April 2026 war drittwärmster weltweit: In Europa klaffen Hitze und Kälte auseinander
Der April 2026 war weltweit einer der wärmsten seit Beginn der Messungen. Europa erlebte zugleich frühe Hitze im Südwesten und Kälte im Osten.
Ein Strand bei Cádiz in Andalusien: Südwesteuropa erlebte im April 2026 ungewöhnlich warme Tage. © Unsplash
Während Spanien Ende April ungewöhnlich frühe Hitze erlebte, strömte kalte Luft aus dem Norden bis nach Polen und in andere Teile Osteuropas. Der wärmste April seit Jahren teilte Europa in auffällige Temperaturzonen: Im Südwesten lagen die Werte deutlich über dem Durchschnitt, im Osten vielerorts darunter. Besonders stark war der Kontrast zwischen Spanien, Frankreich und Italien auf der einen Seite und Osteuropa auf der anderen.
Neue Daten des Copernicus Climate Change Service (C3S) zeigen nun, wie stark sich die Wetterlagen innerhalb Europas auseinanderentwickelten. Weltweit gehörte der April 2026 zu den drei wärmsten Aprilmonaten seit Beginn der modernen Auswertungen. Auch die Ozeane erreichten erneut außergewöhnlich hohe Temperaturen.
Der April spaltet Europa: Im Westen Hitze, im Osten Kälte
Die Durchschnittstemperatur weltweit lag im April bei 14,89 Grad Celsius. Das waren 0,52 Grad mehr als im Mittel der Jahre 1991 bis 2020. Gegenüber der vorindustriellen Zeit lag der Monat sogar 1,43 Grad höher.
Nur die Aprilmonate 2024 und 2025 waren weltweit noch wärmer. April 2026 landete gemeinsam mit April 2016 und April 2020 auf Platz drei. Die Unterschiede lagen laut Copernicus bei weniger als 0,01 Grad.
In Europa zeigte sich die Erwärmung jedoch nicht gleichmäßig. Besonders heiß wurde es auf der Iberischen Halbinsel, in Südfrankreich und in Italien. Dort lagen die Temperaturen regional bis zu vier Grad über dem langjährigen Durchschnitt. Gleichzeitig blieb es in Teilen Osteuropas deutlich kühler als üblich. In Nordpolen lagen die Werte teils rund zwei Grad unter dem Durchschnitt.
Hochdruck und Kaltluft verändern Europas Wetter deutlich
Hinter den Gegensätzen steckt eine ungewöhnliche Wetterlage. Über Westeuropa hielt sich lange ein stabiles Hochdruckgebiet. Dadurch blieb das Wetter trocken und sonnig. Über Osteuropa dominierte dagegen tiefer Luftdruck. Gleichzeitig strömte kalte Luft aus dem Norden Richtung Polen, Ukraine und Balkan.
Zum Monatsende kam ein weiterer Effekt hinzu. Ein starkes Tiefdrucksystem über dem Atlantik lenkte heiße Luft aus Nordafrika nach Spanien und Frankreich. Dadurch stiegen die Temperaturen dort noch einmal deutlich an.
Vor allem Spanien erlebte außergewöhnliche Werte. Nach Angaben des spanischen Wetterdienstes AEMET war es der wärmste April seit 1962. In Frankreich registrierte Météo-France den drittwärmsten April seit Beginn der Messungen im Jahr 1900.

Wärmster April bringt auch die Ozeane nahe an Rekordwerte
Nicht nur an Land blieb es ungewöhnlich warm. Auch die Meeresoberflächen erreichten fast wieder die Rekordwerte aus dem Jahr 2024.
Die durchschnittliche Temperatur der Ozeane zwischen 60 Grad südlicher und 60 Grad nördlicher Breite lag im April 2026 bei 21 Grad Celsius. Damit fehlten nur 0,04 Grad zum bisherigen April-Rekord aus dem Jahr 2024.
Besonders auffällig entwickelte sich der Pazifik. Zwischen dem zentralen Äquatorialpazifik und der Westküste Nordamerikas registrierten die Datensätze teils neue Höchstwerte für einen April. Dort entstanden großflächige marine Hitzewellen.
Kleine rote Punkte markieren ungewöhnlich warme Meeresregionen
Auf den Karten von Copernicus fallen viele kleine rote Punkte und Flächen auf. Sie markieren Regionen mit außergewöhnlich hohen Meerestemperaturen. Vor allem im Pazifik, im Nordatlantik und im Mittelmeer lagen die Werte teils deutlich über dem Durchschnitt.
Die Ozeane spielen beim Klima eine zentrale Rolle, weil sie enorme Mengen Wärme speichern. Erwärmt sich die Wasseroberfläche stark, beeinflusst das Wetterlagen, Niederschläge und die Entwicklung von Stürmen.

Auch das Wetterphänomen El Niño rückt wieder näher. Im Frühjahr herrschten zunächst neutrale Bedingungen im tropischen Pazifik. Inzwischen steigen die Temperaturen dort jedoch wieder an. Die Weltorganisation für Meteorologie erwartet, dass sich El Niño in den kommenden Monaten entwickelt.
Schon 2024 hatte ein starkes El-Niño-Ereignis die globalen Temperaturen zusätzlich nach oben gedrückt. Sollten sich die Ozeane weiter erwärmen, könnten auch die kommenden Monate weltweit außergewöhnlich warm ausfallen.
Extreme Gegensätze in Europa immer häufiger
Die Daten aus April 2026 zeigen außerdem, wie unterschiedlich sich der Klimawandel regional auswirken kann. Während manche Regionen ungewöhnliche Hitze erleben, kämpfen andere zeitgleich mit Kaltluft, Starkregen oder instabilen Wetterlagen.
Besonders deutlich wurde das diesmal in Europa. Zwischen Spanien und Polen lagen stellenweise Temperaturunterschiede von mehreren Grad. Solche Gegensätze entstehen, wenn sich Hoch- und Tiefdruckgebiete über längere Zeit festsetzen.
Für viele Regionen hat das direkte Folgen. Hitze und Trockenheit belasten Landwirtschaft und Wasserreserven. Gleichzeitig erhöhen starke Temperaturwechsel den Druck auf Stromnetze, Infrastruktur und Gesundheitssysteme.
Copernicus wertet die weltweiten Klimadaten kontinuierlich aus. Die aktuellen Zahlen stammen aus dem ERA5-Datensatz des European Centre for Medium-Range Weather Forecasts.
Kurz zusammengefasst:
- Der April 2026 war weltweit der drittwärmste seit Beginn der modernen Auswertungen; nur 2024 und 2025 lagen noch höher.
- Europa erlebte starke Gegensätze: frühe Hitze in Spanien, Frankreich und Italien, zugleich kühlere Luft in Osteuropa bis nach Polen.
- Auch die Ozeane blieben ungewöhnlich warm: Die Meeresoberflächen lagen nahe am April-Rekord von 2024 und könnten durch El Niño weiter steigen.
Übrigens: Während Europa bereits ungewöhnliche Temperatur-Gegensätze erlebt, wächst im Pazifik die Wahrscheinlichkeit für ein neues El-Niño-Ereignis. Das Klimaphänomen könnte die globale Erwärmung zusätzlich verstärken und Extremwetter weltweit verschärfen – mehr dazu in unserem Artikel.
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