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	<title>Alter Archive - SMART UP NEWS</title>
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	<title>Alter Archive - SMART UP NEWS</title>
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		<title>Wie mehr Tageslicht im Alter mit besserem Schlaf zusammenhängt – und warum vor allem der Morgen zählt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Anne Bajrica]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Sep 2026 09:33:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Alter]]></category>
		<category><![CDATA[Chronobiologie]]></category>
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		<category><![CDATA[University of Surrey]]></category>
		<category><![CDATA[Zirkadianer Rhythmus]]></category>
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					<description><![CDATA[Mehr Tageslicht im Alter geht laut einer neuen Studie mit besserem Schlaf, mehr Aktivität am Tag und stabileren Ruhephasen einher.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="">Schlechter Schlaf im Alter muss nicht nur mit Stress, Medikamenten oder Krankheiten zu tun haben. Auch etwas so Alltägliches wie fehlendes Tageslicht kann den Unterschied machen. Denn Licht stellt die innere Uhr jeden Morgen neu ein – doch mit zunehmendem Alter erreicht davon weniger die Netzhaut. Hinzu kommt: Viele ältere Menschen verbringen mehr Zeit in Innenräumen. Eine europäische <a href="https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/jpi.70174" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Untersuchung</a> mit mehr als 200 Menschen zwischen 63 und 92 Jahren verbindet mehr Tageslicht im Alter mit höherer Aktivität am Tag, längeren zusammenhängenden Wachphasen und besserer Schlafqualität.</p>



<p class="">Für die Untersuchung begleiteten Forscher der <a href="https://www.surrey.ac.uk/news/boosting-indoor-light-could-help-support-healthy-ageing-older-adults-urban-areas" target="_blank" rel="noreferrer noopener">University of Surrey</a> ältere Menschen in Amsterdam, Bologna und Tartu. Die drei Städte liegen auf unterschiedlichen Breitengraden und bieten deshalb im Jahresverlauf sehr verschiedene Lichtbedingungen. Über zwei Wochen zeichneten Sensoren auf, wie viel Licht die Teilnehmer tatsächlich erreichte und wann sie aktiv waren. Die Messungen fanden zu verschiedenen Jahreszeiten statt, sodass auch Unterschiede zwischen kurzen Wintertagen und langen Sommertagen erfasst wurden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Mehr Tageslicht im Alter geht mit besserem Schlaf einher</h2>



<p class="">Die Messungen lieferten zunächst einen klaren Zusammenhang: Teilnehmer mit hoher natürlicher Lichtexposition waren tagsüber aktiver und blieben länger zusammenhängend wach. Auch ihre subjektive Schlafqualität fiel besser aus. Verglichen mit der Gruppe mit wenig <a href="https://smartup-news.de/gesundheit/tageslicht-bringt-bei-diabetes-den-blutzucker-ins-gleichgewicht/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Licht</a> hatten Menschen mit hoher Lichtexposition eine dreimal so hohe Chance, eine gute Schlafqualität anzugeben. Daraus folgt allerdings noch nicht, dass mehr Tageslicht allein den besseren Schlaf verursacht.</p>



<p class=""><a href="https://www.surrey.ac.uk/people/daan-van-der-veen" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Daan van der Veen</a>, Schlaf- und Chronobiologe an der University of Surrey, verweist auf die Bedeutung des Lichts für den Tagesrhythmus. „Tageslicht ist entscheidend für die Regulierung unseres zirkadianen Rhythmus und unseres Schlafmusters“, sagt er. Licht liefert dem Gehirn Informationen darüber, wann Tag und wann Nacht ist. Damit beeinflusst es, zu welchen Zeiten der Körper auf Wachsein oder Schlaf eingestellt ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Eine helle Lampe sollte fehlendes Licht ergänzen</h2>



<p class="">Nach der ersten Messphase erhielt ein Teil der Teilnehmer eine besonders helle Lampe für zu Hause. Die Kontrollgruppe bekam keine zusätzliche Beleuchtung. Für zwölf Wochen sollten die Teilnehmer die Lampe in einem häufig genutzten Raum aufstellen und möglichst in ihren normalen Tagesablauf integrieren.</p>



<p class="">Die Vorgaben ließen dabei bewusst Spielraum. Im Alltag sollten vor allem drei Regeln gelten:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="">die Lampe innerhalb einer Stunde nach dem Aufstehen einschalten, jedoch nicht vor Sonnenaufgang,</li>



<li class="">das helle Licht insgesamt mindestens zwei Stunden am Tag nutzen,</li>



<li class="">die Lampe spätestens vier Stunden vor der üblichen Schlafenszeit ausschalten.</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Der Zeitpunkt des Lichts machte einen Unterschied</h2>



<p class="">Besonders auffällig war, wann die zusätzliche Beleuchtung begann. Teilnehmer, die ihre Lampe früher am Tag einschalteten, hatten einen gleichmäßigeren <a href="https://smartup-news.de/wissen/zellmechanismus-steuert-unseren-schlaf-wach-rhythmus/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Ruhe-Aktivitäts-Rhythmus</a>. In der zunächst nicht bereinigten Auswertung waren sie außerdem tagsüber aktiver als Menschen, die später mit der Beleuchtung begannen.</p>



<p class="">Bei genauerer statistischer Betrachtung blieb vor allem der Zusammenhang mit dem stabileren Tagesrhythmus bestehen. Die höhere Aktivität ließ sich dagegen zu einem großen Teil durch den Chronotyp erklären. Frühaufsteher unterscheiden sich schließlich ohnehin in ihrem Tagesablauf von Menschen, die von Natur aus später aktiv werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Früh am Tag scheint helles Licht günstiger zu sein</h2>



<p class="">„Die frühe Anwendung zusätzlicher Beleuchtung erhöht das Aktivitätsniveau und verringert Unterbrechungen des Ruhe-Aktivitäts-Rhythmus bei älteren Erwachsenen“, sagt <a href="https://www.surrey.ac.uk/people/debora-constantino" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Débora Constantino</a> von der University of Surrey. Entscheidend ist dabei nicht einfach möglichst viel künstliches Licht. Die Ergebnisse sprechen vielmehr dafür, helles Licht gezielt in die erste Tageshälfte zu legen.</p>



<p class="">Das macht auch den Unterschied zum Licht am Abend aus. Für die <a href="https://smartup-news.de/gesundheit/innere-uhr-testen-per-haarprobe-was-der-neue-charite-test-zeigt/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">innere Uhr</a> ist Licht ein starkes Zeitsignal. Helligkeit am Morgen unterstützt einen anderen biologischen Zeitpunkt als dieselbe Helligkeit kurz vor dem Schlafengehen. Deshalb empfahlen die Forscher den Teilnehmern, die Lampen mehrere Stunden vor dem Zubettgehen wieder auszuschalten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Im Winter nutzten die Teilnehmer das Zusatzlicht länger</h2>



<p class="">Auch die Jahreszeit beeinflusste den Umgang mit den Lampen. An kurzen Wintertagen nutzten die Teilnehmer das zusätzliche Licht mehr als doppelt so lange wie während der längsten Tage des Jahres. Wer ohnehin wenig natürliches Licht abbekam, schaltete die Lampe ebenfalls länger ein.</p>



<p class="">Damit reagierten viele Teilnehmer offenbar selbst auf ihre jeweilige Lichtsituation. Je weniger Licht im Alltag vorhanden war, desto intensiver nutzten sie die zusätzliche Beleuchtung. Weder das Alter innerhalb der untersuchten Gruppe noch Mobilitätsprobleme erklärten dagegen eindeutig, wie lange die Lampen eingeschaltet blieben.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Weniger Licht trat häufiger bei Stoffwechselproblemen auf</h2>



<p class="">Bei den Ausgangsmessungen fiel außerdem ein gesundheitlicher Zusammenhang auf. Teilnehmer mit Bluthochdruck, Diabetes, Adipositas oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen waren insgesamt geringeren Lichtmengen ausgesetzt. Auch die Zeit oberhalb eines empfohlenen Tageslicht-Niveaus war bei ihnen kürzer.</p>



<p class="">Ob geringe Lichtexposition zu solchen Erkrankungen beiträgt, lässt sich daraus nicht ableiten. Ebenso denkbar ist, dass gesundheitliche Probleme dazu führen, dass Menschen weniger aktiv sind und seltener nach draußen gehen. Die Untersuchung kann an dieser Stelle lediglich einen Zusammenhang beschreiben.</p>



<p class="">Professorin <a href="https://www.surrey.ac.uk/people/debra-j-skene" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Debra Skene </a>von der University of Surrey sieht einen Vorteil darin, dass die Beleuchtung nicht unter künstlichen Laborbedingungen getestet wurde. Die Teilnehmer lebten während der Untersuchung zu Hause und passten die Lampennutzung an ihren Alltag an. Die Ergebnisse des europäischen Projekts ENLIGHTENme sprechen damit vor allem für eines: Bei zusätzlichem hellem Licht kommt es offenbar nicht nur auf die Menge an. Auch der Zeitpunkt innerhalb des Tages ist entscheidend.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kurz zusammengefasst:</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li class="">Mehr Tageslicht im Alter geht mit besserer Schlafqualität, höherer Aktivität am Tag und längeren zusammenhängenden Wachphasen einher.</li>



<li class="">Helles Zusatzlicht scheint besonders dann günstig zu sein, wenn es früh am Tag genutzt und mehrere Stunden vor dem Schlafengehen beendet wird.</li>



<li class="">Entscheidend ist nicht nur die Lichtmenge: Auch der Zeitpunkt beeinflusst den Ruhe-Aktivitäts-Rhythmus, ohne dass daraus allein eine direkte Ursache für besseren Schlaf bewiesen ist.</li>
</ul>



<p class=""><strong>Übrigens</strong>: Mehr Licht am Tag kann den Schlaf im Alter unterstützen – doch auch die Ruhe der Nacht entscheidet darüber, wie fit das Gehirn am nächsten Morgen ist. Häufiges Aufwachen bremst Aufmerksamkeit und Reaktion, selbst bei ausreichender Schlafdauer – mehr dazu in unserem <a href="https://smartup-news.de/gesundheit/schlafqualitaet-im-alter-entscheidet-ueber-tagesform-nicht-dauer/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Artikel</a>.</p>



<p class="">Bild: © <a href="https://www.pexels.com/de-de/foto/mann-person-tasse-getrank-7545178/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Pexels</a></p>
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									<media:description type="plain"><![CDATA[Mehr Licht am Morgen kann im Alter zum besseren Schlaf beitragen: Tageslicht hilft der inneren Uhr, Wachheit und Ruhe über den Tag hinweg zu ordnen. © Pexels]]></media:description>
													<media:copyright>Anne Bajrica</media:copyright>
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				</item>
		<item>
		<title>Ärmere Darmflora hängt bei älteren Frauen mit mehr Stürzen zusammen</title>
		<link>https://smartup-news.de/gesundheit/was-die-darmflora-ueber-gebrechlichkeit-im-alter-verraet/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Evelyn Pohl]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 13 Jul 2026 06:16:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Alter]]></category>
		<category><![CDATA[Altern]]></category>
		<category><![CDATA[Altersforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Darm]]></category>
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		<category><![CDATA[Darmflora]]></category>
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		<category><![CDATA[Gesunde Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[Mikrobiom]]></category>
		<category><![CDATA[Smart Up News]]></category>
		<category><![CDATA[Sterblichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Studie]]></category>
		<category><![CDATA[Universität Göteborg]]></category>
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					<description><![CDATA[Bei älteren Frauen hängt einer neuen Studie zufolge weniger Vielfalt in der Darmflora mit mehr Gebrechlichkeit, Sturzrisiken und höherer Sterblichkeit zusammen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="">Gebrechlichkeit im Alter macht sich meist durch Stürze, nachlassende Kraft oder einen unsicheren Gang bemerkbar. Weniger bekannt ist, dass sich diese körperliche Schwäche offenbar auch im Darm erkennen lässt. Ältere Menschen mit höherer Gebrechlichkeit hatten eine deutlich geringere Vielfalt ihrer Darmflora und ein verändertes bakterielles Profil.</p>



<p class="">Die Arbeit dazu erschien im Fachjournal <a href="https://www.nature.com/articles/s41467-026-75176-5" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><em>Nature Communications</em></a> und stammt von einem Team der <a href="https://www.gu.se/en/news/gut-bacteria-linked-to-frailty-in-older-women" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Universität Göteborg</a>. Grundlage waren Daten von 2.081 schwedischen Frauen im Alter von 75 bis 80 Jahren. Viele Muster prüfte das Team zusätzlich in einer chinesischen Vergleichsgruppe mit 1.448 älteren Menschen, darunter 775 Frauen und 673 Männer. Die Studie belegt Zusammenhänge, aber keine direkte Ursache.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wie sich Gebrechlichkeit messen lässt</h2>



