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	<title>Pangäa Archive - SMART UP NEWS</title>
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	<title>Pangäa Archive - SMART UP NEWS</title>
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		<title>Trias-Inferno: Farne verwandelten Europa für Tausende Jahre in eine Feuerhölle</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Anne Bajrica]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Jul 2026 06:17:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wissen]]></category>
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					<description><![CDATA[Am Ende der Trias breiteten sich Farne nach dem Kollaps der Nadelwälder aus und lieferten Brennstoff für Großbrände in Europa.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="">Vor rund 201 Millionen Jahren, als bereits die ersten Dinosaurier durch <a href="https://smartup-news.de/wissen/als-pangaea-existierte-wetterphaenomen-el-nino-beeinflusste-bereits-vor-250-millionen-jahren-die-welt/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Pangäa </a>zogen, brannten in Nordwesteuropa über lange Zeit immer wieder riesige Flächen. Vorausgegangen war ein massiver Klimawandel beim Auseinanderbrechen des Superkontinents: Vulkane setzten große Mengen Kohlendioxid frei, die Erde erwärmte sich um fünf bis zehn Grad Celsius und viele Wälder starben ab.</p>



<p class="">Auf den verwüsteten Böden breiteten sich Farne aus. Sie wuchsen schnell, überstanden Brände mit ihren unterirdischen Wurzeln und kehrten danach rasch zurück. In trockenen Phasen wurden ihre dichten Bestände selbst zum Brennstoff. So hielten sich die <a href="https://smartup-news.de/wissen/waldbraende-in-der-arktis-groenland-brennt-schon-im-juni/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Waldbrände </a>in Europa zur Trias über Tausende Jahre.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Waldbrände in Europa zur Trias breiteten sich riesig aus</h2>



<p class="">Die Feuer beschränkten sich offenbar nicht auf einzelne Regionen. Spuren davon fanden sich in Bohrkernen aus Deutschland, Luxemburg, Dänemark und Großbritannien. Ein internationales Team unter Leitung der <a href="https://www.uu.nl/en/news/triassic-inferno-fires-raged-across-europe-for-thousands-of-years-during-past-global-warming" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Universit</a><a href="https://www.uu.nl/en/news/triassic-inferno-fires-raged-across-europe-for-thousands-of-years-during-past-global-warming">ät Utrecht</a> untersuchte Ablagerungen aus allen vier Ländern. Die <a href="https://www.nature.com/articles/s41561-026-02048-4" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Ergebnisse </a>erschienen im Fachjournal <em>Nature Geoscience</em>.</p>



<p class="">Zu dem Material gehörte ein neu gewonnener, 640 Meter langer Bohrkern aus Großbritannien. Darin suchten die Wissenschaftler nach Rückständen früherer Vegetationsbrände. Sie bestimmten die Menge mikroskopisch kleiner Holzkohle und analysierten organische Verbindungen aus Rauch. Diese polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe, kurz PAHs, entstehen beim Verbrennen von Pflanzen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fossile Sporen verdunkelten sich ungewöhnlich stark</h2>



<p class="">Holzkohle und PAHs liefern jedoch keine lückenlose Feuergeschichte. Größere Kohlepartikel können bei der Probenaufbereitung zerbrechen. Viele kleine Stücke könnten dann mehr Brände vortäuschen, als tatsächlich stattfanden. Rauchmoleküle wiederum können weit vom Feuer entfernt niedergehen. Manche bleiben in Sedimenten gar nicht erhalten.</p>



<p class="">Deshalb untersuchte das Team zusätzlich die Farbe fossiler Pollen und Sporen. Eine Kamera am Lichtmikroskop erfasste ihre Rot-, Grün- und Blauwerte. Daraus berechneten die Wissenschaftler einen mittleren Grauwert. Insgesamt kamen rund 15.000 Messungen zusammen. Die Methode trägt den Namen Palynomorph Darkness Index, auf Deutsch etwa Dunkelheitsindex für fossile Pollen und Sporen.</p>



<p class="">Normalerweise werden solche organischen Reste dunkler, wenn Sedimente immer tiefer in den Untergrund sinken. Druck und Wärme verändern dann nach und nach das Material. In den Bohrkernen verlief die Verfärbung jedoch anders. Alte und tief liegende Pollen blieben hell. Erst im Abschnitt des Massenaussterbens wechselte ihre Farbe zu einem sehr dunklen Braun. In jüngeren Schichten wurden sie wieder heller.</p>



<p class="">„Wir waren von diesem Phänomen ziemlich verblüfft“, sagt der Utrechter Geologe <a href="https://www.uu.nl/medewerkers/BvandeSchootbrugge" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bas van de Schootbrugge</a>. Die dunkle Zone trat in allen vier Bohrkernen zur gleichen Zeit auf. Eine gewöhnliche Erwärmung im Untergrund kam daher kaum infrage. Die untersuchten Sedimentbecken hatten sehr unterschiedliche geologische Entwicklungen durchlaufen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Drei Feuerspuren passen zeitlich zusammen</h2>



