Tokio startet Dating-App: KI-gestützte Liebe gegen den Bevölkerungsrückgang

Tokio startet eine innovative Dating-App, um die sinkenden Geburtenraten zu bekämpfen und der demografischen Krise entgegenzuwirken.

Tokio Dating-App

Japans Bevölkerung schrumpft. Nun hat Tokios Stadtverwaltung eine Dating-App gestartet. © Wikimedia

In Japan, einem Land mit einer stetig alternden Bevölkerung von derzeit 123,9 Millionen Menschen, hat die Geburtenrate einen neuen Tiefpunkt erreicht. Mit nur 727.277 Geburten im letzten Jahr und einer Fertilitätsrate, die von 1.26 auf 1.20 gefallen ist, sieht sich Japan mit einer demografischen Krise konfrontiert. Für die Stabilität einer Bevölkerung ist eine Fertilitätsrate von mindestens 2.1 notwendig. Tokio ist noch weiter von dieser Zahl entfernt. Statistisch gesehen bringt eine Frau in Japans Hauptstadt nur 0,99 Kinder zur Welt. Die Lösung, die sich Tokio ersonnen hat, ist eine Dating-App.

Tokio reagiert mit innovativer Lösung

Um dem Bevölkerungsschwund entgegenzuwirken, hat die Stadtverwaltung von Tokio eine innovative Initiative gestartet. Die Dating-App „Tokyo Futari Story„, die von der Stadtverwaltung betrieben wird, ist ein neuartiger Versuch, die Einwohner zur Familienplanung zu ermutigen. „Bitte nutzen Sie sie als den ersten Schritt, um mit der Partnersuche zu beginnen“, so wirbt die Website der App. Mit Hilfe eines KI-gestützten Matchmaking-Systems, das auf einem „Werte-Diagnosetest“ basiert, sollen Nutzer Partner finden, die ihre Ansichten und Wünsche teilen, meldet CNN.

Kulturelle Herausforderungen und technologische Lösungen

Die Schwierigkeit, in Japans von langer Arbeitszeit geprägter Kultur familiäre Bindungen zu pflegen, hat die Stadtverwaltung dazu veranlasst, nicht nur technologische, sondern auch soziale Lösungen anzubieten. Veranstaltungen, bei denen Paare Beziehungstipps erhalten oder ihre Liebesgeschichte in Manga-Form bringen können, sind Teil der Bemühungen, das soziale Leben der Bürger zu bereichern.

Internationale Aufmerksamkeit und Skepsis

Die Bemühungen Japans haben auch international Aufmerksamkeit erregt. Der Technologie-Milliardär Elon Musk kommentierte auf X: „Ich bin froh, dass die Regierung Japans die Wichtigkeit dieser Angelegenheit erkennt. Wenn keine radikalen Maßnahmen ergriffen werden, werden Japan (und viele andere Länder) verschwinden!“

Obwohl Experten einen völligen Schwund der Bevölkerung für unwahrscheinlich halten, ist die Anerkennung der Dringlichkeit dieses Themas ein wichtiger Schritt.

Weitere Maßnahmen zur Unterstützung von Familien

Neben der Dating-App hat die Regierung weitere Maßnahmen eingeführt, um die Geburtenrate zu steigern. Dazu gehören erweiterte Kinderbetreuungseinrichtungen, Wohnbeihilfen für junge Eltern und in einigen Städten sogar finanzielle Anreize für die Geburt von Kindern. Auch die Einwanderungspolitik wurde gelockert, um dem Bevölkerungsrückgang entgegenzuwirken.

Hohe Erwartungen an die App

Die Stadtverwaltung von Tokio setzt mit „Tokyo Futari Story“ hohe Erwartungen in die Technologie und gesellschaftliche Innovationen, um den Trend der sinkenden Geburtenrate umzukehren. Diese Maßnahmen zeigen, dass Japans Kampf gegen den demografischen Wandel sowohl Herausforderungen als auch Chancen für die Gesellschaft birgt. Jeder, der in Tokio lebt oder arbeitet und über 18 Jahre alt ist, kann teilnehmen und vielleicht den Partner fürs Leben finden, der nicht nur durch äußere Merkmale, sondern durch gemeinsame Werte und Lebensziele überzeugt.

Was du dir merken solltest:

  • Japans Geburtenrate ist auf einen historischen Tiefpunkt gefallen. Das kann ernsthafte Folgen für die Zukunft des Landes haben, da eine Fertilitätsrate von mindestens 2.1 nötig ist, um die Bevölkerung stabil zu halten.
  • Die Stadtverwaltung von Tokio hat die Dating-App „Tokyo Futari Story“ eingeführt. Mithilfe von KI-Technologie sollen Japaner bei der Partnersuche unterstützt werden, um die niedrigen Geburtenraten zu bekämpfen.
  • Neben der App fördert die Regierung Familienbildung durch verbesserte Kinderbetreuung, finanzielle Anreize und gesellschaftliche Veranstaltungen, um den demografischen Herausforderungen entgegenzuwirken.

Bild: © mrhayata via Wikimedia unter CC2-Lizenz

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