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	<title>Technologie Archive - SMART UP NEWS</title>
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	<title>Technologie Archive - SMART UP NEWS</title>
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		<title>KI-Stromverbrauch explodiert – Jeff Bezos sucht die Lösung im Gehirn</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Anne Bajrica]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Jun 2026 08:31:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Technologie]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Stromverbrauch von Künstlicher Intelligenz wächst rasant. Jeff Bezos finanziert daher ein Start-up, das im Gehirn nach sparsameren Systemen sucht.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="">Das menschliche Gehirn leistet jeden Tag, woran die größten KI-Systeme noch scheitern: Es lernt aus wenigen Erfahrungen, passt sich neuen Situationen an und verbraucht dabei nur rund 20 Watt. Moderne KI braucht für Training und Betrieb dagegen Rechenzentren, Spezialchips und enorme Mengen Strom. Der KI-Stromverbrauch wird deshalb zu einer der großen Kostenfragen der Branche.</p>



<p class="">Das US-Magazin <em><a href="https://www.wired.com/story/jeff-bezos-is-funding-a-wild-hunt-for-the-brains-core-algorithm/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Wired</a></em> berichtet nun von einem Start-up, das diese Schwäche heutiger KI anders angehen will: Die Firma <a href="https://flourishlabs.ai/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Flourish</a> will keine immer größeren Sprachmodelle bauen, sondern sucht im Aufbau echter Nervenzellen nach einer neuen Grundlage für künstliche Intelligenz. Hinter dem Vorhaben stehen <a href="https://www.linkedin.com/in/robert-williams-b10539230/?isSelfProfile=false" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Rob Williams</a>, früher Topmanager bei Amazon, und <a href="https://www.linkedin.com/in/thomas-reardon-07182314a/?isSelfProfile=false" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Thomas Reardon</a>, der einst an Microsofts erstem Webbrowser mitarbeitete. Amazon-Gründer Jeff Bezos finanzierte den Start zunächst mit 50 Millionen Dollar.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum der KI-Stromverbrauch Forschern so schwer zu schaffen macht</h2>



<p class="">Inzwischen verfügt Flourish über 500 Millionen Dollar Kapital. Die Bewertung liegt bei rund 2,5 Milliarden Dollar. Das Geld soll Labore, Mikroskope, KI-Forscher und Neurowissenschaftler zusammenbringen. Das Ziel ist ambitioniert: Eine künstliche Intelligenz soll so sparsam lernen wie das menschliche Gehirn. „Wir wollen ein synthetisches künstliches Intelligenz-Gehirn bauen, das mit 50 Watt oder weniger läuft“, erklärt Reardon.</p>



<p class="">Große <a href="https://smartup-news.de/technologie/ki-gedanken-bald-unsichtbar-neue-modelle-werden-intransparent/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">KI-Modelle</a> verschlingen riesige Textmengen. Sie lernen nicht fortlaufend wie Menschen, sondern brauchen aufwendige Trainingsphasen. Danach bleibt ihr Wissen weitgehend auf diesem Stand. Das Gehirn arbeitet anders. Ein Kind lernt Sprache aus Alltag, Wiederholung und sozialer Erfahrung. Reardon hält den Abstand zur heutigen Technik für falsch angelegt. „Es stimmt etwas grundsätzlich nicht an der Aussage: Ich muss im Grunde jedes Buch, das je geschrieben wurde, 20-mal lesen, um Englisch zu lernen“, sagt er.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was eine Studie über Fruchtfliegen mit KI zu tun hat</h2>



<p class="">Flourish sucht nach dem, was Investoren und Forscher im Unternehmen den „Algorithmus des Gehirns“ nennen. Dabei geht es nicht um eine fertige Formel. Das Team untersucht, wie Nervenzellen Informationen weitergeben, speichern und neu ordnen. Eine wichtige Spur kommt aus der Hirnforschung an Tieren.</p>



<p class=""><a href="https://www.researchgate.net/profile/Joshua-Vogelstein" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Joshua Vogelstein</a>, Mitgründer von Flourish, arbeitete kürzlich an einer Studie zum neuronalen Netzwerk einer Fruchtfliege mit. Die Analyse kam zu einem auffälligen Befund: Das Netzwerk der Fruchtfliege arbeitet zehnmal effizienter als der sogenannte Transformer, eine Grundstruktur vieler großer Sprachmodelle.</p>



<p class="">Solche Vergleiche liefern noch keinen Bauplan für die nächste KI. Sie erklären aber, warum Tech-Investoren wieder so stark auf Neurowissenschaften achten. Das Gehirn kann mit wenig Energie Reize verarbeiten, Muster erkennen und Erlerntes auf neue Situationen übertragen. Daran hapert es allerdings bei vielen KI-Systemen. Sie wirken leistungsstark, solange enorme Rechnerleistung dahintersteht. Ohne diese Infrastruktur verlieren viele Anwendungen schnell an Tempo, Wirtschaftlichkeit oder Reichweite.</p>



<h2 class="wp-block-heading">KI-Stromverbrauch soll mit gehirnähnlicher Technik sinken</h2>



<p class="">Flourish setzt deshalb auf eine enge Verbindung von Labor und <a href="https://smartup-news.de/technologie/ki-programmiert-bereits-rund-30-prozent-des-codes-bei-microsoft/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Softwareentwicklung</a>. Neurowissenschaftler sollen Schaltkreise des Gehirns untersuchen. KI-Forscher sollen daraus neue Modelle bauen. Im Blick stehen unter anderem sogenannte kortikale Säulen – das sind Strukturen in der Großhirnrinde. Sie gelten in der Forschung als mögliche Recheneinheiten des Gehirns.</p>



<p class="">Sparsamere KI könnte viele Anwendungen verändern:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="">KI-Modelle könnten häufiger direkt auf Smartphones, Brillen oder anderen kleinen Geräten laufen.</li>



<li class="">Rechenzentren bräuchten weniger Energie für bestimmte Aufgaben.</li>



<li class="">Systeme könnten schneller auf neue Informationen reagieren, statt immer wieder neu trainiert zu werden.</li>
</ul>



<p class="">Noch bleibt vieles offen. Das Start-up baut seine Labore in New York erst auf. Einige Geräte kosten mehrere Millionen Dollar. Die geplanten Experimente sollen verschiedene Ebenen des Gehirns erfassen, von Molekülen über Synapsen bis zu größeren Zellverbänden. <a href="https://www.innovatorsunder35.com/the-list/gregory-wayne/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Greg Wayne</a>, langjähriger DeepMind-Forscher und Berater von Flourish, bringt die Hoffnung knapp auf den Punkt: „Das Gehirn hat ein Geheimnis, das wir noch nicht gefunden haben.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum Bezos auf eine unsichere Idee wettet</h2>



<p class="">Bezos investierte, obwohl Flourish noch keinen sicheren Weg zum Ziel vorweisen kann. Der mögliche Gewinn wäre jedenfalls enorm: Wenn KI-Systeme ähnlich sparsam lernen könnten wie menschliche Gehirne, würden sich Kosten, Energiebedarf und Geräteklassen verändern. Williams sieht den Zeithorizont offen. „In drei Jahren bekommt man nicht sehr viel geschafft“, sagt er. Große Fortschritte entstünden bei Vorhaben, die über sieben bis zehn Jahre geplant würden.</p>



<p class="">Flourish denkt trotzdem an erste Produkte. Reardon spricht von einer Speichertechnik, die sich am Hippocampus orientiert. Dieser Hirnbereich hilft beim Lernen und Erinnern. Außerdem arbeite das Team an einem Modell, das fortlaufend lernen könne und auf Geräten für die Hosentasche laufen soll. Konkrete Leistungsdaten sind nicht bekannt.</p>



<p class="">Doch auch Skepsis begleitet das Projekt von Anfang an. <a href="https://people.eecs.berkeley.edu/~brecht/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Ben Recht</a> von der University of California in Berkeley berät Flourish, bleibt aber vorsichtig. „Ich bin nicht überzeugt, dass es funktionieren wird“, sagt er. „Aber wenn es funktioniert, wäre es erstaunlich.“ Damit steht Flourish vor einer großen Aufgabe: Das Unternehmen muss nicht einfach bessere KI entwickeln. Es muss verstehen, warum das Gehirn mit so wenig Energie so viel schafft.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kurz zusammengefasst:</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li class="">Der Stromverbrauch durch KI wird zum Problem, weil heutige Modelle riesige Rechenzentren, viele Spezialchips und sehr viel Energie brauchen.</li>



<li class="">Das Start-up Flourish will vom Gehirn lernen, weil dieses mit rund 20 Watt arbeitet, fortlaufend dazulernt und deutlich weniger Daten benötigt.</li>



<li class="">Jeff Bezos finanziert die riskante Idee mit viel Geld, doch ein Durchbruch ist offen, weil die Forscher erst verstehen müssen, welche Gehirnprinzipien sich technisch nachbauen lassen.</li>
</ul>



<p class=""><strong>Übrigens:</strong> Während Jeff Bezos im Gehirn nach der Lösung für den KI-Stromverbrauch sucht, arbeiten Forscher im Saarland an einem direkteren Weg: Sie machen KI-Modelle kleiner, sparsamer und trotzdem leistungsfähig. Ihre Methode soll den Energiebedarf um bis zu 90 Prozent senken. Mehr dazu in unserem <a href="https://smartup-news.de/technologie/ki-frisst-strom-ohne-ende-forscher-machen-sie-energieeffizienter/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Artikel</a>.</p>



<p class="">Bild: © <a href="https://www.flickr.com/people/47354378@N05" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Seattle City Council</a> from Seattle via <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Jeff_Bezos_at_Amazon_Spheres_Grand_Opening_in_Seattle_-_2018_(39074799225)_(cropped2).jpg" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Wikimedia</a> unter <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0" target="_blank" rel="noreferrer noopener">CC BY 2.0</a></p>
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									<media:description type="plain"><![CDATA[Jeff Bezos finanziert ein Start-up, das KI sparsamer machen will. Die Idee dahinter: Das Gehirn arbeitet mit rund 20 Watt und lernt trotzdem schneller als heutige Modelle. © Seattle City Council from Seattle via Wikimedia Commons unter CC BY 2.0]]></media:description>
													<media:copyright>Eva Schmitt</media:copyright>
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		<title>Heilung von Querschnittslähmung? Winzige Roboter lassen Nerven wieder wachsen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Anne Bajrica]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 Jun 2026 09:09:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Technologie]]></category>
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		<category><![CDATA[Universität Zürich]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Heilung einer Querschnittslähmung ist schwierig. ETH-Forscher testen nun Mikroroboter, die in Tierversuchen Nervenwachstum fördern.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="">Eine Rückenmarksverletzung kann das Leben von einem Tag auf den anderen umkrempeln. Plötzlich gehorchen Arme oder Beine nicht mehr und vieles muss neu gelernt oder anders organisiert werden. Medizinisch bleibt das Problem besonders schwierig, weil Nervenzellen im Rückenmark nicht von allein nachwachsen. Narbengewebe bremst neue Nervenfasern zusätzlich aus. Für die Forschung an der Heilung einer Querschnittslähmung zählt deshalb jede Methode, die verletzte Nerven besser erreichen und zum Wachsen anregen kann.</p>



<p class="">In einer neuen <a href="https://www.nature.com/articles/s41563-026-02625-3" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Studie</a> im Fachjournal <em>Nature Materials</em> beschreibt ein Team der <a href="https://ethz.ch/de/news-und-veranstaltungen/eth-news/news/2026/06/mikroroboter-reparieren-rueckenmark.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">ETH Zürich</a> und der Universität Zürich nun einen neuen Ansatz. Die Forscher kombinierten Stammzellen mit winzigen technischen Partikeln. So entstanden Mikroroboter, die sich mit Magnetfeldern steuern lassen. In Versuchen mit Zebrafischen und Mäusen wanderten diese sogenannten NPCbots an verletzte Stellen im Rückenmark. Dort regten sie Zellen an, sich zu Nervenzellen und Stützzellen zu entwickeln.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum die Heilung einer Querschnittslähmung bisher so schwer bleibt</h2>



<p class="">Bei vielen bisherigen Ansätzen setzen Ärzte und Forscher auf Stammzellen oder elektrische Stimulation. Beides bringt Probleme mit sich. Eingesetzte Zellen überleben nicht immer gut genug. Außerdem verbinden sie sich nicht zuverlässig mit dem geschädigten Gewebe. Elektrische Reize brauchen oft Elektroden, die in den Körper gelangen müssen. Besonders im Rückenmark wird das riskant, denn dort können kleine Eingriffe große Folgen haben.</p>