<p class="">Die stärkste <a href="https://smartup-news.de/wissen/klimawandel-verdunkelt-die-nordhalbkugel-der-erde-mit-massiven-folgen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Verdunkelung </a>fiel mit einer massenhaften Ausbreitung von Farnen zusammen. Zugleich nahmen Holzkohle und PAHs in den Ablagerungen zu. Pollen von Nadelbäumen und Sporen verschiedener Farnpflanzen zeigten denselben Farbwechsel. Eine Besonderheit einzelner Pflanzengruppen ließ sich dadurch ausschließen.</p>



<p class="">Nach dem Zusammenbruch der Wälder besetzten Farne die gestörten Flächen besonders schnell. Einige Arten konnten dichte Matten bilden und andere Pflanzen überwuchern. Trockneten diese Bestände aus, breiteten sich Flammen leicht über große Entfernungen aus. Manche Farne wirkten sogar wie „Feuerleitern“, über die das Feuer weitere Pflanzenschichten erreichte.</p>



<p class="">„Wenn die Farne austrocknen, bilden die dichten Matten den idealen Brennstoff für gewaltige Brände“, sagt van de Schootbrugge. Oberirdisch verbrannten die Pflanzen. Unterirdische Wurzelsysteme überstanden das Feuer jedoch häufig. Schon bald trieben neue Wedel aus. Bäume und andere Pflanzen konnten mit diesem Tempo kaum mithalten.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="684" src="https://smartup-news.de/wp-content/uploads/smartup-news.de-trias-inferno-farne-verwandelten-europa-fuer-tausende-jahre-in-eine-feuerhoelle-trees-and-ferns-at-kings-forest-suffolk-1024x684.jpg" alt="Bäume und Farne im Kings Forest in Suffolk: Solche Landschaften erinnern daran, wie schnell sich Farne nach Störungen ausbreiten können. © Wikimedia" class="wp-image-61921" srcset="https://smartup-news.de/wp-content/uploads/smartup-news.de-trias-inferno-farne-verwandelten-europa-fuer-tausende-jahre-in-eine-feuerhoelle-trees-and-ferns-at-kings-forest-suffolk-1024x684.jpg 1024w, https://smartup-news.de/wp-content/uploads/smartup-news.de-trias-inferno-farne-verwandelten-europa-fuer-tausende-jahre-in-eine-feuerhoelle-trees-and-ferns-at-kings-forest-suffolk-300x200.jpg 300w, https://smartup-news.de/wp-content/uploads/smartup-news.de-trias-inferno-farne-verwandelten-europa-fuer-tausende-jahre-in-eine-feuerhoelle-trees-and-ferns-at-kings-forest-suffolk-768x513.jpg 768w, https://smartup-news.de/wp-content/uploads/smartup-news.de-trias-inferno-farne-verwandelten-europa-fuer-tausende-jahre-in-eine-feuerhoelle-trees-and-ferns-at-kings-forest-suffolk.jpg 1279w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><span class="media-credit">© Sophie Curtis via Wikimedia unter CC BY-SA 4.0</span> Bäume und Farne im Kings Forest in Suffolk: Solche Landschaften erinnern daran, wie schnell sich Farne nach Störungen ausbreiten können. © <a href="https://commons.wikimedia.org/w/index.php?title=User:Sphcrts&amp;action=edit&amp;redlink=1" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Sophie Curtis</a> via <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Trees_and_ferns_at_Kings_Forest,_Suffolk.jpg" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Wikimedia</a> unter <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">CC BY-SA 4.0</a></figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Farne schürten Brände immer wieder neu</h2>



<p class="">Diese Abfolge könnte eine langlebige Rückkopplung ausgelöst haben. Feuer schufen offene Böden, auf denen sich Farne ausbreiteten. Die neuen Farnbestände lieferten später wieder Brennstoff. „Die Farne reagierten auf die Feuer und lieferten zugleich den Brennstoff, der die Flammen anfachte“, sagt van de Schootbrugge. Er beschreibt die damalige Landschaft als „eine wahrhaft höllische Welt“.</p>



<p class="">Die von Farnen geprägte Phase dauerte nach Schätzungen mindestens 40.000 Jahre. Möglicherweise zog sie sich sogar über 300.000 Jahre hin. Neben den Bränden belasteten starke Hitze und längere <a href="https://smartup-news.de/wissen/globale-duerre-trifft-selten-mehrere-kontinente-gleichzeitig/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Dürren </a>die Pflanzenwelt. Dazwischen konnten extreme Niederschläge Böden abtragen und die geschwächten Ökosysteme zusätzlich verändern.</p>



