Wärmepumpe statt Ölheizung – trotz Heizungsgesetz-Aus verändert sich der Immobilienmarkt rasant

Trotz gelockerter gesetzlicher Regeln gewinnt die Wärmepumpe an Bedeutung. Bereits jedes sechste angebotene Einfamilienhaus verfügt über eine solche Heizung.

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Die Wärmepumpe holt auf: Bei zum Kauf angebotenen Einfamilienhäusern ist ihr Anteil seit 2023 fast um das Dreifache gestiegen. Der Abstand zur Ölheizung schrumpft deutlich. © Unsplash

Das Heizungsgesetz wurde gelockert, doch das kann den Vormarsch der Wärmepumpe auf dem deutschen Immobilienmarkt offenbar nicht aufhalten. Inzwischen besitzt fast jedes sechste zum Kauf angebotene Einfamilienhaus eine solche Heizung. Vor drei Jahren war es lediglich etwa jedes achtzehnte. Besonders auffällig ist die Entwicklung im Vergleich zur Ölheizung: Ihr Vorsprung gegenüber der Wärmepumpe ist bei zum Kauf angebotenen Häusern innerhalb weniger Jahre erheblich geschrumpft.

Im dritten Quartal 2026 verfügten 16,2 Prozent der beim Immobilienportal immowelt angebotenen Einfamilienhäuser über eine Wärmepumpe. Im gleichen Zeitraum 2023 waren es nur 5,6 Prozent. Der Anteil hat sich laut einer aktuellen Auswertung damit innerhalb von drei Jahren nahezu verdreifacht. Die Entwicklung setzt sich trotz der veränderten gesetzlichen Vorgaben fort.

Fossile Heizsysteme auf dem Rückzug

Der Vergleich mit rein fossilen Heizsystemen macht den Wandel besonder deutlich. Im Jahr 2023 besaßen noch 24,7 Prozent der angebotenen Einfamilienhäuser eine Ölheizung. Im dritten Quartal 2026 waren es 20,1 Prozent. Der Abstand zur Wärmepumpe verringerte sich damit von gut 19 auf weniger als vier Prozentpunkte. Hält diese Entwicklung an, könnte die Wärmepumpe die Ölheizung auf dem Immobilienmarkt künftig verdrängen.

Gasheizungen finden sich noch häufiger, allerdings schrumpft auch ihr Marktanteil drastisch. Ihr Angebot bei Einfamilienhäusern sank innerhalb von drei Jahren von 47,6 auf 37,7 Prozent. Damit bleibt Gas zwar die am meisten verbreitete Heizungsart unter den zum Kauf angebotenen Häusern. Allerdings verlor diese Technik innerhalb des Untersuchungszeitraums fast zehn Prozentpunkte. Sowohl Öl als auch Gas kommen damit bei den Immobilienangeboten inzwischen deutlich seltener vor als 2023.

Gelockerte Heizungsregeln stoppen den Trend nicht

Bemerkenswert ist der Zeitpunkt dieser Entwicklung. Die Bundesregierung hatte im Juli 2026 mit dem überarbeiteten Gebäudemodernisierungsgesetz die verpflichtende Vorgabe gestrichen, beim Heizungstausch eine Technologie einzubauen, die mindestens zu 65 Prozent erneuerbare Energien nutzt. Zudem kürzte sie die Förderung für Wärmepumpen. Eigentümer erhielten dadurch wieder mehr Freiheit bei der Wahl ihrer Heiztechnik. Der steigende Wärmepumpen-Anteil in den Immobilienangeboten setzte sich dennoch fort.

„Die Wärmepumpe gewinnt am deutschen Immobilienmarkt rasant an Bedeutung“, erläutert immowelt-Geschäftsführer Theo Mseka die Auswertung. Die Entwicklung habe auch nach der politischen Neuausrichtung angehalten. Ob und wie stark die geänderten Regeln einzelne Kauf- oder Modernisierungsentscheidungen beeinflusst haben, lässt sich aus den Inseraten allerdings nicht ableiten. Der Aufstieg der Wärmepumpe begann bereits lange vor der Gesetzesänderung.

Auch auf dem gesamten Immobilienmarkt legt die Wärmepumpe zu

Der Zuwachs beschränkt sich nicht nur auf Einfamilienhäuser. Betrachtet man sämtliche zum Kauf angebotenen Wohnimmobilien, erreichte die Wärmepumpe ebenfalls einen neuen Höchstwert. Im dritten Quartal 2026 lag ihr Anteil bei 12,2 Prozent. Ein Quartal zuvor waren es noch 11,7 Prozent gewesen. Im Vergleich zum dritten Quartal 2023 mit damals 4,6 Prozent Gesamtanteil fällt der Anstieg deutlich aus.