<p class="">Die neuen Mikroroboter sollen mehrere Aufgaben auf einmal übernehmen. Sie bringen lebende neurale Vorläuferzellen mit magnetoelektrischen Nanopartikeln zusammen. Diese Partikel reagieren auf Magnetfelder von außen und wandeln sie in elektrische Impulse um. Dadurch lassen sich die Zellen anregen, ohne Kabel oder Elektroden einzusetzen. „Die mikrorobotische Führung macht die Behandlung präziser und minimalinvasiv“, sagt Studienautor <a href="https://msrl.ethz.ch/the-lab/team/hao-ye.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Hao Ye</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wie aus Stammzellen winzige Helfer fürs Rückenmark entstehen</h2>



<p class="">Die Herstellung läuft auf einem kleinen Laborsystem, das nur rund einen Quadratzentimeter groß ist. Dort verbinden die Forscher die Zellen mit den Nanopartikeln. „Wir platzieren in der Mitte ein Reservoir, in dem wir die Zellen festhalten. Dann injizieren wir die Nanopartikel und warten, bis sich beide Komponenten verbinden“, erklärt Professor <a href="https://msrl.ethz.ch/the-lab/team/sp_details.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Salvador Pané i Vidal</a> von der ETH Zürich.</p>



<p class="">Nach etwa 30 Minuten sind die NPCbots einsatzbereit. Jeder von ihnen misst rund sechs Mikrometer. Ein menschliches Haar ist im Vergleich meist etwa 70 bis 100 Mikrometer dick. Die Mikroroboter sind also deutlich dünner als ein Haar. Für Zellversuche braucht das Team Hunderttausende dieser Mikroroboter, für Tierversuche sogar mehrere Millionen.</p>



<p class="">Das sind die wichtigsten Daten aus den Versuchen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="">Die NPCbots sind etwa sechs Mikrometer groß.</li>



<li class="">Die Herstellung dauert rund 30 Minuten.</li>



<li class="">Die Lab-on-a-Chip-Fläche misst etwa einen Quadratzentimeter.</li>



<li class="">Bei Zebrafischen verbesserte sich die Bewegung innerhalb von drei Tagen.</li>



<li class="">Bei Mäusen beobachteten die Forscher Verbesserungen über 28 Tage.</li>
</ul>



<p class="">„Um die Herstellung hochzufahren, betreiben wir mehrere Lab-on-a-Chip-Systeme parallel“, sagt Hao Ye. Das ist wichtig, weil eine mögliche medizinische Anwendung sehr große Mengen solcher <a href="https://smartup-news.de/technologie/autonome-mikroroboter-ueberwinden-40-jahre-alte-robotik-huerde/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Mikroroboter</a> bräuchte.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Bei Zebrafischen wachsen Nerven besonders schnell nach</h2>



<p class="">Zuerst prüfte das Team den Ansatz an Zebrafischlarven mit verletztem Rückenmark. Zebrafische eignen sich für solche Versuche, weil sie von Natur aus mehr Regenerationskraft besitzen als Säugetiere. Die Forscher spritzten die NPCbots direkt an die geschädigte Stelle und setzten anschließend elektromagnetische Felder ein.</p>



<p class="">Nach drei Tagen bewegten sich die Tiere fast wieder wie unverletzte Zebrafische. Auch ihr Erkundungsverhalten normalisierte sich weitgehend. Die Zellen entwickelten sich rasch weiter und bauten sich besser in das verletzte Gewebe ein. „Sie konnten uns zeigen, wie schnell sich Zellen mit unserer Methode differenzieren und wie unsere Bots das Rückenmark reparieren“, meint Pané i Vidal.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum Mäuse für die Querschnittslähmung-Heilung mehr Aussagekraft liefern</h2>



<p class="">Noch interessanter wurde der Versuch an <a href="https://smartup-news.de/wissen/maeuse-als-mini-sanitaeter-sie-retten-bewusstlose-artgenossen-mit-erster-hilfe/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Mäusen</a>. Ihr Rückenmark regeneriert sich normalerweise nicht. Die Tiere hatten eine vollständig durchtrennte Rückenmarksverletzung. Nach 28 Tagen fanden die Forscher an der verletzten Stelle neu verbundene Nervenzellen. Auch die Bewegungen verbesserten sich sichtbar. Gang, Schrittlänge, Koordination und Erkundungsverhalten näherten sich einem normaleren Muster.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="486" src="https://smartup-news.de/wp-content/uploads/smartup-news.de-heilung-von-querschnittslaehmung-winzige-roboter-lassen-nerven-wieder-wachsen-image.imageformat.1286.dpr1-.1681003678-1024x486.jpg" alt="Die Grafik zeigt, wie sich Nervenzellen im Rückenmark von Zebrafischen und Mäusen nach der Behandlung mit Mikrorobotern erholten. © ETH Zürich" class="wp-image-59353" srcset="https://smartup-news.de/wp-content/uploads/smartup-news.de-heilung-von-querschnittslaehmung-winzige-roboter-lassen-nerven-wieder-wachsen-image.imageformat.1286.dpr1-.1681003678-1024x486.jpg 1024w, https://smartup-news.de/wp-content/uploads/smartup-news.de-heilung-von-querschnittslaehmung-winzige-roboter-lassen-nerven-wieder-wachsen-image.imageformat.1286.dpr1-.1681003678-300x142.jpg 300w, https://smartup-news.de/wp-content/uploads/smartup-news.de-heilung-von-querschnittslaehmung-winzige-roboter-lassen-nerven-wieder-wachsen-image.imageformat.1286.dpr1-.1681003678-768x364.jpg 768w, https://smartup-news.de/wp-content/uploads/smartup-news.de-heilung-von-querschnittslaehmung-winzige-roboter-lassen-nerven-wieder-wachsen-image.imageformat.1286.dpr1-.1681003678.jpg 1286w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><span class="media-credit">© ETH Zürich</span> Die Grafik zeigt, wie sich Nervenzellen im Rückenmark von Zebrafischen und Mäusen nach der Behandlung mit Mikrorobotern erholten. © ETH Zürich</figcaption></figure>



<p class="">Die Mäuse haben die Behandlung nach Angaben des Teams gut vertragen. Hinweise auf schädliche Nebenwirkungen oder Abwehrreaktionen des Immunsystems traten in diesem Zeitraum nicht auf. Offen bleibt aber, wie sich die Nanopartikel langfristig im Körper verhalten. Die Forscher rechnen wegen der Bariumtitanat-Beschichtung mit einer geringen Reaktivität. Künftige Untersuchungen müssen klären, wie der Körper die Partikel abbaut oder ausscheidet.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wie Mikroroboter künftig auch andere Krankheiten behandeln könnten</h2>



<p class="">Für Menschen ist daraus noch keine Therapie entstanden. Vor ersten klinischen Tests sind noch viele Fragen offen: „Neben vielen klinischen Aspekten müssen wir zuerst testen, welche Magnetfelder beim Menschen am besten funktionieren und wie lange die Stimulation dauern sollte“, sagt Hao Ye.</p>



<p class="">Der Ansatz könnte später auch für andere Bereiche interessant werden. Pané i Vidal nennt etwa Herzmedizin, Krebsforschung und Wundheilung. „Die reproduzierbare und skalierbare Produktion von Mikrorobotern mit unserem Lab-on-a-Chip-System zeigt, dass das Anwendungspotenzial der Plattform über die Grundlagenforschung hinausgeht“, sagt er. Für die Rückenmarksforschung liefert die Arbeit vor allem einen neuen Weg: Stammzellen sollen nicht nur an eine verletzte Stelle gelangen, sondern dort auch gezielt aktiviert werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kurz zusammengefasst:</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li class="">Eine Heilung von Querschnittslähmung ist bisher nicht möglich, weil Nervenzellen im Rückenmark kaum nachwachsen und Narbengewebe neue Verbindungen hemmt.</li>



<li class="">Forscher der ETH Zürich haben winzige Mikroroboter entwickelt, die Stammzellen mit Nanopartikeln verbinden und sich per Magnetfeld steuern lassen.</li>



<li class="">In Tierversuchen mit Zebrafischen und Mäusen verbesserten sich Nervenwachstum und Bewegung deutlich, doch für Menschen ist daraus noch keine Therapie entstanden.</li>
</ul>



<p class=""><strong>Übrigens:</strong> Auch ein Protein aus Köln ließ gelähmte Mäuse nach einer Rückenmarksverletzung wieder besser laufen, ohne das zerstörte Gewebe direkt zu reparieren. Stattdessen bildeten vorhandene Nervenbahnen neue Umwege für Bewegungen. Mehr dazu in unserem <a href="https://smartup-news.de/wissen/nach-rueckenmarksverletzung-maeuse-laufen-dank-protein-wieder/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Artikel</a>.</p>



<p class="">Bild: © ETH Zürich</p>
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									<media:description type="plain"><![CDATA[Am ersten Tag und nach drei Tagen: Die oberen Bilder zeigen das unverletzte, die mittleren das verletzte Rückenmark eines Zebrafisches; die unteren veranschaulichen, wie die Nervenzellen dank der Mikroroboter wachsen. © ETH Zürich]]></media:description>
													<media:copyright>Eva Schmitt</media:copyright>
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				</item>
		<item>
		<title>China baute erst den Bahnhof – dann die Stadt drumherum</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Anne Bajrica]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Jun 2026 10:03:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Technologie]]></category>
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					<description><![CDATA[China hat in Xiong'an einen Mega-Bahnhof mit Solarstrom, Robotern und Schnellzug-Anschluss errichtet. Der Bau umfasst 475.200 Quadratmeter.]]></description>
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<p class="">In vielen Städten entstehen zuerst Wohnungen, Büros und Geschäfte. Straßen, Bahnhöfe und Verkehrsverbindungen müssen später oft mühsam nachgezogen werden – Stuttgart kann davon ein Lied singen. In Xiong&#8217;an südwestlich von Peking geht China den umgekehrten Weg: Dort stand der Bahnhof bereits, bevor die neue Stadt überhaupt Form annahm.</p>



<p class="">Zum neunten Jahrestag der Xiong&#8217;an New Area leben dort nach Angaben der staatsnahen chinesischen <a href="https://www.globaltimes.cn/page/202604/1358659.shtml" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Global Times</a> inzwischen rund 1,41 Millionen Menschen. Der Mega-Bahnhof der neuen Stadt umfasst 475.200 Quadratmeter, mehr als 66 Fußballfelder, und verbindet die Region mit Peking und dem Flughafen Daxing. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ein Bahnhof soll eine ganze Stadt anschieben</strong></h2>



<p class="">Xiong&#8217;an ist kein normales Bahnhofsprojekt. Der Verkehrsknoten entstand als erstes großes Infrastrukturvorhaben der neuen Stadtregion. Das sagt viel über die Reihenfolge der Planung aus. Erst entsteht die schnelle Verbindung, dann wachsen Wohnviertel, Arbeitsplätze und Alltagswege darum herum.</p>



<p class="">Laut der <a href="https://en.cscec.com/CompanyNews/CorporateNews/202012/3253017.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">China State Construction Engineering Corporation</a> ist die neue Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Peking und Xiong&#8217;an 92,79 Kilometer lang und umfasst fünf Stationen. Xiong&#8217;an bildet dabei den größten Bahnhof der Linie. Von Peking-West dauert die Fahrt nach Xiong&#8217;an rund 50 Minuten. Vom Flughafen Pexing-Daxing sind es sogar nur etwa 19 Minuten.</p>



<p class="">Für Reisende bedeutet das weniger Abhängigkeit vom <a href="https://smartup-news.de/wissen/neue-studie-zeigt-wie-staedte-autoverkehr-reduzieren-koennen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Straßenverkehr</a>. Für eine neue Stadt ist das ein Startvorteil. Wer dort wohnt oder arbeitet, erreicht die Hauptstadt und den Flughafen schnell.</p>



<p class="">Das sind die wichtigsten Kennzahlen des Projekts:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="">475.200 Quadratmeter Gesamtfläche</li>



<li class="">etwa 66 Fußballfelder groß</li>



<li class="">92,79 Kilometer lange Intercity-Strecke</li>



<li class="">rund 50 Minuten Fahrzeit nach Peking-West</li>



<li class="">rund 19 Minuten Fahrzeit zum Flughafen Peking-Daxing</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Beim Mega-Bahnhof in China arbeiten Roboter am Stahl</h2>



<p class="">Der Bau in Xiong&#8217;an zeigt auch, wie stark China bei großen Projekten auf digitale Planung setzt. Das Projekt nutzte Building Information Modeling, kurz BIM. Dabei entsteht ein dreidimensionales digitales Modell des Bauwerks. Planer und Ingenieure können Bauteile, Leitungen und Abläufe dadurch früher aufeinander abstimmen.</p>



