Erdüberlastungstag am 2. Mai erreicht – Deutschland ist verschwenderischer als je zuvor
Deutschland hat 2024 seine natürlichen Ressourcen schon am 2. Mai aufgebraucht – ein Alarmzeichen für den hohen Verbrauch.

Am 2. Mai hat Deutschland seine natürlichen Ressourcen bereits verbraucht und erreicht damit den Erdüberlastungstag. © Vecteezy
Deutschland hat dieses Jahr bereits am 2. Mai seine für das gesamte Jahr verfügbaren ökologischen Ressourcen aufgebraucht und lebt nun „ökologisch auf Pump“. Dies gab die Umweltorganisation Germanwatch bekannt und forderte die dringende Einführung einer „ökologischen Schuldenbremse“. Der sogenannte deutsche Erdüberlastungstag tritt immer früher im Jahr ein und markiert den Zeitpunkt, an dem die von der Natur regenerierbaren Ressourcen Deutschlands rechnerisch erschöpft sind.
Deutschlands Ressourcenverbrauch in alarmierenden Zahlen
Im Vergleich zu anderen Ländern zeigt sich Deutschland besonders verschwenderisch. Während der globale Erdüberlastungstag im letzten Jahr auf den 2. August fiel, erreichte Deutschland diesen kritischen Punkt dieses Jahr bereits am 2. Mai. FOCUS online berichtet, dass im Jahr 2000 der globale Erdüberlastungstag noch auf den 23. September fiel. Die kontinuierliche Vorverlegung dieses Datums zeugt von einem wachsenden ökologischen Fußabdruck und einer zunehmenden Belastung der natürlichen Ressourcen.
Die Herausforderungen der Fleischproduktion und Futtermittelimporte
Ein wesentlicher Faktor für den hohen Ressourcenverbrauch Deutschlands ist die intensive Tierhaltung. Konstantinos Tsilimekis, Experte für Welternährung und Landnutzung bei Germanwatch, betont:
Allein 56 Prozent des hierzulande erzeugten Getreides gehen in die Futtertröge.
Die Notwendigkeit, große Mengen an Futtermitteln wie Soja zu importieren, ist bezeichnend für das Ausmaß des Problems. Im Jahr 2022 wurden laut FOCUS online beispielsweise rund 3,4 Millionen Tonnen Soja nach Deutschland importiert.
Umweltauswirkungen der deutschen Konsumgewohnheiten
Die Produktion dieser Futtermittel hat schwerwiegende ökologische Auswirkungen. Zwischen 2016 und 2018 waren 138.000 Hektar Tropenwaldzerstörung direkt mit dem deutschen Verbrauch verbunden. Diese Fläche ist fast doppelt so groß wie Hamburg. Diese Zahlen verdeutlichen, wie global vernetzt und folgenreich der deutsche Lebensmittelkonsum ist.
Politische Maßnahmen zur Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks
Germanwatch betont, dass eine Veränderung nicht allein durch Appelle erreicht werden kann. Politische Maßnahmen sind erforderlich, um nachhaltigere Ernährungsweisen zu fördern und gleichzeitig die Lebensgrundlagen zukünftiger Generationen zu sichern. Die Einführung steuerlicher Anreize für pflanzenbasierte Nahrungsmittel und die Entwicklung nachhaltiger Geschäftsmodelle in Zusammenarbeit mit den Landwirten könnten wichtige Schritte in die richtige Richtung sein.
Ein dringender Weckruf
Die Daten zum Erdüberlastungstag sollten als Weckruf dienen, um sowohl politische als auch persönliche Entscheidungen zu überdenken. Germanwatch weist darauf hin, dass der wachsende Verbrauch natürlicher Ressourcen letztendlich die Lebensgrundlagen zukünftiger Generationen gefährdet. Es wird Zeit, dass nachhaltige Praktiken nicht nur gefördert, sondern auch umgesetzt werden, um die Lebensqualität auf unserem Planeten langfristig zu sichern.

Was du dir merken solltest:
- Deutschland erreichte 2024 seinen Erdüberlastungstag bereits am 2. Mai. Das zeigt, dass die verfügbaren ökologischen Ressourcen des Landes schneller verbraucht werden als sie sich regenerieren können.
- Ein wesentlicher Treiber des hohen Ressourcenverbrauchs ist die intensive Tierhaltung, für die unter anderem große Mengen Soja importiert werden müssen, was zu globaler Entwaldung und Biodiversitätsverlust führt.
- Um den ökologischen Fußabdruck zu verringern, fordert Germanwatch politische Maßnahmen wie eine „ökologische Schuldenbremse“ und steuerliche Anreize für nachhaltigere Nahrungsmittel.
Bild: © Vecteezy
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