Neues Alzheimer-Medikament zugelassen: Hoffnung auf Verlangsamung der Krankheit
Das Alzheimer-Medikament Kisunla von Eli Lilly, das die Krankheit verlangsamen soll, wurde zugelassen und bietet neue Hoffnung für Millionen.

Eli Lilly kann bald ein Alzheimer-Medikament auf den Markt bringen. © Wikimedia
Das US-amerikanische Pharmaunternehmen Eli Lilly hat am Dienstag grünes Licht für sein Alzheimer-Medikament Kisunla erhalten, das auch unter dem Namen Donanemab bekannt ist. Dieser Durchbruch könnte das Leben von Millionen betroffener Patienten – wenn auch geringfügig – verbessern, meldet das Wall Street Journal. Derzeit leiden etwa 1,8 Millionen Deutsche und sechs Millionen Amerikaner an Alzheimer, einer Krankheit, die bislang nur schwer zu behandeln war.
Die Alzheimer-Krankheit ist eine fortschreitende Hirnerkrankung. Sie führt zum Abbau von Nervenzellen, was sich in zunehmenden Einschränkungen der geistigen Fähigkeiten äußert. Hauptsächlich betrifft Alzheimer Menschen über 80 Jahre. Es gibt auch seltene Fälle, in denen die Krankheit vor dem 65. Lebensjahr beginnt. Ein entscheidender Faktor für die Entwicklung der Krankheit ist das Alter, gibt die Deutsche Alzheimer Gesellschaft an. Charakteristisch für Alzheimer sind spezifische Eiweißablagerungen im Gehirn, bekannt als Amyloid-Plaques und Tau-Fibrillen. Diese führen zum Verlust von Nervenzellen.
Kisunla wirkt effektiv: Verlangsamt Alzheimer-Progression deutlich
Das neue Präparat von Eli Lilly Kisunla, das monatlich als Infusion verabreicht wird, soll die geistige Verschlechterung bei Alzheimer-Patienten verlangsamen. Außerdem soll es „Patienten für längere Zeit unabhängiger machen“, erklärte Dr. Martin Sadowski, Direktor des Alzheimer’s Clinical Trial Program an der NYU Langone. In einer klinischen Studie mit mehr als 1.730 Teilnehmern habe das Medikament den Krankheitsverlauf der Patienten im Vergleich zu einer Placebogruppe um 35 Prozent verlangsamt.
Kisunla vs. Leqembi: Kostenvergleich der Alzheimer-Medikamente
Die Kosten für die Behandlung mit Kisunla belaufen sich laut Reuters auf rund 12.522 Dollar für sechs Monate. Das entspricht ungefähr 32.000 Dollar für ein ganzes Jahr. Im Vergleich dazu kostet das Alzheimer-Medikament Leqembi, das von den Unternehmen Eisai und Biogen letztes Jahr eingeführt wurde, etwa 26.500 US-Dollar pro Jahr.
Die Zulassung von Kisunla folgt der Empfehlung von externen Experten der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde. Sie sind überzeugt, dass die Vorteile des Medikaments die Risiken überwiegen würden. Laut dem Wall Street Journal hofft Lilly, das Bewusstsein für die Verfügbarkeit solcher Medikamente zu schärfen. „Eines, das wir wirklich tun müssen, ist das Bewusstsein zu schärfen, dass es jetzt Medikamente gibt“, betonte Anne White, Präsidentin von Lilly’s Neuroscience Unit.
Lilly klärt intensiv über Alzheimer-Therapien auf
Lilly bemüht sich aktiv, sowohl Ärzte als auch Patienten über neue Therapiemöglichkeiten aufzuklären. Dafür hat das Unternehmen eine Webseite gestartet, die einfache Beispiele für frühe Anzeichen einer Alzheimer-Erkrankung, wie das häufige Vergessen von Schlüsseln oder das mehrmalige Lesen derselben Buchseite, aufzeigt. Weiterhin setzt Lilly Vertriebsmitarbeiter ein, um die Vorteile des Medikaments bekannt zu machen und Ärzte detailliert darüber zu informieren, wie das Medikament angewendet wird.
Großes Hindernis für Alzheimer-Behandlung
Ein großes Problem bei der Verfügbarkeit dieser Behandlung ist die Übernahme der Kosten durch die Versicherungen. Dr. Jose Soria aus der Neuron Clinic in San Marcos, Kalifornien, berichtet, dass viele Kliniken Schwierigkeiten haben, die nötigen Abläufe einzurichten. Er betont die Herausforderungen seiner Klinik bei der Anwendung des Medikaments Leqembi, dessen Kosten aktuell nicht vollständig von den Versicherungen getragen werden.
Kisunla: Potenzieller Umsatzriese in der Alzheimer-Behandlung
Experten sind der Meinung, dass Kisunla die Behandlung von Alzheimer stark verbessern könnte. Evan Siegerman, ein Analyst bei BMO Capital Markets, glaubt, dass das Pharmaunternehmen Lilly bei der Einführung des Medikaments auf dem Markt bedeutende Erfolge erzielen wird. Das Wall Street Journal hat berichtet, dass Kisunla möglicherweise weltweit Verkaufserlöse von bis zu 7 Milliarden US-Dollar pro Jahr erreichen könnte.
Was du dir merken solltest:
- Kisunla, ein neues Medikament von Eli Lilly, wurde zur Behandlung von Alzheimer zugelassen und soll den geistigen Abbau bei Patienten verlangsamen.
- Die monatliche Verabreichung von Kisunla hat in klinischen Studien gezeigt, dass es den Krankheitsverlauf um 35 Prozent im Vergleich zu Placebos verlangsamen kann.
- Die Herausforderung bei der Verbreitung der Behandlung liegt in der Sicherstellung der Kostenübernahme durch Versicherungen.
Bild: © Paul Sableman via Wikimedia unter CC BY 2.0