Immobilienmarkt: China schafft es nicht, die Lage zu stabilisieren

Der Immobilienmarkt in China kämpft mit sinkenden Investitionen und Verkäufen, während der Immobilienkonzern Evergrande am Rand des Kollapses steht.

China Immobilienmarkt

Es steht aktuell schlecht um den Immobilienmarkt in China. © Unsplash

Die Investitionen im Immobilienmarkt in China sind in den ersten fünf Monaten des Jahres um 10,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Trotz verschiedener staatlicher Maßnahmen zur Stabilisierung des Marktes sind keine signifikanten Besserungen in Sicht. Dies berichtet das Handelsblatt unter Berufung auf Zahlen des Nationalen Statistikamts (NBS).

Die Verkäufe nach Fläche hätten von Januar bis Mai um 20,3 Prozent abgenommen, ein leichter Anstieg im Vergleich zum Rückgang von 20,2 Prozent in den ersten vier Monaten des Jahres. Auch die Neubauten, gemessen an der Wohnfläche, seien weiter zurückgegangen, um 24,2 Prozent im Jahresvergleich, nach einem Rückgang von 24,6 Prozent in den vorangegangenen Monaten. Die finanziellen Mittel, die von den Immobilienentwicklern aufgebracht wurden, seien im Jahresvergleich ebenfalls um 24,3 Prozent gefallen.

Weiterer Rückgang trotz Regierungsbemühungen

Die Regierung habe angesichts der Krise umfassende Maßnahmen angekündigt, um die Immobilienbestände zu reduzieren und die Nachfrage nach Wohnraum zu fördern. Experten sagen jedoch, diese Maßnahmen würden erst wirksam werden, wenn sich die fallenden Immobilienpreise erholen. Trotz der Bemühungen der Behörden, den Markt zu stabilisieren, bleibe eine Erholung vorerst aus.

Evergrande vor dem finanziellen Abgrund

Parallel zur allgemeinen Marktkrise steht Evergrande, einer der größten Immobilienkonzerne Chinas, kurz vor dem finanziellen Kollaps. Die Süddeutsche Zeitung hat schon im Jahr 2021 die dramatische Situation des Konzerns beleuchtet, der damals noch mit einer Schuldenlast von über 280 Milliarden Euro zu kämpfen hatte. Evergrande gilt heute als das am höchsten verschuldete Immobilienunternehmen der Welt. Staatliche Eingriffe, die unter anderem eine strengere Regulierung der Kreditaufnahme umfassten, sollen dafür gesorgt haben, dass das Unternehmen keine neuen Kredite aufnehmen kann und die Situation somit weiter verschärft haben. Ende Januar hat ein Gericht in Hongkong die Liquidation von China Evergrande angeordnet.

Globale Auswirkungen einer lokalen Krise

Die Schwierigkeiten bei Evergrande und anderen Immobilienriesen haben weitreichende Folgen für die gesamte chinesische Wirtschaft. Die Aktien des Unternehmens sind stark gefallen, und die Angst vor einem Dominoeffekt auf das Bankensystem wächst. Experten warnen, dass die finanziellen Turbulenzen zu einer umfassenden Wirtschaftskrise führen könnten, die auch globale Märkte beeinflussen würde.

Was du dir merken solltest:

  • In den ersten fünf Monaten des Jahres sind die Investitionen im Immobilienmarkt in China um 10,1 Prozent gesunken, und auch die Verkäufe sowie Neubauten verzeichnen deutliche Rückgänge.
  • Trotz umfangreicher staatlicher Maßnahmen zur Stabilisierung des Immobilienmarktes und zur Förderung der Nachfrage bleibt eine merkliche Erholung aus, da die Preise weiter fallen und die Finanzmittel drastisch gesunken sind.
  • Die finanziellen Schwierigkeiten des hochverschuldeten Immobilienkonzerns Evergrande, inklusive staatlicher Eingriffe und Liquidationsanordnungen, tragen zu einer potenziellen Wirtschaftskrise bei, die auch globale Auswirkungen haben könnte.

Bild: © Unsplash

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