<p class="">Farne gehörten dabei zu den großen Überlebenskünstlern. Sie besiedelten Flächen, auf denen Bäume kaum noch Fuß fassten. Van de Schootbrugge nennt sie deshalb „wahre Katastrophenarten“. Aus der zerstörten Waldlandschaft entstand so eine weite Farnsavanne, die sich über große Teile des heutigen Nordwesteuropas erstreckte.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kurz zusammengefasst:</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li class="">Am Ende der Trias löste starker Vulkanismus beim Zerbrechen Pangäas eine Erwärmung von fünf bis zehn Grad aus; viele Nadelwälder in Nordwesteuropa brachen zusammen.</li>



<li class="">Auf den offenen Böden breiteten sich Farne aus, trockneten immer wieder aus und lieferten so über Tausende Jahre Brennstoff für großflächige Vegetationsbrände.</li>



<li class="">Bohrkerne aus Deutschland, Luxemburg, Dänemark und Großbritannien belegen die Feuer durch dunkle Pollen und Sporen, Mikroholzkohle und Brandmoleküle.</li>
</ul>



<p class=""><strong>Übrigens</strong>: Während Pangäa auseinanderbrach und Europa von Farnen und Feuer geprägt war, lag auch der eigene Wohnort womöglich nahe am Äquator oder an einem warmen Meer. Ein neues Online-Tool rekonstruiert diese Reise bis zu 320 Millionen Jahre zurück – mehr dazu in unserem <a href="https://smartup-news.de/wissen/paleolatitude-wo-dein-ort-frueher-lag-und-wie-weit-er-gereist-ist/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Artikel</a>.</p>



<p class="">Bild: © Illustration: Mark Garlick</p>
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					<![CDATA[Triassic Inferno]]>
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									<media:description type="plain"><![CDATA[Nach dem Zusammenbruch der Nadelwälder überwucherten Farne die verwüsteten Böden – und schufen den Brennstoff für immer neue Feuer. © Illustration: Mark Garlick]]></media:description>
													<media:copyright>Anne Bajrica</media:copyright>
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		<title>Wo lag mein Ort früher? Neues Tool zeigt, wo dein Zuhause vor Millionen Jahren war</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Anne Bajrica]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 May 2026 07:51:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wissen]]></category>
		<category><![CDATA[Breitengrad]]></category>
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					<description><![CDATA[Neues Tool berechnet die frühere Lage von Orten bis 320 Mio. Jahre zurück – mit Plattentektonik und Magnetdaten.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Der Boden unter den Füßen fühlt sich sicher an. Haus, Garten, Straße – alles scheint seit jeher da zu sein. Doch dieser Eindruck trügt gewaltig. Der Ort, an dem Menschen heute wohnen, stand vor Millionen Jahren womöglich in einer völlig anderen Klimazone. Vielleicht näher am Äquator, vielleicht in einer Landschaft aus Wüste und tropischem Meer. Wer wissen will, wo sein Ort früher lag, bekommt nun eine erstaunlich konkrete Antwort.</p>



<p>Ein Forschungsteam um den Geowissenschaftler <a href="https://www.uu.nl/staff/DJJvanHinsbergen" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Douwe van Hinsbergen </a>von der <a href="https://www.uu.nl/en/news/where-was-your-back-yard-millions-of-years-ago" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Universität Utrecht</a> stellt im Fachjournal <em><a href="https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0346817" target="_blank" rel="noreferrer noopener">PLOS One</a> </em>die neue Version des <a href="https://paleolatitude.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Online-Tools Paleolatitude</a> vor. Es berechnet, auf welchem Breitengrad ein Ort früher lag – zurück bis zur Zeit des Superkontinents Pangäa vor rund 320 Millionen Jahren.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Paleolatitude berechnet frühere Breiten erstaunlich präzise</h2>



<p>Der Breitengrad beeinflusst, wie stark die Sonne auf eine Region trifft. Er bestimmt <a href="https://smartup-news.de/technologie/co2-abscheidung-bei-niedriger-temperatur-60-grad-genuegen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Temperatur</a>, Niederschlag und damit auch, welche Pflanzen und Tiere dort leben können. Für die Forschung reicht es daher nicht aus, nur den heutigen Fundort eines Fossils zu kennen. Entscheidend ist, wo sich dieser Ort damals befand.</p>



<p>Paleolatitude kombiniert dafür zwei Ansätze. Zum einen rekonstruiert das Modell die Bewegungen der Erdplatten. Zum anderen nutzt es magnetische Signale, die in Gesteinen gespeichert sind. Viele <a href="https://smartup-news.de/technologie/vierbeiniger-laufroboter-soll-mars-gestein-in-rekordzeit-scannen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Gesteine </a>enthalten Minerale, die sich bei ihrer Entstehung am Magnetfeld der Erde ausrichten. Diese Ausrichtung bleibt erhalten. Sie liefert Hinweise darauf, in welcher geografischen Breite das Gestein entstanden ist.</p>



<p>„Beim nächsten Urlaub kann man nachsehen, welche Reise das Reiseziel selbst hinter sich hat“, sagt van Hinsbergen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">München wandert langsam nach Norden</h2>