<p class="">Auch Schweißroboter kamen zum Einsatz. Sie arbeiteten an Teilen der Stahlkonstruktion und sollten wiederkehrende Verbindungen gleichmäßiger ausführen. Bei einem Bauwerk dieser Größe zählt nicht nur Tempo. Tausende Stahlverbindungen müssen zuverlässig halten und möglichst sauber verarbeitet sein.</p>



<p class="">Auffällig ist außerdem der großflächige Einsatz von Sichtbeton. Bei dieser Bauweise bleibt die Betonoberfläche später sichtbar. Fehler lassen sich daher kaum kaschieren. Kanten, Flächen und Übergänge müssen bereits beim Gießen sauber gelingen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wie das Solardach Strom für den Bahnhof liefert</h2>



<p class="">Das ovale Dach des Bahnhofs dient nicht nur der Architektur. Es trägt auch eine große Photovoltaikanlage. Nach Angaben der chinesischen Nachrichtenagentur <a href="https://english.news.cn/20240401/d8eee82bc1af4d2ca3fd3abb610f1854/c.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Xinhua </a>bedecken die Solarmodule rund 42.000 Quadratmeter. Das entspricht ungefähr sechs Fußballfeldern.</p>



<p class="">Die Anlage soll im Schnitt 5,8 Millionen Kilowattstunden <a href="https://smartup-news.de/technologie/atomkraft-china-kann-jetzt-bis-zu-50-reaktoren-gleichzeitig-bauen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Strom</a> pro Jahr erzeugen. Außerdem wird eine Einsparung von rund 4500 Tonnen Kohlendioxid jährlich erwartet. Dazu kommen knapp 1800 Tonnen Standardkohle, die rechnerisch ersetzt werden sollen. In China nutzt man diese Einheit häufig, um Energieverbräuche vergleichbar zu machen. In diesem Fall entspricht das circa 14.8 Millionen Kilowattstunden (kWh),</p>



<p class="">Der Solarstrom ging am 25. Dezember 2020 ans Netz, zwei Tage vor der offiziellen Eröffnung. Der Bahnhof startete also nicht erst später mit grüner Technik. Die Stromerzeugung gehörte von Beginn an zum Konzept des Gebäudes.</p>



<p class="">Auch im Innenraum spielt Energie eine Rolle. Breite Lichtbänder bringen Tageslicht in die Wartehalle. Sie messen rund 15 Meter. Dadurch sinkt tagsüber der Bedarf an künstlicher Beleuchtung. Schallschutzwände an den Bahnsteigen sollen zudem den Lärm für Reisende verringern.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum der Bahnhof in China digital gesteuert wird</h2>



<p class="">Der Bahnhof arbeitet mit Systemen, die den Gebäudebetrieb in Echtzeit unterstützen. Sie erfassen etwa Licht, Energiebedarf und Passagierströme. Betreiber können dadurch schneller reagieren, wenn viele Menschen unterwegs sind oder sich der Strombedarf ändert.</p>



<p class="">Damit ähnelt Xiong&#8217;an eher einem großen technischen Organismus als einem klassischen Bahnhofsgebäude. Für Fahrgäste zählt am Ende aber etwas sehr Einfaches: Wege sollen kürzer sein, Hallen heller wirken und Verbindungen verlässlicher laufen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kurz zusammengefasst:</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li class="">Der Bahnhof Xiong&#8217;an in China umfasst 475.200 Quadratmeter und verbindet eine neue Stadtregion direkt mit Peking und dem Flughafen Daxing.</li>



<li class="">Beim Bau kamen digitale Planung, Schweißroboter und Sichtbeton zum Einsatz, um Tempo und Qualität bei einem Großprojekt zu verbinden.</li>



<li class="">Das Solardach erzeugt Strom für den Bahnhof und zeigt, wie China Verkehr, Energie und Stadtplanung früh zusammendenkt.</li>
</ul>



<p class=""><strong>Übrigens:</strong> Chinas Bauboom beeindruckt mit riesigen Bahnhöfen und neuen Städten, doch Beton und Stahl belasten die Klimabilanz noch Jahrzehnte nach dem Bau. Warum Renovieren oft wirksamer sein kann als Abriss und Neubau, zeigt eine aktuelle Analyse. Mehr dazu in unserem <a href="https://smartup-news.de/wissen/gebaeude-belasten-chinas-klimabilanz-beton-mit-langzeitfolgen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Artikel</a>.</p>



<p class="">Bild: © <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/User:N509FZ" target="_blank" rel="noreferrer noopener">N509FZ</a> via <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:West_facade_of_Xiongan_Railway_Station_(20201227143758).jpg" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Wikimedia</a> unter <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">CC BY-SA 4.0</a></p>
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					<![CDATA[Xiong'an]]>
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									<media:description type="plain"><![CDATA[Der Bahnhof Xiong’an nutzt sein riesiges Dach als Solarkraftwerk. Die Photovoltaikanlage soll jährlich rund 5,8 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen. © N509FZ via Wikimedia Commons unter CC BY-SA 4.0]]></media:description>
													<media:copyright>Eva Schmitt</media:copyright>
							</media:content>
				</item>
		<item>
		<title>Lebender Stromlieferant gegen leere Akkus: Mikroben sollen Sturmflut- und Klimasensoren versorgen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Eva Schmitt]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 24 May 2026 08:48:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Batterie]]></category>
		<category><![CDATA[Bio-Batterie]]></category>
		<category><![CDATA[DARPA]]></category>
		<category><![CDATA[Energie]]></category>
		<category><![CDATA[Meer]]></category>
		<category><![CDATA[Meeresforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Michigan Technological University]]></category>
		<category><![CDATA[Mikroben]]></category>
		<category><![CDATA[Mikrobielle Brennstoffzelle]]></category>
		<category><![CDATA[Smart Up News]]></category>
		<category><![CDATA[Strom]]></category>
		<category><![CDATA[Unterwasser-Sensoren]]></category>
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					<description><![CDATA[Mikroben sollen im Meer Strom erzeugen und Unterwasser-Sensoren jahrelang ohne Batteriewechsel mit Energie versorgen.
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Unterwasser-Sensoren liefern wichtige Daten für Küstenschutz, Meeresforschung und Sicherheit von Küstenbewohnern. Sie messen Temperaturen, verfolgen Tierwanderungen und registrieren Geräusche unter Wasser. Solche Systeme helfen auch dabei, Sturmfluten früher zu erkennen, marine Hitzewellen besser zu überwachen und langfristige Klimaveränderungen in schwer erreichbaren Regionen zu dokumentieren.</p>



<p>Außerdem spielen sie beim Schutz kritischer Infrastruktur wie Unterseekabeln oder Pipelines eine wichtige Rolle. Das größte Problem in der Nutzung dieser Geräte ist erstaunlich schlicht: Irgendwann ist die Batterie leer. Ist der Akku erschöpft, müssen Schiffe ausrücken, Sensoren geborgen und Batterien ersetzt werden. Das kostet Zeit und Geld.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Mikroben sollen Unterwasser-Sensoren mit Strom versorgen</h2>



<p>Forscher arbeiten deshalb an einer ungewöhnlichen Lösung: Mikroben sollen die Batterien künftig überflüssig machen. Die winzigen Organismen könnten dabei selbst zu Stromlieferanten für Unterwasser-Sensoren werden.</p>



<p>Sie wandeln organisches Material im Wasser in elektrische Energie um, mit der die Sensoren betrieben werden können. Die Untersuchung stammt von der <a href="https://www.mtu.edu/unscripted/2026/05/michigan-tech-researchers-develop-selffueling-marine-battery-for-darpa-blue-program.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Michigan Technological University</a> und läuft im Rahmen des Programms BLUE („BioLogical Undersea Energy“) der US-Forschungsagentur <a href="https://www.darpa.mil/research/programs/biological-undersea-energy" target="_blank" rel="noreferrer noopener">DARPA</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wie mikrobielle Brennstoffzellen im Meer Strom erzeugen</h2>



<p>Die Technik basiert auf sogenannten mikrobiellen Brennstoffzellen. Solche Systeme kennt man bereits aus <a href="https://smartup-news.de/technologie/versteckte-schaetze-im-abwasser-klaeranlagen-liefern-wichtige-rohstoffe-auf-dem-weg-zur-klimaneutralitaet/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Kläranlagen</a>. Dort finden Mikroben viele Nährstoffe und können leicht Energie erzeugen. Im Meer ist das deutlich schwieriger.</p>



<p>„Die Grundidee ist, dass Mikroben während ihres Stoffwechsels Elektronen bewegen“, erklärt die Biologin <a href="https://www.mtu.edu/biological/people-groups/faculty-staff/faculty/marcarelli/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Amy Marcarelli</a>, Projektleiterin an der Michigan Tech. In einer Brennstoffzelle wandern diese Elektronen von einer Anode zu einer Kathode. Dabei entsteht nutzbarer Strom.</p>



<p>Das Problem liegt im Meerwasser selbst. Es enthält deutlich weniger organisches Material als Abwasser. Gleichzeitig ist dort viel mehr Sauerstoff vorhanden. Aber zu viel Sauerstoff stört die Stromproduktion. „Wenn Sauerstoff vorhanden ist, nutzen Mikroben ihn zur Zellatmung, weil sie daraus die meiste Energie gewinnen“, sagt Marcarelli. Für die Batterie bleibt dadurch weniger elektrische Energie übrig.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Aktivkohle als Schlüssel zu mehr Effektivität</h2>



<p>Damit das System trotzdem funktioniert, nutzt das Team granulierte Aktivkohle. Sie sammelt organische Stoffe aus dem Wasser und bietet den Mikroben gleichzeitig eine Oberfläche zum Wachsen. <a href="https://cege.mtu.edu/becker/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Jennifer Becker</a>, Co-Projektleiterin und Professorin für Umwelt- und Geotechnik, beschreibt den Stoff vereinfacht als ein „reichhaltigeres Essen“ für die Organismen.</p>



<p>Die Bakterien bilden auf der Aktivkohle sogenannte Biofilme. Dort entstehen kleine sauerstoffarme Bereiche. In diesen Zonen können die Mikroben weiter Energie erzeugen, auch wenn im Wasser reichlich Sauerstoff vorhanden ist. Die Aktivkohle übernimmt noch eine zweite Aufgabe. Sie speichert Elektronen wie ein kleiner Kondensator. Das hilft, Schwankungen in der Stromproduktion auszugleichen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Leistung der Bio-Batterie schwankt</h2>



<p>Beim Einpumpen von Meerwasser sinkt die Leistung der Brennstoffzelle zunächst deutlich. Erst wenn der Sauerstoff verbraucht ist, steigt sie wieder. Die Forscher nennen das ein „Sägezahn-Muster“. Dieses ständige Auf und Ab senkt die durchschnittliche Stromproduktion. Deshalb versucht das Team, gespeicherte Elektronen aus der Aktivkohle gezielt wieder freizusetzen.</p>



<p>„Wir haben das tatsächlich nachgewiesen, und das ist einer der Gründe, warum DARPA unser Projekt finanziert hat“, sagt Becker. Ganz einfach ist das nicht: Mikroben brauchen selbst einen großen Teil der Energie zum Überleben. Nur der Rest kann genutzt werden. „Es gibt nur eine begrenzte Menge Energie, die man aus einer mikrobiellen Brennstoffzelle holen kann.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Trotz erfolgreicher Tests: Das Meer selbst bleibt die größte Herausforderung</h2>



<p>Die ersten Prototypen der Bio-Batterien waren noch groß und schwer:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>rund 30 Liter für die eigentliche Brennstoffzelle</li>



<li>weitere 15 Liter für Elektronik und Steuerung</li>



<li>mehr als 225 Kilogramm Gesamtgewicht</li>
</ul>



<p>Der erste Test lief in der Chesapeake Bay an der US-Ostküste. Dort erzeugte das System aus Mikroben und Aktivkohle 30 Tage lang erfolgreich Energie unter Wasser. Auch die Steuerung funktionierte wie geplant. Der erste praktische Einsatz fand bereits im November 2025 statt.</p>



<p>Die neue Version ist nun deutlich kompakter. Die Brennstoffzelle misst nur noch etwa 90 Zentimeter, das Steuerrohr rund 30 Zentimeter. Vier neue Einheiten wurden in der Galveston Bay getestet. Drei davon produzierten sehr gut Strom. Eine vierte verhielt sich anders und lieferte wichtige Hinweise für weitere Verbesserungen.</p>