<p class="">Gebrechlichkeit ist nicht gleichzusetzen mit normalem Älterwerden. Mediziner meinen damit einen Zustand, in dem die Reserven des Körpers abnehmen. Betroffene erholen sich schlechter, stürzen leichter und verlieren an <a href="https://smartup-news.de/gesundheit/knochen-staerken-ab-40-warum-spazierengehen-allein-nicht-reicht/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Selbstständigkeit</a>. Auch Infekte oder Knochenbrüche können dann schwerere Folgen haben, Klinikaufenthalte werden häufiger. Für Familien wird das oft plötzlich sichtbar: Eine ältere Person schafft Treppen nicht mehr sicher, steht langsamer vom Stuhl auf oder meidet Wege außer Haus.</p>



<p class="">Für die Auswertung nutzten die Forscher einen eigens erstellten Gebrechlichkeitsindex. Er bündelte unter anderem Alter, Gewicht, Gehgeschwindigkeit, Ergebnisse eines Aufsteh-Tests, Rauchen, Vorerkrankungen, psychische Lebensqualität und Krankenhausaufenthalte. Frauen mit dem höchsten Wert hatten im Vergleich zur robustesten Gruppe ein rund fünffach höheres Sterberisiko. Auch Stürze mit Verletzungen und Hüftbrüche kamen häufiger vor.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Darmvielfalt und Verfassung hängen zusammen</h2>



<p class="">Parallel untersuchte das Team Stuhlproben mit genetischen Analysen. Dabei ging es nicht nur darum, welche Bakterien vorkommen. Wichtig war auch, wie vielfältig die Darmflora war und welche Funktionen die Mikroben vermutlich erfüllen können. Bei stärkerer Gebrechlichkeit sank die bakterielle Vielfalt. Auch die Zahl mikrobieller Gene war geringer. Vereinfacht heißt das: Der Darm wirkte weniger artenreich und weniger funktional breit aufgestellt.</p>



<p class="">Die Wissenschaftler fanden 404 Bakterienarten, die statistisch mit dem Gebrechlichkeitsindex zusammenhingen. Einige Arten traten eher bei höherem Risiko auf. Dazu gehörten bestimmte Enterocloster- und Clostridium-Arten. Andere Arten fanden sich häufiger bei Menschen in besserem körperlichen Zustand. Darunter waren Bakterien aus der Gruppe Faecalibacterium, die in der Mikrobiomforschung oft mit einer günstigen Darmumgebung verbunden werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was die Darmflora über die Verletzungsgefahr verrät</h2>



<p class="">„Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Darmmikrobiota wichtige Aspekte von Gebrechlichkeit bei älteren Erwachsenen abbildet“, sagt Studienautorin <a href="https://www.gu.se/en/about/find-staff/marinavilargeraldi" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Marina Vilar Geraldi</a> von der Sahlgrenska Akademie. Eine geringere Vielfalt und weniger mikrobielle Genfülle hingen mit Sterblichkeit und Sturzverletzungen zusammen. Für Hüftbrüche fiel dieser Zusammenhang jedoch nicht eindeutig aus. Trotzdem ist der Befund wichtig, weil Stürze im hohen Alter häufig den Beginn einer längeren Abwärtsspirale markieren. Nach einem Bruch folgen oft Operation, Immobilität, Muskelabbau und Angst vor weiterer Bewegung.</p>



<p class="">Interessant sei laut Vilar Geraldi auch, dass mehrere Zusammenhänge in einer unabhängigen Gruppe aus China erneut auftauchten. Das stärke die Bedeutung der Befunde.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ergebnisse taugen nicht als Test auf Gebrechlichkeit</h2>



<p class="">Dennoch wäre es falsch, aus den Ergebnissen der Göteborger Arbeit einfache Versprechen abzuleiten. Denn die Daten sagen nicht, ob veränderte Darmbakterien Gebrechlichkeit verursachen. Es kann auch umgekehrt sein: Wer weniger mobil ist, anders isst, mehr Medikamente nimmt oder häufiger krank ist, verändert damit möglicherweise seine Darmflora. Die Forscher berücksichtigten zwar Faktoren wie Alter, Körpergewicht, Bildung, Rauchen, Alkohol und bestimmte Medikamente in ihrer Auswertung, ganz ausschließen lassen sich solche Einflüsse aber nicht.</p>



<p class="">Auch der Begriff Gebrechlichkeit bleibt vielschichtig. Er umfasst Muskeln, Immunsystem, Entzündung, Psyche, Ernährung, Bewegung und Vorerkrankungen. Der Darm könnte ein Teil dieses Geflechts sein. Er beeinflusst Stoffwechsel, Immunreaktionen und Entzündungsprozesse. Im Alter können diese Systeme empfindlicher reagieren. Deshalb wirkt der Zusammenhang biologisch plausibel, auch wenn er noch keine Therapieanleitung liefert.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was die Darmflora im Alter wirklich aussagt</h2>



<p class=""><a href="https://www.gu.se/en/about/find-staff/mattiaslorentzon" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Mattias Lorentzon</a>, Professor an der Universität Göteborg und Oberarzt am Sahlgrenska Universitätskrankenhaus, formuliert es vorsichtig: „Gebrechlichkeit ist ein komplexer Zustand, und unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Darmmikrobiota ein wichtiger Teil des Gesamtbildes sein könnte.“ Der nächste Schritt sei die Frage, ob solche mikrobiellen Muster eines Tages bei der Risikobewertung helfen oder Grundlage für spätere Maßnahmen werden können.</p>



<p class="">Für den Alltag bleibt vorerst ein praktischer Nutzen: Die Studie stärkt den ganzheitlichen Blick auf den Körper. Wer im Alter Kraft, Beweglichkeit und Selbstständigkeit erhalten will, sollte nicht nur an Knochen und Muskeln denken. Auch Ernährung, Bewegung, Medikamentengebrauch und Entzündungsprozesse, die mit dem Darm zusammenhängen, spielen eine Rolle für <a href="https://smartup-news.de/gesundheit/fit-im-alter-die-vier-wichtigsten-gewohnheiten-fuer-ein-langes-und-gesundes-leben/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">gesundes Altern</a>. Aus einem einzelnen Stuhlprofil lässt sich damit noch kein persönliches Sturzrisiko ablesen, aber ein Blick auf die Darmflora könnte künftig helfen, frühe Warnzeichen besser zu deuten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kurz zusammengefasst:</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li class="">Gebrechlichkeit im Alter zeigt sich nicht nur an Muskelschwäche, unsicherem Gang oder häufigen Stürzen. Bei älteren Menschen mit höherem Risiko war die Darmflora weniger vielfältig und funktional eingeschränkt. </li>



<li class="">Die Studie fand bestimmte Bakterienmuster, die mit Sturzverletzungen und Sterblichkeit verbunden waren: Einige Keime traten häufiger bei gebrechlicheren Personen auf, andere eher bei besserer körperlicher Funktion. </li>



<li class="">Noch ist unklar, ob die Darmflora Gebrechlichkeit mitverursacht oder vor allem ein Warnsignal ist: Praktisch wichtig bleibt deshalb der ganzheitliche Blick auf den Körper, der Alter, Ernährung, Bewegung, Medikamente, Entzündung und Darmgesundheit miteinbezieht.</li>
</ul>



<p class=""><strong>Übrigens:</strong> Medikamente können den Darm lange prägen – manche Wirkstoffe verändern die Darmflora noch Jahre nach der letzten Einnahme und könnten damit beeinflussen, wie widerstandsfähig der Körper bleibt. Besonders  Antibiotika, Beruhigungsmittel und Antidepressiva wirken nachhaltig auf das Mikrobiom. Mehr dazu in unserem <a href="https://smartup-news.de/gesundheit/der-darm-vergisst-nicht-medikamente-veraendern-unser-mikrobiom/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Artikel</a>.</p>



<p class="">Bild: © <a href="https://www.pexels.com/de-de/foto/meer-frauen-stehen-leuchtturm-18088515/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Pexels</a></p>
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													<media:copyright>Anne Bajrica</media:copyright>
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				</item>
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		<title>Millionen schlucken Vitamin D – doch ihre Knochen profitieren kaum</title>
		<link>https://smartup-news.de/gesundheit/millionen-schlucken-vitamin-d-ihre-knochen-profitieren-kaum/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Anne Bajrica]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Jun 2026 08:50:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Alter]]></category>
		<category><![CDATA[Brüche]]></category>
		<category><![CDATA[Calcium]]></category>
		<category><![CDATA[Hüftfraktur]]></category>
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		<category><![CDATA[Smart Up News]]></category>
		<category><![CDATA[Stürze]]></category>
		<category><![CDATA[Vitamin D]]></category>
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					<description><![CDATA[Vitamin D gilt als Schutz für die Knochen. Eine BMJ-Analyse mit fast 154.000 Erwachsenen findet jedoch kaum Nutzen gegen Brüche.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="">Seit Jahren gelten Vitamin D und Calcium als einfaches Mittel für stabile Knochen im Alter. Doch eine große Auswertung mit fast 154.000 Erwachsenen dämpft diese Hoffnung deutlich: Für die meisten älteren Menschen schützen Vitamin D, Calcium oder die Kombination aus beiden kaum sinnvoll vor Knochenbrüchen und Stürzen.</p>



<p class="">Im Fachjournal <em>The BMJ</em> kommt das Team um den klinischen Pharmazeuten <a href="https://www.researchgate.net/profile/Olivier-Masse" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Olivier Massé</a> zu einem ernüchternden <a href="https://www.bmj.com/content/393/bmj-2025-088050" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Ergebnis</a>. Die Forscher werteten 69 randomisierte Studien aus. Beteiligt waren unter anderem die <a href="https://pharm.umontreal.ca/faculte/nouvelles/nouvelle/news/detail/News/vitamine-d-et-calcium-une-vaste-etude-remet-en-question-leur-role-dans-la-prevention-des-fractures" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Université de Montréal</a>, das CIUSSS du Nord-de-l’Île-de-Montréal und das McGill University Health Centre.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum Vitamin D die Knochen kaum schützt</h2>



<p class="">Bei Vitamin D allein war das Ergebnis besonders klar. In 36 Studien mit mehr als 92.000 Teilnehmern lag das relative Risiko für irgendeinen Knochenbruch bei 1,00. Praktisch bedeutet das: Zwischen der Vitamin-D-Gruppe und der Vergleichsgruppe gab es keinen messbaren Unterschied. Auch bei Hüftbrüchen, Wirbelbrüchen, anderen Knochenbrüchen und Stürzen fanden die Forscher wenig bis keinen Nutzen.</p>



<p class="">Das ist relevant, weil gerade Hüftbrüche im Alter schwere Folgen haben können. Sie bedeuten oft Schmerzen, Operationen, Reha und den Verlust von Selbstständigkeit. Fast jeder dritte Mensch ab 65 Jahren stürzt laut der Arbeit mindestens einmal pro Jahr. Viele Stürze bleiben folgenlos. Manche verändern jedoch das ganze Leben.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Stürze enden oft mit schweren Brüchen</h2>



<p class="">Auch Calcium allein überzeugte nicht. In 11 Studien mit 9067 Teilnehmern lag das relative Risiko für irgendeinen Knochenbruch bei 0,91. Die Forscher bewerten die Sicherheit dieser Aussage als moderat. Für Hüftbrüche blieb die Datenlage deutlich unsicherer. Dort reichten die Ergebnisse nicht aus, um einen belastbaren Nutzen zu erkennen.</p>



<p class="">Etwas komplizierter wird es bei der Kombination aus Calcium und <a href="https://smartup-news.de/gesundheit/vitamin-d-beeinflusst-offenbar-demenz-marker-im-gehirn/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Vitamin D</a>. Hier fanden die Forscher zwar statistisch auffällige Effekte, doch die absoluten Unterschiede waren klein. Die Kombination ging mit 1 Prozent weniger Knochenbrüchen insgesamt einher. Bei Hüftbrüchen lag der Unterschied bei 0,3 Prozentpunkten. Bei nicht-wirbelbezogenen Brüchen waren es 1,6 Prozentpunkte.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Calcium und Vitamin D bringen nur kleine Effekte</h2>



<p class="">Die absoluten Unterschiede blieben klein. Bei Knochenbrüchen insgesamt lag der Vorteil der Kombination wie gesagt bei einem Prozentpunkt. Rechnerisch müssten also 100 Menschen Calcium und Vitamin D einnehmen, um einen Knochenbruch zu verhindern. Bei Hüftbrüchen fiel der Abstand noch geringer aus: Dort lag der Vorteil bei 0,3 Prozentpunkten, also bei einem verhinderten Bruch auf 333 Menschen. Deshalb bewerten die Autoren den Nutzen als statistisch sichtbar, aber klinisch kaum bedeutsam.</p>



