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	<title>Lithium-Abbau Archive - SMART UP NEWS</title>
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	<title>Lithium-Abbau Archive - SMART UP NEWS</title>
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		<title>Forscher nutzen PFAS, um Lithium zu gewinnen – Verfahren liefert 99 Prozent reinen Batterierohstoff</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Anne Bajrica]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Mar 2026 15:59:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wissen]]></category>
		<category><![CDATA[Batterieforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Fluorid]]></category>
		<category><![CDATA[Lithium]]></category>
		<category><![CDATA[Lithium-Abbau]]></category>
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		<category><![CDATA[PFAS]]></category>
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					<description><![CDATA[PFAS aus Wasserfiltern können Lithium aus Salzsole lösen. Ein neues Verfahren liefert Batteriematerial mit bis zu 99 Prozent Reinheit.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Lithium ist einer der wichtigsten Rohstoffe der Energiewende. Ohne das Metall laufen weder Elektroautos noch Smartphones oder große Stromspeicher. Doch sein Abbau gerät immer stärker in die Kritik. In trockenen Regionen Südamerikas verdunsten riesige Becken voller Salzlösung monatelang in der Sonne, um das Material zu gewinnen. Dabei gehen große Mengen Wasser verloren.</p>



<p>Parallel dazu wächst ein anderes Umweltproblem. PFAS – oft als Ewigkeitschemikalien bezeichnet – reichern sich weltweit in Böden, Gewässern und im Trinkwasser an. Diese Stoffe zerfallen kaum und bleiben über Jahrzehnte stabil. Eine neue <a href="https://www.nature.com/articles/s44221-026-00593-1" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Studie </a>der <a href="https://news.rice.edu/news/2026/granular-activated-carbon-sorbed-pfas-can-be-used-extract-lithium-brine" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Rice University</a> beschreibt nun eine ungewöhnliche Idee: Ausgerechnet diese problematischen Chemikalien könnten helfen, Lithium aus salzhaltiger Sole zu gewinnen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">PFAS-Abfall wird zur Rohstoffquelle für Lithium</h2>



<p>Die Forscher nutzten PFAS nicht direkt aus der Umwelt. Stattdessen arbeiteten sie mit Aktivkohlefiltern aus der Wasserreinigung. Diese Filter entfernen PFAS aus kontaminiertem Wasser. Danach gelten sie als belasteter Abfall.</p>



<p>In der neuen Methode erhält dieses Material eine zweite Funktion. Die Aktivkohle enthält PFAS-Moleküle, in denen Fluor gebunden ist. Lithium wiederum liegt in salzhaltigen Lösungen als positiv geladenes Ion vor. Treffen beide Stoffe unter geeigneten Bedingungen zusammen, entsteht ein neues Salz: Lithiumfluorid.</p>



<p>„Wir sahen eine Möglichkeit, das in PFAS eingeschlossene Fluor zu nutzen, um Lithium in einem schnellen Prozess mit geringerer Umweltbelastung zurückzugewinnen.“, beschreibt Erstautor <a href="https://riceacademy.rice.edu/alumni/dr-yi-cheng" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Yi Cheng</a> die Idee.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Extrem kurze Hitzeimpulse lösen Fluor aus PFAS</h2>



<p>Der Schlüssel des Verfahrens liegt in einer speziellen elektrothermischen Methode. Die Forscher erhitzen das Material dabei in Sekundenbruchteilen extrem stark. Temperaturen steigen kurzzeitig auf mehr als 1.000 Grad Celsius.</p>



<p>Diese Hitze reicht aus, um die stabilen Kohlenstoff-Fluor-Bindungen in PFAS aufzubrechen. Fluoratome werden frei. In der Salzlösung reagieren sie anschließend mit Lithium-Ionen. So entsteht Lithiumfluorid – ein Salz, das sich relativ leicht isolieren lässt.</p>



<p>Nach dieser Reaktion enthält die Mischung mehrere <a href="https://smartup-news.de/wissen/neue-methode-macht-ewigkeitschemikalien-unschaedlich/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Fluoridsalze</a>. Dazu zählen Lithiumfluorid sowie Fluoride von Magnesium oder Calcium. Ein weiterer Schritt trennt diese Stoffe voneinander.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Unterschiedliche Siedepunkte ermöglichen die Trennung</h2>



<p>Die Forscher nutzen dabei einen physikalischen Unterschied. Lithiumfluorid verdampft bei etwa 1.676 Grad Celsius. Magnesium- und Calciumfluorid benötigen deutlich höhere Temperaturen.</p>



<p>Das Material wird deshalb erneut erhitzt. Bei Temperaturen zwischen rund 1.676 und 2.260 Grad Celsius verdampft Lithiumfluorid, während andere Fluoride fest bleiben. Der Lithiumdampf wird anschließend aufgefangen und kondensiert.</p>