<p>München liefert ein anschauliches Beispiel. Vor rund 320 Millionen Jahren lag die Region nahe am Äquator, leicht südlich davon. Über Millionen Jahre verschob sich das Gebiet Schritt für Schritt nach Norden. Heute liegt München bei etwa 48 Grad nördlicher Breite – ein weiter Weg durch die Erdgeschichte, der auch das Klima grundlegend verändert hat.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large"><img decoding="async" width="1024" height="683" src="https://smartup-news.de/wp-content/uploads/smartup-news.de-wo-lag-mein-ort-frueher-neues-tool-zeigt-wo-dein-zuhause-vor-millionen-jahren-war-paleolatitude.org-3-may-21-57-1024x683.jpeg" alt="" class="wp-image-56492" srcset="https://smartup-news.de/wp-content/uploads/smartup-news.de-wo-lag-mein-ort-frueher-neues-tool-zeigt-wo-dein-zuhause-vor-millionen-jahren-war-paleolatitude.org-3-may-21-57-1024x683.jpeg 1024w, https://smartup-news.de/wp-content/uploads/smartup-news.de-wo-lag-mein-ort-frueher-neues-tool-zeigt-wo-dein-zuhause-vor-millionen-jahren-war-paleolatitude.org-3-may-21-57-300x200.jpeg 300w, https://smartup-news.de/wp-content/uploads/smartup-news.de-wo-lag-mein-ort-frueher-neues-tool-zeigt-wo-dein-zuhause-vor-millionen-jahren-war-paleolatitude.org-3-may-21-57-768x512.jpeg 768w, https://smartup-news.de/wp-content/uploads/smartup-news.de-wo-lag-mein-ort-frueher-neues-tool-zeigt-wo-dein-zuhause-vor-millionen-jahren-war-paleolatitude.org-3-may-21-57.jpeg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><span class="media-credit">© Paleoatitude</span> <br>Die Grafik zeigt, wie sich die Lage von München über Millionen Jahre vom Äquator bis nach Mitteleuropa verschoben hat. © Paleoatitude</figcaption></figure>



<p>Wie stark sich die Erde verändert hat, zeigt auch ein Blick in die Vergangenheit der Niederlande. In der Region Winterswijk untersuchen Geowissenschaftler rund 245 Millionen Jahre alte Spuren von Pflanzen und Tieren. Die Landschaft wirkte damals völlig anders als heute.</p>



<p>Die Funde deuten auf eine Umgebung hin, die an den Persischen Golf erinnert: trockenes Klima, warmes Meer, andere Lebensbedingungen. Lange blieb unklar, ob das globale Klima damals grundsätzlich heißer war. Die Rekonstruktion liefert eine andere Erklärung. Die Region lag einst auf einer Breite, die heute mit dem Nahen Osten vergleichbar ist. Nicht das Klima allein war anders – auch der Standort selbst befand sich in einer völlig anderen Zone der Erde.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Neue Erdkarte zeigt auch verlorene Kontinente</h2>



<p>Das Modell aus Utrecht geht deutlich weiter als frühere Ansätze. Es erfasst nicht nur große <a href="https://smartup-news.de/wissen/wie-sich-kontinente-von-unten-schaelen-und-vulkane-entstehen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Kontinente</a>, sondern auch kleinere Platten und sogenannte „verlorene Kontinente“. Diese Landmassen existieren heute nicht mehr in ihrer ursprünglichen Form. Ihre Reste finden sich als gefaltete Gesteine in Gebirgen wie den Alpen oder im Himalaya.</p>



<p>Die Forscher haben diese Strukturen rekonstruiert und wieder in ihre ursprüngliche Lage versetzt. „Das bedeutet, dass erstmals ein wirklich globales Modell verfügbar ist, mit dem sich diese Gesteine ihren ursprünglichen Platten zuordnen lassen“, erklärt van Hinsbergen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wie das Modell die Erdgeschichte Schritt für Schritt rekonstruiert</h2>



<p>Um diese Bewegungen nachzuvollziehen, greifen die Forscher auf verschiedene Datenquellen zurück. Das Modell vereint geologische, tektonische und magnetische Informationen. Daraus entsteht eine Art Zeitmaschine für die Erdoberfläche.</p>



<p>Wichtige Bausteine sind:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Rekonstruktionen der Plattenbewegungen über bis zu 320 Millionen Jahre</li>



<li>Daten aus dem Erdmagnetfeld, die in Gesteinen gespeichert sind</li>



<li>Modelle von Gebirgsbildungen, bei denen Gesteinsschichten verschoben wurden</li>



<li>Informationen über kleinere Kontinentalfragmente und Mikroplatten</li>
</ul>



<p>Diese Kombination erlaubt es, auch komplexe Regionen zu berechnen, die bislang schwer zugänglich waren. Dazu zählen etwa Gebirgsgürtel, in denen Gesteinsschichten übereinander geschoben wurden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fossilien und Klima lassen sich besser einordnen</h2>