<p class="">„Diese Ergebnisse sprechen nicht für eine routinemäßige Supplementierung mit Calcium oder Vitamin D oder einer Kombination aus beiden, um Knochenbrüche und Stürze zu verhindern“, heißt es in der Auswertung. Damit geraten auch allgemeine Empfehlungen zu Calcium und Vitamin D ins Wanken. Ärzte, Leitliniengremien und Aufsichtsbehörden sollten sie nach Ansicht der Autoren „im Licht der aktuellen Evidenz neu bewerten“.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Vitamin D schützt die Knochen nicht automatisch vor Brüchen</strong></h2>



<p class="">Die Auswertung gilt nicht automatisch für alle Menschen. Ausgenommen waren Teilnehmer, die Medikamente gegen Osteoporose erhielten. Auch Menschen mit bestimmten Knochenerkrankungen oder langfristiger Kortisontherapie lassen sich damit nicht einfach gleichsetzen. In solchen Fällen kann eine ärztlich begründete Gabe weiterhin sinnvoll sein.</p>



<p class="">Wichtig ist auch: Viele Studien untersuchten Menschen, die zu Hause lebten und nicht zu den stärksten Risikogruppen gehörten. Nur ein Teil der Arbeiten bezog Menschen mit besonders hohem Risiko ein. Dazu zählen etwa sehr alte Personen, Menschen in Pflegeeinrichtungen, Personen mit früheren Brüchen oder ausgeprägtem Vitamin-D-Mangel.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Für Risikopatienten bleibt die Lage komplizierter</h2>



<p class="">Alter, Geschlecht, frühere Stürze, frühere Brüche oder die Calciumaufnahme über die Ernährung änderten das Ergebnis kaum. Auch unterschiedliche Vitamin-D-Spiegel lieferten keinen belastbaren Hinweis darauf, dass die Präparate zuverlässig vor Brüchen oder Stürzen schützen.</p>



<p class="">Für ältere Menschen zählt deshalb vor allem, was im Alltag wirklich Stürze verhindert. In einem begleitenden <a href="https://www.bmj.com/content/393/bmj.s913" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Editorial</a> nennen Experten Gleichgewichtstraining, <a href="https://smartup-news.de/gesundheit/was-muskeln-ueber-kognitive-faehigkeiten-verraten/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Krafttraining</a> und individuell angepasste Programme zur Sturzprävention. Solche Programme nehmen mehrere Risiken in den Blick: Stolperfallen in der Wohnung, Medikamente, <a href="https://smartup-news.de/gesundheit/studie-warnt-sterblichkeit-steigt-bei-sehschwaeche-deutlich/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Sehprobleme</a>, Muskelschwäche und unsichere Bewegungsabläufe.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Bewegung schützt oft verlässlicher als Tabletten</h2>



<p class="">Viele nehmen Vitamin D für die <a href="https://smartup-news.de/gesundheit/nebenwirkung-von-eiseninfusion-knochen-anfaelliger-fuer-brueche/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Knochen</a>, weil es einfach ist. Eine Tablette braucht keine Zeit, keine Übung, keine Umstellung. Bewegung fordert mehr – bringt beim Schutz vor Stürzen aber oft den größeren Nutzen.</p>



<p class="">Besonders hilfreich sind Übungen, die Kraft und Gleichgewicht trainieren. Dazu zählen gezieltes Muskeltraining, Balanceübungen und Programme, die auf das persönliche Sturzrisiko abgestimmt sind. So entsteht Schutz dort, wo Stürze oft beginnen: bei unsicheren Schritten, schwacher Muskulatur und fehlender Stabilität.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kurz zusammengefasst:</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li class="">Vitamin D gilt vielen als einfacher Schutz für die Knochen, doch eine BMJ-Analyse mit fast 154.000 Erwachsenen fand kaum Nutzen gegen Brüche und Stürze.</li>



<li class="">Auch Calcium allein überzeugte nicht; die Kombination aus Calcium und Vitamin D brachte nur kleine Effekte, die für die meisten untersuchten Erwachsenen klinisch kaum bedeutsam waren.</li>



<li class="">Verlässlicher erscheint gezielte Bewegung: Kraft- und Gleichgewichtstraining können Stürze dort verhindern, wo sie oft beginnen – bei unsicheren Schritten und fehlender Stabilität.</li>
</ul>



<p class=""><strong>Übrigens:</strong> Während eine neue BMJ-Analyse den Nutzen von Vitamin D gegen Knochenbrüche dämpft, sehen andere Forscher mögliche Effekte auf Alterung und Gesundheit. Entscheidend ist dabei offenbar nicht die bloße Einnahme, sondern Dosis, Regelmäßigkeit und der richtige Vitamin-D-Spiegel. Mehr dazu in unserem <a href="https://smartup-news.de/gesundheit/vitamin-d-richtig-einnehmen-studie-enthuellt-effekt-auf-alterung/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Artikel</a>.</p>



<p class="">Bild: © <a href="https://www.magnific.com/free-photo/dietary-supplements-healthy-lifestyle-young-woman-taking-vitamin-c-d-omega-with-glass-water-s_59579574.htm" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Magnific</a></p>
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					<![CDATA[VitaminD]]>
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									<media:description type="plain"><![CDATA[Die Einnahme von Vitamin D soll die Knochen stärken. Eine große BMJ-Analyse findet jedoch kaum Hinweise auf weniger Brüche oder Stürze. ]]></media:description>
													<media:copyright>Anne Bajrica</media:copyright>
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		<item>
		<title>Wenn Sie sich älter fühlen, als Sie sind: Forscher finden Hinweis im Schlaf</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Evelyn Pohl]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 06 Jun 2026 10:09:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Alter]]></category>
		<category><![CDATA[Altersdiskrepanz]]></category>
		<category><![CDATA[gefühltes Alter]]></category>
		<category><![CDATA[Insomnie]]></category>
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		<category><![CDATA[Schlafprobleme]]></category>
		<category><![CDATA[Schlafqualität]]></category>
		<category><![CDATA[Smart Up News]]></category>
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					<description><![CDATA[Wer sich älter fühlt, als er ist, berichtet häufiger von schlechtem Schlaf und Beschwerden, die weit über Müdigkeit hinausgehen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="">Der Wecker klingelt, aber der Tag fühlt sich schon verbraucht an. Obwohl genug Stunden im Bett zusammengekommen sind, kommt der Körper nicht in Gang. Die Augen brennen, der Kopf bleibt schwer, jede kleine Aufgabe kostet Überwindung. Viele Menschen kennen solche Morgen: Man ist nicht krank, nicht alt – und fühlt sich trotzdem deutlich älter als gestern. Eine neue <a href="https://academic.oup.com/sleep/article/49/Supplement_1/A380/8674465?login=false" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Untersuchung</a> der American Academy of Sleep Medicine legt nun nahe, dass schlechter Schlaf eng damit zusammenhängt, wie alt sich Menschen fühlen.</p>



<p class="">Erwachsene, die sich älter fühlen als ihr Geburtsdatum, berichten in der Untersuchung häufiger von schlechtem Schlaf. Sie schlafen unregelmäßiger, haben öfter Probleme beim Ein- oder Durchschlafen und fühlen sich tagsüber stärker ausgebremst. Die Ergebnisse werden am 17. Juni auf der Fachkonferenz <a href="https://www.sleepmeeting.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">SLEEP 2026</a> in Baltimore vorgestellt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Gefühltes Alter und schlechter Schlaf hängen zusammen</h2>



<p class="">Die Studie befasst sich mit der sogenannten Altersdiskrepanz. Damit beschreiben Forscher den Unterschied zwischen dem tatsächlichen Alter und dem Alter, das ein Mensch innerlich empfindet. Manche fühlen sich jünger, andere deutlich älter. Diese Selbsteinschätzung kann mit Gesundheit, Stimmung, Belastung und Alltagserleben zusammenhängen.</p>



<p class="">Für die Untersuchung wertete das Team Angaben von 3177 Erwachsenen aus. Das Durchschnittsalter lag bei 42,8 Jahren. 49 Prozent der Befragten waren Frauen. Alle Teilnehmer beantworteten online Fragen zu ihrem Schlaf, ihrem Wohlbefinden und ihrer Gesundheit. Auch Depressionen und Ängste flossen in die Auswertung ein.</p>



<p class="">Erfasst wurden unter anderem:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="">Beschwerden beim Ein- oder Durchschlafen</li>



<li class="">Regelmäßigkeit der Schlafzeiten</li>



<li class="">Einschränkungen am Tag durch Müdigkeit oder Erschöpfung</li>



<li class="">subjektiv eingeschätzte körperliche Gesundheit</li>



<li class="">psychische Belastungen wie Depressionen und Ängste</li>
</ul>



<p class="">Die Ergebnisse zeigen: Je stärker sich Menschen älter fühlten als sie waren, desto schlechter fielen mehrere Schlafwerte aus. Dazu zählten Insomnie-Symptome, ein weniger stabiler Rhythmus und größere Probleme während des Tages.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Schlaf beeinflusst mehr als nur die Nacht</h2>



<p class="">Schlafprobleme machen sich nicht erst im Bett bemerkbar. Sie reichen oft in den nächsten Tag hinein. Konzentration, Stimmung, Belastbarkeit und körperliches Wohlbefinden können darunter leiden. Guter Schlaf hängt deshalb nicht nur davon ab, wie viele Stunden jemand im Bett verbringt.</p>



<p class="">Die American Academy of Sleep Medicine nennt mehrere Bestandteile guter <a href="https://smartup-news.de/gesundheit/schlafqualitaet-im-alter-entscheidet-ueber-tagesform-nicht-dauer/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Schlafgesundheit</a>: Dazu gehören ausreichende Dauer, gute Qualität, ein passender Zeitpunkt, ein regelmäßiger Rhythmus und möglichst wenige Störungen. Bei einer Insomnie fällt das Einschlafen oder Durchschlafen schwer. Manche Betroffene wachen sehr früh auf und finden nicht mehr zurück in den Schlaf.</p>



<p class=""><a href="https://www.thensf.org/joseph-dzierzewski/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Joseph M. Dzierzewski</a>, klinischer Psychologe und Senior Vice President of Research and Scientific Affairs bei der National Sleep Foundation, fasst den Befund so zusammen: „Erwachsene, die sich älter fühlten als sie tatsächlich waren, berichteten durchgehend von schlechteren Schlafwerten, darunter mehr Insomnie-Symptome, weniger regelmäßiger Schlaf und stärkere Beeinträchtigungen am Tag.“</p>



<p class="">Nach Angaben der Forscher blieb dieses Muster auch dann bestehen, als sie tatsächliches Alter, Geschlecht, Herkunft, <a href="https://smartup-news.de/wissen/kontaktlinse-lindert-depressionen-bei-maeusen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Depressionen</a> und Angst in die Berechnung einbezogen. Das macht den Befund besonders interessant. Die Alterswahrnehmung hing also nicht nur deshalb mit dem Schlaf zusammen, weil ältere oder psychisch stärker belastete Menschen schlechter schlafen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Studie findet eine Verbindung, aber keine Ursache</h2>



<p class="">Offen bleibt, in welche Richtung der Befund wirkt. Möglicherweise lässt schlechter Schlaf den Körper schneller erschöpft erscheinen. Wer nachts nicht richtig zur Ruhe kommt, erlebt den nächsten Tag oft schwerer. Dann kann auch das eigene Alter höher wirken, als es tatsächlich ist.</p>



<p class="">Es ist aber auch denkbar, dass Menschen mit einem höheren gefühlten Alter ihren Schlaf und ihre Gesundheit kritischer bewerten. Körperliche Beschwerden, Stress oder anhaltende Erschöpfung könnten beides zugleich verstärken. Die Studie zeigt deshalb keinen einfachen Auslöser, sondern eine statistische Verbindung.</p>



<p class="">Auffällig war auch der Blick auf die körperliche Gesundheit. Teilnehmer mit höherem subjektivem Alter bewerteten ihre Verfassung im Schnitt schlechter. Diese Einschätzung hing besonders mit drei Schlafbereichen zusammen: Insomnie-Beschwerden, schwankende Schlafzeiten und Einschränkungen am Tag.</p>



<p class="">Damit rückt die Schlafregelmäßigkeit stärker in den Blick. Erholung entsteht nicht nur durch lange Nächte. Auch ein stabiler Rhythmus kann wichtig sein. Wer sehr unterschiedlich schläft, bringt die innere Uhr leichter aus dem Takt. Das kann die Qualität der Erholung mindern.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Gefühltes Alter könnte Ärzten zusätzliche Hinweise geben</h2>