<p>So entsteht ein Lithiumprodukt mit hoher Reinheit. Laut Studie erreicht das Verfahren etwa 99 Prozent Reinheit. Die Ausbeute liegt bei rund 82 Prozent des verfügbaren <a href="https://smartup-news.de/technologie/sauberes-recycling-neuer-reaktor-holt-lithium-zurueck/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Lithiums</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Lithiumgewinnung dauert Minuten statt Monate</h2>



<p>Die klassische <a href="https://smartup-news.de/wissen/forscher-warnen-lithium-abbau-in-bolivien-bedroht-oekosystem/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Gewinnung aus Salzseen</a> funktioniert deutlich langsamer. In großen Verdunstungsbecken konzentriert sich Lithium durch natürliche Verdunstung. Dieser Prozess kann viele Monate dauern.</p>



<p>Die neue Methode arbeitet erheblich schneller. Die entscheidenden Schritte laufen innerhalb von Minuten ab. Gleichzeitig benötigt das Verfahren deutlich weniger Wasser als die traditionellen Verdunstungsanlagen.</p>



<p>Eine Analyse der gesamten Prozesskette zeigt weitere Vorteile: Energiebedarf, Kosten und Treibhausgasemissionen liegen laut Studie unter den Werten gängiger Sole-Extraktionsverfahren.</p>



<p>Die Forscher prüften das Lithiumfluorid anschließend in Lithium-Ionen-Batterien. Dort wird der Stoff als Zusatz im Elektrolyt eingesetzt. Der Elektrolyt ist die Flüssigkeit, die den Ladungstransport zwischen den Elektroden ermöglicht.</p>



<p>Die Tests zeigen eine stabile Leistung. Die Elektrolyte mit dem gewonnenen Lithiumfluorid verbesserten laut Studie die Stabilität und Leistungsfähigkeit der Batterien. Damit erfüllt das Material zentrale Anforderungen der Batterietechnik.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Zwei Umweltprobleme werden gleichzeitig kleiner</h2>



<p>Die Studie beschreibt einen ungewöhnlichen Kreislauf. Ein Abfallprodukt aus der Wasserreinigung wird zum Ausgangspunkt für die Gewinnung eines wichtigen Batterierohstoffs. </p>



<p><a href="https://profiles.rice.edu/faculty/james-tour" target="_blank" rel="noreferrer noopener">James Tour</a>, Chemiker an der Rice University, fasst das Prinzip so zusammen: „Indem wir Abfall als potenziell nützlichen Stoff betrachten, konnten wir PFAS in ein wertvolles Metall umwandeln, das etwa in Batterien eingesetzt wird.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kurz zusammengefasst:</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li>PFAS aus Wasserfiltern können als Rohstoff dienen: In einer Studie der Rice University wird Fluor aus PFAS freigesetzt und mit Lithium aus salzhaltiger Sole zu Lithiumfluorid verbunden.</li>



<li>Das Verfahren arbeitet schnell und effizient: Kurze Hitzeimpulse über 1.000 °C lösen die Reaktion aus; anschließend wird Lithiumfluorid durch Erhitzen getrennt. Ergebnis: etwa 99 Prozent Reinheit und rund 82 Prozent Ausbeute.</li>



<li>Zwei Umweltprobleme werden gleichzeitig adressiert: PFAS-belastetes Filtermaterial erhält eine neue Nutzung, während Lithium deutlich schneller und mit weniger Wasser aus Sole gewonnen werden kann.</li>
</ul>



<p><strong>Übrigens</strong>: Dieselben PFAS, die Forscher nun nutzen, um Lithium für Batterien zu gewinnen, stehen zugleich im Verdacht, die biologische Alterung zu beschleunigen. Eine Studie sieht bei Männern ab 50 einen Zusammenhang zwischen bestimmten Ewigkeitschemikalien und messbaren Veränderungen an der DNA – mehr dazu in unserem <a href="https://smartup-news.de/gesundheit/pfas-beschleunigen-die-alterung-bei-maennern-ab-50/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Artikel</a>.</p>



<p>Bild: © <a href="https://unsplash.com/de/fotos/klarglas-contanier-IB39svC22cQ" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Unsplash</a></p>
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		<title>Lithiumabbau verbraucht zehnmal mehr Wasser als gedacht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Odysseas Grigoriadis]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Apr 2025 10:02:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wissen]]></category>
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					<description><![CDATA[Eine neue Studie zeigt: Der moderne Lithiumabbau frisst Wasser in Rekordmengen – dabei sind die verfügbaren Reserven deutlich knapper als bisher angenommen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Lithium ist ein Schlüsselrohstoff für Batterien, E-Autos und damit für die Energiewende. Der Großteil des weltweiten Vorkommens liegt im sogenannten Lithiumdreieck – einer Region, die sich über Teile von Chile, Argentinien und Bolivien erstreckt. Eine neue <a href="https://www.nature.com/articles/s43247-025-02130-6" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Studie</a> der University of Massachusetts Amherst (<a href="https://www.umass.edu/news/article/we-are-vastly-overestimating-amount-fresh-water-available-lithium-mining-new-study" target="_blank" rel="noreferrer noopener">UMass Amherst</a>) zeigt jetzt: Der Verbrauch von Wasser beim Lithiumabbau wurde bisher massiv unterschätzt, und die verfügbaren Frischwasserressourcen reichen bei weitem nicht aus.</p>



