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	<title>Batterierohstoffe Archive - SMART UP NEWS</title>
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		<title>Dürre trifft weltgrößten Nickellieferanten für Elektroauto-Akkus – Werk läuft nur noch mit 30 Prozent</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Anne Bajrica]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Nov 2026 09:11:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Finanzen]]></category>
		<category><![CDATA[Batterierohstoffe]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
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					<description><![CDATA[Wassermangel in Indonesien bremst die Nickelverarbeitung. Auch Chinas Batteriehersteller könnten von den Produktionsausfällen betroffen sein.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="">Für die Herstellung vieler Elektroauto-Batterien braucht es Nickel. Um den Rohstoff aus dem Erz zu gewinnen, benötigen Raffinerien allerdings riesige Mengen Wasser. In Indonesien wird das zunehmend zum Problem. Eine schwere Dürre hat die Produktion auf der Insel Sulawesi bereits erheblich eingeschränkt. Ein dortiges Nickelwerk arbeitet nur noch mit 30 Prozent seiner vorgesehenen Kapazität, zuvor waren es 50 Prozent. Weil Indonesien mehr als die Hälfte des weltweit geförderten Nickels liefert, könnte der Wassermangel auch die internationale Batterieindustrie belasten.</p>



<p class="">Besonders betroffen ist China, wo rund 80 Prozent aller Batteriezellen für Elektroautos hergestellt werden. Viele chinesische Unternehmen beziehen ihre Nickelrohstoffe aus Indonesien oder haben dort selbst in Raffinerien investiert. Nach einem Bericht der <em>South China Morning Post</em> (<a href="https://www.scmp.com/economy/china-economy/article/3373055/indonesias-severe-drought-threatens-disrupt-chinas-vast-battery-industry" target="_blank" rel="noreferrer noopener">SCMP</a>) rechnet das Analyseunternehmen CRU Group mit weiteren Produktionsausfällen. Für die zweite Jahreshälfte senkte es seine Prognose für Nickel in einem wichtigen Batterievorprodukt bereits von 400.000 auf 370.000 Tonnen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Nickel für Batterien: Dürre bremst die Verarbeitung</h2>



<p class="">Das betroffene Werk gehört zum Unternehmen Nickel Industries. Dort kommt ein Verfahren namens Hochdruck-Säurelaugung zum Einsatz, international als High Pressure Acid Leaching (HPAL) bekannt. Dabei lösen die Betreiber Nickel unter hohem Druck und bei hohen Temperaturen mithilfe von Säure aus dem Erz. Ohne ausreichende Wasserversorgung lässt sich dieser Prozess nicht im vorgesehenen Umfang betreiben.</p>



<p class="">Dabei entsteht ein Zwischenprodukt namens Mixed Hydroxide Precipitate (MHP). Daraus gewinnen Hersteller Materialien für die Kathoden von <a href="https://smartup-news.de/technologie/organische-lithium-batterie-aus-china-haelt-70-bis-80-grad-aus/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Lithium-Ionen-Batterien</a>. Nickel ermöglicht eine hohe Energiedichte und damit große Reichweiten. Allerdings benötigen nicht alle Elektroauto-Akkus diesen Rohstoff. Lithium-Eisenphosphat-<a href="https://smartup-news.de/technologie/bmw-i3-1-213-kilometer-reichweite-ohne-laden-neue-batterie-geht-in-serie/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Batterien</a> kommen beispielsweise ohne Nickel aus.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wassermangel gefährdet weitere Nickelraffinerien</h2>



<p class="">Viele Nickelwerke auf Sulawesi liegen in denselben Industriegebieten und teilen sich teilweise die Infrastruktur zur Wasserversorgung. Deshalb könnten weitere Anlagen ihre Produktion vorübergehend reduzieren. Das Analyseunternehmen <a href="https://www.crugroup.com/en/communities/thought-leadership/2026/water-shortages-limit-indonesian-hpal-nickel-production/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">CRU Group</a> hält vergleichbare Einschränkungen für wahrscheinlich.</p>



<p class="">In seiner Oktober-Analyse erklärte CRU, es sei davon auszugehen, dass auch andere HPAL-Betriebe wegen ähnlicher Wasserengpässe vorübergehende Produktionskürzungen erwägen. Die Folgen lassen sich bereits beziffern:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class=""><strong>20 Prozentpunkte weniger Auslastung:</strong> Die betroffene Anlage von Nickel Industries reduzierte ihren Betrieb von 50 auf 30 Prozent der vorgesehenen Kapazität.</li>