<p class="">In der Schlafmedizin geht es meist um konkrete Beschwerden. Ärzte fragen nach Einschlafzeit, nächtlichem Erwachen, Medikamenten, Vorerkrankungen, Stress oder Tagesmüdigkeit. Die neue Studie legt nahe, dass auch die Frage nach dem gefühlten Alter nützlich sein könnte.</p>



<p class="">Diese Selbsteinschätzung ersetzt keine Diagnose. Sie kann aber zeigen, wie belastet sich ein Mensch erlebt. Wer sich deutlich älter fühlt, trägt möglicherweise körperliche oder seelische Erschöpfung mit sich, die sich auch im Schlaf niederschlägt.</p>



<p class="">„Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Art und Weise, wie Menschen ihr eigenes Altern wahrnehmen, wichtige Auswirkungen auf den Schlaf und das allgemeine Wohlbefinden haben kann“, so Dzierzewski. Ein besseres Verständnis des subjektiven Alters könne helfen, neue Ansätze für gesünderen Schlaf und mehr Lebensqualität über die gesamte Lebensspanne zu entwickeln.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kurz zusammengefasst:</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li class="">Eine Studie mit 3177 Erwachsenen zeigt: Menschen, die sich älter fühlen, als sie tatsächlich sind, berichten häufiger von schlechtem Schlaf, unregelmäßigen Schlafzeiten und daraus folgenden Problemen am Tag.</li>



<li class="">Der Zusammenhang blieb auch bestehen, als die Forscher chronologisches Alter, Geschlecht, Depressionen und Ängste in das Ergebnis einrechneten. Dies macht das gefühlte Alter zu einem möglichen Warnsignal.</li>



<li class="">Die Studie findet keine Ursache, macht aber deutlich: Die Schlafqualität hängt nicht nur von der Anzahl der geschlafenen Stunden ab, sondern auch von Regelmäßigkeit, dem Erholungseffekt und dem eigenen Gesundheitsempfinden.</li>
</ul>



<p class=""><strong>Übrigens:</strong> Nicht nur das eigene gefühlte Alter hängt mit schlechtem Schlaf zusammen, auch wer regelmäßig zu unterschiedlichen Zeiten schlafen geht, lebt laut einer finnischen Langzeitstudie riskanter fürs Herz. Besonders bei kurzer Nachtruhe zeigte sich ein auffälliger Zusammenhang mit Herzinfarkt, Schlaganfall und Herzschwäche. Mehr dazu in unserem <a href="https://smartup-news.de/gesundheit/unregelmaessiger-schlaf-belastet-das-herz-bei-kurzen-naechten/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Artikel</a>.</p>



<p class="">Bild: © <a href="https://unsplash.com/de/fotos/frau-bedeckt-ihr-gesicht-mit-einer-decke-smuS_jUZa9I" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Unsplash</a></p>
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													<media:copyright>Anne Bajrica</media:copyright>
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		<item>
		<title>Demenzrisiko mit 20? Studie nennt wichtige Warnzeichen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Anne Bajrica]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Jun 2026 11:48:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Alter]]></category>
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		<category><![CDATA[mentale Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Nako Gesundheitsstudie]]></category>
		<category><![CDATA[Rauchen]]></category>
		<category><![CDATA[Smart Up News]]></category>
		<category><![CDATA[Universität Leipzig]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Demenzrisiko hängt schon bei jungen Erwachsenen mit Lebensstil, Psyche und sozialer Lage zusammen. Das zeigt eine neue Studie.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="">Lebensstil, psychische Gesundheit und soziale Lage können schon in jungen Jahren Spuren im Gehirn hinterlassen. Darauf deuten neue Daten aus Deutschland hin, die im Fachjournal <em><a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/42151737/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Alzheimer’s &amp; Dementia</a></em> veröffentlicht wurden. Ein etablierter Demenzrisiko-Index hing bereits bei jungen Erwachsenen zwischen 20 und 39 Jahren mit Unterschieden in der geistigen Leistungsfähigkeit zusammen. Bisher galt dieser Index vor allem als Werkzeug für die Risikoabschätzung ab der Lebensmitte.</p>



<p class="">Für die Untersuchung werteten Forscher der <a href="https://www.uni-leipzig.de/newsdetail/artikel/studie-zeigt-lebensstil-beeinflusst-geistige-leistungsfaehigkeit-bereits-ab-dem-20-lebensjahr-2026-06-02" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Universität Leipzig</a> Angaben aus der Nako-Gesundheitsstudie aus. Daran nahmen 149.948 Menschen zwischen 20 und 75 Jahren teil. Das Team nutzte den Lifestyle for Brain Health Index, kurz Libra. Dieser Wert bündelt veränderbare Risikofaktoren für Demenz. Dazu zählen Rauchen, Bewegungsmangel, depressive Symptome, Bluthochdruck, Herzkrankheiten und erhöhte Cholesterinwerte. Gerade bei jüngeren Erwachsenen fielen Rauchen, wenig Bewegung und depressive Symptome stärker ins Gewicht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Demenzrisiko zeigt sich bei Jüngeren anders</h2>



<p class="">Der auffälligste Befund betrifft junge Erwachsene. Bei den 20- bis 39-Jährigen traten vor allem verhaltensbezogene und psychosoziale Risikofaktoren häufiger auf. Dazu gehörten Rauchen, zu wenig körperliche Aktivität und depressive Symptome. In dieser Altersgruppe denkt kaum jemand an Demenz. Die Leipziger Daten legen jedoch nahe, dass sich Risikoprofile bereits in dieser Phase mit Unterschieden bei der geistigen Leistungsfähigkeit verbinden.</p>



<p class="">Bei älteren Teilnehmern sah das Muster anders aus. Dort überwogen eher Herz-Kreislauf-Risiken. Dazu gehörten Bluthochdruck, koronare Herzerkrankung und erhöhte Cholesterinwerte. Das Demenzrisiko hat also je nach Alter andere Treiber. In jungen Jahren hängen Belastungen stärker mit Verhalten und psychischer Gesundheit zusammen. Später gewinnen medizinische Faktoren rund um Herz und Gefäße an Bedeutung.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was dem Gehirn in jungen Jahren schaden kann</h2>



<p class="">Für die Auswertung berechneten die Wissenschaftler für jede Person einen Libra-Wert. Ein höherer Wert steht für ein ungünstigeres Risikoprofil. Anschließend verglichen sie diesen Wert mit der kognitiven Leistung. Über alle Altersgruppen hinweg schnitten Menschen mit höheren Libra-Werten schlechter bei geistigen Tests ab. Die Untersuchung liefert damit keinen Demenztest für einzelne Personen. Sie beschreibt aber einen Zusammenhang, der für Vorsorge und Alltag relevant ist.</p>



<p class="">Vor allem macht sie deutlich, dass sich die Risiken im Laufe des Lebens verändern. Bei Jüngeren fallen eher Verhalten und psychische Gesundheit ins Gewicht. Bei Älteren kommen häufiger Erkrankungen von Herz und Gefäßen hinzu. Deshalb greift Prävention zu kurz, wenn sie erst in der Lebensmitte beginnt. </p>



<p class="">„Es wird deutlich, dass sich die Art der Risikofaktoren für Demenz über die Lebensspanne verändert. Die Risikoreduktion sollte nicht erst mit 40 oder 60 Jahren beginnen, sondern schon im jungen Erwachsenenalter ansetzen“, sagt Professorin <a href="https://www.uniklinikum-leipzig.de/einrichtungen/isap/unser-institut/mitarbeiter/riedel-heller" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Steffi G. Riedel-Heller</a>. Sie leitet das Institut für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health in Leipzig. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Demenzrisiko hängt auch mit sozialer Lage zusammen</h2>



<p class="">Die Leipziger Forscher fanden nicht nur Unterschiede zwischen Altersgruppen. Auch soziale Faktoren spielten eine Rolle. Menschen mit niedrigerem sozioökonomischem Status hatten im Durchschnitt ungünstigere Libra-Werte. Der Begriff beschreibt unter anderem <a href="https://smartup-news.de/gesellschaft/bildung-oder-alter-was-wirklich-zaehlt-beim-verstehen-von-geschichten/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bildung</a>, Einkommen und berufliche Situation. Solche Bedingungen beeinflussen oft, wie leicht Menschen gesunde Ernährung, Sportangebote, medizinische Vorsorge oder psychische Hilfe erreichen.</p>



<p class="">Auch zwischen Männern und Frauen zeigten sich Unterschiede. Männer erreichten im Durchschnitt höhere Libra-Werte. Bei ihnen kamen also häufiger mehrere veränderbare Demenzrisiken zusammen. Dazu zählen etwa Rauchen, Bewegungsmangel, Bluthochdruck oder erhöhte Cholesterinwerte.</p>



<p class="">Bei Frauen fiel dagegen ein anderes Muster auf. Besonders Frauen mit niedrigerem sozioökonomischem Status schnitten bei hohen Libra-Werten schwächer in den geistigen Tests ab. Vereinfacht gesagt: Wenn ungünstige Lebensbedingungen und mehrere Gesundheitsrisiken zusammenkamen, zeigte sich bei ihnen ein besonders klarer Zusammenhang mit der geistigen Leistungsfähigkeit. Das betrifft etwa Frauen mit geringerer Bildung, weniger Einkommen oder belastender beruflicher Situation.</p>



<p class="">Damit geht es nicht allein um persönliche Entscheidungen im Alltag. Ob Menschen rauchen, sich regelmäßig bewegen, psychische Hilfe bekommen oder Vorsorge nutzen, hängt auch von ihren Lebensbedingungen ab. Wer wenig Geld, weniger Bildung oder hohe Belastungen im Alltag hat, erreicht Gesundheitsangebote oft schwerer. „Unsere Ergebnisse zeigen deutlich, dass das Demenzrisiko nicht nur mit individuellen Faktoren zusammenhängt. Wenn wir soziale Ungleichheiten nicht stärker in den Blick nehmen, laufen wir als Gesellschaft Gefahr, dass die besonders gefährdeten Gruppen von wichtiger Risikoreduktion am wenigsten profitieren“, sagt <a href="https://www.uniklinikum-leipzig.de/einrichtungen/isap/Seiten/Felix-Wittmann.aspx" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Felix Wittmann</a> vom Institut für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Leipziger Daten erweitern den Blick aufs Demenzrisiko</h2>



<p class="">Die große Datengrundlage macht die Untersuchung für Deutschland besonders interessant. Knapp 150.000 Erwachsene aus der Nako-Gesundheitsstudie gingen in die Auswertung ein. Die Altersspanne von 20 bis 75 Jahren erlaubt einen Blick über viele Lebensphasen hinweg. Bislang war der Libra-Index vor allem bei Menschen ab 40 Jahren gut untersucht. Die Leipziger Daten erweitern diesen Blick deutlich. Der Index erfasste auch bei 20- bis 39-Jährigen relevante Muster. Höhere Risikowerte gingen in dieser Gruppe mit schwächerer kognitiver Leistung einher. Damit gewinnt die frühe Lebensphase für die Demenzvorsorge stärker an Bedeutung.</p>



<p class="">In <a href="https://smartup-news.de/wissen/was-eine-amoc-abschwaechung-fuer-deutschland-bedeuten-koennte/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Deutschland</a> leben derzeit rund 1,8 Millionen Menschen mit Demenz. Deshalb hat die Frage nach früher Vorsorge eine große gesellschaftliche Bedeutung. Allerdings bleibt eine wichtige Einschränkung: Die Daten belegen keinen direkten Ursache-Wirkung-Zusammenhang. Sie zeigen, dass höhere Risikowerte mit schlechterer kognitiver Leistung verbunden waren. Daraus folgt nicht, dass jeder Mensch mit solchen Faktoren später an Demenz erkrankt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Frühe Vorsorge stärkt die Gehirngesundheit</h2>



<p class="">Für den Alltag bleibt der Befund dennoch wichtig. Hirngesundheit hängt nicht nur an Gedächtnistraining oder medizinischen Kontrollen im Alter. Bewegung, Rauchstopp, stabile psychische Gesundheit und gute Herz-Kreislauf-Werte gehören früher dazu. „Wenn wir Lebensstilfaktoren wie Bewegung, Ernährung oder psychische Gesundheit früh in den Blick nehmen, können wir vermutlich viel für die Gehirngesundheit im Alter tun“, sagt Riedel-Heller.</p>