<p>Auch Forscher des National Institute of Advanced Industrial Science and Technology in Japan (AIST) warnten bereits, dass <a href="https://smartup-news.de/technologie/forscher-warnen-wasserknappheit-bedroht-die-rohstoffproduktion-elektroautos-koennten-teurer-werden/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Wassermangel zu höheren Preisen für Lithium</a> und andere Rohstoffe führt, die für die Energiewende von großer Bedeutung sind.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Bisherige Modelle lagen um den Faktor zehn daneben</h2>



<p>Bislang nutzten Wissenschaftler globale Wasser-Modelle, um zu schätzen, wie viel Wasser in die geschlossenen Becken des Lithiumdreiecks nachfließt. Diese Modelle gingen von 90 bis 230 Millimetern jährlichem Zufluss aus. Doch <a href="https://www.linkedin.com/in/xander-kirshen" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Alexander Kirshen</a>, Hauptautor der Studie und ehemaliger Forschungsassistent an der UMass Amherst, hielt diese Werte für ungenau. Gemeinsam mit seinem Team entwickelte er daher ein neues Modell: das Lithium Closed Basin Water Availability-Modell (LiCBWA).</p>



<p>Dieses neue Modell basiert auf detaillierten Messungen in 28 Becken der Region. Das Ergebnis: Im Durchschnitt fließen nur 11 Millimeter Wasser pro Jahr nach – in einigen Gebieten sogar nur 2 Millimeter, maximal 33 Millimeter. Damit liegen die bisherigen Schätzungen um mindestens den Faktor zehn zu hoch.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Extreme Trockenheit und fehlende Daten erschweren die Analyse</h2>



<p>Die Becken liegen in sehr hohen, extrem trockenen und abgelegenen Regionen der Anden. Es gibt dort kaum Sensoren oder Messstationen, die Regen, Schnee oder Grundwasser erfassen. Laut <a href="https://www.umass.edu/earth-geography-climate/about/directory/david-f-boutt" target="_blank" rel="noreferrer noopener">David Boutt</a>, Professor für Geowissenschaften an der UMass Amherst, ist das Klima der Region schwer zu verstehen. „Die Hydrologie des Lithiumdreiecks ist äußerst komplex“, betont er.</p>



<p>Trotz dieser schwierigen Bedingungen konnten die Forscher zeigen, dass 27 von 28 untersuchten Becken bereits heute als „kritisch wasserarm“ gelten – und das, ohne den wachsenden Bedarf durch zukünftige Abbauprojekte einzubeziehen. Nur ein einziges Becken erfüllte die Kriterien für ausreichende Wasserversorgung.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wie Lithium in die Becken gelangt</h2>



<p>Lithium kommt in der Region hauptsächlich in vulkanischer Asche vor. Wenn Regen oder Schmelzwasser durch diese Schichten sickert, löst sich das Metall und gelangt ins Grundwasser. Dort fließt es in Richtung Becken, wo es sich mit dem Wasser zu einer salzhaltigen Lösung verbindet. Diese sogenannte Sole sammelt sich in tief liegenden Becken, unterhalb von Frischwasserlagunen.</p>



<p>Diese Lagunen sind besonders empfindlich. Sie sind Lebensraum seltener Arten wie <a href="https://smartup-news.de/wissen/forscher-warnen-lithium-abbau-in-bolivien-bedroht-oekosystem/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Flamingos</a> und haben große Bedeutung für indigene Gemeinschaften, die seit Jahrhunderten in der Region leben. Jeder Eingriff in das empfindliche Gleichgewicht von Sole und Frischwasser kann schwerwiegende ökologische Folgen haben.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Neue Fördermethode verschärft die Wasserprobleme</h2>



<p>Früher setzten Unternehmen auf die sogenannte Verdunstungstechnik: Lithiumhaltige Sole wurde an die Oberfläche gepumpt und dort in großen Becken durch Sonneneinstrahlung verdunstet. Zurück blieb das Lithium. Heute kommt immer häufiger die Direct Lithium Extraction (DLE) zum Einsatz – ein Lithiumabbau-Verfahren, das schneller und effizienter sein soll, aber deutlich mehr Wasser benötigt.</p>



<p>Laut der Studie nutzen 56 Prozent der DLE-Anlagen mehr Frischwasser als das traditionelle Verfahren. In 31 Prozent der Fälle liegt der <a href="https://smartup-news.de/wissen/globaler-wasserkreislauf-der-mensch-veraendert-was-stabil-schien/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Wasserverbrauch</a> sogar zehnmal höher. Diese Entwicklung belastet die ohnehin knappen Ressourcen zusätzlich – vor allem in einem Gebiet, das bereits heute mit extremer Trockenheit zu kämpfen hat.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Forscher fordern sofortiges Umdenken und bessere Überwachung</h2>