<p>Die neue Genauigkeit wirkt sich direkt auf die Klimaforschung aus. Wenn ein Ort früher näher am Äquator lag, erhielt er mehr Sonnenenergie. Das beeinflusst Temperatur, Niederschlag und Artenvielfalt. Ohne diese Information lassen sich viele Fossilfunde nur schwer interpretieren.</p>



<p>In einer Anwendung analysierte das Team rund 34.000 Fossilien aus dem Oberjura. Dabei zeigte sich, dass sich die berechneten Breitengrade meist innerhalb einer Unsicherheit von etwa 6,8 Grad bewegen. Für geologische Zeiträume gilt das als solide Grundlage.</p>



<p>Die Methode erlaubt zudem, Unsicherheiten systematisch einzubeziehen. Das verbessert die Aussagekraft von Studien zur Entwicklung von Arten und Ökosystemen.</p>



<figure class="wp-block-embed aligncenter is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
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</div><figcaption class="wp-element-caption">Rekonstruktion des Superkontinents Pangäa vor Millionen Jahren. © <a href="https://www.youtube.com/@UUGeosciences" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Faculty of Geosciences Utrecht University</a> via <a href="https://www.youtube.com/watch?v=EwPdxl5tZXA" target="_blank" rel="noreferrer noopener">YouTube</a></figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">So funktioniert Paleolatitude</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li>Auf der Weltkarte einen Ort anklicken, etwa die eigene Stadt.</li>



<li>Das Tool zeigt dann, auf welchem Breitengrad dieser Ort früher lag.</li>



<li>Die Kurve zeigt die Veränderung über Millionen Jahre.</li>



<li>Bis zu 20 Orte lassen sich miteinander vergleichen.</li>



<li>Wer genaue Koordinaten hat, kann sie im Bereich „Advanced“ eingeben.</li>



<li>Dort lassen sich auch große Datenlisten berechnen.</li>
</ul>



<p>Paleolatitude bedeutet: der frühere Breitengrad eines Ortes. So lässt sich erkennen, ob eine Region einst näher am Äquator oder näher an den Polen lag.</p>



<p><strong>So liest man die Werte:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>0° = Äquator (tropische Zone)</li>



<li>+ Werte = nördliche Breiten (z. B. Europa)</li>



<li>– Werte = südliche Breiten (z. B. Australien)</li>
</ul>



<p>Wichtig für die Zeitachse:<br>„Age (Ma)“ steht für das Alter in Millionen Jahren.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>0 Ma = heute</li>



<li>100 Ma = vor 100 Millionen Jahren</li>



<li>320 Ma = vor 320 Millionen Jahren</li>
</ul>



<p>Beispiel München:<br>Vor etwa 320 Millionen Jahren lag das heutige München laut Tool bei rund –5,8° – also leicht südlich des Äquators.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kurz zusammengefasst:</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li>Paleolatitude berechnet, auf welchem Breitengrad Orte früher lagen – bis zu 320 Millionen Jahre zurück und auf Basis von Plattentektonik sowie Magnetdaten aus Gesteinen.</li>



<li>Das Beispiel München macht die Erdgeschichte greifbar: Vor rund 320 Millionen Jahren lag die Region leicht südlich des Äquators, heute bei etwa 48 Grad nördlicher Breite.</li>



<li>Für Klima- und Fossilforschung ist das wichtig, weil der frühere Breitengrad bestimmt, welche Temperaturen, Lebensräume und Arten an einem Ort möglich waren.</li>
</ul>



<p><br><strong>Übrigens</strong>: Während Paleolatitude zeigt, wie weit Orte durch die Erdgeschichte gereist sind, führt die Geschichte des Mondes noch viel weiter zurück – bis zu einem gewaltigen Zusammenstoß der jungen Erde mit Theia. Dabei entstand nicht nur der Mond, auch ein Teil des Eisens in unserer Welt könnte von diesem zerstörten Planeten stammen. Mehr dazu in unserem <a href="https://smartup-news.de/wissen/unser-mond-entstand-bei-einem-gewaltigen-crash-mit-theia/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Artikel</a>.</p>