<li class=""><strong>30.000 Tonnen weniger Nickel:</strong> CRU senkte seine Prognose für Nickel im Zwischenprodukt MHP im zweiten Halbjahr von 400.000 auf 370.000 Tonnen.</li>



<li class=""><strong>7,5 Prozent unter der bisherigen Prognose:</strong> So groß fällt die erwartete Produktionsmenge gegenüber der ursprünglichen Schätzung geringer aus.</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">El Niño verschärft die Dürre in Indonesien</h2>



<p class="">Die Trockenheit hängt auch mit dem Wetterphänomen El Niño zusammen. Dabei erwärmt sich das Oberflächenwasser im tropischen Pazifik ungewöhnlich stark. Das verändert Luftströmungen und Niederschlagsmuster. In Indonesien kann es dadurch über längere Zeit deutlich weniger regnen.</p>



<p class="">Für Indonesiens Nickelindustrie kommt die Trockenheit zu einer schwierigen Zeit. Die Unternehmen müssen bereits strengere Umwelt- und Sicherheitsvorschriften erfüllen. Laut einem Bericht der <a href="https://rsis.edu.sg/rsis-publication/rsis/the-new-politics-of-nickel-chinese-investment-in-indonesia-and-structural-rebalancing/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">S. Rajaratnam School of International Studies</a> vom August erhöhen diese Anforderungen das Risiko zusätzlicher Betriebseinschränkungen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Chinesische Investoren verlieren durch die Dürre Geld</h2>



<p class="">Schätzungen des US-amerikanischen <a href="https://c4ads.org/commentary/refining-power/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Centre for Advanced Defence Studies</a> zufolge sind an rund drei Vierteln der indonesischen Nickelverarbeitung chinesische Investoren beteiligt. Sie finanzieren Anlagen, beteiligen sich an Unternehmen und sichern sich dadurch den Zugang zu wichtigen Batterierohstoffen.</p>



<p class="">Siwage Dharma Negara vom ISEAS – Yusof Ishak Institute in Singapur zufolge hat die Wasserknappheit bei chinesischen Nickelunternehmen bereits „zusätzliche Produktionskosten verursacht und die Rentabilität verringert“. Auch Batteriehersteller könnten betroffen sein, falls die Raffinerien länger weniger Material liefern.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Chinesische Unternehmen könnten neue Nickelprojekte verschieben</h2>



<p class="">Trotz der Schwierigkeiten dürften chinesische Investoren an ihren Standorten in Indonesien festhalten. Die dortigen Nickelvorkommen und bestehenden Verarbeitungsanlagen lassen sich kurzfristig kaum ersetzen.</p>



<p class="">Negara rechnet allerdings damit, dass Unternehmen geplante Erweiterungen verschieben könnten. Statt neue Anlagen zu bauen, dürften sie zunächst versuchen, ihre bestehenden Werke effizienter zu betreiben und den Ressourcenverbrauch zu senken.</p>



<p class="">Die CRU Group erwartet, dass die Wasserknappheit die Nickelverarbeitung auch im November beeinträchtigen könnte. Ob dadurch Batteriepreise steigen oder sich Elektroautos verteuern, ist bislang nicht belegt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kurz zusammengefasst:</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li class="">Eine schwere Dürre in Indonesien bremst die Nickelproduktion. Eine Raffinerie arbeitet nur noch mit 30 Prozent ihrer vorgesehenen Kapazität.</li>



<li class="">Nickel wird für viele Elektroauto-Batterien benötigt. Wegen des Wassermangels könnte Indonesien im zweiten Halbjahr 30.000 Tonnen weniger Nickel für wichtige Batterievorprodukte liefern als bisher erwartet.</li>



<li class="">Besonders betroffen sind chinesische Unternehmen, die stark in Indonesiens Nickelindustrie investiert haben. Ob die Engpässe Elektroauto-Batterien verteuern, ist bislang unklar.</li>
</ul>



<p class=""><strong>Übrigens</strong>: Während die Nickelproduktion in Indonesien unter Wassermangel leidet, erhalten ausgediente Akkus in Deutschland ein zweites Leben. Ein Freiburger Start-up baut aus <a href="https://smartup-news.de/technologie/112-alte-e-scooter-akkus-werden-zu-einem-stromspeicher-der-auch-nach-10-jahren-70-kwh-liefert/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">112 gebrauchten E-Scooter-Akkus</a> einen Stromspeicher mit 70 Kilowattstunden Kapazität.</p>



<p class="">Bild: © <a href="https://commons.wikimedia.org/w/index.php?title=User:Langit&amp;action=edit&amp;redlink=1" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Kolong</a> via <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Big_Yellow.jpg" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Wikimedia</a> unter <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">CC BY-SA 4.0</a></p>
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