Bei Gas- und Ölheizungen verlief die Entwicklung umgekehrt. Der Gasanteil an sämtlichen Kaufangeboten verringerte sich seit 2023 von 49,1 auf 41,3 Prozent. Bei Ölheizungen sank er von 21,2 auf 17,5 Prozent. Gas bleibt damit auch über alle angebotenen Wohnimmobilien hinweg die häufigste Heiztechnik. Die Unterschiede zwischen Einfamilienhäusern und Wohnungen sind dabei erheblich.

Wärmepumpen gewinnen auf dem Immobilienmarkt an Bedeutung: Ihr Anteil an den Kaufangeboten stieg seit 2023 von 4,6 auf 12,2 Prozent. Gas- und Ölheizungen verlieren dagegen an Boden. © immowelt.de
© immowelt.de Wärmepumpen gewinnen auf dem Immobilienmarkt an Bedeutung: Ihr Anteil an den Kaufangeboten stieg seit 2023 von 4,6 auf 12,2 Prozent. Gas- und Ölheizungen verlieren dagegen an Boden. © immowelt.de

Bei Eigentumswohnungen bleibt die Wärmepumpe eine Rarität

Während Wärmepumpen bei Einfamilienhäusern deutlich zulegen, verändert sich die Situation bei Wohnungen nur langsam. Lediglich 2,8 Prozent der angebotenen Eigentumswohnungen verfügen über eine Wärmepumpe. Vor drei Jahren waren es 2,1 Prozent. Von einem vergleichbaren Wachstum wie bei Einfamilienhäusern kann deshalb keine Rede sein.

Das könnte an den unterschiedlichen Voraussetzungen liegen. In Mehrfamilienhäusern entscheiden Eigentümer über gemeinschaftliche Heizungsanlagen häufig nicht allein. Meist muss die Eigentümergemeinschaft einem Austausch zustimmen. Außerdem fehlt in dicht bebauten Stadtgebieten oftmals der Platz für bestimmte Wärmepumpensysteme. Hinzu kommt die Fernwärme, die besonders in Städten eine Alternative darstellt.

Gas bleibt bei Eigentumswohnungen die häufigste Heizung

Fast jede zweite angebotene Eigentumswohnung besitzt nach den aktuellen Angaben eine Gasheizung. Ihr Anteil beträgt 49,7 Prozent und liegt damit nur etwas unter dem Wert von 2023 mit 52,8 Prozent. Auch auf diesem Markt haben Ölheizungen an Bedeutung verloren. Sie kommen aktuell nur etwa bei jeder zehnten angebotenen Wohnung vor.

Die immowelt-Auswertung berücksichtigt ausschließlich Kaufangebote auf der eigenen Plattform. Sie erfasst weder sämtliche Wohngebäude Deutschlands noch tatsächlich abgeschlossene Verkäufe. Zudem fehlen bei einem Teil der Inserate Angaben zur Heiztechnik. Andere Heizungsarten sind ebenfalls vertreten. Wie viele bestehende Häuser inzwischen tatsächlich mit Wärmepumpen heizen, lässt sich aus diesen Angebotszahlen daher nicht bestimmen.

Kurz zusammengefasst:

  • Wärmepumpen werden häufiger: Im dritten Quartal 2026 verfügten 16,2 Prozent der zum Kauf angebotenen Einfamilienhäuser über eine Wärmepumpe, fast dreimal so viele wie 2023.
  • Gas und Öl verlieren an Bedeutung: Trotz gelockerter gesetzlicher Heizungsregeln steigt der Wärmepumpen-Anteil weiter, während Gas- und Ölheizungen in den Immobilienangeboten seltener werden.
  • Große Unterschiede zwischen Häusern und Wohnungen: Bei angebotenen Eigentumswohnungen liegt der Wärmepumpen-Anteil lediglich bei 2,8 Prozent, wobei die Zahlen ausschließlich Kaufangebote und nicht den gesamten Gebäudebestand erfassen.

Übrigens: Wärmepumpen eignen sich laut Experten nicht nur für Neubauten, sondern auch für mehr als 90 Prozent der bestehenden Wohngebäude – oft sogar ohne umfassende Sanierung oder Fußbodenheizung. Mehr dazu in unserem Artikel.

Bild: © Unsplash

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