Boeing muss weiter warten – NASA verschiebt Start der Starliner-Rakete

Verzögerung beim Start des Boeing Starliner aufgrund eines technischen Problems mit einem Ventil der Rakete.

Starliner

Wegen eines technischen Problems mit einem Ventil der Rakete hat die NASA den Start des Boeing Starliner verschoben (Archivbild). © Wikimedia

Die geplante Montagsmission des Boeing-Raumschiffs Starliner musste kurzfristig verschoben werden, da Probleme mit einer wichtigen Raketenkomponente entdeckt wurden. Das meldet das „Wall Street Journal“. Das Raketenunternehmen United Launch Alliance (ULA) gab die Verzögerung bekannt, rund zwei Stunden bevor der Start erfolgen sollte. Der Flug sollte die NASA-Astronauten Barry Wilmore und Sunita Williams zur Internationalen Raumstation bringen.

Kurzfristige Planänderung

Das Problem wurde bei einem Sauerstoffventil der ULA’s Atlas V Rakete festgestellt. Dieses Ventil ist dafür verantwortlich, den Druck im Tank zu regulieren, der flüssigen Sauerstoff für das Treibstoffgemisch der Rakete enthält. ULA-Chef Tory Bruno erläuterte, das Ventil habe „gebrummt“, was gegen die Richtlinien für den Start mit Besatzung verstößt. „Wäre es ein Satellitenstart gewesen, hätten wir das Ventil einfach neu gestartet“, sagte Bruno. Bei einer bemannten Mission seien die Sicherheitsanforderungen jedoch strenger, weshalb man sich zur Einhaltung der Vorschriften entschieden und den Start abgebrochen habe.

Sicherheit geht vor

Diese Entscheidung unterstützte auch Bill Nelson, Administrator der NASA, und betonte, dass die Sicherheit immer die höchste Priorität habe. „Wir starten, wenn wir bereit sind“, erklärte er nach der Verzögerung. Dies zeigt die umsichtige Vorgehensweise der Behörde bei bemannten Missionen, bei denen die Risiken und Konsequenzen potenzieller Probleme besonders hoch sind.

Zukunft des Atlas V

Der Atlas V, bestehend aus einem Booster und der Oberstufe Centaur, hat sich über die Jahre als zuverlässige Rakete für ULA erwiesen. Dennoch hatte die Rakete bislang keine Astronauten ins All befördert. ULA plant die Einführung einer neuen Rakete und wird den Atlas V bald außer Dienst stellen.

Herausforderungen für Boeing

Für Boeing steigt der Druck, da das Unternehmen den ersten bemannten Starliner-Start bereits seit Jahren anstrebt. Im Vergleich dazu hat SpaceX, das parallel von der NASA beauftragt wurde, Astronautentransportfahrzeuge zu entwickeln, bereits neun bemannte Missionen erfolgreich durchgeführt. Boeing hingegen kämpft mit diversen Entwicklungsproblemen, von Softwarefehlern bis hin zu klemmenden Ventilen.

Ob der Start in den nächsten Tagen nachgeholt werden kann, bleibt offen. Es gibt zwar Ersatztermine, doch deren Nutzung hängt von der Lösung des aktuellen Problems ab. Wilmore und Williams haben das Raumschiff bereits verlassen und sind zurück in ihren Quartieren.

Was du dir merken solltest:

  • Der geplante Start des Boeing Starliner wurde wegen eines defekten Sauerstoffventils in der Atlas V-Rakete verschoben, das für die Druckregulierung im Treibstofftank zuständig ist.
  • Die Entscheidung zur Startverzögerung folgte strengen Sicherheitsrichtlinien für bemannte Missionen, wobei die Sicherheit der Crew oberste Priorität hat, wie von ULA und NASA betont wurde.
  • ULA plant, die Atlas V Rakete durch ein neues Modell zu ersetzen, während Boeing weiterhin Herausforderungen in der Entwicklung seines astronautentauglichen Raumschiffs bewältigen muss.

Bild: © NASA/Joel Kowsky via Wikimedia

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