<p class="">Die Autoren fassen den Befund nüchtern zusammen: „Demenzrisikofaktoren waren häufig und bereits bei jüngeren Erwachsenen mit schlechterer Kognition verbunden.“ Die Daten reichen also klar über Altersmedizin hinaus. Viele Belastungen entstehen lange bevor Demenz im Alltag überhaupt als Gefahr wahrgenommen wird. Deshalb lohnt sich ein früherer Blick auf das, was dem Gehirn schadet.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kurz zusammengefasst:</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li class="">Das Demenzrisiko hängt laut Leipziger Studie schon bei jungen Erwachsenen mit Lebensstil, Psyche und geistiger Leistungsfähigkeit zusammen.</li>



<li class="">In jungen Jahren zählen vor allem Rauchen, Bewegungsmangel und depressive Symptome, später stärker Bluthochdruck, Herzkrankheiten und erhöhte Cholesterinwerte.</li>



<li class="">Die Daten zeigen auch soziale Unterschiede: Menschen mit niedrigerem sozioökonomischem Status hatten häufiger ungünstige Risikowerte.</li>
</ul>



<p class=""><strong>Übrigens:</strong> Demenzrisiken können offenbar nicht nur durch Lebensstil und Herzgesundheit beeinflusst werden, sondern auch durch gezieltes Training bestimmter geistiger Fähigkeiten. Eine Langzeitstudie zeigt, dass ein kurzes Computertraining zur Verarbeitungsgeschwindigkeit noch nach 20 Jahren mit weniger Demenzdiagnosen verbunden war. Mehr dazu in unserem <a href="https://smartup-news.de/gesundheit/5-wochen-gehirntraining-senken-demenz-risiko-noch-jahre-spaeter/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Artikel</a>.</p>



<p class="">Bild: © <a href="https://www.pexels.com/de-de/foto/37573785/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Pexels</a></p>
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									<media:description type="plain"><![CDATA[Das Demenzrisiko hängt schon bei jungen Erwachsenen mit Lebensstil, Psyche und sozialer Lage zusammen. Das zeigt eine neue Studie.]]></media:description>
													<media:copyright>Anne Bajrica</media:copyright>
							</media:content>
				</item>
		<item>
		<title>Vitamin-B12-Werte gelten als normal – doch im Gehirn beginnt schon der Abbau</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Anne Bajrica]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 May 2026 08:47:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Alter]]></category>
		<category><![CDATA[B12]]></category>
		<category><![CDATA[Blutwerte]]></category>
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		<category><![CDATA[Smart Up News]]></category>
		<category><![CDATA[Studie]]></category>
		<category><![CDATA[University of California]]></category>
		<category><![CDATA[Vitamin B12]]></category>
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		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[Eine neue Studie warnt: Selbst normale Vitamin-B12-Werte könnten im Alter mit Hirnveränderungen und langsamerem Denken zusammenhängen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Vergessene Namen, langsameres Denken oder längere Reaktionszeiten gelten oft als normale Begleiterscheinungen des Älterwerdens. Dahinter kann jedoch mehr stecken. Neue Daten aus den USA legen nahe, dass selbst Menschen mit offiziell normalen Vitamin-B12-Werten bereits Veränderungen im Gehirn entwickeln können. </p>



<p>Ein Forschungsteam der University of California San Francisco (<a href="https://www.ucsf.edu/news/2025/02/429491/healthy-vitamin-b12-levels-not-enough-ward-neuro-decline" target="_blank" rel="noreferrer noopener">UCSF</a>) untersuchte 231 gesunde ältere Erwachsene mit einem Durchschnittsalter von gut 71 Jahren. Niemand litt an Demenz oder leichten kognitiven Störungen. Trotzdem fanden sich messbare Unterschiede bei Denkgeschwindigkeit, Signalverarbeitung im Gehirn und der Struktur bestimmter Hirnregionen. Veröffentlicht wurde die <a href="https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/ana.27200" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Studie</a> im Fachjournal <em>Annals of Neurology</em>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum ein Vitamin-B12-Mangel lange unauffällig bleibt</h2>



<p>Vitamin B12 unterstützt die Bildung roter Blutkörperchen und schützt Nervenzellen. Der Stoff hilft außerdem dabei, die isolierende Schicht rund um Nervenbahnen zu erhalten. Ohne diese Schutzschicht laufen Signale langsamer durch das <a href="https://smartup-news.de/wissen/in-millisekunden-so-entscheidet-das-gehirn-was-wir-wann-sehen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Gehirn</a>.</p>



<p>In vielen Laboren gilt ein Wert unter 148 pmol/L als Mangel. Die Teilnehmer der Studie lagen im Durchschnitt jedoch bei rund 415 pmol/L und damit weit darüber. Trotzdem zeigten Menschen mit niedrigeren Werten der biologisch aktiven B12-Form häufiger Auffälligkeiten.</p>



<p>„Frühere Studien, die gesunde Mengen an B12 definiert haben, könnten subtile funktionelle Erscheinungen hoher oder niedriger Werte übersehen haben“, sagt <a href="https://profiles.ucsf.edu/ari.green" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Ari J. Green</a> von der UCSF.</p>



<p>Demnach könnten normale Vitamin-B12-Werte der Studie zufolge dennoch zu niedrig für eine optimale Gehirngesundheit älterer Menschen sein. Auffällig war vor allem die sogenannte Holo-Transcobalamin-Form. Sie beschreibt den Anteil des Vitamins, den die Zellen tatsächlich nutzen können.</p>



<p>Die Wissenschaftler beobachteten unter anderem langsamere Reaktionen auf visuelle Reize. Auch die Verarbeitungsgeschwindigkeit sank. Dieser Zusammenhang verstärkte sich mit zunehmendem Alter.</p>



<h2 class="wp-block-heading">MRT-Bilder zeigen Schäden in empfindlichen Hirnregionen</h2>



<p>Besonders deutlich wurden die Unterschiede bei den MRT-Aufnahmen. Menschen mit niedrigerem aktivem Vitamin B12 hatten häufiger sogenannte White-Matter-Hyperintensitäten. Dahinter verbergen sich kleine Veränderungen in der weißen Hirnsubstanz. Diese Bereiche verbinden unterschiedliche Hirnregionen miteinander. Schäden dort stehen seit Jahren mit Gedächtnisproblemen, Schlaganfällen und Demenz in Verbindung.</p>



<p>Die Forscher fanden Hinweise auf veränderte Hirnfunktionen schon bei Werten unter etwa 408 pmol/L. Nach heutigen Maßstäben gelten solche Werte noch als normal. „Diese niedrigeren Werte könnten die Kognition stärker beeinflussen, als wir bisher dachten, und einen viel größeren Teil der Bevölkerung betreffen, als uns bewusst ist“, sagt Studienautorin <a href="https://www.researchgate.net/profile/Alexandra-Beaudry-Richard" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Alexandra Beaudry-Richard</a>.</p>



<p>Für die Untersuchung nutzte das Team mehrere Verfahren:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>MRT-Aufnahmen des Gehirns</li>



<li>Reaktions- und Verarbeitungstests</li>



<li>Messungen elektrischer Nervensignale</li>



<li>Blutanalysen verschiedener B12-Formen</li>
</ul>



<p>Die langsameren Nervensignale deuteten auf Probleme bei der Weiterleitung von Informationen hin. Betroffen waren offenbar besonders jene Nervenbahnen, die für schnelle Kommunikation im Gehirn wichtig sind.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Symptome von Vitamin-B12-Mangel nehmen im Alter offenbar zu</h2>



<p>Mit den Jahren verändert sich die Aufnahme von Vitamin B12 im Körper. Der Magen produziert weniger Magensäure. Manche Medikamente erschweren zusätzlich die Aufnahme des Vitamins. Dazu gehören unter anderem bestimmte Mittel gegen Sodbrennen oder Diabetes.</p>



<p>Auch Menschen mit vegetarischer oder veganer Ernährung tragen ein höheres Risiko für niedrige B12-Werte. Das Vitamin steckt fast ausschließlich in tierischen Lebensmitteln wie Fleisch, Fisch, Milchprodukten oder Eiern.</p>



<p>Die Studie beschreibt deshalb eine Art Graubereich zwischen ausreichender Versorgung und echtem Mangel. Viele Menschen könnten sich bereits dort bewegen, ohne dass klassische Blutwerte auffallen.</p>



<p>Hinweise auf einen möglichen Vitamin-B12-Mangel können sein:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Konzentrationsprobleme</li>



<li>verlangsamtes Denken</li>



<li>Kribbeln in Händen oder Füßen</li>



<li>Unsicherheit beim Gehen</li>



<li>schnelle geistige Erschöpfung</li>
</ul>



<p>Wer solche Beschwerden bemerkt, hat deshalb nicht automatisch einen Vitamin-B12-Mangel. Auch andere Erkrankungen können ähnliche Symptome auslösen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum der Gesamtwert im Blut offenbar nicht ausreicht</h2>



<p>Ein weiterer Befund der Arbeit: Sehr hohe Werte einer biologisch inaktiven B12-Form standen mit bestimmten Eiweißstoffen im Blut in Verbindung. Dazu gehörte das sogenannte Tau-<a href="https://smartup-news.de/gesundheit/protein-im-uebermass-diese-folgen-hat-zu-viel-eiweiss-fuer-den-koerper/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Protein</a>, das häufig bei neurodegenerativen Erkrankungen untersucht wird.</p>



<p>Die Forscher betonen allerdings, dass daraus keine direkte Gefahr durch hohe Vitamin-B12-Werte abgeleitet werden kann. Noch fehlen Antworten darauf, warum dieser Zusammenhang auftrat.</p>



<p>„Unsere Ergebnisse stellen das bisherige Verständnis optimaler Vitamin-B12-Werte infrage“, heißt es in der Studie. Die Autoren sprechen sich deshalb für eine neue Diskussion über Grenzwerte aus.</p>



<p>Dabei geht es nicht nur um klassische Mangelerkrankungen wie Blutarmut. Im Gehirn könnten Veränderungen bereits deutlich früher beginnen. Dort sehen die Wissenschaftler ein Problem der heutigen Diagnostik.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ärzte diskutieren neue Grenzwerte für Vitamin B12</h2>



<p>In Arztpraxen richtet sich der Blick bislang häufig auf den Gesamtwert des Vitamins im Blut. Die neue Untersuchung deutet jedoch darauf hin, dass die biologisch aktive Form deutlich aussagekräftiger sein könnte. „Ärzte sollten bei älteren Patienten mit neurologischen Symptomen eine Supplementierung erwägen, selbst wenn ihre Werte innerhalb des Normbereichs liegen“, sagt Beaudry-Richard.</p>



<p>Die Forscher verweisen in solchen Fällen auf ältere Untersuchungen, bei denen Menschen mit neurologischen Beschwerden trotz normaler Werte von einer B12-Therapie profitierten. Schon damals gab es Zweifel daran, ob die bisherigen Grenzwerte empfindlich genug sind.</p>



<p>„Eine Neubewertung gesunder B12-Werte könnte vor allem bei älteren Menschen frühere Eingriffe ermöglichen und kognitivem Abbau vorbeugen“, schreiben die Autoren.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kurz zusammengefasst:</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li>Selbst bei normalen Vitamin-B12-Werten zeigten ältere Menschen in der Studie häufiger langsameres Denken und Veränderungen im Gehirn.</li>



<li>Besonders wichtig scheint die biologisch aktive Form von Vitamin B12 zu sein, weil sie direkt von den Nervenzellen genutzt wird.</li>



<li>Die Studie deutet darauf hin, dass heutige Bluttests frühe neurologische Probleme möglicherweise nicht zuverlässig genug erkennen.</li>
</ul>



<p><strong>Übrigens:</strong> Während Forscher bei Vitamin B12 vor möglichen Folgen trotz normaler Blutwerte warnen, bringt eine andere Studie chronische Schmerzen mit verstecktem Nährstoffmangel in Verbindung. Besonders häufig fehlten Vitamin D, Magnesium und Vitamin B12. Mehr dazu in unserem <a href="https://smartup-news.de/gesundheit/chronische-schmerzen-sind-oft-folge-von-naehrstoffmangel/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Artikel</a>.</p>



<p>Bild: © Smart Up News (KI-generiert)</p>
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					<![CDATA[B-12-Mangel]]>
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									<media:description type="plain"><![CDATA[Selbst bei offiziell normalen Vitamin-B12-Werten fanden Forscher Hinweise auf langsamere Nervensignale und Veränderungen in empfindlichen Hirnregionen. (Symbolbild, KI-generiert) © Smart Up News]]></media:description>
													<media:copyright>Anne Bajrica</media:copyright>
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				</item>
		<item>
		<title>Demenzrisiko senken: Diese 3 Gewohnheiten im Alltag machen den Unterschied</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Eva Schmitt]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 12 Apr 2026 09:20:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Alter]]></category>
		<category><![CDATA[Alzheimer]]></category>
		<category><![CDATA[Bewegung]]></category>
		<category><![CDATA[Demenz]]></category>
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		<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Gehirngesundheit]]></category>
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		<category><![CDATA[Prävention]]></category>
		<category><![CDATA[Schlaf]]></category>
		<category><![CDATA[Sitzen]]></category>
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					<description><![CDATA[Wer sein Demenzrisiko senken möchte, profitiert von Bewegung. Schlafdauer und Sitzzeit beeinflussen das Risiko zusätzlich.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Kleine Gewohnheiten summieren sich über Jahre zu messbaren Effekten im Gehirn. Wie lange Menschen sitzen, wie regelmäßig sie sich bewegen und wie viel sie schlafen, hinterlässt Spuren lange vor den ersten Symptomen. Wer sein&nbsp;Demenzrisiko senken&nbsp;will, kann hier ansetzen.</p>