<p>Bild: © <a href="https://commons.wikimedia.org/w/index.php?title=User:Vannessalai&amp;action=edit&amp;redlink=1" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Vannessalai</a> via <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Pangea_modern.png" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Wikimedia</a> unter <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">CC0 1.0</a></p>
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									<media:description type="plain"><![CDATA[Vor rund 320 Millionen Jahren bildeten fast alle heutigen Kontinente einen einzigen Superkontinent: Pangäa – viele Regionen Europas lagen damals nahe am Äquator. © Wikimedia]]></media:description>
													<media:copyright>Anne Bajrica</media:copyright>
							</media:content>
				</item>
		<item>
		<title>Lebte vor den Dinosauriern: Fossiles Raubtier mit Säbelzähnen auf Mallorca ausgegraben</title>
		<link>https://smartup-news.de/wissen/raubtier-fossil-mit-saebelzaehnen-auf-mallorca-entdeckt/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Anne Bajrica]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Dec 2024 10:55:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wissen]]></category>
		<category><![CDATA[Evolution]]></category>
		<category><![CDATA[Fossil]]></category>
		<category><![CDATA[Fossilien]]></category>
		<category><![CDATA[Gorgonopsiden]]></category>
		<category><![CDATA[Mallorca]]></category>
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		<category><![CDATA[Säugetier]]></category>
		<category><![CDATA[Säugetier-Fossil]]></category>
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					<description><![CDATA[Forscher entdeckten auf Mallorca Fossilien eines 270 Millionen Jahre alten Raubtiers. Es ähnelt Säugetieren und besaß imposante Säbelzähne.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Ein spektakulärer Fund auf Mallorca sorgt für Aufsehen: Forscher haben ein Raubtier-Fossil eines urzeitlichen Raubtiers entdeckt, das vor 270 Millionen Jahren lebte – lange vor den Dinosauriern. Das Tier, das bislang keinen Namen trägt, gehört zu den Gorgonopsiden, entfernten Verwandten der Säugetiere. Es jagte in einer tropischen Welt, die kaum etwas mit dem heutigen Mallorca gemein hat. Über den sensationellen Fund berichtet das Fachmagazin <a href="https://www.nature.com/articles/s41467-024-54425-5" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Nature Communications</a>.</strong></p>



<p>Die Kreatur ist das älteste bekannte Tier mit Säbelzähnen und ähnelte einem mittelgroßen Hund. Rund ein Meter lang, besaß sie auffallend kräftige Beine, die senkrecht unter dem Rumpf saßen. Diese säugetierähnliche Haltung machte sie zu einem schnellen, ausdauernden Jäger. Dazu trug auch ein nahezu zehn Zentimeter langer, säbelzahnartiger Eckzahn bei – ein tödliches Werkzeug, mit dem sie vermutlich pflanzenfressende Reptilien wie die Captorhinidae erlegte.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Tropischer Jäger in unerwartetem Lebensraum</strong></h2>



<p>Banyalbufar, wo die Knochen entdeckt wurden, liegt im heutigen Tramuntana-Gebirge auf Mallorca. Zur Zeit der Gorgonopsiden gab es das Mittelmeer nicht. Mallorca war Teil des Superkontinents Pangäa und lag nahe dem Äquator. Dort herrschte ein warmes, sommerfeuchtes Klima. Ein Lebensraum, in dem bislang kaum Gorgonopsiden gefunden wurden.</p>



<p>Überraschend ist auch die Vielzahl der Fossilien: Schädelteile, Rippen und sogar ein Oberschenkelknochen sind bemerkenswert gut erhalten. „Die große Zahl der Knochen war überraschend“, sagt Rafel Matamales vom Museu Balear de Ciències Naturals laut <a href="https://www.eurekalert.org/news-releases/1068286" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Pressemitteilung</a>. „Sie bieten uns wichtige Hinweise darauf, wie diese Tiere gelebt und gejagt haben.“</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Kein direkter Vorfahre, aber ein wichtiger Verwandter</strong></h2>



<p>Gorgonopsiden sind keine direkten Vorfahren der Säugetiere, spielen aber dennoch eine entscheidende Rolle in ihrer Geschichte. „Sie sind enger mit Säugetieren verwandt als mit irgendwelchen anderen lebenden Tieren“, erklärt Ken Angielczyk vom Field Museum in Chicago. „Sie gehören zu einer Gruppe, aus der später die direkten Vorfahren der Säugetiere hervorgingen.“</p>



<p>Therapsiden, zu denen die Gorgonopsiden zählen, gelten als frühe Wegbereiter der Säugetiere. Diese entwickelten sich erst etwa 70 Millionen Jahre später. Das Besondere an den Gorgonopsiden: Sie waren bereits warmblütig, was ihnen gegenüber Kaltblütern enorme Vorteile verschaffte. Gleichzeitig legten sie aber noch Eier.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Mallorca als Fenster in die Vergangenheit</strong></h2>



<p>Der Fund liefert neue Einblicke in die Evolution der Säugetiere und zeigt, dass Gorgonopsiden viel weiter verbreitet waren als bisher angenommen. Dass die fossilen Überreste ausgerechnet auf Mallorca entdeckt wurden, macht das Forschungsteam besonders stolz. Bislang stammten die meisten Funde aus gemäßigten Regionen wie Russland und Südafrika.</p>



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</ul>



<p>Für die Wissenschaft eröffnet das Fossil auf der Baleareninsel ein neues Kapitel. Die detailreichen Knochenfunde geben Aufschluss darüber, wie diese Jäger in einer tropischen Umwelt lebten und sich an ihre Umgebung anpassten. Gleichzeitig zeigt der Fund, wie wenig wir bislang über das Leben in den warmen Zonen der Permzeit wussten.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="700" height="445" src="https://smartup-news.de/wp-content/uploads/2024/12/Low-Res_Fig.-3.jpg" alt="" class="wp-image-17760" srcset="https://smartup-news.de/wp-content/uploads/2024/12/Low-Res_Fig.-3.jpg 700w, https://smartup-news.de/wp-content/uploads/2024/12/Low-Res_Fig.-3-300x191.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px" /><figcaption class="wp-element-caption">Abbildung, die die gefundenen fossilen Knochen des neuen Gorgonopsia zeigt. © <a href="https://www.nature.com/articles/s41467-024-54425-5/figures/3" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Matamales-Andreu et al, illustration by Eudald Mujal / SMNS</a></figcaption></figure>



