Entdeckung in der Arktis: Riesenviren als Klimaretter?

Riesenviren im arktischen Eis könnten auf natürliche Weise die Ausbreitung von Schneealgen begrenzen.

Riesenviren Arktis

Die Eismasse der Arktis verringert sich jährlich um 13 Prozent. © Vecteezy

Riesenviren in der Arktis könnten die Eisschmelze verlangsamen. Forscher der dänischen Universität Aarhus entdeckten diese Viren in Grönland. Demnach könnten sie als natürlicher Kontrollmechanismus gegen Schneealgen wirken.

Die Arktis verliert jährlich 13 Prozent ihres Eises. Bis 2040 könnte die Region eisfrei sein. Das Abschmelzen des Eises hat gravierende Folgen für das globale Klima und die Tierwelt.

Was sind Riesenviren?

Riesenviren entdeckte man erstmals 1981 im Meer. Sie sind größer als normale Viren und haben ein komplexeres Genom (das gesamte Erbgut eines Organismus, das in seiner DNA enthalten ist). Normale Viren sind etwa 1.000 Mal kleiner als Bakterien (0,1 bis 700 Mikrometer), während Riesenviren bis zu 2,5 Mikrometer groß werden.

Das Genom der Riesenviren enthält etwa 2,5 Millionen genetische Buchstaben. Bakteriophagen, die Bakterien infizieren, haben nur 100.000 bis 200.000 Buchstaben. Forscher fanden Riesenviren in Ozeanen, Böden und im menschlichen Körper. Nun entdeckten sie diese Viren erstmals in Schnee und Eis, wo sie pigmentierte Mikroalgen dominieren.

Schneealgen auf arktischem Eis

Im Frühjahr blühen die Algen, wenn die Sonne das Eis erwärmt. Sie schwärzen das Eis, wodurch es weniger Sonnenlicht reflektiert und schneller schmilzt. Dies beschleunigt die Eisschmelze in der Arktis. Der Verlust des Eises beeinflusst globale Temperaturen, führt zu Wetterextremen und gefährdet Küstengemeinden sowie die Tierwelt.

Forscher der dänischen Universität Aarhus fanden heraus, dass die Riesenviren Schneealgen infizieren können: „Wir wissen nicht viel über die Viren, aber ich denke, sie könnten nützlich sein, um die durch Algenblüten verursachte Eisschmelze zu verringern“, sagt Laura Perini von der Universität Aarhus.

Hoffnung durch Riesenviren

Das Team um Perini untersuchte dunkles Eis, roten und grünen Schnee sowie Eiskerne in der Arktis. Sie entdeckten ein blühendes Ökosystem mit Algen, Bakterien, Fadenpilzen, Hefen und Protisten. Die Forscher vermuten, dass die Riesenviren Algen und Protisten infizieren.

Perini erklärte laut euronews: „Welche Wirte die Riesenviren infizieren, können wir nicht genau zuordnen. Einige könnten Protisten infizieren, während andere die Schneealgen angreifen. Wir können uns einfach noch nicht sicher sein.“

Eine weitere Forschungsarbeit soll später in diesem Jahr erscheinen. Darin untersuchen die Forscher, wie Riesenviren kultivierte Mikroalgen infizieren, die auf dem Oberflächeneis des grönländischen Eisschildes gedeihen.

Was du dir merken solltest:

  • Riesenviren im Eis der Arktis könnten als natürlicher Kontrollmechanismus gegen Schneealgen wirken und damit die Eisschmelze verlangsamen, was bedeutende Auswirkungen auf das globale Klima und die Tierwelt haben könnte.
  • Schneealgen, die im Frühjahr auf dem Eis blühen und es schwärzen, beschleunigen die Eisschmelze, da das dunklere Eis weniger Sonnenlicht reflektiert und schneller schmilzt.
  • Forscher der Universität Aarhus entdeckten, dass Riesenviren Schneealgen und Protisten infizieren können, was weitere Untersuchungen zur potenziellen Eindämmung der Algenblüten und damit zur Verlangsamung der Eisschmelze erforderlich macht.

Bild: © Vecteezy

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