<p>Denn eine funktionierende Batterie allein reicht nicht. Das gesamte System muss <a href="https://smartup-news.de/technologie/gruener-wasserstoff-aus-salzwasser-loesen-mikroben-das-problem/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Salzwasser</a>, Druck, Korrosion und die Begegnung mit kleinen Meeresbewohnern aushalten. Auch das sichere Einsetzen der Geräte ist wichtig. Die Einheiten werden in etwa neun Metern Tiefe ausgebracht. Schon kleine Schäden beim Absenken können die Leistung deutlich verschlechtern.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large is-resized"><img decoding="async" width="1024" height="682" src="https://smartup-news.de/wp-content/uploads/smartup-news.de-diese-bio-batterie-lebt-im-meer-und-koennte-sensoren-jahrelang-antreiben-jamey-anderson-vertical1200.jpg-1024x682.webp" alt="Jamey Anderson und sein Team sorgen dafür, dass die Bio-Batterie dem Meer standhält und sicher unter Wasser eingesetzt werden kann." class="wp-image-57436" style="width:736px;height:auto" srcset="https://smartup-news.de/wp-content/uploads/smartup-news.de-diese-bio-batterie-lebt-im-meer-und-koennte-sensoren-jahrelang-antreiben-jamey-anderson-vertical1200.jpg-1024x682.webp 1024w, https://smartup-news.de/wp-content/uploads/smartup-news.de-diese-bio-batterie-lebt-im-meer-und-koennte-sensoren-jahrelang-antreiben-jamey-anderson-vertical1200.jpg-300x200.webp 300w, https://smartup-news.de/wp-content/uploads/smartup-news.de-diese-bio-batterie-lebt-im-meer-und-koennte-sensoren-jahrelang-antreiben-jamey-anderson-vertical1200.jpg-768x511.webp 768w, https://smartup-news.de/wp-content/uploads/smartup-news.de-diese-bio-batterie-lebt-im-meer-und-koennte-sensoren-jahrelang-antreiben-jamey-anderson-vertical1200.jpg.webp 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><span class="media-credit">© Michigan Tech</span> Jamey Anderson und sein Team vom Great Lakes Research Center der Michigan Technological University entwickeln die Bio-Batterie so, dass sie Salzwasser, Druck und Korrosion standhält und sich sicher im Meer aussetzen lässt. © Michigan Tech</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Ziel sind Sensoren, die jahrelang selbstständig arbeiten</h2>



<p>Als Nächstes plant das Team ein System mit zehn mikrobiellen Brennstoffzellen. Es soll einen Monat lang in der Chesapeake Bay laufen. Danach wollen die Forscher berechnen, wie gut die Technik über ein ganzes Jahr funktioniert. Zusätzlich entstehen Modelle, die zeigen sollen, an welchen Orten weltweit genug organisches Material für diese Bio-Batterien vorhanden ist. <a href="https://www.mtu.edu/mtri/about/staff/directors-management/sayers/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Michael Sayers </a>vom Michigan Tech Research Institute verbindet dafür Felddaten, Labortests und Satellitendaten.</p>



<p>Das Ziel ist ein System, das sich fast überall einsetzen lässt. Anderson beschreibt die Vision so: „Die Idee eines Systems, das wir auf ein Boot laden, an 10.000 Orten weltweit einsetzen und sofort wissen können, dass dort Energie verfügbar ist, ist ein echter Game-Changer.“ Gelingt das, könnten Unterwasser-Sensoren deutlich länger im Meer bleiben – ohne ständigen Batteriewechsel, ohne aufwendige Wartung, betrieben mit Strom direkt aus ihrer Umgebung.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kurz zusammengefasst:</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li>Die Verwendung von Unterwasser-Sensoren scheitert nicht an ihrer Technik, sondern an leeren Batterien – Forscher der&nbsp;Technischen Universität Michigan&nbsp;entwickeln deshalb eine Bio-Batterie, bei der Mikroben aus organischem Material im Meer Strom erzeugen.</li>



<li>Die mikrobielle Brennstoffzelle funktioniert, weil Bakterien während ihres Stoffwechsels Elektronen abgeben; Aktivkohle hilft dabei, organische Stoffe zu sammeln, Biofilme zu bilden und die Stromproduktion trotz störendem Sauerstoff im Meerwasser zu stabilisieren.</li>



<li>Erste Tests liefen bereits 30 Tage erfolgreich unter Wasser, nun soll ein größeres System mit zehn Brennstoffzellen zeigen, ob Sensoren künftig über Monate oder sogar Jahre ohne Batteriewechsel im Meer arbeiten können.</li>
</ul>



<p><strong>Übrigens: </strong>Während Mikroben im Meer künftig Sensoren mit Energie versorgen könnten, soll tief unter der Erde ein neues Geothermie-Kraftwerk rund um die Uhr Strom liefern – ganz ohne Sonne oder Wind. In Oregon setzt ein Unternehmen dafür auf extreme Hitze aus mehreren Kilometern Tiefe und eine Bohrtechnik, die Gestein schmilzt. Mehr dazu in unserem <a href="https://smartup-news.de/wissen/geothermie-kraftwerk-soll-strom-aus-300-grad-gestein-erzeugen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Artikel</a>.</p>



<p>Bild: © Michigan Tech</p>
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													<media:copyright>Eva Schmitt</media:copyright>
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		<item>
		<title>Japanischer Konzern will mit 11.000-Kilometer-Ring Solarstrom vom Mond zur Erde schicken</title>
		<link>https://smartup-news.de/technologie/11-000-kilometer-ring-soll-solarstrom-vom-mond-zur-erde-schicken/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Anne Bajrica]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 May 2026 08:01:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Energie]]></category>
		<category><![CDATA[Erde]]></category>
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		<category><![CDATA[Laserstrahlen]]></category>
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		<category><![CDATA[Mond]]></category>
		<category><![CDATA[Shimizu]]></category>
		<category><![CDATA[Smart Up News]]></category>
		<category><![CDATA[Solarpanele]]></category>
		<category><![CDATA[Solarstrom]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunftstechnologie]]></category>
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					<description><![CDATA[Japan plant Solarstrom vom Mond: Ein 11.000 Kilometer langer Ring soll Energie per Mikrowellen zur Erde senden.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Solarstrom ist günstig geworden, doch ein Problem bleibt: Sobald es dunkel wird, sinkt die Leistung der Anlagen. Vor allem am Abend steigt der Stromverbrauch aber stark an. Haushalte brauchen Licht, Unternehmen laufen weiter, E-Autos werden geladen. Die Frage, wie erneuerbare Energie auch nachts zuverlässig verfügbar bleibt, beschäftigt deshalb Energieversorger weltweit.</p>



<p>Ein japanisches Konzept denkt deutlich größer als Batteriespeicher oder Windparks. Der Baukonzern <a href="https://www.shimz.co.jp/en/topics/dream/content02/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Shimizu Corporation</a> plant mit dem Projekt „Luna Ring“, Solarstrom vom Mond zur Erde zu schicken. Ein riesiger Ring aus Solarmodulen soll den Mond umspannen, Sonnenenergie sammeln und diese per Mikrowellen oder Laserstrahlen zur Erde schicken. Das Unternehmen hat dafür bereits ein ausführliches technisches Konzept veröffentlicht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Solarstrom vom Mond soll rund um die Uhr fließen</h2>



<p>Die Dimensionen des Projekts sind enorm. Der geplante Solarring soll sich über rund 11.000 Kilometer entlang des Mondäquators ziehen. Seine Breite könnte von wenigen Kilometern bis auf 400 Kilometer anwachsen. Solarmodule würden damit fast einmal vollständig um den <a href="https://smartup-news.de/technologie/artemis-2-sendet-schaerfere-videos-vom-mond-per-laser-zur-erde/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Mond</a> verlaufen.</p>



<p>„Eine Gruppe von Solarzellen wird sich über die 11.000 Kilometer des Mondäquators erstrecken“, beschreibt Shimizu das Vorhaben. Das Unternehmen verspricht dazu „eine kontinuierliche Stromerzeugung rund um die Uhr“ und betont, dass das System „nicht vom Wetter beeinflusst“ werde.</p>



<p>Auf dem Mond gibt es keine Wolken, keinen Regen und keine Atmosphäre, die Sonnenlicht abschwächt. Das macht die Bedingungen für Solaranlagen deutlich stabiler als auf der Erde. Sonnenenergie steht dort verlässlicher zur Verfügung als auf jedem Dach in Deutschland.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Auch auf dem Mond wird es dunkel</h2>



<p>Trotzdem scheint die Sonne dort nicht dauerhaft. Ein einzelner Ort auf dem Mond erlebt etwa zwei Wochen Tageslicht und danach rund zwei Wochen Nacht. Der Begriff „ständige Sonne“ führt deshalb schnell in die Irre.</p>



<p>Darum setzt das Konzept auf einen kompletten Ring. Während ein Abschnitt im Dunkeln liegt, befindet sich ein anderer noch im Sonnenlicht. So soll immer ein Teil des Systems weiter Strom erzeugen.</p>



<p>Das bedeutet aber auch: Der Strom muss über sehr lange Leitungen auf der Mondoberfläche transportiert werden. Erst auf der Seite des Mondes, die dauerhaft zur Erde zeigt, beginnt der nächste Schritt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Energie soll per Mikrowellen zur Erde gelangen</h2>



<p>Dort will Shimizu eine große Energie-Übertragungsbasis errichten. Der erzeugte Strom soll in Mikrowellen oder Laserstrahlen umgewandelt und anschließend zur Erde gesendet werden.</p>



<p>Die geplante Größe der Sendeanlage ist gigantisch: Die Mikrowellen-Antenne soll einen Durchmesser von 20 Kilometern haben. In dem Konzept von Shimizu heißt es: „Die Energie wird von einer Übertragungsantenne mit 20 Kilometern Durchmesser zu einer Empfangs-Rectenna auf der Erde gesendet.“</p>



<p>Eine sogenannte Rectenna ist eine Spezialantenne, die Mikrowellen wieder in elektrischen Strom umwandelt. Danach könnte die Energie direkt ins Stromnetz eingespeist werden. Alternativ wäre auch die Produktion von Wasserstoff möglich. „Die Energie wird in Strom umgewandelt oder in Wasserstoff für Treibstoff und Energiespeicherung“, schreibt das Unternehmen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Mond selbst soll zum Baustoff werden</h2>



<p>Noch ungewöhnlicher ist der Bauplan für das Kraftwerk. Shimizu will möglichst wenig Material von der Erde transportieren. Stattdessen sollen viele Baustoffe direkt auf dem Mond entstehen.</p>



<p>Aus Mondstaub und Mondsand könnten nach Unternehmensangaben unter anderem diese Materialien gewonnen werden:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Beton</li>



<li>Glas</li>



<li>Keramik</li>



<li>Sauerstoff</li>



<li>Wasser</li>



<li>neue Solarzellen</li>
</ul>



<p>„Wir werden die Ressourcen des Mondes maximal nutzen, um ein Mondkraftwerk zu bauen“, erklärt Shimizu. Selbst Beton soll dort entstehen. Das Unternehmen schreibt, dass sich aus Mondmaterial Zement herstellen lasse, der dann für Beton genutzt werden könne.</p>



<p>Das ist wirtschaftlich fast zwingend nötig. Jeder Raketenstart kostet enorme Summen. Ein Projekt dieser Größe wäre kaum realistisch, wenn jedes Bauteil von der Erde kommen müsste.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Roboter bauen fast alles allein</h2>



<p>Menschen sollen auf dem Mond nur einen kleinen Teil der Arbeiten übernehmen. Die Hauptarbeit ist für Maschinen vorgesehen. Große Bauroboter sollen bohren, Flächen vorbereiten und Rohstoffe abbauen.</p>



<p>„Roboter werden die Hauptrolle beim Bau auf der Mondoberfläche spielen“, schreibt das Unternehmen. Die Maschinen sollen sogar ohne Pause arbeiten können. „Fernsteuerung von der Erde ermöglicht einen 24-Stunden-Betrieb“, heißt es weiter.</p>



<p>Geplant ist außerdem eine selbstfahrende Fabrik für Solarzellen. Diese Anlage soll sich entlang des Mondäquators bewegen, neue Module produzieren und direkt installieren. Zum Konzept gehört also nicht nur ein Solarkraftwerk, sondern eine ganze Produktionskette auf dem Mond.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der größte Haken bleibt das Geld</h2>



<p>So beeindruckend die Vision klingt, so offen bleibt die Finanzierung. Einen festen Preis nennt Shimizu nicht. Auch ein verbindlicher Zeitplan fehlt.</p>



<p>Frühere Angaben nannten einen möglichen Start ab 2035. Bis heute gibt es aber keinen öffentlich finanzierten Bauplan. Fachleute sehen deshalb vor allem die Kosten als größte Hürde.</p>



<p>Hinzu kommen weitere offene Fragen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Wie sicher lassen sich Mikrowellen oder <a href="https://smartup-news.de/technologie/solarstrom-aus-all-laser-koennten-versehentlich-satelliten-roesten/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Laser durch die Atmosphäre schicken</a>?</li>