<p>Die Autoren der Studie fordern daher dringende Maßnahmen. Wissenschaftler, Behörden, Unternehmen und lokale Gemeinschaften müssten enger zusammenarbeiten, um den Wasserverbrauch zu senken. Gleichzeitig brauche es bessere Daten zur Niederschlagsmenge, zum Abfluss in Flüssen und zur Entwicklung der Grundwasserstände. Nur wenn Politik, Industrie und Wissenschaft gemeinsam handeln, lässt sich der drohende Wasserkonflikt im Lithiumdreieck noch eindämmen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kurz zusammengefasst:</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li>Eine neue Studie hat herausgefunden, dass die für den Lithiumabbau im südamerikanischen Lithiumdreieck zur Verfügung stehende Menge an Wasser bisher stark unterschätzt wurde.</li>



<li>Ein neues Modell zeigt, dass 27 von 28 untersuchten Regionen als extrem wasserarm gelten.</li>



<li>Besonders die moderne Abbaumethode Direct Lithium Extraction verbraucht deutlich mehr Frischwasser und gefährdet damit empfindliche Ökosysteme und lokale Gemeinschaften.</li>
</ul>



<p>Bild: © David Boutt</p>
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													<media:copyright>Anne Bajrica</media:copyright>
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		<item>
		<title>Boliviens Lithium-Schatz könnte zum Umweltproblem werden – Forscher warnen vor extremem Arsenwerten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Odysseas Grigoriadis]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 14 Feb 2025 11:58:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wissen]]></category>
		<category><![CDATA[Abwasser]]></category>
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					<description><![CDATA[Bolivien sitzt auf dem größten Vorkommen an Lithium der Welt, doch der Abbau hätte laut Forschern giftige Nebenwirkungen für die Umwelt.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Im Salar de Uyuni in Bolivien liegt das größte bekannte Lithiumvorkommen der Welt: Dort, unter der trockenen Salzkruste, verbirgt sich eine riesige Menge an lithiumhaltiger Sole. Wissenschaftler der <a href="https://nicholas.duke.edu/news/examining-potential-environmental-effects-mining-worlds-largest-lithium-deposit" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Duke University</a> haben erstmals die chemische Zusammensetzung der Abwässer aus einer Pilotförderanlage untersucht, um mögliche Umweltgefahren zu identifizieren.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Hohe Arsenwerte in Verdunstungsbecken</h2>



<p><a href="https://smartup-news.de/finanzen/eu-lithium-zinnwald-erzgebirge-widerstand/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Lithium</a> wird aus der Sole gewonnen, indem sie aus dem Untergrund in Verdunstungsbecken gepumpt wird. Während der Flüssigkeitsanteil verdunstet, steigt die Konzentration von Lithium und anderen gelösten Stoffen. Gleichzeitig kristallisieren unerwünschte Salze aus.&nbsp;</p>



<p>Die Forscher analysierten Proben aus acht Verdunstungsbecken sowie aus dem natürlichen Untergrund. Besonders alarmierend sind die stark erhöhten Arsenwerte. Während die natürliche Sole Arsenkonzentrationen zwischen 1 und 9 ppm aufweist, erreichte das letzte Becken fast 50 ppm – das ist 1.400-mal höher als der von der US-Umweltbehörde als ökologisch akzeptabel eingestufte Wert.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Gefahr für Tiere und Umwelt</h2>



<p>Hohe Arsenkonzentrationen können schwerwiegende Folgen für die Umwelt haben. Besonders betroffen sind Flamingos, die sich von Salinenkrebsen ernähren. Diese kleinen Krebse reagieren bereits auf Arsenwerte über 8 ppm empfindlich. Da die Werte in den Verdunstungsbecken um ein Vielfaches höher sind, besteht die Gefahr, dass sich das Gift in der Nahrungskette anreichert.</p>



<p>„Diese Arsenwerte sind extrem hoch“, sagt <a href="https://sites.nicholas.duke.edu/avnervengosh/people/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Avner Vengosh</a> von der Duke University. Sein Team hat bereits weltweit Messungen durchgeführt, dabei aber selten solch extreme Werte beobachtet. Neben Arsen fanden die Forscher auch steigende Konzentrationen von Bor in den Verdunstungsbecken. Bor kann je nach Form der Aufnahme gesundheitliche Auswirkungen haben. Im Gegensatz dazu enthielt das Abwasser der Lithiumverarbeitungsanlage vergleichsweise geringere Mengen an Bor und Arsen – in einigen Fällen sogar weniger als die ursprüngliche natürliche Sole.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Absenkung des Grundwasserspiegels und Landabsenkungen</h2>



<p>Neben der chemischen Belastung gibt es ein weiteres Problem, nämlich den Wasserhaushalt der Region. Frühere Studien haben gezeigt, dass langfristiger Lithium-Abbau in <a href="https://smartup-news.de/wissen/das-mittelmeer-von-heute-war-einst-eine-wueste/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Salzwüsten</a> wie dem Salar de Atacama in Chile zu <a href="https://smartup-news.de/news/immer-weniger-wasser-warum-deutschland-trotz-regen-austrocknet/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">sinkenden Grundwasserspiegeln</a> und Landabsenkungen führen kann. Diese Entwicklungen könnten sich auch am Salar de Uyuni wiederholen.</p>



