Urban Mining macht Städte zu Schatzgruben
Alte Bauwerke wie Häuser oder Brücken werden zu wertvollen Rohstoffquellen. Holcim treibt Urban Mining mit voller Kraft voran und verändert die Baubranche.

Holcim nutzt beim zirkulären Bauen alte Bauten als Rohstoffquelle. © Holcim
Die Bauindustrie steht vor einem Umbruch. Lange galt: Abrissmaterial wird entsorgt, neue Rohstoffe werden abgebaut. Doch dieser lineare Umgang mit Ressourcen funktioniert nicht mehr – zu groß sind die Umweltprobleme und der Rohstoffverbrauch. Immer mehr Unternehmen setzen deshalb auf die Kreislaufwirtschaft: Materialien sollen wiederverwendet statt weggeworfen werden. Der Baustoffkonzern Holcim gehört in Deutschland zu den Vorreitern dieser Entwicklung. Das Unternehmen zeigt, wie sich alte Gebäude gezielt als Rohstoffquelle nutzen lassen – ein Konzept, das als Urban Mining bekannt ist.
Holcim verarbeitet Millionen Tonnen Altmaterial
Beim Urban Mining geht es darum, in Städten nach verwertbarem Material zu suchen. Gemeint sind damit etwa stillgelegte Gebäude, Straßen oder Brücken, deren Baustoffe wieder nutzbar gemacht werden. Statt sie zu deponieren, werden sie aufbereitet und in neue Produkte verwandelt.
Holcim hat 2023 nach eigenen Angaben allein in Deutschland über zwei Millionen Tonnen sogenannter Sekundärroh- und -brennstoffe verarbeitet. Dazu zählen unter anderem recycelte Betonreste, Ziegel und andere mineralische Bauabfälle.
Urban Mining macht Städte zu Rohstofflagern
Die Idee: Beim Bau eines Gebäudes wird schon mitgedacht, was später damit passiert. Wände und Böden sollen sich möglichst sortenrein trennen lassen, also ohne Materialmix. Nur so kann aus dem Rückbau wieder ein hochwertiger Baustoff entstehen.
Für Holcim gilt: Baustoffe sollten niemals zu Abfall werden. Ziel ist, dass alte Materialien nicht einfach minderwertig im Straßenbau landen, sondern wieder in der Beton- und Zementproduktion verwendet werden.
ECOCycle® macht alte Baustoffe wieder nutzbar
Dafür nutzt Holcim die selbst entwickelte Plattform ECOCycle®. Sie trennt das Altmaterial, zerkleinert es und prüft die Qualität – schon direkt auf der Abbruchbaustelle. Das sei dem Unternehmen nach entscheidend, um neue Produkte herstellen zu können, die genauso leistungsfähig sind wie ursprüngliche Baustoffe.
Kreislauf wird vollständig geschlossen
Ein großer Vorteil: Holcim kann viele recycelte Materialien direkt in die eigene Produktion von Beton und Zement zurückführen. Dadurch bleibt der Kreislauf geschlossen. Gleichzeitig sinkt der Bedarf an neuen Rohstoffen wie Sand oder Kies, die in vielen Regionen knapp werden.
„Mit unserer ECOCycle®-Plattform für zirkuläres Bauen treiben wir die Kreislaufwirtschaft voran“, so Holcim. Die Technik kommt bereits in mehreren großen Städten zum Einsatz, vor allem dort, wo viel gebaut und abgerissen wird.
Kurz zusammengefasst:
- In der Kreislaufwirtschaft der Bauindustrie werden Materialien wie Beton und Zement nicht entsorgt, sondern wiederverwendet.
- Holcim nutzt mit Urban Mining und der ECOCycle®-Plattform alte Gebäude als Rohstoffquelle für neue Baustoffe.
- Dadurch sinkt der Bedarf an neuen Rohstoffen und Baustoffe können in gleichbleibender Qualität recycelt werden.
Übrigens: In Norwegen entsteht „grüner Beton“ – eine neue Lösung für nachhaltigeres Bauen. Mehr dazu in unserem Artikel.
Bild: © Holcim