<p>Dieses Raubtier mit säbelzahnartigen Zähnen erinnert daran, dass die Evolution der Säugetiere weit länger zurückreicht, als viele annehmen – und manchmal sogar mitten im Mittelmeer Hinweise auf ihre faszinierende Geschichte verborgen liegen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was du dir merken solltest:</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li>Auf Mallorca entdeckten Forscher ein Säugetier-Fossil, das von einem urzeitlichen Raubtier stammt und als früher Verwandter heutiger Säugetiere gilt.</li>



<li>Das Tier besaß säbelzahnartige Eckzähne und kräftige, säugetierähnliche Beine, die es zu einem schnellen und effizienten Jäger machten – in einer tropischen Umwelt nahe dem Äquator.</li>



<li>Der Fund liefert wertvolle Einblicke in die frühe Evolution der Säugetiere und zeigt, dass Gorgonopsiden viel weiter verbreitet waren, als bisher angenommen.</li>
</ul>



<p><strong>Übrigens:</strong> Ein weiterer Fund begeistert Wissenschaftler. In Sibirien wurde die Mumie einer Säbelzahnkatze entdeckt, die auf ein Alter von 35.000 Jahren geschätzt wird – ein absoluter Glückfall. Mehr dazu in unserem <a href="https://smartup-news.de/wissen/35-000-jahre-perfekt-erhaltene-mumie-einer-saebelzahnkatze-fasziniert-forscher/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Artikel</a>.</p>



<p>Bild: © <a href="https://www.eurekalert.org/multimedia/1053269" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Henry Sutherland Sharpe</a></p>
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													<media:copyright>Muris Bajrica</media:copyright>
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				</item>
		<item>
		<title>Als Pangäa existierte: Wetterphänomen El Niño beeinflusste bereits vor 250 Millionen Jahren die Welt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Anne Bajrica]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 27 Oct 2024 07:47:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wissen]]></category>
		<category><![CDATA[El Niño]]></category>
		<category><![CDATA[El Niño-Southern Oscillation]]></category>
		<category><![CDATA[Jetstream]]></category>
		<category><![CDATA[Klima]]></category>
		<category><![CDATA[Klimawandel]]></category>
		<category><![CDATA[Pangäa]]></category>
		<category><![CDATA[Pazifik]]></category>
		<category><![CDATA[Superkontinent]]></category>
		<category><![CDATA[Wassertemperaturen]]></category>
		<category><![CDATA[Wetter]]></category>
		<category><![CDATA[Winde]]></category>
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					<description><![CDATA[Vor 250 Millionen Jahren sorgte das Wetterphänomen El Niño für extreme Klimaschwankungen mit drastischen Warm- und Kaltwasserzonen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Das Wetterphänomen El Niño, das heute mit heftigen Stürmen und Dürren in Verbindung gebracht wird, ist deutlich älter als bislang gedacht. Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass El Niño bereits vor 250 Millionen Jahren existierte. Das Team der <a href="https://today.duke.edu/2024/10/weather-changing-el-nino-oscillation-least-250-million-years-old" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Duke University</a> stellte fest, dass bereits damals Warm- und Kaltwasserzonen im Pazifik das Wetter beeinflussten. Auch wenn die Kontinente damals völlig anders angeordnet waren, traten diese Schwankungen schon auf.</strong></p>



<h2 class="wp-block-heading">El Niño stärker als heute</h2>



<p>Die Ergebnisse der Duke University basieren auf Simulationen mit modernen Klimamodellen, die eine Rekonstruktion der klimatischen Bedingungen der Vergangenheit ermöglichen. Besonders auffällig: Die Intensität der El-Niño-Phänomene war in der Vergangenheit teils deutlich höher als heute. Der Klimaforscher <a href="https://scholars.duke.edu/person/shineng.hu" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Shineng Hu</a> von der Duke University betont: „In unseren Simulationen zeigte sich, dass das El-Niño-Phänomen vor Millionen von Jahren in vielen Fällen ausgeprägter war als aktuell.“ Dies lässt darauf schließen, dass die globalen Klimabedingungen damals extremer waren.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Simulationen liefern spannende Einblicke</h2>