<p>Der Abbau von Lithium erfordert enorme Wassermengen, da die Verdunstungsbecken dem lokalen Wasserkreislauf große Mengen an Flüssigkeit entziehen. Diese Verdunstung wird nicht vollständig durch Regenfälle ausgeglichen, wodurch die unterirdischen Wasserreserven langfristig erschöpft werden könnten.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Einleitung von Abwasser – Lösung oder neues Problem?</h2>



<p>Einige Unternehmen erwägen, die verbrauchte Sole oder Abwässer aus der Verarbeitung wieder in die Lagerstätte einzuleiten, um diesen Effekten entgegenzuwirken. Die Wissenschaftler untersuchten zwei Methoden hierfür – und beide Ansätze könnten problematische Nebeneffekte haben:&nbsp;</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Eine direkte Rückführung der verbrauchten Sole in das Reservoir könnte den natürlichen Solefluss stören und das Abpumpen erschweren.</li>



<li>Die Einleitung von Abwasser aus der Verarbeitung könnte die Lithiumkonzentration in der Lagerstätte verdünnen, was die Effizienz des Abbaus beeinträchtigen würde.</li>
</ul>



<p>Eine mögliche Lösung wäre eine gezielte Mischung von verbrauchter Sole mit Abwasser, um ein chemisches Gleichgewicht mit der natürlichen Sole zu erreichen. Laut <a href="https://nicholas.duke.edu/people/students/williams" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Gordon Williams</a> von der Duke University sollen zukünftige Studien diese Strategie genauer untersuchen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die geochemischen Ursprünge des Lithiums</h2>



<p>Neben den unmittelbaren Umweltfolgen interessiert die Forscher auch, warum der <a href="https://smartup-news.de/news/lateinamerika-wer-wird-das-naechste-brics-mitglied/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Salar de Uyuni</a> so hohe Lithiumkonzentrationen aufweist. Die Wissenschaftler arbeiten derzeit an einem geochemischen Modell, um die Herkunft des Metalls und die Prozesse, die zu seiner Anreicherung führen, besser zu verstehen.</p>



<p>Zusätzlich untersucht ein weiteres Team der Duke University die Auswirkungen des Lithium-Abbaus auf indigene Gemeinschaften in der Region. Viele Einheimische sind auf das Wasser aus den unterirdischen Quellen angewiesen. Eine großflächige Förderung könnte ihren Zugang zu sauberem Wasser gefährden.</p>



<p>„Wir sehen Lithium als die Zukunft für die Energiesicherheit, daher versuchen wir, es aus verschiedenen Blickwinkeln zu analysieren, um eine nachhaltige Entwicklung und Versorgung zu gewährleisten“, sagte Vengosh.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kurz zusammengefasst:</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li>Der Salar de Uyuni in Bolivien enthält das weltweit größte bekannte Vorkommen an Lithium, doch dessen Abbau bringt hohe Umweltgefahren mit sich.</li>



<li>Forscher der Duke University entdeckten extrem hohe Arsenwerte in den Verdunstungsbecken, was Tiere und Menschen gefährden könnte.</li>



<li>Neben chemischer Belastung bedroht der Lithium-Abbau den Grundwasserspiegel – Wissenschaftler warnen vor irreversiblen Schäden.</li>
</ul>



<p>Bild: © <a href="https://unsplash.com/de/fotos/weisse-und-rosa-reiher-am-strand-IpbnuyBWQqY" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Unsplash</a></p>
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									<media:description type="plain"><![CDATA[Sollte der Abbau von Lithium am Salar de Uyuni in Bolivien im großen Stil beginnen, könnte dies den dort lebenden Flamingos einen schweren Schlag versetzen. © Unsplash]]></media:description>
													<media:copyright>Odysseas Grigoriadis</media:copyright>
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		<title>Großer Schritt zu mehr Unabhängigkeit: Europas erste Lithium-Raffinerie startet in Bitterfeld</title>
		<link>https://smartup-news.de/technologie/europas-erste-lithium-raffinerie-startet-in-bitterfeld/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Anne Bajrica]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 19 Sep 2024 08:52:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[AMG Lithium]]></category>
		<category><![CDATA[Bitterfeld]]></category>
		<category><![CDATA[Bitterfeld-Wolfen]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[E-Autos]]></category>
		<category><![CDATA[Lithium]]></category>
		<category><![CDATA[Lithium-Abbau]]></category>
		<category><![CDATA[Recycling]]></category>
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					<description><![CDATA[In Bitterfeld nimmt Europas erste Lithium-Raffinerie den Betrieb auf. Der Standort soll helfen, die Abhängigkeit von China reduzieren.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>In Bitterfeld-Wolfen, einem historischen Industriezentrum Deutschlands, wurde am Mittwoch (18.09.2024) Europas erste Lithium-Raffinerie in Betrieb genommen. Die Region, bekannt für ihren Chemiepark, spielt eine zentrale Rolle bei der Herstellung des wichtigen Rohstoffs für Batterien. Lithium ist ein entscheidender Bestandteil moderner Akkus, die in Elektrofahrzeugen, Smartphones und Laptops verwendet werden.</strong></p>



