Vorsicht bei Kaffee im Büro: Welche Maschinen das Cholesterin besonders stark erhöhen
Kaffee im Büro enthält oft cholesterinsteigernde Stoffe. Manche Maschinen filtern sie kaum – mit Folgen für Herz und Kreislauf.

Bürokaffee kann je nach Maschine überraschend viele Stoffe enthalten, die das „schlechte“ Cholesterin im Blut erhöhen. © Pexels
Wer morgens in der Arbeit automatisch zum Kaffee aus der Maschine greift, sollte gut überlegen, was dort eigentlich in der Tasse landet. Denn Kaffee aus vielen modernen Brühmaschinen im Büro enthält überraschend hohe Mengen an Substanzen, die das Cholesterin im Blut steigen lassen können – mit langfristigen Folgen für Herz und Kreislauf.
Der Unterschied zu Filterkaffee ist erheblich: Während papiergefilterter Kaffee die meisten dieser Stoffe zurückhält, bleiben sie bei vielen Büroautomaten einfach im Getränk. Und genau darin liegt das Problem.
Kaffee im Büro erhöht Cholesterin – je nach Maschine massiv
Dass Kaffee den Cholesterinspiegel beeinflussen kann, ist schon länger bekannt. Verantwortlich sind zwei Inhaltsstoffe der Kaffeefrucht: Cafestol und Kahweol. Sie zählen zu den sogenannten Diterpenen. Im Körper hemmen sie ein Enzym in der Leber, das Cholesterin abbauen soll – die Folge: Der LDL-Spiegel im Blut steigt.
Eine neue Studie der Universität Uppsala zeigt nun, wie groß dieser Effekt tatsächlich sein kann – und dass er stark von der Kaffeemaschine abhängt. Die Forscher analysierten dafür Kaffeeproben aus 14 Maschinen in schwedischen Krankenhäusern und Praxen. Die Ergebnisse sind deutlich – und für Menschen mit erhöhtem Cholesterin besonders relevant.
Die Dosis macht das Gift
Kaffee aus klassischen Brühmaschinen, wie sie in vielen Büros stehen, enthielt im Schnitt 176 Milligramm Cafestol und 142 Milligramm Kahweol pro Liter. Zum Vergleich: Filterkaffee aus handelsüblichen Maschinen kam gerade einmal auf 12 Milligramm Cafestol und 8 Milligramm Kahweol.
Der Unterschied ist enorm – und bleibt auch nicht ohne Folgen. Die Forscher berechneten: Wer pro Arbeitstag drei Tassen Automatenkaffee trinkt, könnte durch einen Wechsel zu Filterkaffee seinen LDL-Cholesterinspiegel um 0,58 Millimol pro Liter senken. Auf Dauer bedeutet das: ein um 13 Prozent geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen in fünf Jahren, und sogar um 36 Prozent über vier Jahrzehnte.

Espresso und gekochter Kaffee: Spitzenreiter mit Höchstwerten
Besonders hoch war der Gehalt an Diterpenen in Espresso und gekochtem Kaffee. In Einzelfällen maßen die Forscher bis zu 2447 Milligramm Cafestol pro Liter Espresso – mehr als das Zehnfache der Büroautomaten. Auch gekochter Kaffee erreichte Spitzenwerte von fast 940 Milligramm Cafestol. Erst ein zusätzliches Filtern durch ein Stofftuch konnte diese Belastung auf ein erträgliches Maß senken.
Filterkaffee schnitt durchgehend am besten ab – selbst wenn perforierte Aroma-Filter zum Einsatz kamen. Der Unterschied zu Brühmaschinen blieb deutlich.
Warum gerade Brühmaschinen problematisch sind
Die Bauweise der Kaffeemaschinen spielt eine entscheidende Rolle. Brühmaschinen, wie sie oft in Kantinen und Aufenthaltsräumen stehen, arbeiten mit Metallfiltern. Diese halten die Diterpene kaum zurück. Flüssigmodelle, die Kaffee aus einem Konzentrat mit Wasser mischen, schnitten im Test besser ab – mit deutlich geringeren Werten, ähnlich wie bei Filterkaffee.
Aber selbst bei den gleichen Maschinen schwankten die Werte stark – teils um mehr als das Doppelte. Das zeigt: Die Belastung lässt sich oft nicht zuverlässig abschätzen.
Kleine Entscheidung – großer Effekt auf die Gesundheit
Der durchschnittliche Becher Kaffee aus einer Brühmaschine enthält etwa 137 Milliliter. Hochgerechnet auf drei Tassen pro Tag ergibt das eine dauerhafte Zusatzbelastung mit cholesterinerhöhenden Substanzen – die man leicht vermeiden könnte.
„Der Filterprozess ist entscheidend“, sagt Studienleiter David Iggman. „Offensichtlich gelingt es nicht allen Maschinen, die Diterpene aus dem Kaffee zu entfernen.“ Wer gesundheitlich auf seinen Cholesterinspiegel achten muss – oder einfach vorsorgen will –, sollte lieber zum Filterkaffee greifen.
Kurz zusammengefasst:
- Kaffee im Büro enthält oft Stoffe, die das „schlechte“ Cholesterin erhöhen – je nach Maschine in teils überraschend hoher Konzentration.
- Verantwortlich sind die Diterpene Cafestol und Kahweol, die den Cholesterinabbau in der Leber bremsen.
- Filterkaffee schneidet am besten ab, weil er diese Stoffe fast vollständig zurückhält – ein einfacher Wechsel mit großer Wirkung.
Übrigens: Nicht nur die Art der Kaffeemaschine, auch der Zeitpunkt spielt eine entscheidende Rolle für die Gesundheit. Wer Kaffee nur morgens trinkt, senkt laut Studie sein Sterberisiko deutlich – mehr dazu in unserem Artikel.
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