unterstützt von Technologiegiganten wie SpaceX. Diese Entwicklungen verdeutlichen das wachsende wirtschaftliche Interesse am Mond, besonders im Hinblick auf dessen Ressourcen wie Helium-3 und Wasser, das als Treibstoffressource dienen könnte.

Rechtliche Unsicherheiten und zukünftige Herausforderungen

Trotz der fortschreitenden Pläne besteht rechtliche Unsicherheit bezüglich der Nutzung des Mondes. Der Weltraumvertrag von 1967 und die Artemis Accords beinhalten eigentlich die Rahmenbedingungen, doch es gibt Diskussionen über ihre Auslegung und Ergänzung. Hermann Ludwig Moeller vom European Space Policy Institute betont, dass „das Potenzial für Konflikte auf dem Mond von den realen Gewinnmöglichkeiten abhängen wird“.

Mond als künftiges Schlachtfeld?

NASA-Chef Bill Nelson warnt laut dem „Business Insider“, dass China möglicherweise militärische Projekte im Weltraum als zivile Initiativen tarnt. Bei einer Haushaltsanhörung äußerte er kürzlich Bedenken, China könnte den Mond strategisch für militärische Zwecke nutzen und dadurch eine dominante Position im All einnehmen. Nelson betonte die Dringlichkeit für die USA, ihre geplanten Mondmissionen zu beschleunigen und vor Chinas ehrgeizigen Raumfahrtplänen dort anzukommen.

Russland und China nicht bei Artemis

Trotz der Unterzeichnung des Weltraumvertrags von 1967, der militärische Aktivitäten im All verbietet, haben China und Russland das Artemis-Abkommen nicht unterzeichnet, das eine friedliche Nutzung des Weltalls fordert. Nelsons Sorgen gelten der Möglichkeit, dass China seine Mondpläne vorziehen könnte, um die USA zu überholen, was die geopolitische Dynamik im Weltraum signifikant verändern würde.

Deutschland trat 2023 Artemis-Abkommen bei

Deutschland hat sich als 29. Land im vergangenen September dem von den USA geleiteten „Artemis“-Abkommen angeschlossen. Die Unterzeichnung erfolgte durch Walther Pelzer, den Generaldirektor der Deutschen Raumfahrtagentur im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), in der deutschen Botschaft in Washington.

Zu den Unterzeichnern des „Artemis“-Abkommens zählen neben Deutschland auch Länder wie Großbritannien, Japan, Italien und Kanada.

Was du dir merken solltest:

  • Neues Mondrennen: Ein halbes Jahrhundert nach den ersten Mondlandungen erlebt der Wettlauf zum Mond eine neue Ära, angetrieben von strategischen und wirtschaftlichen Interessen verschiedener Nationen und Unternehmen.
  • Dauerhafte Mondstationen: Die USA und China planen, bis in die 2030er Jahre Mondstationen zu errichten, die nicht nur Forschungszwecke erfüllen, sondern auch der Gewinnung von Ressourcen wie Helium-3 und Wasser dienen.
  • Rechtliche Herausforderungen: Trotz internationaler Abkommen wie dem Weltraumvertrag herrscht Unsicherheit über die militärische Nutzung des Mondes, was die Notwendigkeit für klarere Regeln und kooperative internationale Politik unterstreicht.

Bild: © NASA Johnson Space Center via Wikimedia

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