<p>Eine große Auswertung von 69 Langzeitstudien mit Millionen Teilnehmern liefert dazu konkrete Zahlen. Die Analyse unter Leitung von <a href="https://www.researchgate.net/scientific-contributions/Akinkunle-Oye-Somefun-2198668838" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Akinkunle Oye-Somefun</a> von der York University, veröffentlicht in <a href="https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0343621" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><em>PLOS One</em></a>, zeigt deutlich: Bewegung, Schlaf und Sitzzeit greifen eng ineinander.</p>



<h2 class="wp-block-heading">1. 150 Minuten Bewegung pro Woche senken das Demenzrisiko</h2>



<p>Am deutlichsten zeigt sich der Zusammenhang bei <a href="https://smartup-news.de/wissen/freude-macht-uns-schneller-dopamin-beschleunigt-bewegung/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bewegung</a>. In 49 Studien mit rund 2,85 Millionen Menschen entwickelte ein Teil der Teilnehmer im Verlauf eine Demenz. Wer sich regelmäßig bewegte, hatte im Schnitt ein um 25 Prozent geringeres Risiko. Als Richtwert gelten etwa 150 Minuten Bewegung pro Woche. Das entspricht zügigem Gehen, Radfahren oder Schwimmen. Entscheidend ist die Regelmäßigkeit.</p>



<p>Vorsichtig formuliert heißt das: „Regelmäßige körperliche Aktivität, weniger sitzende Zeit und eine passende Schlafdauer von sieben bis acht Stunden könnten mit einem geringeren Demenzrisiko verbunden sein.“</p>



<p>Bewegung beeinflusst den Körper auf mehreren Ebenen. Sie verbessert die Durchblutung und unterstützt wichtige Prozesse im Gehirn. Außerdem wirkt sie auf bekannte Risikofaktoren wie Entzündungen oder Stoffwechselprobleme. Schon kleine Veränderungen helfen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Bewegung fest einplanen</li>



<li>Wege öfter zu Fuß zurücklegen</li>



<li>Sitzzeiten unterbrechen</li>
</ul>



<p>Über Jahre entsteht so ein spürbarer Effekt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">2. Schlaf braucht die richtige Balance</h2>



<p>Auch beim Schlaf zeigte sich in 17 Studien mit mehr als 1,34 Millionen Teilnehmern: Am günstigsten sind sieben bis acht Stunden pro Nacht. Abweichungen davon gingen mit einem höheren Risiko einher:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Weniger als 7 Stunden: etwa 18 Prozent höheres Risiko</li>



<li>Mehr als 8 Stunden: etwa 28 Prozent höheres Risiko</li>
</ul>



<p>Zu kurzer <a href="https://smartup-news.de/gesundheit/gehirnalterung-signale-im-schlaf-deuten-frueh-auf-demenz-hin/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Schlaf</a> hängt oft mit Stress zusammen. Sehr langer Schlaf kann auf andere Probleme hindeuten, etwa auf Depressionen, chronische Erkrankungen, Schlafstörungen oder frühe Veränderungen im Gehirn. Für den Alltag zählt vor allem ein stabiler Rhythmus. Entscheidend ist nicht eine einzelne Nacht. Wichtig ist die Schlafdauer über viele Jahre hinweg.</p>



<h2 class="wp-block-heading">3. Langes Sitzen erhöht das Risiko stärker als gedacht</h2>



<p>Ein dritter Punkt fällt besonders auf: langes Sitzen. In drei großen Studien mit knapp 296.000 Teilnehmern zeigte sich: Wer täglich acht Stunden oder mehr sitzt, hat ein um 27 Prozent höheres Demenzrisiko.</p>



<p>Sitzen ist mehr als fehlende Bewegung. Auch aktive Menschen können betroffen sein, wenn sie lange sitzen. Büroarbeit, Autofahrten oder Bildschirmzeit summieren sich schnell. Doch Oye-Somefun erklärt: „Wir haben nur wenige Langzeitstudien gefunden, die den Zusammenhang zwischen Sitzverhalten und Demenz untersuchen.“ </p>



<p>Einfache Strategien helfen im Alltag dennoch:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Alle 30 bis 60 Minuten aufstehen</li>



<li>Telefonate im Stehen führen</li>



<li>kurze Wege nutzen</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Was die Daten bedeuten</h2>



<p>Die Ergebnisse stammen aus Beobachtungsstudien. Sie beschreiben Zusammenhänge, keine Ursachen. Viele Faktoren spielen eine Rolle, etwa Alter, Gesundheit oder Lebensstil. Dennoch entsteht ein klares Bild: Bewegung, Schlaf und Sitzzeiten wirken über Jahrzehnte auf den Körper und das Gehirn.</p>



<p>Weltweit leben rund 55 Millionen Menschen mit Demenz. Die Zahl dürfte in den kommenden Jahrzehnten deutlich steigen. Entsprechend wichtig sind alltägliche Gewohnheiten, die sich einfach umsetzen lassen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kurz zusammengefasst:</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li>Wer sein&nbsp;Demenzrisiko senken&nbsp;will, sollte vor allem auf drei Faktoren achten: regelmäßige Bewegung, ausreichend Schlaf und möglichst wenig langes Sitzen im Alltag.</li>



<li>Bewegung von etwa 150 Minuten pro Woche geht mit einem rund&nbsp;25 Prozent geringeren Risiko&nbsp;einher und wirkt über Jahre hinweg schützend.</li>



<li>Sowohl zu wenig als auch zu viel Schlaf sowie tägliches Sitzen über 8 Stunden erhöhen das Risiko deutlich und sollten bewusst begrenzt werden.</li>
</ul>



<p><strong>Übrigens:</strong> Während Bewegung, Schlaf und Sitzzeiten das Demenzrisiko beeinflussen, könnte ein Bluttest die Krankheit schon bis zu 25 Jahre vor ersten Symptomen erkennen. Ein bestimmtes Eiweiß im Blut zeigt frühe Veränderungen im Gehirn. Mehr dazu in unserem <a href="https://smartup-news.de/gesundheit/bluttest-erkennt-demenz-bei-frauen-bis-zu-25-jahre-frueher/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Artikel</a>.</p>



<p>Bild: © <a href="https://de.freepik.com/fotos-kostenlos/eine-junge-schoene-frau-die-frueh-am-morgen-im-bett-liegt_7759059.htm" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Freepik</a></p>
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					<![CDATA[Demenzrisiko senken]]>
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									<media:description type="plain"><![CDATA[Schlaf zählt zu den Gewohnheiten, die das Demenzrisiko erhöhen oder senken können: In großen Langzeitstudien wirkte eine Dauer von sieben bis acht Stunden am günstigsten. © Freepik]]></media:description>
													<media:copyright>Eva Schmitt</media:copyright>
							</media:content>
				</item>
		<item>
		<title>Neue Hoffnung im Alter: Forscher finden Schalter für stärkere Knochen</title>
		<link>https://smartup-news.de/gesundheit/rezeptor-entdeckt-er-macht-staerkere-knochen-im-alter-moeglich/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Anne Bajrica]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Apr 2026 08:59:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Alter]]></category>
		<category><![CDATA[Altern]]></category>
		<category><![CDATA[AP503]]></category>
		<category><![CDATA[Knochen]]></category>
		<category><![CDATA[Knochengesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Osteoblasten]]></category>
		<category><![CDATA[Osteoporose]]></category>
		<category><![CDATA[Uni Leipzig]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein Rezeptor steuert den Knochenaufbau. Neue Daten zeigen einen Ansatz für stabilere Knochen und Muskeln im Alter.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Mit zunehmendem Alter verändert sich der Körper leise, aber spürbar. Knochen verlieren an Stabilität, Brüche werden wahrscheinlicher, selbst bei kleinen Stürzen. Allein in Deutschland sind rund sechs Millionen Menschen von Osteoporose betroffen, viele bemerken die Krankheit erst spät. Umso wichtiger sind Ansätze, die nicht nur den Abbau bremsen, sondern den Aufbau gezielt stärken.</p>



<p>Eine aktuelle <a href="https://www.nature.com/articles/s41392-025-02291-y" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Studie</a> im Fachjournal <em>Signal Transduction and Targeted Therapy</em> beschreibt einen Rezeptor, der darüber mitentscheidet, wie gut sich Knochen erneuern. Das Team der <a href="https://www.uni-leipzig.de/newsdetail/artikel/forschung-fuer-staerkere-knochen-und-muskeln-im-alter-2025-07-03" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Universität Leipzig</a> sieht darin eine mögliche Grundlage für neue Behandlungen, die länger wirken und weniger Nebenwirkungen haben könnten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Rezeptor steuert Knochenaufbau überraschend direkt</h2>



<p>Im Inneren der Knochen arbeiten spezialisierte <a href="https://smartup-news.de/technologie/nanoroboter-formen-knochenzellen-durchbruch-aus-muenchen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Zellen</a>, die sogenannten Osteoblasten. Sie bauen neues Gewebe auf, lagern Mineralien ein und sorgen dafür, dass Knochen stabil bleiben. Diese Zellen haben Gegenspieler, die Osteoklasten. Sie bauen alte Substanz ab.</p>



<p>Der entscheidende Punkt: Beide Prozesse müssen im Gleichgewicht bleiben. Gerät dieses System aus der Balance, wird der Knochen porös.</p>



<p>An dieser Stelle greift der Rezeptor GPR133 ein. Wird er aktiviert, passiert zweierlei gleichzeitig:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Osteoblasten arbeiten aktiver und bilden mehr Knochenmasse</li>



<li>Osteoklasten werden gebremst und bauen weniger Substanz ab</li>
</ul>



<p>Das Ergebnis sind dichtere und belastbarere Knochenstrukturen.</p>



<p>„Mit dem Einsatz der Substanz AP503 konnte sowohl bei gesunden als auch bei osteoporotischen Mäusen die Knochenfestigkeit deutlich gesteigert werden“, sagt Studienleiterin <a href="https://www.uni-leipzig.de/personenprofil/mitarbeiter/prof-dr-ines-liebscher" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Prof. Dr. Ines Liebscher</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Mechanische Belastung aktiviert den Knochen gezielt</h2>



<p>Der Körper nutzt diesen Mechanismus im Alltag. Knochen reagieren auf Druck und Bewegung. Wird ein Knochen belastet, senden Zellen Signale aus, die den Aufbau fördern.</p>



<p>Die Leipziger Ergebnisse zeigen nun, wie dieser Effekt im Detail funktioniert. Der Rezeptor GPR133 reagiert auf mechanische Reize. Zudem benötigt er den Kontakt zu benachbarten Zellen. Erst das Zusammenspiel beider Faktoren löst die volle Wirkung aus.</p>



<p>Das erklärt, warum Bewegung eine so große Rolle spielt. Belastung wirkt direkt auf die Zellen. Sie aktiviert Prozesse, die den Knochen stärken.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="979" height="555" src="https://smartup-news.de/wp-content/uploads/smartup-news.de-neue-hoffnung-im-alter-forscher-finden-schalter-fuer-staerkere-knochen-osteoporose.jpg" alt="Wird der Rezeptor GPR133 im Knochen aktiviert, stärkt er den Aufbau durch Osteoblasten und bremst zugleich den Abbau durch Osteoklasten. © Biorender / Ines Liebscher" class="wp-image-54211" srcset="https://smartup-news.de/wp-content/uploads/smartup-news.de-neue-hoffnung-im-alter-forscher-finden-schalter-fuer-staerkere-knochen-osteoporose.jpg 979w, https://smartup-news.de/wp-content/uploads/smartup-news.de-neue-hoffnung-im-alter-forscher-finden-schalter-fuer-staerkere-knochen-osteoporose-300x170.jpg 300w, https://smartup-news.de/wp-content/uploads/smartup-news.de-neue-hoffnung-im-alter-forscher-finden-schalter-fuer-staerkere-knochen-osteoporose-768x435.jpg 768w" sizes="(max-width: 979px) 100vw, 979px" /><figcaption class="wp-element-caption">Wird der Rezeptor GPR133 im Knochen aktiviert, stärkt er den Aufbau durch Osteoblasten und bremst zugleich den Abbau durch Osteoklasten. © Biorender / Ines Liebscher</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Wirkstoff verstärkt natürlichen Effekt deutlich</h2>