<li>Wie groß müssten die Empfangsanlagen auf der Erde werden?</li>



<li>Wie schützt man Flugverkehr und Satelliten?</li>
</ul>



<p>Trotz dieser Probleme beschreibt Shimizu das Projekt als neue Form globaler Energieversorgung. Das Unternehmen spricht von einem „Paradigmenwechsel“ und formuliert: „Das wird eine Welt schaffen, in der Energie von allen Menschen gleich genutzt werden kann.“</p>



<p>Ob daraus tatsächlich Solarstrom vom Mond wird, ist offen. Die Idee zeigt aber, wie weit Unternehmen inzwischen denken, wenn es um saubere Energie für die Zukunft geht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kurz zusammengefasst:</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li>Der japanische Konzern Shimizu Corporation plant mit „Luna Ring“ einen 11.000 Kilometer langen Solarring am Mondäquator, der Solarstrom vom Mond erzeugen soll.</li>



<li>Die Energie soll per Mikrowellen oder Laserstrahlen zur Erde übertragen und dort in Strom oder Wasserstoff umgewandelt werden.</li>



<li>Der größte Vorteil liegt in der wetterunabhängigen Stromerzeugung, doch hohe Kosten, Technikrisiken und der Bau auf dem Mond bleiben große Hürden.</li>
</ul>



<p><strong>Übrigens:</strong> Während Japan von Solarstrom vom Mond träumt, arbeiten Forscher in Oxford an einer Lösung direkt für den Alltag – flexible Solarfolien könnten Strom bald auf Autos, Rucksäcken oder Hausfassaden erzeugen. Die hauchdünnen Beschichtungen sind effizienter als viele klassische Solarpaneele. Mehr dazu in unserem <a href="https://smartup-news.de/technologie/solarstrom-der-zukunft-flexibles-material-koennte-uebliche-paneele-ueberfluessig-machen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Artikel</a>.</p>



<p>Bild: © Smart Up News (KI-generiert)</p>
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				<media:title type="plain">
					<![CDATA[Lunaring]]>
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									<media:description type="plain"><![CDATA[Ein riesiger Ring aus Solarpaneelen um den Mond soll Sonnenenergie sammeln und als Solarstrom vom Mond zur Erde senden. (Visualisierung, KI-generiert) © Smart Up News]]></media:description>
													<media:copyright>Anne Bajrica</media:copyright>
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				</item>
		<item>
		<title>Europas digitale Abhängigkeit ist größer als gedacht – und sie kostet Milliarden</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Eva Schmitt]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Apr 2026 08:08:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Finanzen]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Cloud]]></category>
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		<category><![CDATA[Digitale Abhängigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
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		<category><![CDATA[Universität Bonn]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[Die digitale Abhängigkeit in Europa ist laut Analyse höher als gedacht. Irland und China prägen das Problem stark.
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Europa will bei KI, Cloud, Chips und Software unabhängiger werden. Das Ziel klingt plausibel. Doch die digitale Abhängigkeit in Europa ist größer, als viele Handelszahlen vermuten lassen. Wirtschaft, Verwaltung, Forschung und Industrie hängen längst an Infrastruktur, die oft von ausländischen Konzernen oder Lieferketten geprägt wird. </p>



<p>Ein <a href="https://www.vodafone-institut.de/wp-content/uploads/2026/03/wake-up-call-for-the-eus-digital-decade.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Policy Brief </a>der <a href="https://www.cassis.uni-bonn.de/de/forschung/interdisziplinaere-forschungsvorhaben/politik-und-governance-globaler-infrastrukturen-1/forschungsprojekte/digital-dependence-index-2.0" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn</a>, erarbeitet mit dem Vodafone Institute, beschreibt dieses Problem. Die Analyse kommt zu einem unangenehmen Befund: Europas digitaler Handel wirkt robust, weil Irland als Standort großer US-Techkonzerne die Bilanz stark verzerrt. Doch der Kontinent bleibt bei vielen digitalen Gütern eng an China gebunden. Im Klartext heißt das: Europas scheinbare Stärke im Digitalhandel beruht zum Teil auf einem Sondereffekt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum Europas Digitalbilanz trügerisch wirkt</h2>



<p>Auf dem Papier sah es zuletzt ordentlich aus. Für 2024 nennt die Analyse einen Überschuss von 145 Milliarden US-Dollar im Handel mit digitalen Gütern und Dienstleistungen. Das entspreche knapp 1 Prozent der Wirtschaftsleistung der EU. Zudem habe der Bereich Informations- und Kommunikationstechnologie zwischen 2023 und 2024 rund ein Viertel der gesamten EU-Handelsbilanz ausgemacht. Seit 2018 verkaufte die EU in diesem Feld insgesamt mehr, als sie einkaufte.</p>



<p>Bei genauerem Blick kippt dieses Bild. Der Grund liegt in Irland. Zwischen 2020 und 2024 entfielen laut Analyse 23 Prozent der weltweiten Exporte digitaler Dienstleistungen auf das Land. Indien kam im selben Zeitraum auf 10 Prozent, <a href="https://smartup-news.de/technologie/e-autos-bei-kaelte-neue-china-batterie-verspricht-mehr-reichweite/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">China</a> auf 9 Prozent und die USA auf 7 Prozent. Noch markanter ist eine zweite Zahl. 87,2 Prozent des kumulierten EU-Überschusses bei digitalen Dienstleistungen entfielen in diesen Jahren auf Irland.</p>



<p>Das hat einen einfachen Hintergrund. Viele große US-Konzerne steuern ihre Europageschäfte von dort aus. Hohe Exportwerte tauchen dadurch in der europäischen Statistik auf, obwohl die wirtschaftliche Kontrolle oft außerhalb Europas liegt. Deshalb erscheint der Kontinent digital unabhängiger, als er in Wahrheit ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Irland-Effekt kostet Europa viel Geld</h2>



<p>Besonders deutlich wird das, sobald Irland aus der Rechnung herausgenommen wird. Dann schrumpft das europäische Plus nicht nur, es dreht ins Minus. Für die Jahre 2022 bis 2024 summiert sich das Defizit bei digitalen Gütern und Dienstleistungen ohne Irland laut Policy Brief auf 350,1 Milliarden US-Dollar. „Das entspricht annähernd 40 Prozent der geplanten Verteidigungsausgaben bis 2030“, sagt Juniorprofessor <a href="https://www.cassis.uni-bonn.de/de/ueber-uns/alle-mitarbeiter/mayer" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Maximilian Mayer</a> von der Universität Bonn. Es geht nicht um eine abstrakte Rechengröße, sondern um einen wirtschaftlichen Nachteil von enormem Ausmaß.</p>



<p>Dazu passt ein weiterer Befund aus dem irischen Markt. Für 2021 nennt die Analyse zwei Zahlen, die den Sonderfall <a href="https://smartup-news.de/gesundheit/celtic-curse-forscher-entdecken-hotspots-fuer-haemochromatose/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Irland</a> besonders klar machen. 94 Prozent der Gewinne des dortigen ICT-Sektors stammten von ausländisch kontrollierten Firmen. Bei der Bruttowertschöpfung lag der Anteil sogar bei 97 Prozent. Als Beispiele nennt der Policy Brief Konzerne wie Google, Apple und Microsoft. Die guten Digitalzahlen stehen also nur begrenzt für eigene europäische Stärke.</p>



<h2 class="wp-block-heading">China verschärft Europas digitale Abhängigkeit</h2>



<p>Die zweite Schwachstelle liegt bei digitalen Gütern. Europa kauft hier deutlich mehr ein, als es selbst verkauft. Besonders groß ist das Minus bei Computern, Peripheriegeräten, Kommunikationstechnik und elektronischen Komponenten. 76 Prozent des Defizits im Handel mit ICT-Gütern entfielen zwischen 2020 und 2023 allein auf China.</p>



<p>Auch die Summe ist erheblich. Europäische Kunden gaben in dieser Zeit rund 529 Milliarden US-Dollar mehr für chinesische Produkte aus, als über Verkäufe nach China zurückkam. Für 2024 nennt der Brief noch einen Rekordwert. Das Defizit der EU mit China bei ICT-Gütern habe 143,4 Milliarden US-Dollar erreicht.</p>



<p>Auf der einen Seite bündeln US-Konzerne ihr Europageschäft über Irland. Auf der anderen Seite bleibt Europa bei zentraler Hardware stark von China abhängig. Der Policy Brief bringt das in eine knappe Formel. Europa sei „zwischen zwei digitalen Giganten eingezwängt“.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Digitale Abhängigkeit schwächt Europa spürbar</h2>



<p>Diese Abhängigkeit ist kein reines Fachthema für Brüssel. Sie betrifft Lieferketten, Investitionen, Preise und die Frage, wie handlungsfähig Europa in <a href="https://smartup-news.de/arbeitswelt/deutschland-reagiert-sofort-anderswo-warnt-ki-vor-arbeitslosigkeit/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Krisen</a> bleibt. Wenn wichtige Software, Cloud-Dienste, Chips oder Netztechnik aus dem Ausland kommen, wächst die Verwundbarkeit. Politische Spannungen treffen dann schneller die Wirtschaft. Gleichzeitig wird Industriepolitik komplizierter, weil moderne Produktion oft genau jene Importe braucht, von denen man sich eigentlich unabhängiger machen will.</p>



<p><a href="https://www.vodafone.de/media/downloads/pdf/Jungwirth.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Michael Jungwirth</a> vom Vodafone Institute erklärt: „Die Analyse zeigt: Europas digitale Abhängigkeiten sind größer, als es die Statistik vermuten lässt.“ Und weiter: „Wir brauchen jetzt eine kohärente Industrie- und Handelspolitik, die die digitale Resilienz wirklich stärkt &#8211; für ein wirtschaftlich und geopolitisch souveränes Europa.“</p>



<p>Der Policy Brief nennt dafür mehrere Ansatzpunkte. Die EU solle ihre Fertigungsindustrie und ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken. Sie solle Abhängigkeiten von China bei digitalen Gütern weiter verringern. Zudem empfehlen die Autoren eine politische Sprache, die Autonomie und Souveränität nicht als nationalen Alleingang versteht, sondern als gemeinsames Ziel mit neuen Technologiepartnerschaften.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong><strong>Index macht digitale Abhängigkeit sichtbar</strong></strong></h2>



<p>Wie anfällig einzelne Länder tatsächlich sind, soll auch der <a href="https://www.cassis.uni-bonn.de/de/forschung/interdisziplinaere-forschungsvorhaben/politik-und-governance-globaler-infrastrukturen-1/forschungsprojekte/digital-dependence-index" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Digital Dependence Index des CASSIS </a>der Universität Bonn zeigen. Diese Kennzahl erfasst unter anderem, wie stark ein Staat auf elektronische Komponenten, Kommunikationsausrüstung, Software, Betriebssysteme oder Patente aus dem Ausland angewiesen ist. „Basierend auf einer Vielzahl von Indikatoren veranschaulicht der DDI die Herausforderungen und die Potenziale, technologische Abhängigkeiten in einer global vernetzten und hochgradig arbeitsteiligen Wirtschaft zu reduzieren“, so Mayer.</p>



<p>Bislang blickte der Index vor allem auf die G20-Staaten. Künftig soll er auf mehr als 50 Länder erweitert werden. Das dürfte die Lage in Europa, aber auch in Afrika und Asien deutlich besser vergleichbar machen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kurz zusammengefasst:</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li>Die&nbsp;digitale Abhängigkeit&nbsp;in&nbsp;Europa&nbsp;ist größer, als es viele Handelszahlen vermuten lassen, weil Irland als Standort großer US-Techkonzerne die Bilanz stark verzerrt.</li>



<li>Besonders heikel ist die Lage bei Chips, Software, Cloud und elektronischen Bauteilen. 76 Prozent des EU-Defizits bei digitalen Gütern entfielen zwischen 2020 und 2023 auf China.</li>



<li>Für Wirtschaft und Politik ist das riskant, weil Europa bei zentraler Technik verwundbar bleibt und dadurch Spielraum, Versorgungssicherheit und Souveränität verliert.</li>
</ul>



<p><strong>Übrigens:</strong> Europas digitale Abhängigkeit zeigt sich nicht nur bei Chips, Cloud und Software, sondern auch im Arbeitsalltag, denn viele Firmen lassen das Potenzial von KI ungenutzt, während die USA ihren Vorsprung ausbauen. Neue Daten zeigen, dass in Europa vor allem klare Vorgaben im Unternehmen fehlen. Das kostet Zeit, Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit. Mehr dazu in unserem <a href="https://smartup-news.de/arbeitswelt/ki-am-arbeitsplatz-europa-liegt-klar-hinter-den-usa-luecke-waechst/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Artikel</a>.</p>



