Unsichtbare Marionettenspieler: Wie erkennt man Manipulation? 

Neue Einblicke in die Psychologie der Manipulation zeigen, wie subtile Techniken unseren Alltag prägen.

Marionette

Manipulatives Verhalten verbirgt sich oft in alltäglichen Handlungen. © Vecteezy

Manipulation im Alltag ist oft schwer zu erkennen und kann für die Betroffenen eine große Belastung darstellen. Rainer Sachse, Professor für klinische Psychologie und Psychotherapie, erläutert in der Zeitschrift „Psychologie Heute Compact“, dass Manipulation darin besteht, jemanden dazu zu bringen, etwas zu tun, was er oder sie eigentlich nicht möchte, zum Nutzen der manipulierenden Person. 

Anzeichen von Manipulation erkennen 

Jeder kann Ziel von Manipulationsversuchen werden, wobei die Methoden variieren können: Manche Menschen reagieren empfindlich auf Komplimente, andere fühlen sich durch Schuldgefühle beeinflussbar. Sachse beschreibt im Kölner Stadt-Anzeiger, dass Manipulatoren oft an das schlechte Gewissen ihrer Opfer appellieren und sich absichtlich schwach und hilflos darstellen. Ein klassisches Beispiel sei das Vortäuschen von Kopfschmerzen, um den Partner von eigenen Wünschen zu überzeugen, ohne die wahren Intentionen offenzulegen. 

Das Erkennen von Manipulation beginnt oft mit einem intuitiven Gefühl, dass etwas nicht stimmt, sei es in der Beziehung zum Partner, zu Familienmitgliedern oder Kollegen. Wenn man sich dabei ertappt, Dinge zu tun, die man eigentlich nicht tun möchte, sollte man diesem Bauchgefühl vertrauen, da es häufig ein zuverlässiger Indikator für Manipulation ist. 

Umgang mit Manipulationsversuchen 

Um sich gegen Manipulation zu wehren, empfiehlt Sachse, offen und rational zu konfrontieren. Indem man dem Manipulator klarmacht, dass man die Taktik durchschaut und nicht akzeptiert, kann oft der Einflussversuch unterbunden werden. Ein offenes Gespräch mit klaren Worten kann die Situation entschärfen:

Ich erkenne, was du versuchst, und es ist nicht in Ordnung.

Weiterhin sollte man deutlich machen, dass man nicht bereit ist, das geforderte Verhalten umzusetzen. 

In extremen Fällen, besonders wenn man es mit Personen zu tun hat, die soziale Normen missachten und die Gefühle anderer ignorieren, kann es notwendig sein, sich aktiv aus der Situation zurückzuziehen. Sachse rät in solchen Fällen, sich von der manipulativen Person zu entfernen, egal ob es sich um berufliche oder private Beziehungen handelt. Dies kann die einzig wirksame Methode sein, sich vor weiterer Manipulation zu schützen. 

Was du dir merken solltest:  

  • Manipulation im Alltag kann schwer zu erkennen sein und besteht darin, dass jemand zu Handlungen verleitet wird, die er oder sie eigentlich nicht ausführen möchte, wodurch der Manipulator einen Vorteil erlangt. 
  • Menschen sind auf unterschiedliche Weise anfällig für Manipulation, sei es durch Komplimente oder durch das Auslösen von Schuldgefühlen; ein starkes Indiz für Manipulation ist das Gefühl, gegen den eigenen Willen zu handeln. 
  • Zum Schutz vor Manipulation ist es wichtig, die eigenen Intuitionen zu beachten und Manipulationsversuche offen anzusprechen oder sich aus der Situation zurückzuziehen, besonders wenn die manipulierende Person soziale Normen missachtet. 

Bild: © Marionette Vektoren von Vecteezy

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