H5N1-Virus breitet sich aus: Vogelgrippe-Epidemie bei Kühen in den USA

Die Vogelgrippe breitet sich unter Kühen in den USA aus, verursacht in zehn US-Staaten erhebliche Verluste und fordert Anpassungen im Melkprozess.

Vogelgrippe Kühe USA

Seit März breitete sich die Vogelgrippe auf über 80 Kuhherden in zehn US-Staaten aus und verursacht erhebliche wirtschaftliche Einbußen. © Wikimedia

In den letzten Monaten hat sich die Vogelgrippe, ein Virus, das traditionell Geflügel befällt, überraschend und mit schwerwiegenden Folgen auf Kühe in den USA übertragen. Seit dem ersten Nachweis des H5N1-Virus bei einer Kuhherde Ende März hat sich die Krankheit auf über 80 Herden in zehn US-Bundesstaaten ausgedehnt. Die Vogelgrippe hat bereits zu signifikanten Verlusten geführt. In fünf Bundesstaaten sind infizierte Kühe gestorben oder wurden von Landwirten gekeult, weil sie sich nicht erholten, wie Reuters berichtet.

Hohe Infektionsraten und wirtschaftliches Problem

Diese Epidemie ist nicht nur ein gesundheitliches, sondern auch ein ökonomisches Problem, da Kühe wesentlich teurer in der Aufzucht sind als Geflügel. Das Keulen infizierter Kühe hat laut Berichten von Reuters und Aussagen von Staatstierärzten und Fachleuten bereits begonnen, einen größeren wirtschaftlichen Schaden in der Agrarregion der USA zu verursachen.

Übertragung beim Melken

Die Forschung zeigt, dass das Melken ein möglicher Weg für die Ausbreitung des Vogelgrippe-Virus zwischen Kühen und von Kuh zu Mensch sein könnte. Milch von infizierten Kühen enthält extrem hohe Zahlen an viralen Partikeln, was neue Sicherheitsprotokolle im Melkprozess erfordert. Martin Beer, ein Virologe am Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit in Greifswald, betont laut Nature die Chancen, die sich durch Anpassungen der Melkverfahren bieten, um die Ausbreitung zu kontrollieren und menschliche Infektionen zu verhindern.

Symptome und sekundäre Infektionen verschärfen die Situation

Infizierte Rinder leiden unter reduzierter Milchproduktion, Verdauungsproblemen und Fieber, was oft zu weiteren Sekundärinfektionen führt. In einigen Staaten, darunter South Dakota und Michigan, mussten Landwirte einen erheblichen Teil ihrer Herden keulen, weil die Tiere sich nicht von der Infektion erholten oder sekundäre Infektionen entwickelten.

Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung

Die enormen Herausforderungen, mit denen Milchbetriebe in den USA konfrontiert sind, erfordern umfangreiche Maßnahmen. Diese umfassen die Desinfektion von Geräten, die Installation geeigneter Belüftungssysteme und das Bereitstellen von Schutzkleidung für die Arbeiter, um die Verbreitung des Virus zu minimieren und gleichzeitig die Gesundheit der Tiere zu schützen.

Keine Gefahr für die Lebensmittelsicherheit

Trotz der alarmierenden Nachrichten über die Infektionen gibt die US-Landwirtschaftsbehörde Entwarnung, was die Sicherheit von Rindfleisch angeht. In Proben von gemahlenem Rindfleisch, die im Handel gesammelt wurden, und nach dem Kochen wurden keine Virenpartikel gefunden. Ebenso trat das Vogelgrippe-Virus nicht in den Nahrungskreislauf ein nach der Schlachtung infizierter Kühe in den USA.

Was du dir merken solltest:

  • Seit März hat die Vogelgrippe über 80 Kuhherden in zehn US-Staaten infiziert und führt zu erheblichen wirtschaftlichen Verlusten.
  • Forschungen zeigen, dass der Melkprozess das Virus zwischen Kühen verbreitet und zu extrem hohen Viruslasten in der Milch führt. Das erfordert strengere Sicherheitsprotokolle.
  • Effektive Kontrollmaßnahmen umfassen die Desinfektion von Ausrüstung, verbesserte Belüftung und Schutzausrüstung für Arbeiter, um die Verbreitung des Virus zu minimieren.

Bild: © Photo courtesy of USDA Natural Resources Conservation Service via Wikimedia unter Public Domain

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