<p>Bild: © Gregor Hübl/Uni Bonn</p>
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									<media:description type="plain"><![CDATA[CASSIS der Universität Bonn erweitert den Digital Dependence Index mit Unterstützung des Vodafone Instituts. Der Index soll Europas digitale Schwächen genauer erfassen. © Gregor Hübl/Uni Bonn]]></media:description>
													<media:copyright>Eva Schmitt</media:copyright>
							</media:content>
				</item>
		<item>
		<title>KI am Arbeitsplatz: Europa verliert den Anschluss an die USA – weil Firmen den Einsatz nicht fördern</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Eva Schmitt]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 Mar 2026 06:22:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Arbeitswelt]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitsmarkt]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
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		<category><![CDATA[Effizienz]]></category>
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		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>
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					<description><![CDATA[KI am Arbeitsplatz wird in Europa seltener genutzt als in den USA. Vor allem fehlende Förderung durch Unternehmen bremst Produktivität und Wachstum.
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>In vielen Jobs könnte die Arbeit heute dank künstlicher Intelligenz schneller gehen. Texte entstehen zügiger, Daten lassen sich leichter auswerten, Routineaufgaben schrumpfen. Trotzdem bleibt viel Potenzial ungenutzt. KI am Arbeitsplatz ist zwar verfügbar, wird aber oft nur zögerlich eingesetzt. Für viele Beschäftigte bedeutet das: Sie arbeiten länger an Aufgaben, die sich längst vereinfachen ließen.</p>



<p>Eine aktuelle <a href="https://www.brookings.edu/wp-content/uploads/2026/03/6_Bick-et-al_unembargoed.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Auswertung</a> unter Beteiligung der Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung gGmbH zeigt, wie groß die Lücke ist. In den USA nutzten Anfang 2026 rund 43 Prozent der Beschäftigten KI im Job. In mehreren europäischen Ländern lag der Schnitt bei 32 Prozent. Deutschland reiht sich auf diesem Niveau ein. In den USA gehört KI im Arbeitsalltag deutlich stärker dazu. Von 100 Arbeitsstunden entfallen dort rund fünf Stunden auf KI. In Deutschland, Frankreich und Italien liegt dieser Anteil deutlich niedriger.</p>



<h2 class="wp-block-heading">KI am Arbeitsplatz scheitert oft an klaren Ansagen im Unternehmen</h2>



<p>Die Gründe liegen weniger in fehlender Technik. Viele Tools sind längst verfügbar. Entscheidend ist vielmehr, ob Unternehmen den Einsatz aktiv vorantreiben. Führungskräfte spielen dabei eine zentrale Rolle. Sie bestimmen, ob KI tatsächlich genutzt wird oder nur ein Randthema bleibt.</p>



<p>Wenn Unternehmen ihre Mitarbeitenden zur Nutzung ermutigen, steigt die Anwendung stark. „Wo KI-Tools am Arbeitsplatz zur Verfügung gestellt und ihre Nutzung aktiv gefördert wird, wenden mehr Beschäftigte sie an“, sagt <a href="https://www.wzb.eu/de/personen/jonas-jessen-0" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Jonas Jessen</a>. Doch dieser Schritt fehlt in vielen Betrieben. Besonders auffällig ist, wie stark einfache Maßnahmen wirken:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Beschäftigte nutzen KI deutlich häufiger, wenn Vorgesetzte den Einsatz ausdrücklich einfordern</li>



<li>Bereits vorhandene Tools erhöhen die Nutzung spürbar</li>



<li>Reine Schulungen ohne klare Nutzungserwartung bringen vergleichsweise wenig</li>
</ul>



<p>Der letzte Punkt macht ein Problem deutlich: Viele Beschäftigte könnten KI längst nutzen, tun es aber nicht. Die Programme sind vorhanden, doch ohne klare Unterstützung durch das Unternehmen bleiben sie im Arbeitsalltag außen vor.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Mehr Nutzung spart Zeit – und verändert ganze Branchen</h2>



<p>Wer KI nutzt, spart im Schnitt 5 bis 6 Prozent der eigenen <a href="https://smartup-news.de/gesellschaft/ausfaelle-in-der-kinderbetreuung-treffen-familien-hart/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Arbeitszeit</a>. Das klingt zunächst überschaubar, summiert sich jedoch schnell.</p>



<p>Im Durchschnitt nutzen Beschäftigte KI rund drei Stunden pro Woche. Dadurch sparen sie fast zwei Stunden zusätzliche Arbeit ein. Diese Zeit kann in andere Aufgaben fließen oder den Arbeitsdruck reduzieren. Auch auf wirtschaftlicher Ebene zeigen sich klare Unterschiede:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>In den USA ergibt sich über alle Beschäftigten hinweg ein Zeitgewinn von rund 2,3 Prozent</li>



<li>In Europa liegt dieser Wert zwischen 1,0 und 1,8 Prozent</li>



<li>Branchen mit mehr KI-Nutzung wachsen messbar schneller</li>
</ul>



<p>Steigt der Anteil der KI-Nutzung in einem Bereich um 10 Prozentpunkte, erhöht sich das Produktivitätswachstum um 2 bis 5 Prozentpunkte. Diese Größenordnung entspricht in etwa dem gesamten Wachstum, das viele europäische Volkswirtschaften in mehreren Jahren erreichen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">KI-Lücke wächst spürbar</h2>



<p>Die Zahlen zeigen jedoch auch: Länder mit hoher Nutzung bauen ihren Vorsprung weiter aus. In den USA stieg die KI-Nutzung zuletzt deutlich schneller als in Europa. In Deutschland fiel der Zuwachs dagegen gering aus. </p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large is-resized"><img decoding="async" width="1024" height="664" src="https://smartup-news.de/wp-content/uploads/smartup-news.de-ki-am-arbeitsplatz-was-unternehmen-jetzt-falsch-machen-und-warum-es-teuer-wird-bildschirmfoto-2026-03-30-um-13.28.35-1024x664.png" alt="Die Abbildung zeigt den Anteil der Befragten, die generative KI im Arbeitsalltag einsetzen. Grundlage ist eine eigene Erhebung der Autoren aus Januar und Februar 2026 mit insgesamt 20.916 Teilnehmenden." class="wp-image-53715" style="width:569px;height:auto" srcset="https://smartup-news.de/wp-content/uploads/smartup-news.de-ki-am-arbeitsplatz-was-unternehmen-jetzt-falsch-machen-und-warum-es-teuer-wird-bildschirmfoto-2026-03-30-um-13.28.35-1024x664.png 1024w, https://smartup-news.de/wp-content/uploads/smartup-news.de-ki-am-arbeitsplatz-was-unternehmen-jetzt-falsch-machen-und-warum-es-teuer-wird-bildschirmfoto-2026-03-30-um-13.28.35-300x194.png 300w, https://smartup-news.de/wp-content/uploads/smartup-news.de-ki-am-arbeitsplatz-was-unternehmen-jetzt-falsch-machen-und-warum-es-teuer-wird-bildschirmfoto-2026-03-30-um-13.28.35-768x498.png 768w, https://smartup-news.de/wp-content/uploads/smartup-news.de-ki-am-arbeitsplatz-was-unternehmen-jetzt-falsch-machen-und-warum-es-teuer-wird-bildschirmfoto-2026-03-30-um-13.28.35-1536x996.png 1536w, https://smartup-news.de/wp-content/uploads/smartup-news.de-ki-am-arbeitsplatz-was-unternehmen-jetzt-falsch-machen-und-warum-es-teuer-wird-bildschirmfoto-2026-03-30-um-13.28.35.png 1546w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die Grafik zeigt den Anteil der Befragten, die generative KI für ihre Arbeit nutzen. Die Daten stammen aus einer eigenen Umfrage der Autoren aus Januar und Februar 2026 mit 20.916 Teilnehmenden. ©  Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung</figcaption></figure>



<p>Ein Teil des Unterschieds hängt mit Strukturfaktoren zusammen. Jüngere und besser ausgebildete Beschäftigte nutzen <a href="https://smartup-news.de/gesellschaft/gefaehrlich-unterwuerfig-ki-chatbots-bestaerken-oft-fehlverhalten/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">KI</a> häufiger. Auch Branchen und Unternehmensgröße spielen eine Rolle. Diese Faktoren erklären jedoch nur etwa die Hälfte des Abstands. Der Rest entsteht im Unternehmen selbst. Besonders entscheidend ist, ob KI im Arbeitsalltag wirklich gewünscht ist. <a href="https://www.wzb.eu/de/personen/nicola-fuchs-schuendeln" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Nicola Fuchs-Schündeln </a>warnt:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Mit dem jetzt schon bestehenden Abstand in der KI-Nutzung ist daher eine noch wachsende Produktivitätslücke zu erwarten, wenn in Europa nicht gegengesteuert wird.</p>
</blockquote>



<h2 class="wp-block-heading">Kurz zusammengefasst:</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li>KI am Arbeitsplatz bleibt oft ungenutzt, obwohl sie verfügbar ist – vor allem, weil Unternehmen den Einsatz nicht aktiv einfordern.</li>



<li>Beschäftigte, die KI nutzen, sparen rund 5 bis 6 Prozent Arbeitszeit, und höhere Nutzung steigert messbar die Produktivität ganzer Branchen.</li>



<li>Der Abstand zu den USA wächst weiter, weil dort KI stärker gefördert wird – in Europa entscheidet vor allem das Management über Fortschritt oder Stillstand.</li>
</ul>



<p><strong>Übrigens: </strong>Während viele Firmen noch über Homeoffice streiten, zeigen neue Daten, dass die Leistung zu Hause zunächst steigt – aber ab einem Punkt wieder sinkt. Welche Mischung wirklich funktioniert und wo der Kipppunkt liegt, mehr dazu in unserem <a href="https://smartup-news.de/arbeitswelt/homeoffice-steigert-produktivitaet-doch-nur-bis-zu-einem-punkt/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Artikel</a>.</p>



<p>Bild: © <a href="https://www.freepik.com/free-photo/displeased-businessman-with-arms-crossed-reading-email-laptop-work_25591230.htm" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Freepik</a></p>
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					<![CDATA[KI am Arbeitsplatz]]>
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									<media:description type="plain"><![CDATA[Die Nutzung von KI am Arbeitsplatz unterscheidet sich je nach Land deutlich. Unternehmen setzen die Technologie in sehr unterschiedlichem Umfang ein. © Freepik]]></media:description>
													<media:copyright>Eva Schmitt</media:copyright>
							</media:content>
				</item>
		<item>
		<title>Wenn Meinungen nicht mehr echt sind – wie KI-Schwärme Debatten manipulieren</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Eva Schmitt]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 Jan 2026 07:11:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Chatbots]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
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		<category><![CDATA[Fake News]]></category>
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		<category><![CDATA[Technologie]]></category>
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					<description><![CDATA[Was in Kommentarspalten wie echte Zustimmung wirkt, kann künstlich erzeugt sein. KI-Schwärme verbreiten Desinformation, indem sie Debatten im Alltag unauffällig lenken.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Schon bald könnten neue Formen künstlicher Intelligenz den Eindruck breiter Zustimmung erzeugen und öffentliche Debatten unauffällig verzerren. Davor warnt ein internationales Forschungsteam, an dem auch der Sozialdatenforscher <a href="https://www.uni-konstanz.de/centre-for-human-data-society/people/prof-david-garcia/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">David Garcia</a> von der <a href="https://www.uni-konstanz.de/universitaet/aktuelles-und-medien/aktuelle-meldungen/aktuelles-1/die-naechste-generation-an-desinformation/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Universität Konstanz</a> beteiligt ist. Die Forschenden beschreiben in ihrer <a href="https://www.science.org/doi/10.1126/science.adz1697" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Analyse</a> eine neue Qualität gezielter Meinungsmanipulation, bei der KI genutzt wird, um Desinformation über scheinbaren Konsens besonders wirkungsvoll zu verbreiten. Im Mittelpunkt stehen sogenannte KI-Schwärme – koordinierte Gruppen künstlicher Profile, die Diskussionen imitieren und Mehrheiten vortäuschen können. </p>



<p>Dabei handelt es sich nicht um einfache Programme, die wiederholt identische Inhalte posten. KI-Schwärme bestehen aus vielen digitalen Identitäten mit Gedächtnis, eigenem Stil und klar verteilten Rollen. Sie reagieren aufeinander, widersprechen sich, verstärken Argumente oder wechseln gezielt den Ton. Für Außenstehende wirkt das wie eine normale, lebendige Diskussion. Tatsächlich lenkt ein einzelner Akteur das Zusammenspiel im Hintergrund.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Künstlicher Konsens durch KI-Schwärme verstärkt Desinformation</h2>