<h2 class="wp-block-heading">Europa baut stark auf Lithium in Bitterfeld</h2>



<p>Das Lithium für die neue Raffinerie wird laut <a href="https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen-anhalt/dessau/bitterfeld/lithium-raffinerie-start-chemiepark-100.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">MDR</a> von <a href="https://amglithium.com/de/home" target="_blank" rel="noreferrer noopener">AMG Lithium</a> in Brasilien abgebaut, nach Europa transportiert und in Bitterfeld-Wolfen weiterverarbeitet. Ziel der Anlage ist die Herstellung von hochreinem, batteriefähigem Lithiumhydroxid mit einer hohen Energiedichte. Die Produktion gilt als ein Schlüssel zur Unabhängigkeit Europas von den bisherigen Hauptlieferanten China und Australien, die bislang den Weltmarkt beherrschen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">AMG investiert kräftig in die Zukunft der Batterien</h2>



<p>Das niederländisch-US-amerikanische Unternehmen AMG Lithium, das die Raffinerie betreibt, investierte laut MDR rund 140 Millionen Euro in die Anlage. Stefan Scherer, Geschäftsführer von AMG Lithium, betont die Bedeutung dieses Projekts für die europäische Industrie: &#8222;Die Batteriehersteller brauchen Kathodenmaterialien, und damit auch Lithium. Wir müssen Teil dieser Wertschöpfungskette sein.&#8220; Wie berichtet, hat das Unternehmen bereits Pläne, die Kapazität der Raffinerie in zwei weiteren Ausbaustufen zu erweitern, um den Bedarf der europäischen Batterieindustrie langfristig zu decken.</p>



<p>Die Raffinerie wird jährlich etwa 20.000 Tonnen Lithiumhydroxid produzieren, genug, um Batterien für rund 500.000 Elektrofahrzeuge zu bauen. Dieser Schritt markiert einen wichtigen Beitrag Sachsen-Anhalts zur Energiewende, so die Wirtschaftsstaatssekretärin Stefanie Pötzsch. Sie sieht noch weiteres Potenzial für Investitionen in der Region und verweist auf die hervorragende Infrastruktur des Chemieparks Bitterfeld-Wolfen, in dem sich bereits rund 360 Unternehmen angesiedelt haben.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Lithium-Förderung sichert Europas Energiewende</h2>



<p>Trotz eigener Lithiumvorkommen in Europa ist Deutschland bisher stark von Importen aus Südamerika und China abhängig, wie die <a href="https://www.tagesschau.de/wirtschaft/lithium-foerderung-deutschland-100.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Tagesschau</a> berichtet. Insbesondere China dominiert den Weltmarkt nicht nur bei der Förderung, sondern auch bei der Verarbeitung des Rohstoffs. Dies führt zu Abhängigkeiten, die Europa zunehmend vermeiden möchte. Marco Schwarzbach, Rohstoffexperte bei der DekaBank, erklärt, dass die günstigeren Produktionsbedingungen in China vor allem auf niedrigere Umweltauflagen und geringere Arbeitsschutzstandards zurückzuführen sind.</p>



<p><strong>Mehr zum Thema Lithium:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://smartup-news.de/news/lithium-spaltet-serbien-entscheidet-sich-belgrad-fuer-gruene-autos-oder-gruene-aepfel/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Lithium spaltet Serbien: Entscheidet sich Belgrad für „grüne Autos“ oder „grüne Äpfel“?</a></li>



<li><a href="https://smartup-news.de/news/serbien-massenproteste-gegen-den-abbau-von-lithium/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Serbien in Aufruhr: Massenproteste gegen den Lithiumabbau im Jadar-Tal</a></li>



<li><a href="https://smartup-news.de/finanzen/eu-und-serbien-schmieden-lithium-pakt-quantensprung-fuer-belgrad/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">EU und Serbien schmieden Lithium-Pakt – Quantensprung für Belgrad</a></li>
</ul>



<p>Auch Bundeskanzler Olaf Scholz betonte kürzlich die Notwendigkeit, unabhängiger von diesen externen Rohstofflieferanten zu werden. Er appellierte an die europäische Wirtschaft, eigene Rohstoffquellen zu erschließen und zu nutzen. Im Erzgebirge und im Oberrheingraben werden wertvolle Lithiumvorkommen vermutet, die langfristig zur Versorgung Europas beitragen könnten. </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Wenn wir nicht mehr von diktatorischen Staaten abhängig sein wollen, müssen wir uns dafür einsetzen, die Rohstoffe in unseren eigenen Demokratien zu fördern. </p>
<cite>Bundeskanzler Olaf Scholz</cite></blockquote>