<p>Neben der natürlichen Aktivierung gelang es, den Prozess gezielt anzustoßen. Dafür entwickelten die Forscher eine Substanz, die den Rezeptor direkt aktiviert.</p>



<p>Im Tiermodell erhielten Mäuse über mehrere Wochen täglich den Wirkstoff AP503. Danach waren ihre Knochen messbar stabiler.</p>



<p>Die wichtigsten Effekte im Überblick:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>höhere Knochenmasse und bessere Struktur</li>



<li>mehr aktive Knochenzellen</li>



<li>geringerer Abbau durch Osteoklasten</li>



<li>höhere Belastbarkeit in mechanischen Tests</li>
</ul>



<p>Besonders wichtig: Der Effekt trat sowohl bei gesunden als auch bei bereits geschwächten Knochen auf.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Stärkere Knochen im Alter rücken näher in den Bereich des Machbaren</h2>



<p>Die Ergebnisse sind vor allem für ältere Menschen relevant. Mit zunehmendem Alter nimmt die Knochenmasse ab. Bei Frauen nach den Wechseljahren beschleunigt sich dieser Prozess deutlich.</p>



<p>Hier könnte der neue Ansatz helfen. Der Rezeptor wirkt wie ein biologischer Schalter. Wird er aktiviert, verschiebt sich das Gleichgewicht zugunsten des Aufbaus.</p>



<p>Die Forscher sehen darin eine Chance, Knochen gezielt zu stärken. „Die nun gezeigte, parallele Stärkung der Knochen beweist einmal mehr das große Potential für alternde Menschen“, sagt Erstautorin <a href="https://www.uni-leipzig.de/personenprofil/mitarbeiter/dr-juliane-lehmann" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Dr. Juliane Lehmann</a>.</p>



<p>Interessant ist ein weiterer Aspekt: Frühere Untersuchungen deuten darauf hin, dass auch die Muskulatur von der Aktivierung profitiert. <a href="https://smartup-news.de/gesundheit/diabetes-verursacht-nervenschaeden-und-schwaecht-die-knochen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Knochen </a>und Muskeln sind eng miteinander verbunden. Wird eines gestärkt, wirkt sich das oft auch auf das andere aus.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Bewegung und Signalweg wirken gemeinsam besonders stark</h2>



<p>Ein Detail aus der Studie fällt besonders ins Gewicht. Bewegung allein verbessert bereits die Knochenstruktur. Der Wirkstoff verstärkt diesen Effekt zusätzlich.</p>



<p>In Kombination zeigte sich:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>mehr Knochenvolumen als bei Bewegung allein</li>



<li>stabilere innere Struktur</li>



<li>bessere Widerstandskraft gegen Belastung</li>
</ul>



<p>Das deutet auf einen gemeinsamen Mechanismus hin. Bewegung liefert den Reiz. Der Wirkstoff verstärkt das Signal.</p>



<p>Für den Alltag heißt das: Körperliche Aktivität bleibt entscheidend. Ein gezielter Eingriff kann diesen Effekt noch deutlich erhöhen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Studie liefert Grundlage für neue Therapien</h2>



<p>Die Arbeit der Universität Leipzig gehört zur Grundlagenforschung. Die Ergebnisse stammen aus Zellversuchen und Tiermodellen. Eine Anwendung beim Menschen ist noch nicht erreicht.</p>



<p>Dennoch liefert die Studie wichtige Bausteine. Sie zeigt, welcher Mechanismus hinter dem Knochenaufbau steckt und wie er sich gezielt beeinflussen lässt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kurz zusammengefasst:</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li>Im Knochen arbeitet ein Rezeptor namens GPR133 wie ein biologischer Schalter: Er fördert den Aufbau durch Osteoblasten und bremst den Abbau durch Osteoklasten.</li>



<li>Im Mausmodell machte der Wirkstoff AP503 die Knochen messbar stabiler; auch Bewegung verstärkte den Effekt, weil mechanische Belastung denselben Signalweg nutzt.</li>



<li>Für Menschen mit Osteoporose ist das ein wichtiger Ansatz aus der Grundlagenforschung: Er erklärt, wie man Knochen im Alter gezielt stärken kann.</li>
</ul>



<p><strong>Übrigens</strong>: Während Forscher in Leipzig nach einem biologischen Schalter für stärkere Knochen im Alter suchen, arbeitet ein Team in China bereits an einem Kleber, der Brüche in wenigen Minuten stabilisieren soll – ganz ohne Schrauben und Platten, mehr dazu in unserem <a href="https://smartup-news.de/wissen/knochen-kleber-aus-muscheln-brueche-heilen-in-minuten/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Artikel</a>.</p>



<p>Bild: © <a href="https://www.pexels.com/de-de/foto/mann-paar-frau-gehen-16778091/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Pexels</a></p>



<p></p>
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									<media:description type="plain"><![CDATA[Im Alter werden Knochen oft brüchig – ein neuer Rezeptor könnte helfen, sie wieder stärker zu machen. © Pexels]]></media:description>
													<media:copyright>Muris Bajrica</media:copyright>
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				</item>
		<item>
		<title>Studie deckt auf: Darum sind COVID und Grippe für Ältere so gefährlich</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Anne Bajrica]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 29 Mar 2026 11:43:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Alter]]></category>
		<category><![CDATA[Bindegewebe]]></category>
		<category><![CDATA[Covid]]></category>
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		<category><![CDATA[Lungengewebe]]></category>
		<category><![CDATA[T-Zellen]]></category>
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					<description><![CDATA[Eine neue Studie erklärt, warum COVID Ältere oft schwerer trifft: Entzündungen entstehen tief im Lungengewebe.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Ältere Menschen erkranken deutlich häufiger schwer an COVID. Viele kämpfen länger mit Atemproblemen, Entzündungen und Folgeschäden. Lange galt vor allem ein schwächeres Immunsystem als Ursache. Neue Erkenntnisse deuten nun auf einen anderen Auslöser hin: Entscheidend ist offenbar nicht nur das Immunsystem selbst, sondern das Gewebe in der Lunge. Dort entstehen Prozesse, die Entzündungen verstärken und schwer kontrollierbar machen.</p>



<p>Die in <em>Immunity</em> veröffentlichte <a href="https://www.cell.com/immunity/abstract/S1074-7613(26)00086-5" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Studie </a>mit Beteiligung der University of California in San Francisco (UCSF) liefert eine neue Erklärung dafür, warum <a href="https://smartup-news.de/gesundheit/mrna-covid-impfung-verbessert-ueberleben-bei-krebs/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">COVID </a>ältere Menschen oft so hart trifft. Im Fokus stehen ausgerechnet gewöhnliche Bindegewebszellen in der Lunge. Lange galten sie eher als Nebendarsteller. Nun wird klar: Sie könnten Entzündungen im Alter kräftig anheizen und damit den Verlauf schwerer machen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Lungengewebe löst Entzündungen überraschend aktiv aus</h2>



<p>Fibroblasten gehören zu den Grundbausteinen der Lunge. Sie stabilisieren das Gewebe und sorgen für Struktur. Mit zunehmendem Alter verändert sich jedoch ihre Aktivität. Ein zentraler Entzündungsweg, NF-κB genannt, bleibt dauerhaft eingeschaltet.</p>



<p>Diese Daueraktivität hat Folgen. Das Gewebe gerät in eine Art Alarmzustand. <a href="https://smartup-news.de/gesundheit/omega-3-gegen-entzuendungen-diese-kombi-wirkt-staerker/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Entzündungen </a>entstehen schneller und klingen langsamer ab. Statt einer gezielten Reaktion entwickelt sich eine breitere, oft belastende Immunantwort.</p>



<p><a href="https://medicine.ucsf.edu/people/tien-peng" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Tien Peng</a> von der University of California in San Francisco beschreibt diese Zusammenarbeit so: „Wir waren überrascht zu sehen, dass Lungen-Fibroblasten Hand in Hand mit Immunzellen zusammenarbeiten und so altersbedingte Entzündungen antreiben.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum Entzündungen bei COVID die Lunge älterer Menschen stärker schädigen</h2>



<p>Die Veränderungen betreffen nicht nur einzelne Zellen. Sie verändern die gesamte Umgebung in der Lunge. Dabei entsteht eine spezielle Gruppe von Immunzellen, sogenannte GZMK-positive T-Zellen.</p>



<p>Diese Zellen verhalten sich ungewöhnlich. Sie gelten als erschöpft, bleiben aber gleichzeitig entzündungsaktiv. Dadurch entsteht ein widersprüchlicher Zustand: Die Abwehr funktioniert weniger effektiv, die Entzündung hält dennoch an.</p>



<p>Besonders bei COVID kann das schwerwiegende Folgen haben. Entzündungen breiten sich stärker aus. Das Risiko für akute Lungenschäden steigt. Die Symptome erinnern an schwere Lungenentzündungen, wie sie bei älteren Patienten häufig auftreten.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><img decoding="async" width="900" height="900" src="https://smartup-news.de/wp-content/uploads/smartup-news.de-studie-deckt-auf-darum-sind-covid-und-grippe-fuer-aeltere-so-gefaehrlich-covid-fx1-lrg-2.jpg" alt="" class="wp-image-53566" srcset="https://smartup-news.de/wp-content/uploads/smartup-news.de-studie-deckt-auf-darum-sind-covid-und-grippe-fuer-aeltere-so-gefaehrlich-covid-fx1-lrg-2.jpg 900w, https://smartup-news.de/wp-content/uploads/smartup-news.de-studie-deckt-auf-darum-sind-covid-und-grippe-fuer-aeltere-so-gefaehrlich-covid-fx1-lrg-2-300x300.jpg 300w, https://smartup-news.de/wp-content/uploads/smartup-news.de-studie-deckt-auf-darum-sind-covid-und-grippe-fuer-aeltere-so-gefaehrlich-covid-fx1-lrg-2-150x150.jpg 150w, https://smartup-news.de/wp-content/uploads/smartup-news.de-studie-deckt-auf-darum-sind-covid-und-grippe-fuer-aeltere-so-gefaehrlich-covid-fx1-lrg-2-768x768.jpg 768w" sizes="(max-width: 900px) 100vw, 900px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die Grafik zeigt den Unterschied zwischen junger und gealterter Lunge: Rechts locken aktivierte Bindegewebszellen deutlich mehr Entzündungszellen an – mit mehr Schaden für das Lungengewebe. © Cell</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Entzündungskreislauf verstärkt Schäden spürbar</h2>



<p>Im Lungengewebe entsteht ein enger Austausch zwischen verschiedenen Zelltypen. Fibroblasten, Makrophagen und T-Zellen beeinflussen sich gegenseitig. Daraus entwickelt sich ein stabiler Entzündungskreislauf.</p>



<p>Dieser Kreislauf führt zur Bildung sogenannter tertiärer lymphoider Strukturen. Dabei handelt es sich um kleine Immunzentren direkt im Gewebe. Sie halten die Entzündung aktiv und verlängern die Reaktion des Körpers.</p>



<p>Ein wichtiger Befund: Werden die GZMK-positiven T-Zellen gezielt entfernt, lassen sich die Schäden deutlich abschwächen. Das weckt Hoffnung auf neue Therapien.</p>



<p><strong>Was die Studie konkret zeigt</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Der Entzündungsweg NF-κB bleibt in Fibroblasten im Alter dauerhaft aktiv</li>



<li>Diese Aktivität verändert die Struktur des Immunsystems im Gewebe</li>



<li>Es entstehen vermehrt GZMK+CD8+ T-Zellen, die Entzündungen aufrechterhalten</li>



<li>Ein Zellkreislauf zwischen Fibroblasten, Makrophagen und T-Zellen verstärkt die Reaktion</li>



<li>In der Lunge bilden sich zusätzliche Immunstrukturen, die Entzündungen verlängern</li>



<li>Die Anfälligkeit für akute Lungenschäden steigt deutlich</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Alter erzeugt eigene Form der Immunreaktion</h2>



<p>Auffällig ist der Unterschied zu klassischen Infektionen. Die im Alter entstehenden T-Zellen unterscheiden sich von jenen, die bei chronischen Virusinfektionen auftreten. Es handelt sich um eine eigene Form der Immunveränderung.</p>