<p>Für ihre <a href="https://www.pnas.org/doi/10.1073/pnas.2404758121" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Studie</a> nutzten die Forscher ein Klimamodell, das üblicherweise zur Vorhersage des <a href="https://smartup-news.de/wissen/gene-schuetzen-pflanzen-vor-duerre-und-salzigen-boeden/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Klimawandels </a>eingesetzt wird. Statt die Zukunft zu simulieren, drehte das Team die Zeitachse zurück und analysierte die klimatischen Bedingungen vergangener Erdzeitalter. Sie arbeiteten dabei in Zeitabschnitten von zehn Millionen Jahren. Diese Vorgehensweise erlaubte eine detaillierte Untersuchung der verschiedenen geologischen Epochen. Besonders relevant waren Unterschiede in der Verteilung von Land und Meer, der Intensität der Sonneneinstrahlung und den CO2-Konzentrationen.</p>



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</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Klimaschwankungen veränderten damals drastisch den Jetstream</h2>



<p>Vor 250 Millionen Jahren war Südamerika ein Teil des Superkontinents Pangäa, umgeben vom Panthalassischen Ozean. In dieser Zeit beeinflussten klimatische Schwankungen den Jetstream, ein dynamisches Starkwindfeld in der oberen Atmosphäre, ähnlich wie heute. „Die Temperaturen waren höher, weil der CO2-Gehalt der Atmosphäre deutlich über dem heutigen Niveau lag“, erklärt <a href="https://nicholas.duke.edu/people/staff/li-2" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Xiang Li</a>, Hauptautor der Studie. </p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="527" src="https://smartup-news.de/wp-content/uploads/2024/10/Triassic_250_Pangea.png" alt="" class="wp-image-14241" style="width:740px;height:auto" srcset="https://smartup-news.de/wp-content/uploads/2024/10/Triassic_250_Pangea.png 1024w, https://smartup-news.de/wp-content/uploads/2024/10/Triassic_250_Pangea-300x154.png 300w, https://smartup-news.de/wp-content/uploads/2024/10/Triassic_250_Pangea-768x395.png 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Der Superkontinent Pangäa © <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/User:Eikeskog1225" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Eikeskog1225</a> via <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/User:Eikeskog1225" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Wikimedia</a> unter <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">CC BY-SA 4.0</a></figcaption></figure>



<p>Die Studie der Duke University legt besonderen Wert auf das Zusammenspiel von Ozeantemperaturen und Windbedingungen. Frühere Forschungen betrachteten vor allem die Temperatur der Ozeane, vernachlässigten jedoch die Rolle der Winde. „Das atmosphärische Rauschen, also die zufälligen Winde an der Meeresoberfläche, beeinflusst das El-Niño-Phänomen entscheidend“, erläutert Hu. Er vergleicht die Wirkung der Winde mit einem Pendel, das durch zufällige Windstöße in Bewegung versetzt wird.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Frühere Klimaveränderungen als Prognose-Hilfe</h2>



<p>Die Ergebnisse zeigen, dass El Niño in der Vergangenheit nicht nur stärker war, sondern auch andere Regionen beeinflusste. Damals gab es heftige Temperaturschwankungen, die weltweit Auswirkungen hatten. Die Erkenntnisse der Duke University sind daher nicht nur von historischem Interesse. Sie liefern wertvolle Daten für die heutigen Klimaforscher. „Wenn wir die klimatische Vergangenheit besser verstehen, können wir auch präzisere Vorhersagen für die Zukunft treffen“, sagt Hu. Dieses Wissen ist entscheidend, um den heutigen Klimawandel besser zu bewältigen.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe loading="lazy" title="El Niño and La Niña Explained" width="640" height="360" src="https://www.youtube.com/embed/wVlfyhs64IY?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
</div><figcaption class="wp-element-caption">Wetterphänomen El Niño erklärt. © <a href="https://youtu.be/wVlfyhs64IY" target="_blank" rel="noreferrer noopener">YouTube</a></figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Was du dir merken solltest:</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li>Bereits vor 250 Millionen Jahren existierte das Wetterphänomen El Niño und verursachte extreme Warm- und Kaltwasserzonen, die das Klima beeinflussten.</li>



<li>Damals waren die klimatischen Schwankungen durch El Niño oft intensiver als heute, trotz anderer Kontinentalverteilungen.</li>



<li>Forschungen zeigen, dass Ozeantemperaturen und atmosphärische Winde entscheidende Faktoren für die Stärke von El Niño sind.</li>
</ul>



<p><strong>Übrigens</strong>: Vor 252 Millionen Jahren könnte ein Mega-El-Niño das größte Massensterben der Erdgeschichte ausgelöst haben, ähnlich wie heutige El-Niño-Phänomene extreme Wetterereignisse verursachen. Mehr dazu in unserem <a href="https://smartup-news.de/wissen/mega-el-nino-wie-ein-klima-phaenomen-das-groesste-massensterben-der-erdgeschichte-ausloeste/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Artikel</a>.</p>



<p>Bild: © <a href="https://pixnio.com/nature-landscapes/waves/el-nino-waves" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Jon Sullivan</a> via <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:El_nino_waves.jpg" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Wikimedia</a> unter <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/en:public_domain" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Public Domain</a></p>
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