<h2 class="wp-block-heading">Hohe Kosten erschweren Lithium-Abbau in Europa</h2>



<p>Obwohl Europa über eigene Lithiumvorkommen verfügt, ist deren Nutzung mit hohen Kosten verbunden. In Ländern wie Finnland, Portugal oder Österreich lagern bedeutende Mengen des Metalls. Dennoch scheitern viele Projekte an den hohen Förderkosten und der fehlenden Akzeptanz in der Bevölkerung. Umweltbedenken spielten laut Tagesschau in vielen Regionen eine große Rolle. In Südamerika und Australien kam es bereits zu schwerwiegenden Umweltproblemen durch den Wasserverbrauch und den Eingriff in die Natur.</p>



<p>Stefan Scherer von AMG Lithium verweist darauf, dass das Unternehmen auch Lithium aus Portugal und dem sächsischen Zinnwald beziehen könnte, um die Abhängigkeit von Importen weiter zu reduzieren. Trotz aller Bemühungen wird Europa jedoch auch in Zukunft auf Importe angewiesen sein.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Recycling könnte Europas Lithiumbedarf drastisch senken</h2>



<p>Ein möglicher Ausweg aus der Abhängigkeit könnte in neuen Technologien und Recyclingverfahren liegen. Derzeit werden kaum Lithium-Ionen-Batterien recycelt. Experten fordern verstärkte Investitionen in die Entwicklung von Recyclingtechnologien, um den Bedarf an neuen Rohstoffen zu senken.</p>



<p>Patrice Heine, Geschäftsführer des Chemieparks Bitterfeld-Wolfen, sieht die neue Raffinerie als wichtigen Schritt in die richtige Richtung: „Wir machen uns nicht mehr abhängig von China und Australien, die bisher das Monopol hatten“, betont er gegenüber MDR. Die Aussicht auf ein stark wachsendes Lithiumgeschäft in Europa sei vielversprechend, und der Bedarf werde in den kommenden Jahren weiter stark ansteigen.</p>



<p><strong>Übrigens</strong>: Greenpeace warnt eindringlich vor den zerstörerischen Folgen des geplanten Tiefseebergbaus, der ganze Meeresökosysteme bedroht. Warum Experten sagen, dass der Abbau in der Tiefsee überflüssig ist, erfährst du in unserem <a href="https://smartup-news.de/wissen/greenpeace-schlaegt-alarm-tiefseebergbau-wuerde-oekosysteme-im-meer-ruinieren/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Artikel</a>.</p>



<p>Bild: © <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Close-up_of_an_electric_car_charging._Traffic_lights_in_a_blurry_background.jpg" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Ivan Radic</a> via <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Close-up_of_an_electric_car_charging._Traffic_lights_in_a_blurry_background.jpg" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Wikimedia</a> unter <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.en" target="_blank" rel="noreferrer noopener">CC BY 2.0</a></p>
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					<![CDATA[Elektro-Auto]]>
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		<title>EU und Serbien schmieden Lithium-Pakt – Quantensprung für Belgrad</title>
		<link>https://smartup-news.de/finanzen/eu-und-serbien-schmieden-lithium-pakt-quantensprung-fuer-belgrad/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Anne Bajrica]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 20 Jul 2024 08:41:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Finanzen]]></category>
		<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Aleksandar Vučić]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[EU]]></category>
		<category><![CDATA[Lithium]]></category>
		<category><![CDATA[Lithium-Abbau]]></category>
		<category><![CDATA[Olaf Scholz]]></category>
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		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
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					<description><![CDATA[EU und Serbien schließen einen bedeutenden Lithium-Pakt im Jadar-Tal. Die Milliardeninvestition soll die Abhängigkeit von China reduzieren.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Die EU und Serbien haben ein bedeutendes Abkommen zum Abbau von Lithium im westserbischen Jadar-Tal geschlossen. Das Projekt hat sowohl wirtschaftliche als auch ökologische Dimensionen. In Belgrad wurde in Anwesenheit von Bundeskanzler Olaf Scholz, Serbiens Präsident Aleksandar Vučić und EU-Kommissionsvize Maroš Šefčovič eine Absichtserklärung unterzeichnet. Diese soll die umweltfreundliche Förderung des wertvollen Metalls ermöglichen. <a href="https://www.tagesschau.de/ausland/europa/scholz-serbien-lithium-102.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Tagesschau</a> berichtet, dass das Jadar-Tal eines der größten Lithium-Vorkommen Europas beherbergt, mit einem geschätzten Wert von mehreren Milliarden Euro.</strong></p>