<p>Menschen orientieren sich an dem, was sie als Mehrheitsmeinung wahrnehmen. Wer glaubt, eine Position sei weit verbreitet, stuft sie eher als akzeptabel oder plausibel ein. Diesen psychologischen Effekt nutzen KI-Schwärme gezielt aus. Sie erzeugen keinen einzelnen Irrtum, sondern ein dauerhaftes Klima scheinbarer Zustimmung.</p>



<p><a href="https://www.bi.no/en/about-bi/employees/department-of-communication-and-culture/jonas-r.-kunst" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Jonas R. Kunst </a>von der&nbsp;BI Norwegian Business School, Mitautor der Studie, warnt: „Die Gefahr besteht nicht mehr nur in Fake News, sondern darin, dass die Grundlage des demokratischen Diskurses – unabhängige Stimmen – zusammenbricht, wenn ein einzelner Akteur Tausende von einzigartigen, KI-generierten Profilen kontrollieren kann.“</p>



<p>Die Folgen zeigen sich schrittweise. Begriffe verändern ihre Bedeutung. Themen gewinnen oder verlieren Gewicht. Bestimmte Sichtweisen wirken plötzlich selbstverständlich, andere geraten an den Rand öffentlicher <a href="https://smartup-news.de/arbeitswelt/teilzeit-debatte-30-stunden-woche-kann-gesundheitsschaedlicher-sein-als-45-stunden/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Debatten</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wenn falsche Inhalte andere Systeme prägen</h2>



<p>Die Auswirkungen reichen über soziale Netzwerke hinaus. KI-Schwärme können das Internet gezielt mit erfundenen oder verzerrten Behauptungen füllen. Diese Inhalte fließen später in die Trainingsdaten neuer Systeme ein. So übernehmen auch reguläre <a href="https://smartup-news.de/gesundheit/ki-erkennt-depression-an-der-stimme-eine-sprachnachricht-reicht/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">KI-Anwendungen</a> falsche Annahmen, ohne dass Nutzer oder Entwickler es sofort bemerken.</p>



<p>Dieses Risiko ist real. Analysen legen nahe, dass ähnliche Methoden bereits eingesetzt werden. Der technische Aufwand bleibt vergleichsweise gering, die Reichweite dagegen hoch. Genau diese Kombination macht die neue Form der Desinformation besonders problematisch.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Grenze zwischen Mensch und Maschine verschwimmt</h2>



<p>Frühere Bot-Netze ließen sich oft anhand klarer Muster erkennen. Gleiche Texte, gleiche Zeiten, gleiche Quellen. KI-Schwärme arbeiten anders. Sie erzeugen unterschiedliche Inhalte, passen Themen und Sprache an und bleiben dennoch koordiniert. Dadurch verschwimmen die Grenzen zwischen menschlicher Debatte und technischer Steuerung.</p>



<p>„Über die Täuschungen oder die Sicherheit von einzelnen Chatbots hinaus müssen wir neue Gefahren erforschen, die sich aus der Interaktion von vielen KI-Akteuren ergeben“, beschreibt Garcia die Herausforderung. Der Blick müsse auf das Verhalten ganzer Gruppen gerichtet sein, nicht auf einzelne Beiträge. Deshalb plädiert die Studie für ein Umdenken bei der Moderation digitaler Räume. Statt einzelne Posts isoliert zu bewerten, sollen Muster im Hintergrund sichtbar gemacht werden. Genannt werden unter anderem:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Ungewöhnlich abgestimmtes Verhalten:</strong> Viele Beiträge erscheinen zur gleichen Zeit, greifen dieselben Themen auf oder argumentieren auffällig ähnlich.</li>



<li><strong>Hinweise zur Herkunft:</strong> Nutzer sollen erkennen können, ob ein Beitrag wahrscheinlich von einer KI erstellt wurde und nicht von einer echten Person.</li>



<li><strong>Weniger Geldanreize:</strong> Für automatisch erzeugte Likes, Kommentare oder Klicks soll es kein Geld mehr geben, damit sich solche Manipulationen nicht lohnen.</li>
</ul>



<p>Ziel ist es, gezielte Manipulation sichtbar zu machen, ohne echte Meinungen zu unterdrücken oder die freie öffentliche Diskussion einzuschränken.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kurz zusammengefasst:</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li>Das größte Risiko von Desinformation liegt nicht in einzelnen Falschmeldungen, sondern in künstlichen Mehrheiten:&nbsp;KI kann viele scheinbar unabhängige Stimmen koordinieren und so den Eindruck breiter Zustimmung erzeugen, der Meinungen und Debatten unauffällig verschiebt.</li>



<li>Diese KI-Schwärme wirken glaubwürdig, weil sie echten Diskussionen ähneln:&nbsp;Viele digitale Identitäten reagieren aufeinander, übernehmen Rollen und bleiben dennoch zentral gesteuert, was sie deutlich schwerer erkennbar macht als frühere Bot-Netze.</li>



<li>Die Wirkung reicht über soziale Netzwerke hinaus:&nbsp;Solche Systeme können auch andere KI beeinflussen, indem sie Trainingsdaten verzerren, weshalb neue Schutzstrategien nötig sind, die koordiniertes Gruppenverhalten erkennen statt einzelne Beiträge zu prüfen.</li>
</ul>



<p><strong>Übrigens: </strong>Eine aktuelle PISA-Sonderauswertung zeigt, dass viele Jugendliche in Deutschland Schwierigkeiten haben, Online-Informationen kritisch zu prüfen und Fake News zu erkennen. Welche Rolle Defizite bei Medienkompetenz, Schule und sozialem Hintergrund dabei spielen – mehr dazu in unserem <a href="https://smartup-news.de/gesellschaft/neue-pisa-daten-alarmieren-jugendliche-erkennen-fake-news-nicht-schulen-versagen-bei-digitalisierung/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Artikel</a>.</p>



<p>Bild: © <a href="https://unsplash.com/de/fotos/person-die-das-macbook-pro-verwendet-npxXWgQ33ZQ" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Unsplash</a></p>
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									<media:description type="plain"><![CDATA[KI-Schwärme können Desinformation durch scheinbare Zustimmung verstärken und Debatten verzerren, warnen Forscher.]]></media:description>
													<media:copyright>Eva Schmitt</media:copyright>
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				</item>
		<item>
		<title>Wenn KI alles weiß: Was dann mit unserem Denken passiert</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Eva Schmitt]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Jan 2026 08:34:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitswelt]]></category>
		<category><![CDATA[Automatisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Denken]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
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		<category><![CDATA[Kognitive Fähigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Künstliche Intelligenz]]></category>
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		<category><![CDATA[Produktivität]]></category>
		<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Urteilsvermögen]]></category>
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					<description><![CDATA[KI wirkt effizient, verändert aber Denkprozesse. Fachleute warnen, dass KI Menschen dümmer machen kann, wenn Tiefe verloren geht.
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Viele nutzen KI inzwischen ganz selbstverständlich für Texte, Zusammenfassungen oder schnelle Einschätzungen. Die Ergebnisse wirken ordentlich, sprachlich sicher und oft erstaunlich vollständig. Der Komfort hat jedoch eine Kehrseite: KI kann Menschen dümmer machen, wenn fertige Antworten eigenes Nachdenken verdrängen und Zweifel seltener werden.</p>



<p>Der Vorwurf richtet sich nicht gegen die Technik selbst. Er zielt auf veränderte Denkgewohnheiten. Lösungen liegen früh vor, Abwägen rückt nach hinten. Der Innovationsforscher <a href="https://www.psychologytoday.com/nz/contributors/john-nosta" target="_blank" rel="noreferrer noopener">John Nosta </a>beschreibt diese Entwicklung gegenüber <a href="https://www.businessinsider.com/ai-human-intelligence-impact-at-work-2026-1" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Business Insider</a> als stille Umkehr des Denkens. </p>



<h2 class="wp-block-heading">KI macht Menschen dümmer, wenn Denken übersprungen wird</h2>



<p>Nosta kritisiert nicht die Rechenleistung von Systemen. Er stellt infrage, wie Menschen mit ihnen umgehen. Klassisches Denken beginnt mit Unklarheit. Fragen entstehen. Ideen werden geprüft. Erst danach bildet sich Sicherheit. <a href="https://smartup-news.de/technologie/ki-warnt-vor-unfaellen-und-verbessert-verkehrssicherheit-deutlich/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">KI</a> dreht diese Reihenfolge um. Sie liefert sofort Struktur und einen runden Text. Zweifel bleiben aus.</p>



<p>„Wir starten mit Kohärenz und Vollständigkeit und finden erst danach Vertrauen“, sagt Nosta. Genau das wirkt verführerisch. Glatte Antworten fühlen sich richtig an. Sie reduzieren die Motivation, tiefer zu prüfen. Geschwindigkeit ersetzt Nachdenken.</p>



<p>Besonders im Arbeitsalltag zeigt sich dieser Effekt. Analysen wirken professionell. Präsentationen sind sauber formuliert. Entscheidungen lassen sich schneller treffen. Gleichzeitig sinkt die Bereitschaft, Annahmen zu hinterfragen. Urteilsvermögen wird ausgelagert.</p>



<h2 class="wp-block-heading">KI versteht keinen Inhalt</h2>



<p>Ein zentraler Punkt der Kritik betrifft das Wesen von Sprachmodellen. Sie arbeiten nicht mit Bedeutung, sondern mit Wahrscheinlichkeiten. Begriffe besitzen keinen Kontext aus Erfahrung, Kultur oder Erinnerung. Für die Maschine existieren sie als mathematische Muster. Nosta erklärt das anhand eines Beispiels:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Ein Apfel ist kein Apfel, sondern ein Vektor in einem hochdimensionalen Raum.</p>
</blockquote>



<p>Das Ergebnis klingt plausibel. Es beruht jedoch nicht auf Verständnis. Die Systeme wählen die sprachlich passendste Fortsetzung, nicht die inhaltlich durchdachteste. Diese Eigenschaft macht KI leistungsfähig und gefährlich zugleich. Antworten sind oft korrekt formuliert. Fehler lassen sich schwer erkennen. Wer das Werkzeug überschätzt, übernimmt Ergebnisse ungeprüft.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Lernen verliert an Substanz</h2>



<p>Die Sorge bleibt nicht theoretisch. Ein <a href="https://global.oup.com/education/press/oup-ai-native-generation-research-report/?region=international" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Oxford-Bericht</a> beschreibt Veränderungen bei Schülern im Alter von 13 bis 18 Jahre. Texte entstehen schneller. Formulierungen wirken flüssiger. Gleichzeitig nimmt die Tiefe ab. Pausen zum Nachdenken fehlen. Eigenständige Argumente verlieren an Gewicht.</p>



<p>Ähnliche Befunde nennt das <a href="https://www.businessinsider.com/ai-making-workers-feel-smarter-but-worse-at-their-jobs-2025-12" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Work AI Institute</a> mit Blick auf den Arbeitsalltag. Betroffen sind vor allem Berufsanfänger und jüngere Beschäftigte in wissensintensiven Jobs, etwa in Analyse, Marketing oder Softwareentwicklung. Generative KI lässt sie produktiver und kompetenter wirken, ohne dass ihr Können im gleichen Maß wächst. Der Bericht warnt vor einer Illusion von Kompetenz: Wenn KI frühe Denk- und <a href="https://smartup-news.de/wissen/dopamin-wirkt-im-schlaf-und-laesst-das-gehirn-ueber-nacht-weiterlernen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Lernschritte</a> übernimmt, bleiben zentrale Fähigkeiten langfristig zurück. Folgende Effekte lassen sich im Alltag beobachten:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Texte werden übernommen, ohne Quellen zu prüfen</li>



<li>Argumente wirken überzeugend, bleiben aber dünn</li>



<li>Entscheidungen fallen schneller, ohne mehr Substanz</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Stolpern gehört zum Denken</h2>



<p>Denken braucht Widerstand. Fehler, Umwege und Unsicherheit gehören dazu. „Es sind Stolpern, Unfertigkeit und Reibung, die neue Beobachtungen ermöglichen“, sagt Nosta. Glatte Antworten nehmen uns diesen Prozess ab.</p>



<p>Unternehmen setzen zunehmend auf Tempo. KI schreibt Mails, erstellt Berichte, fasst Sitzungen zusammen. Das spart Zeit. Es verändert aber auch Erwartungen. Wer ständig perfekte Ergebnisse erhält, verliert den Blick für Zwischentöne.</p>



<p>KI funktioniert am besten <a href="https://smartup-news.de/arbeitswelt/ki-in-der-arbeit-macht-sinn-wenn-wir-selbst-den-kopf-benutzen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">als Werkzeug, nicht als Ersatz</a>. Sie kann ordnen, sortieren, beschleunigen. Sie sollte Denken begleiten, nicht ersetzen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Schwindendes Vertrauen in die eigene Urteilskraft</h2>