<p>Das erklärt, warum COVID bei älteren Menschen oft anders verläuft als bei jüngeren. Der Körper reagiert nicht nur langsamer, sondern auch weniger zielgerichtet. Gleichzeitig bleibt die Entzündung länger aktiv.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kurz zusammengefasst:</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li>COVID verläuft bei älteren Menschen oft schwerer, weil Entzündungen nicht nur vom Immunsystem ausgehen, sondern direkt im Lungengewebe angeheizt werden.</li>



<li>Eine neue Studie nennt dafür eine konkrete Ursache: Bestimmte Bindegewebszellen halten Entzündungssignale aktiv und fördern Immunzellen, die die Lunge zusätzlich belasten.</li>



<li>Der entscheidende neue Punkt ist: Nicht allein ein „schwaches“ Immunsystem macht Infektionen im Alter gefährlicher, sondern ein fehlgesteuertes Zusammenspiel von Gewebe und Abwehrzellen.</li>
</ul>



<p><strong>Übrigens</strong>: Während neue Forschung erklärt, warum COVID im Alter die Lunge besonders stark unter Entzündungsdruck setzt, zeigt sich ein ähnliches Problem bei Long COVID oft noch Monate nach der Infektion im Blut. Eine Studie liefert nun Hinweise darauf, warum Erschöpfung und Atemprobleme selbst nach milden Verläufen so lange anhalten – mehr dazu in unserem <a href="https://smartup-news.de/gesundheit/neue-studie-liefert-hinweise-auf-die-ursache-von-long-covid/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Artikel</a>.</p>



<p>Bild: © <a href="https://www.freepik.com/free-photo/side-view-elder-woman-city-wearing-medical-mask_7436088.htm" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Freepik</a></p>
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									<media:description type="plain"><![CDATA[Im Alter geraten Bindegewebszellen in der Lunge in einen dauerhaften Alarmzustand: Sie treiben Entzündungen an und verstärken so Lungenschäden, wie sie etwa bei COVID auftreten können. © Freepik]]></media:description>
													<media:copyright>Anne Bajrica</media:copyright>
							</media:content>
				</item>
		<item>
		<title>Mit 80 geistig so fit wie mit 50: Superager-Gehirne besitzen einen biologischen Vorteil</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Anne Bajrica]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 28 Feb 2026 10:07:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Alter]]></category>
		<category><![CDATA[Ältere]]></category>
		<category><![CDATA[Altern]]></category>
		<category><![CDATA[Alzheimer]]></category>
		<category><![CDATA[Epigenetik]]></category>
		<category><![CDATA[Gedächtnis]]></category>
		<category><![CDATA[Gehirn]]></category>
		<category><![CDATA[Hippocampus]]></category>
		<category><![CDATA[Nervenzellen]]></category>
		<category><![CDATA[Neurogenese]]></category>
		<category><![CDATA[Superager]]></category>
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					<description><![CDATA[Eine Nature-Studie zeigt, warum manche Hochbetagte deutlich mehr neue Nervenzellen bilden – und seltener an Alzheimer erkranken.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Manche Menschen behalten bis ins hohe Alter ein erstaunlich scharfes Gedächtnis – und das offenbar nicht nur durch Disziplin oder Lebensstil. Eine neue <a href="https://www.nature.com/articles/s41586-026-10169-4" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Studie</a> zeigt: Wer geistig fit bleibt, besitzt einen messbaren genetischen Vorteil gegenüber Gleichaltrigen. Die Forscher verglichen dafür die Gehirne sogenannter Superager mit denen gesunder Älterer sowie Alzheimer-Patienten.</p>



<p>Hinter der Arbeit steht ein Forschungsteam um <a href="https://chicago.medicine.uic.edu/anatomy/profiles/lazarov-orly/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Orly Lazarov</a> von der University of Illinois Chicago (<a href="https://today.uic.edu/superagers-brains-have-a-resilience-signature-and-its-all-about-neuron-growth/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">UIC</a>), gemeinsam mit Kollegen der Northwestern University und der University of Washington. Untersucht wurde, wie sich neue Nervenzellen im alternden Hippocampus entwickeln – also genau dort, wo <a href="https://smartup-news.de/wissen/wie-erinnerungen-entstehen-und-warum-das-gehirn-loescht/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Erinnerungen </a>entstehen und gespeichert werden. Dabei zeigte sich: Über 80-Jährige mit außergewöhnlich guter Gedächtnisleistung verfügen in dieser Region über deutlich mehr neu gebildete Nervenzellen als gesunde Gleichaltrige – und erheblich mehr als Menschen mit Alzheimer.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Neue Nervenzellen entstehen auch im hohen Alter</h2>



<p>Lange galt die Annahme, der Mensch komme mit einer festen Zahl an Nervenzellen zur Welt. Heute weiß man: Im Hippocampus entstehen auch im Erwachsenenalter neue Neuronen. Dieser Prozess heißt Neurogenese. Die aktuelle Studie bestätigt nun detailliert, dass diese Neubildung beim Menschen tatsächlich stattfindet – und dass sie stark mit der geistigen Leistungsfähigkeit im <a href="https://smartup-news.de/wissen/ueber-110-das-geheimnis-von-brasiliens-supercentenarians/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Alter </a>zusammenhängt.</p>



<p>Die Teilnehmer – alle 80 Jahre oder älter – nahmen zu Lebzeiten regelmäßig an standardisierten neuropsychologischen Tests teil. Die als Superager eingestuften Personen erzielten in den Gedächtnistests Werte, wie man sie sonst bei Menschen findet, die 20 bis 30 Jahre jünger sind. Nach ihrem Tod stellten alle Studienteilnehmer ihre Gehirne der Forschung zur Verfügung.</p>



<p>Untersucht wurden 38 gespendete Gehirne aus fünf Gruppen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Junge Erwachsene zwischen 20 und 40 Jahren</li>



<li>Gesunde ältere Menschen</li>



<li>Personen mit sehr früher, noch symptomloser kognitiver Veränderung</li>



<li>Alzheimer-Patienten</li>



<li>Sechs sogenannte Super-Ager ab 80 Jahren</li>
</ul>



<p>Die Forscher analysierten rund 356.000 einzelne Zellkerne aus dem Hippocampus. Moderne Einzelzell-Sequenzierungen machten sichtbar, welche Gene aktiv waren und wie zugänglich bestimmte DNA-Bereiche blieben. So ließ sich genau bestimmen, in welchem Entwicklungsstadium sich neue Nervenzellen befanden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Superager zeigen doppelt so viel Neurogenese</h2>



<p>Neue Nervenzellen durchlaufen mehrere Stadien: Zunächst existieren neuronale Stammzellen. Daraus entstehen Neuroblasten – eine Art Zwischenstufe. Am Ende stehen unreife Neuronen, die kurz davor sind, voll funktionsfähig zu werden.</p>



<p>Diese unreifen Nervenzellen waren bei Superagern auffällig häufig. „Superager hatten doppelt so viel Neurogenese wie andere gesunde ältere Erwachsene“, sagt Studienleiterin Lazarov. „Etwas in ihren Gehirnen ermöglicht es ihnen, ein überlegenes <a href="https://smartup-news.de/gesundheit/gedaechtnisabbau-im-alter-beschleunigt-sich-ab-einem-kipppunkt/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Gedächtnis </a>zu erhalten. Ich glaube, die hippocampale Neurogenese ist die geheime Zutat, und die Daten stützen das.“</p>



<p>Im Vergleich zu Alzheimer-Patienten fanden sich sogar zweieinhalbmal so viele neu gebildete Nervenzellen. Bei Menschen mit diagnostizierter Alzheimer-Erkrankung war die Neurogenese dagegen nahezu zum Erliegen gekommen. Bereits in sehr frühen, noch symptomlosen Stadien zeigten sich deutliche Einbußen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Epigenetik trennt gesundes und krankhaftes Altern</h2>



<p>Neben der reinen Zellzahl untersuchten die Wissenschaftler auch die sogenannte epigenetische Signatur. Gemeint ist die Frage, wie offen oder verschlossen bestimmte DNA-Abschnitte im Zellkern sind. Diese Struktur bestimmt, wie flexibel Gene aktiviert werden können.</p>



<p>Bei Alzheimer waren viele dieser DNA-Bereiche weniger zugänglich. Besonders betroffen waren Regionen, die für synaptische Plastizität und Signalübertragung wichtig sind. In den Gehirnen der Superager blieb dieses Muster stabil. Die Autoren sprechen von einer „Resilienz-Signatur“ – einem molekularen Profil, das offenbar Widerstandskraft gegenüber altersbedingtem Abbau verleiht.</p>



<p>Auffällig ist auch der zeitliche Verlauf: In der Gruppe mit präklinischer Alzheimer-Pathologie zeigten sich epigenetische Veränderungen bereits deutlich, obwohl noch keine ausgeprägten Gedächtnisprobleme vorlagen. Das deutet darauf hin, dass biologische Prozesse lange vor sichtbaren Symptomen beginnen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Weitere Befunde stützen das Bild</strong></h2>



<p>Die neuen Ergebnisse passen zu früheren Arbeiten über außergewöhnlich fitte Hochbetagte. Frühere Studien zeigten unter anderem:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Das Gehirn von Super-Agern schrumpft langsamer als das Gleichaltriger (<a href="https://jamanetwork.com/journals/jama/fullarticle/2614177?resultClick=1" target="_blank" rel="noreferrer noopener">JAMA</a>, 2017)</li>



<li>Sie weisen weniger krankhafte Tau-Ablagerungen auf, die für Alzheimer typisch sind (<a href="https://academic.oup.com/cercor/article/31/7/3177/6137893?login=false" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Cerebral Cortex</a>, 2021)</li>



<li>Aktivierte Immunzellen im Gehirn treten bei ihnen seltener auf und entsprechen eher dem Niveau von Menschen 30 bis 40 Jahre jünger. (<a href="https://www.frontiersin.org/journals/aging-neuroscience/articles/10.3389/fnagi.2019.00094/full" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Frontiers</a>, 2019)</li>
</ul>



<p>Zusammengenommen entsteht das Bild eines strukturell stabileren Gehirns, das neuronale Verbindungen besser erhält und neue Zellen effizienter integriert.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Keine Garantie, aber neue Ansatzpunkte</h2>



<p>Die Studie basiert auf einer begrenzten Zahl von 38 Gehirnen. Zudem handelt es sich um postmortale Analysen. Ursache und Wirkung lassen sich daher nicht abschließend klären. Dennoch liefern die Daten eine der bislang detailliertesten molekularen Beschreibungen der menschlichen Neurogenese im Alter.</p>



<p>Mit Blick auf eine alternde Gesellschaft betonen die beteiligten Wissenschaftler die praktische Tragweite ihrer Ergebnisse. „Wir müssen sicherstellen, dass die steigende Lebenserwartung mit einer hohen Lebensqualität einhergeht – dazu gehört auch die geistige Gesundheit“, sagt <a href="https://chicago.medicine.uic.edu/bmg/profiles/rehman-jalees/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Jalees Rehman</a>, Leiter der Abteilung für Biochemie und Molekulargenetik an der University of Illinois Chicago und Mitautor der Studie.</p>



<p>„Wenn wir verstehen, warum manche Gehirne gesünder altern als andere, können daraus Therapien für gesundes Altern, kognitive Widerstandskraft und die Vorbeugung von Alzheimer und verwandten Demenzerkrankungen entstehen“, ergänzt Lazarov.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kurz zusammengefasst:</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li>Eine <em>Nature</em>-Studie mit 38 Gehirnen zeigt: Über 80-Jährige mit außergewöhnlich gutem Gedächtnis besitzen im Hippocampus doppelt so viele neue Nervenzellen wie andere Ältere – und bis zu 2,5-mal so viele wie Alzheimer-Patienten.</li>



<li>Bei Alzheimer kommt die Neubildung von Nervenzellen fast zum Stillstand; bei Superagern bleibt sie aktiv – ein klar messbarer biologischer Unterschied.</li>



<li>Entscheidend scheinen stabile genetische und epigenetische Steuermechanismen zu sein, die das Gedächtniszentrum auch im hohen Alter formbar halten und kognitive Widerstandskraft begünstigen.</li>
</ul>



<p><strong>Übrigens</strong>: Während beim Superager-Gehirn neue Nervenzellen besonders aktiv entstehen, zeigt eine andere Studie, warum das Alzheimer-Gehirn schädliches Amyloid nicht mehr ausreichend abbaut – ein Enzym bremst dort die „Müllabfuhr“ der Immunzellen aus. Wird diese Blockade im Mausmodell gelöst, nehmen Plaques ab und das Gedächtnis verbessert sich – mehr dazu in unserem <a href="https://smartup-news.de/gesundheit/alzheimer-warum-das-gehirn-amyloid-nicht-ausreichend-beseitigt/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Artikel</a>.</p>



<p>Bild: © <a href="https://www.pexels.com/de-de/foto/28975993/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Pexels</a></p>
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