<h2 class="wp-block-heading">Lithium-Deal für Serbien und EU wichtig</h2>



<p>Für Serbien bedeutet das Abkommen die größte ausländische Direktinvestition seiner Geschichte. Präsident Vučić schätzt die Investitionssumme auf sechs Milliarden Euro. Das Projekt soll eine Wertschöpfungskette für Elektromobilität von der Rohstoffgewinnung bis zur Batteriefertigung aufbauen. Scholz versicherte, dass das Projekt den höchsten Umweltstandards entsprechen werde. „Wir werden das unterstützen und wir werden unseren Beitrag dazu leisten, dass das auch tatsächlich so kommt“, so Scholz. Laut dem TV-Sender <a href="https://n1info.rs/vesti/vucic-i-solc-posle-potpisivanja-memoranduma-kvantni-skok-u-buducnost-za-srbiju-vazan-evropski-projekat/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">N1</a> sagte Serbiens Präsident Vučić, man habe Zusicherungen des deutschen Kanzlers für den Aufbau einer Wertschöpfungskette. Serbien wolle nicht nur Rohstoffe liefern. Irgendwann wolle man selbst Elektroautos herstellen. „Wir haben bereits Stellantis, und ich glaube, wir werden auch andere mitbringen.“</p>



<p>Die <a href="https://smartup-news.de/technologie/aufholjagd-jetzt-muessen-deutsche-autobauer-von-china-lernen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Autohersteller</a> Mercedes-Benz und Stellantis verhandeln bereits mit dem australischen Bergbaugiganten Rio Tinto über eine Beteiligung, berichtet Tagesschau. Diese Firmen könnten von den neuen Lithiumquellen profitieren und so die Produktion von Elektrofahrzeugen in Europa steigern.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Quantensprung für Serbien</h2>



<p>Šefčovič bezeichnete den Tag der Unterzeichnung als „historisch“ und sah darin einen wichtigen Schritt Serbiens in Richtung EU. Vučić äußerte sich euphorisch. Laut dem TV-Sender N1 sagte er: „Für uns ist dies ein Quantensprung in die Zukunft, etwas, das wir nicht für möglich gehalten hätten.“ Das geplante Bergwerk soll jährlich 58.000 Tonnen Lithium produzieren. Laut Schätzungen könnte dies den Bedarf von 1,1 Millionen Elektrofahrzeugen decken, was etwa 17 Prozent der europäischen Produktion ausmacht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Umweltschützer kritisieren den Lithium-Abbau</h2>



<p>Doch das Projekt stößt auch auf erheblichen Widerstand. Umweltschützer befürchten, dass der Lithium-Abbau das <a href="https://smartup-news.de/wissen/von-duerre-bis-guelle-wie-das-grundwasser-in-deutschland-bedroht-wird/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Grundwasser</a> mit Schwermetallen verunreinigen könnte. Aleksandar Jovanović Ćuta von der Umweltorganisation Ökologischer Aufstand sagte: „Das Abkommen ist ein Todesurteil zur Beendigung des Lebens in der Abbauregion.“ Während der Unterzeichnungszeremonie wollten Umweltschützer vor dem Präsidentenpalast demonstrieren, der jedoch weiträumig abgesperrt wurde.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Gericht erlaubt überraschend Lithium-Förderung</h2>



<p>Die serbische Regierung hatte den Weg für die Unterzeichnung des Abkommens erst wenige Tage zuvor freigemacht. Ein Urteil des Verfassungsgerichts hatte einen früheren Stopp des Projekts aus dem Jahr 2022 rückgängig gemacht. Kritiker bezweifeln die Unabhängigkeit des Gerichts. Die Opposition wirft dem Westen vor, sich wegen der Rohstoff-Partnerschaft Vučić anzubiedern und kritisiert den Abbau der Demokratie und des Rechtsstaats in Serbien.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Lithium-Deal wichtiger Meilenstein für EU</h2>



<p>Für die EU ist das Projekt ebenfalls von großer Bedeutung. Es soll die Abhängigkeit von China verringern. China kontrolliert neben Australien und Chile derzeit einen Großteil des weltweiten Lithiumabbaus und der -verarbeitung. Im Mai hatte sich sogar Chinas Präsident Xi Jinping um die Ausbeutung der Vorkommen in Serbien bemüht. Trotzdem setzten sich nun die Europäer durch. Deutschland und die EU feiern diesen Erfolg als Meilenstein, der auch auf weitere Rohstoffprojekte ausstrahlen könnte. Tagesschau zufolge könnten die neuen <a href="https://smartup-news.de/news/lateinamerika-wer-wird-das-naechste-brics-mitglied/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Lithiumvorkommen</a> den Importbedarf aus China erheblich reduzieren.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was du dir merken solltest:</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li>EU und Serbien haben ein bedeutendes Abkommen zum Lithium-Abbau im Jadar-Tal geschlossen.</li>



<li>Das Projekt bringt eine Milliardeninvestition und soll Serbiens Wirtschaft stärken.</li>



<li>Die EU möchte damit ihre Abhängigkeit von China verringern und die Elektromobilität fördern.</li>
</ul>



<p>Bild: © <a href="https://audiovisual.ec.europa.eu/en/photo/P-064208~2F00-03" target="_blank" rel="noreferrer noopener">European Union, 2024</a> unter <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.en" target="_blank" rel="noreferrer noopener">CC BY 4.0</a></p>
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