<p>Ein weiterer Aspekt betrifft das Selbstbild.&nbsp;<a href="https://www.idc-a.org/p/Mehdi-Paryavi" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Mehdi Paryavi</a>&nbsp;von der&nbsp;International Data Center Authority&nbsp;warnt vor schleichenden Folgen. „Wer glaubt, dass KI besser schreibt und klüger denkt, verliert Vertrauen in die eigene Fähigkeit“, sagt er.</p>



<p>Der Nutzen von KI steht außer Frage. Entscheidend bleibt jedoch, wie sie eingesetzt wird. Wer Ergebnisse ungeprüft übernimmt, lagert Urteilsvermögen aus. Sinnvoller ist ein Umgang, bei dem zunächst eine eigene Einschätzung entsteht, KI-Antworten hinterfragt und begründet werden und bewusst alternative Sichtweisen eingefordert werden. So bleibt Denken aktiv, statt von fertigen Lösungen verdrängt zu werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kurz zusammengefasst:</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li>KI macht Menschen dümmer, wenn smarte Tools fertige Antworten liefern, bevor eigenes Nachdenken beginnt, und dadurch Zweifel, Abwägen und kritische Prüfung verdrängen.</li>



<li>Fachleute warnen, dass KI zwar flüssige und überzeugende Texte erzeugt, aber kein echtes Verständnis besitzt, wodurch Urteilsvermögen leidet, wenn Ergebnisse ungeprüft übernommen werden.</li>



<li>Studien berichten, dass Nutzer mit KI schneller und produktiver wirken, zugleich aber an Tiefe, kritischem Denken und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten verlieren, wenn geistige Reibung fehlt.</li>
</ul>



<p><strong>Übrigens:</strong>&nbsp;Algorithmen sortieren täglich Bilder und bewerten Szenen, erkennen dabei aber meist nur Muster statt Bedeutung. Wie Forscher KI nun so trainieren, dass sie Bilder mit Kontext und Beziehungen einordnet, mehr dazu in unserem <a href="https://smartup-news.de/technologie/menschliche-ki-computer-lernen-die-welt-zu-begreifen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Artikel</a>.</p>



<p>Bild: © <a href="https://www.freepik.com/free-photo/student-doing-online-learning-career-business-development_416762593.htm" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Freepik</a></p>
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													<media:copyright>Eva Schmitt</media:copyright>
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				</item>
		<item>
		<title>Warum Gespräche mit Chatbots Einsamkeit sogar verstärken können</title>
		<link>https://smartup-news.de/gesellschaft/warum-gespraeche-mit-chatbots-einsamkeit-verstaerken-koennen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Eva Schmitt]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Dec 2025 06:53:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Bindung]]></category>
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		<category><![CDATA[soziale Isolation]]></category>
		<category><![CDATA[Technologie]]></category>
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					<description><![CDATA[Immer mehr Menschen wenden sich bei Einsamkeit an künstliche Intelligenz – Experten sehen in der wachsenden Nutzung von Chatbots ein Risiko für die seelische Gesundheit.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Psychologen sprechen von einer neuen Volkskrankheit – der Epidemie der Einsamkeit. Sie betrifft Millionen Menschen und schadet der Gesundheit ähnlich stark wie Rauchen oder Übergewicht. In dieser Leere werden Chatbots wie ChatGPT, Claude oder Copilot für viele zu digitalen  Begleitern, die zuhören, trösten und keine Urteile fällen.</p>



<p>Was zunächst harmlos wirkt, bereitet Experten jedoch Sorge. Die Programme imitieren Mitgefühl, besitzen aber keine echten Gefühle. Ihr Verständnis folgt Algorithmen, nicht Empathie. Ein <a href="https://www.bmj.com/content/391/bmj.r2509" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Beitrag</a> im Fachjournal&nbsp;BMJ Group&nbsp;warnt, dass besonders junge Menschen beginnen könnten, emotionale Bindungen zu Maschinen aufzubauen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Junge Menschen besonders anfällig</h2>



<p>Immer mehr Menschen sprechen dem Fachartikel zufolge mit KI-Chatbots über Ängste oder Einsamkeit. Besonders Jugendliche suchen dort Zuspruch, wenn niemand anderes zuhört. Eine Untersuchung zeigt deutlich, wie stark die Nutzung bereits verbreitet ist:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Ein Drittel&nbsp;würde sich bei ernsten Themen lieber an die KI wenden als an vertraute Personen.</li>



<li>Ein Drittel&nbsp;der Jugendlichen kommuniziert regelmäßig mit KI-Begleitern.</li>



<li>Jeder Zehnte&nbsp;empfindet diese Gespräche als erfüllender als den Austausch mit Freunden.</li>
</ul>



<p>Das geschieht in einer Zeit, in der <a href="https://smartup-news.de/gesellschaft/telefonieren-gegen-einsamkeit-so-viel-helfen-anrufe-wirklich/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Einsamkeit</a> ohnehin zunimmt. In Großbritannien fühlen sich&nbsp;25,9 Millionen Erwachsene&nbsp;zumindest gelegentlich einsam – fast&nbsp;jeder Zehnte&nbsp;dauerhaft. In den USA erklärte der Surgeon General das Phänomen bereits zur „Epidemie“. Einsamkeit könne das Risiko für einen frühen Tod um&nbsp;26 Prozent&nbsp;erhöhen – gesundheitlich vergleichbar mit dem Konsum von&nbsp;15 Zigaretten täglich.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum der Austausch mit Chatbots so verlockend wirkt</h2>



<p>KI-Systeme sind freundlich, geduldig und jederzeit verfügbar. Sie widersprechen nicht und erinnern sich an frühere Gespräche. Diese Berechenbarkeit vermittelt vielen Menschen ein Gefühl von Sicherheit und Nähe. Nutzer berichten, dass sie sich dadurch weniger allein fühlen – zumindest kurzfristig.</p>



<p>Moderne Sprachmodelle sind darauf trainiert, natürliche Gesprächsmuster nachzuahmen. Sie spiegeln Emotionen und stellen Rückfragen, die <a href="https://smartup-news.de/gesellschaft/das-gute-taten-dilemma-warum-helfen-oft-verschwiegen-wird/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Empathie</a> andeuten. Genau das macht sie für Menschen attraktiv, die sich unverstanden oder ausgeschlossen fühlen. „Wir könnten gerade erleben, dass eine Generation lernt, emotionale Bindungen zu Maschinen einzugehen, die keine menschliche Empathie, Fürsorge oder Beziehungsfähigkeit besitzen“, warnen die Autoren des Beitrags.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wenn digitale Gespräche echte Nähe verdrängen</h2>



<p>Die künstliche Empathie kann menschliche Beziehungen nicht ersetzen. Experten sehen mehrere Gründe, warum digitale Gespräche die Einsamkeit langfristig sogar verstärken können:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Falsches Gefühl von Nähe:</strong> Chatbots wirken empathisch, aber ihre Antworten bleiben programmiert. Die scheinbare Geborgenheit ersetzt keine echte menschliche Wärme.</li>



<li><strong>Weniger soziale Kontakte:</strong> Wer regelmäßig mit KI spricht, sucht seltener den Austausch mit Freunden oder Familie – echte Gespräche werden seltener.</li>



<li><strong>Emotionale Abhängigkeit:</strong> Immer verfügbare Chatbots vermitteln Sicherheit, fördern aber Bindungen zu Systemen, die kein Mitgefühl empfinden.</li>



<li><strong>Fehlende Gegenseitigkeit:</strong> Echte Beziehungen leben von Reaktion und Verantwortung. KI antwortet, aber sie fühlt nichts – das verstärkt am Ende die Einsamkeit.</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Forschung liefert gemischte Ergebnisse</h2>



<p>Einige Studien zeigen positive Effekte. In einer <a href="https://smartup-news.de/technologie/therapie-chatbot-wirkt-bei-depression-angst-und-essstoerung/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Untersuchung</a> verbesserten sich Symptome von Depression, Angst und Essstörungen, wenn Betroffene regelmäßig mit einem KI-System interagierten. Eine Analyse von 35 Studien bestätigte eine leichte Verringerung depressiver Symptome, jedoch ohne Anstieg des allgemeinen Wohlbefindens.</p>



<p>Andere Forschungsergebnisse deuten in eine andere Richtung. Eine gemeinsame Studie von OpenAI und dem Massachusetts Institute of Technology (MIT) mit 981 Teilnehmern ergab: Wer ChatGPT besonders häufig nutzte, fühlte sich einsamer und pflegte weniger soziale Beziehungen. Besonders betroffen waren Menschen, die dem Chatbot stark vertrauten oder ihn sogar als „Freund“ bezeichneten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ärzte sollen digitale Abhängigkeit erkennen</h2>



<p>Laut BMJ-Artikel sollten Ärzte problematische Chatbot-Nutzung künftig als Risikofaktor für psychische Gesundheit betrachten. Sie empfehlen, gezielt nach der Nutzung von KI-Systemen zu fragen – vor allem, wenn folgende Anzeichen auftreten:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Der Chatbot wird als Freund oder Vertrauter bezeichnet</li>



<li>Angst, keinen Zugriff mehr zu haben</li>



<li>Entscheidungsfindung wird an die KI übergeben</li>



<li>Deutlich weniger soziale Kontakte zu echten Menschen</li>
</ul>



<p>Gerade in Ferienzeiten, wenn viele Menschen besonders einsam sind, können solche Gespräche helfen, Belastungen früh zu erkennen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">KI kann auch Chancen bieten</h2>



<p>Trotz aller Risiken sehen Fachleute in künstlicher Intelligenz auch Potenzial. Richtig eingesetzt, könne sie&nbsp;Brücken zu echten Kontakten&nbsp;schaffen. Systeme könnten Betroffene auf Hilfsangebote hinweisen, Aktivitäten vorschlagen oder durch Sprachmuster frühzeitig psychische Probleme erkennen.</p>



<p>Eine Übersicht über KI-Projekte für ältere Menschen zeigte zwar, dass nur wenige wissenschaftlich fundiert sind, doch einige Ansätze gelten als vielversprechend. Beispiele sind:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Soziale Assistenzroboter</strong>, die Gespräche anregen oder an Termine erinnern</li>



<li><strong>Kommunikationstools</strong>, die Senioren den Kontakt zu Angehörigen erleichtern</li>



<li><strong>Sprachanalysen</strong>, die Anzeichen von Einsamkeit oder Depression erkennen</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Mehr Forschung und klare Regeln gefordert</h2>



<p>Den Experten zufolge braucht es mehr empirische Untersuchungen zu den psychischen und sozialen Folgen der Mensch-Maschine-Beziehung. Ärztinnen und Ärzte sollen darin geschult werden, problematische Nutzung zu erkennen. Wichtig ist außerdem, klare Regeln und ethische Leitlinien zu entwickeln, die das Wohl der Nutzer über wirtschaftliche Interessen stellen.</p>



<p>Parallel dazu müssen bewährte Maßnahmen gegen Einsamkeit gestärkt werden – von Aufklärungskampagnen über Therapieangebote bis hin zu Gruppenaktivitäten in der Natur. Ziel bleibt, Menschen wieder stärker miteinander zu verbinden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kurz zusammengefasst:</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li>Einsamkeit gefährdet die Gesundheit: Laut Experten steigt das Sterberisiko um 26 Prozent und immer mehr Menschen suchen Trost bei Chatbots.</li>



<li>Kurzfristig können sie Ängste und depressive Symptome lindern, doch Studien von OpenAI und MIT zeigen, dass häufige Nutzer sich langfristig einsamer fühlen und weniger soziale Kontakte pflegen.</li>



<li>Fachleute fordern klare Grenzen: Ärzte sollen Chatbot-Nutzung als möglichen Risikofaktor für psychische Gesundheit berücksichtigen – zugleich muss erforscht werden, wie man KI sinnvoll einsetzen kann, ohne echte Beziehungen zu verdrängen.</li>
</ul>



<p><strong>Übrigens: </strong>Auch in der Paartherapie halten KI-Systeme Einzug. Forscher haben mit „Amanda“ erstmals einen Chatbot entwickelt, der Beziehungsprobleme lindern soll. Mehr dazu in unserem <a href="https://smartup-news.de/technologie/paartherapie-per-ki-chatbot-ueberrascht-mit-echter-wirkung/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Artikel</a>.</p>



<p>Bild: © <a href="https://unsplash.com/de/fotos/frau-tippt-auf-dem-macbook-pro-wahrend-sie-im-zimmer-auf-dem-bett-sitzt-wClUbRMCBD8" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Unsplash</a></p>
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