Bill Gates’ smarte Atomreaktoren für Meta: Zuckerbergs KI braucht Strom – jetzt soll Kernkraft helfen

Meta will seinen KI-Strombedarf mit Kernkraft decken. Bill Gates’ Firma TerraPower plant bis zu acht neue Atomreaktoren ab den 2030er-Jahren.

Mark Zuckerberg hält eine Rede

Mark Zuckerberg treibt den Ausbau von Künstlicher Intelligenz voran – und sucht für den wachsenden Stromhunger seiner Rechenzentren nun Hilfe bei der Kernkraft. © Wikimedia

Eine unscheinbare Baustelle im US-Bundesstaat Wyoming – staubig, abgelegen. Hier entsteht ein Kraftwerk, das nicht nur Strom liefern soll, sondern eine neue Antwort auf ein altes Problem: Wie lässt sich rund um die Uhr verlässliche Energie erzeugen, wenn der Bedarf explosionsartig wächst? Für den Meta-Konzern wird diese Frage drängend. Künstliche Intelligenz treibt den Stromverbrauch der Rechenzentren in neue Höhen. Jetzt setzt das Unternehmen auf Atomkraft – ausgerechnet von Bill Gates.

Meta hat sich mit der von Bill Gates 2008 gegründeten Firma TerraPower auf den Bau von bis zu acht neuen Reaktoren verständigt. Sie sollen bereits in wenigen Jahren mehrere Gigawatt Leistung liefern und damit den Energiehunger der KI-Systeme stillen. Es ist die bislang größte Unterstützung des Konzerns für neue Kerntechnik.

Warum Atomreaktoren von Bill Gates für Meta plötzlich relevant sind

Der Strombedarf moderner Rechenzentren wächst schneller als viele Netze mithalten können. KI-Modelle laufen nicht nur kurz, sie rechnen tagelang. Server müssen gekühlt werden, auch nachts. Erneuerbare Energien liefern sauberen Strom, aber nicht immer dann, wenn er gebraucht wird. Meta sucht deshalb nach Grundlast – also Energie, die konstant verfügbar ist. Atomkraft erfüllt genau dieses Kriterium.

Der Deal sieht vor, dass Meta frühe Entwicklungsphasen der neuen Reaktoren finanziert. Im Gegenzug sichert sich der Konzern langfristige Lieferrechte. Wie viel Geld fließt, bleibt offen. Klar ist aber: Für Meta geht es um Planungssicherheit über Jahrzehnte.

Die Technik stammt aus einem Projekt, das Gates bereits vor Jahren angestoßen hat. TerraPower entwickelt sogenannte Natrium-Reaktoren, eine neue Bauart, die klassische Kernkraft mit moderner Speichertechnik verbindet.

Wie die Natrium-Reaktoren technisch anders arbeiten

Jeder Natrium-Reaktor liefert dauerhaft rund 345 Megawatt elektrische Leistung. Das reicht, um mehrere Hunderttausend Haushalte zu versorgen. Das Besondere steckt im Inneren: Statt Wasser kühlt flüssiges Natrium den Reaktor. Dadurch arbeitet die Anlage bei niedrigerem Druck als herkömmliche Kernkraftwerke.

Zusätzlich besitzt der Reaktor einen integrierten Wärmespeicher aus geschmolzenem Salz. Überschüssige Wärme lässt sich dort zwischenspeichern. Bei Bedarf kann die Leistung kurzfristig auf bis zu 500 Megawatt hochfahren – und das für mehr als fünf Stunden. Für Stromnetze ist diese Flexibilität wertvoll, gerade wenn Wind und Sonne schwanken.

Zwei Reaktoren zusammen liefern damit knapp 700 Megawatt Dauerleistung und bis zu einem Gigawatt abrufbaren Strom. Insgesamt könnten die geplanten Anlagen Meta rechnerisch bis zu vier Gigawatt Spitzenleistung sichern.

Der KI-Boom treibt Meta zur Kernkraft von Bill Gates

Für Meta ist Atomkraft kein Prestigeprojekt, sondern eine Reaktion auf knappe Ressourcen. Der Konzern betreibt weltweit riesige Rechenzentren. Der Energiebedarf steigt mit jedem neuen KI-Modell. Interne Effizienzgewinne reichen längst nicht mehr aus.

„Um den wachsenden Energiebedarf zu bewältigen, müssen wir in den 2030er-Jahren Gigawatt an moderner Kernenergie bereitstellen“, sagte TerraPower-Chef Chris Levesque zur Vereinbarung. Die Technik liefere „zuverlässigen, flexiblen und CO₂-freien Strom“, den das Land brauche.

Auch Meta betont den praktischen Nutzen. „Meta setzt auf innovative Energielösungen, die zuverlässig, skalierbar und sauber sind“, erklärte Energiechefin Urvi Parekh. Neue Kernkraft stärke zudem Arbeitsplätze und technologische Führungsansprüche in den USA.

Sicherheit, Abfall und offene Fragen bleiben bestehen

So modern die Technik wirkt, die grundlegenden Probleme der Kernkraft verschwinden nicht. Auch Natrium-Reaktoren erzeugen radioaktiven Abfall. Die Endlagerfrage bleibt ungelöst. Plutonium und andere langlebige Stoffe müssen über viele Tausend Jahre sicher verwahrt werden.

Hinzu kommt der Zeitfaktor. Der erste kommerzielle Natrium-Reaktor in Wyoming soll frühestens 2030 fertig werden. Die für Meta vorgesehenen Anlagen könnten ab 2032 Strom liefern. Für den heutigen Energiebedarf von KI ist das keine kurzfristige Lösung, sondern eine Wette auf die Zukunft.

Gleichzeitig schreitet die Regulierung langsam voran. TerraPower verweist darauf, bereits wichtige Umwelt- und Sicherheitsprüfungen abgeschlossen zu haben. Doch Genehmigungen für mehrere Standorte stehen noch aus. Auch die konkrete Lage der ersten Meta-Reaktoren ist offen.

Kurz zusammengefasst:

  • Meta sichert sich langfristig Strom für seine KI-Rechenzentren, indem der Konzern auf neue Atomreaktoren der von Bill Gates gegründeten Firma TerraPower setzt.
  • Die geplanten Natrium-Reaktoren sollen ab den frühen 2030er-Jahren mehrere Gigawatt liefern und durch integrierte Energiespeicher flexibel auf Stromspitzen reagieren.
  • Der Schritt zeigt, wie stark der Energiebedarf von KI wächst und warum Tech-Konzerne wieder auf grundlastfähige, dauerhaft verfügbare Stromquellen setzen.

Übrigens: Bill Gates fordert im Klimaschutz einen Perspektivwechsel – weg vom reinen Blick auf Temperaturkurven, hin zur Frage, wie gut Menschen geschützt und Lebensbedingungen verbessert werden. Warum er trotz Krisen auf Innovation setzt und was das für die Klimapolitik bedeutet, mehr dazu in unserem Artikel.

Bild: © Anthony Quintano via Wikimedia unter CC BY 2.0

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